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Veröffentlicht am 18.12.2024

Fesselnd und spannend bis zum Schluss

The Twenty
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Das Cover mit der riesigen roten XX passt zum Buch, in dem ein Serienkiller einen ungeheuerlichen Countdown runterzählt. Auf einer Müllkippe wird nicht nur ein Toter gefunden, sondern fünf ausgeblutete, ...

Das Cover mit der riesigen roten XX passt zum Buch, in dem ein Serienkiller einen ungeheuerlichen Countdown runterzählt. Auf einer Müllkippe wird nicht nur ein Toter gefunden, sondern fünf ausgeblutete, nummerierte Leichen und täglich gibt es ein neues Opfer. Der Täter hinterlässt keine verwertbaren Spuren und erst Dr. Romilly Coles Hinweise auf eine 30 Jahre alte Mordserie führen zu neuen Ermittlungsansätzen.

Sam Holland schreibt bildhaft und von der ersten Seite an fesselnd, die komplexe Handlung überrascht mit unerwarteten Wendungen und ist von Beginn an spannend bis zum Ende. Die Ermittler stehen unter Zeitdruck, was zur bedrohlichen Stimmung der Geschichte beiträgt. Die Figurenzeichnung ist glaubhaft, selbst Nebencharaktere erscheinen authentisch. Die Protagonisten haben Tiefe, DCI Adam Bishop und sein Kollege und Freund DS Jamie Hoxton ergänzen sich beruflich und auch auf menschlicher Ebene, und auch Romilly Coles Figur überzeugt mit ihrem als Kind erlebten Trauma, das auch ihr Erwachsenenleben prägt.

Erzählt wird die packende Geschichte, die auch grausame Details beschreibt, aus verschiedenen Perspektiven, darunter die des Täters und es gibt eine weitere Erzählebene, diese Kapitel sind nicht nummeriert, sondern mit 'Damals' überschrieben. Erst später wird klar, wessen Erlebnisse hier geschildert werden. Bei den Ermittlungen habe ich mit gerätselt und wurde am Ende doch überrascht.

'The Twenty' ist ein wahrer Pageturner, es ist schwierig bis nahezu unmöglich, eine Lesepause einzulegen und ich hoffe, die anderen Bücher der britischen Autorin werden auch noch übersetzt. Mich hat das Buch sehr gut unterhalten und ich empfehle es Thriller-Lesern, die vor grausamen Beschreibungen nicht zurückschrecken.

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Veröffentlicht am 09.12.2024

Fesselnder Thriller mit überraschender Auflösung

Stumme Knochen
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Beim Umsetzen einer Kapelle im kanadischen Hemlock Skigebiet werden menschliche Überreste entdeckt. Die Tote ist gewaltsam gestorben und nachdem technische Fragen geklärt werden können und es forensische ...

Beim Umsetzen einer Kapelle im kanadischen Hemlock Skigebiet werden menschliche Überreste entdeckt. Die Tote ist gewaltsam gestorben und nachdem technische Fragen geklärt werden können und es forensische Ergebnisse gibt, scheint es sich um Annalise Jansen zu handeln, die vor fast 50 Jahren verschwand. Die schwangere Detective Jane Munro wird mit den Ermittlungen betraut. Sie hofft, den Angehörigen nach Jahrzehnten endlich ein Abschließen mit dem Verlust ermöglichen zu können, kennt sie doch selbst das zermürbende Gefühl der Ungewissheit, da ihr eigener Mann seit sechs Monaten spurlos verschwunden ist.

Der Leser weiß lange mehr als Jane und ihr Team, da die Mitglieder von Annalise früherer Clique früh eingeführt werden. Während der Ermittlungen damals wurden die jungen Leute die Shoreview Six genannt. Heute sind sie alle Anfang Sechzig, haben sich etwas aufgebaut und viel zu verlieren. Das Puzzle der verhängnisvollen Nacht, in der Annalise verschwand, setzt sich nur langsam zusammen, Erinnerungen sind lückenhaft oder wurden verdrängt. Neben der Ungewissheit, was genau damals passiert ist, präsentiert die Autorin dem Leser auch falsche Fährten, so dass die Geschichte bis zum Schluss fesselt. Für Abwechslung und Spannung sorgen auch verschiedene Erzählperspektiven. Die überraschende Auflösung ist erschütternd und es bleiben am Ende keine offenen Fragen.

Loreth Anne White schreibt sehr lebendig und bildhaft, schafft atmosphärische Schauplätze und verleiht ihren Charakteren Tiefe, jede Figur ist glaubwürdig und authentisch und weckt beim Leser Gefühle. Nicht nur bei der Protagonistin Jane findet eine Entwicklung statt. Mir hat sehr gefallen, wie komplex die Autorin die Figuren angelegt hat.

Das Cover ist düster und vermittelt mit den etwas verwaschenen Farben und den weißen Spuren den Eindruck eines alten Fotos mit Knicken. Es passt zur Geschichte.

