Herausforderndes Thema
Bright Young WomenPamelas Leben verändert sich grundsätzlich, als ein Mann nachts in ihr Verbindungshaus einbricht und zwei ihrer Verbindungsschwestern ermordet. Pamela ist die einzige, die ihn gesehen hat, und in den folgenden ...
Pamelas Leben verändert sich grundsätzlich, als ein Mann nachts in ihr Verbindungshaus einbricht und zwei ihrer Verbindungsschwestern ermordet. Pamela ist die einzige, die ihn gesehen hat, und in den folgenden Wochen, Monaten und Jahren muss sie nicht nur mit dem Trauma des Überfalls zurechtkommen, sondern auch mit der Polizei, die ihr nicht glaubt, der Presse, die Lügen über die ermordeten Mädchen und die Überlebenden druckt, und dem Rechtssystem, das es zugelassen hat, dass die Tat an ihnen überhaupt verübt werden konnte.
Ich habe sehr sehr lange über Bright Young Women nachgedacht, bevor ich diese Rezension angefangen habe, und ich bin immer noch nicht ganz sicher, wie meine Meinung eigentlich ist - ich denke, Täter:innen wie Ted Bundy haben schon viel zu viel Medienaufmerksamkeit bekommen, in allen möglichen Formaten, weswegen ein Buch wie dieses, in dem der Angeklagte auf exakt das reduziert wird und der Fokus auf den Opfern und Überlebenden der Taten liegt, meiner Meinung nach der einzig angemessene Umgang mit dem Thema ist. Dann wiederum ist es erneut ein Werk, dass dieses Thema behandelt, und auch der richtige Ansatz ändert nicht, dass ein Serienmörder wiederholt und immer noch unglaublich viel Aufmerksamkeit für seine Taten bekommt.
Ich fand das Buch extrem gut geschrieben, sowohl Pamelas als auch Ruths Perspektive. Die zwei Zeitebenen haben gut verdeutlicht, wie der Umgang mit Frauen bedingt und bedingt hat, was Pamela, Ruth und so vielen anderen Frauen und Mädchen zugestoßen ist. Die Erzählstimmen der beiden waren klar und deutlich anders, und besonders Ruths Perspektive gibt der Geschichte extrem viel Dimension - es geht eben nicht nur um Täter:innen und den Sensationalismus drumherum sondern auch um die Leben, die nie zu dem werden durften, was sie hätten sein sollen.
Das, was Bright Young Women sich vorgenommen hat, hat es definitiv erreicht.