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Veröffentlicht am 17.11.2024

Spannend, berührend und unterhaltsam ist der sehr gelungene dritte Band um die Skelf-Frauen

Einbalsamiert
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Die Skelf Frauen sehen sich auch in diesem dritten Band der Reihe mit großen Herausforderungen konfrontiert. Nicht nur der Ermittlungsbereich ihrer Firma stellt sie vor Probleme, auch im Bestattungsunternehmen ...

Die Skelf Frauen sehen sich auch in diesem dritten Band der Reihe mit großen Herausforderungen konfrontiert. Nicht nur der Ermittlungsbereich ihrer Firma stellt sie vor Probleme, auch im Bestattungsunternehmen sind rätselhafte Aufgaben zu bewältigen, die ebenfalls Recherche und Erkundigungen benötigen.
Nachdem bei Hannah und Indy eingebrochen wurde, ziehen die beiden zu Dorothy, so dass alle Frauen nun unter einem Dach leben. Die Skelf-Frauen sind starke Persönlichkeiten, die gelassene Dorothy liebt das Gemeinschaftsgefühl, das in der Familie herrscht, Enkelin Hannah hat eine optimistische Weltsicht, ist glücklich in ihrer Beziehung zu Indy und weiß, auch durch die Physik, dass alles mit allem zusammenhängt, während Tochter Jenny immer noch verletzt ist durch das Verhalten ihres Ex-Manns Craig und sie auf Distanz achtet.
Obwohl die Frauen sich der Zerbrechlichkeit des Lebens bewusst sind, stehen sie mit beiden Beinen im Leben und wissen sich zu behaupten. Besonders Jennys Entwicklung zu verfolgen, hat mir sehr gefallen. Auch die Informationen über die Astrophysik, das Einbalsamieren und das Schlagzeug spielen fand ich spannend zu lesen, alle Themen scheinbar mühelos in die Handlung integriert.

Erzählt wird wechselnd aus den Perspektiven der drei Skelf-Frauen, die oft mit unterschiedlichen Aufgaben beschäftigt sind, aber immer Unterstützung und Loyalität durch ihre Familie erfahren.
Doug Johnstones Schreibstil ist lebendig, bildhaft, einfühlsam und unverblümt. Viele Figuren sind skurril, ebenso wie manche Situationen, und trotzdem würde ich sie lebensnah geschildert nennen, sie sind vielleicht nicht unbedingt wahrscheinlich, aber durchaus möglich. Die Charaktere erscheinen authentisch und treiben die Geschichte genau so voran wie die vielfältige Handlung, in der vordergründig verrückte Dinge geschehen und es thematisch um Moral, Schuld und Verantwortung geht, ebenso um Einsamkeit, Verlust, Trauer und ihre Bewältigung.
'Einbalsamiert' ist Johnstone rundum gelungen, der Autor schreibt warmherzig, humorvoll und emotional, seine Protagonistinnen und auch die Nebenfiguren sind glaubwürdig, gleichzeitig ist die Geschichte spannend und düster. Edinburgh wird durch Johnstones Beschreibung so lebendig, dass ich Straßen und Stadtteile wiedererkennen würde bei einem Besuch der Stadt.

Das Cover mit dem düsteren Blattwerk passt zu diesem dritten Band um die Skelf-Frauen. 'Einbalsamiert' ist gut eigenständig lesbar, dennoch lohnt es sich, auch die beiden Vorgängerbücher zu lesen, um die Vorgeschichte der Skelfs zu erfahren. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich freue mich auf eine Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 10.11.2024

Überzeugender Auftaktband der Krimi-Reihe um Washington Poe und Tilly Bradshaw

Der Zögling
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'Der Zögling' ist der Vorgängerband von 'Der Botaniker', geschrieben 2018 und nun erfreulicherweise auch bei Droemer erschienen.
Ein Täter foltert und verbrennt Menschen in verschiedenen Steinkreisen ...

'Der Zögling' ist der Vorgängerband von 'Der Botaniker', geschrieben 2018 und nun erfreulicherweise auch bei Droemer erschienen.
Ein Täter foltert und verbrennt Menschen in verschiedenen Steinkreisen in Cumbria und hinterlässt keine Spuren, er scheint clever und gut organisiert zu sein. Bei seinem dritten Opfer findet sich der Name Washington Poe in die Brust geritzt, was dazu führt, dass Poe kontaktiert und seine Suspendierung aufgehoben wird. Er war DI bei der Serious Crime Analysis Section SCAS und seit fast 18 Monaten läuft eine interne Ermittlung gegen ihn. Inzwischen genießt er sein einfaches Leben in einer einsam gelegenen Hütte in Cumbria. Poe soll nun bei SCAS an dem Fall mitarbeiten, unterstützt von der Datenanalystin Tilly Bradshaw.

Die eigenwilligen Protagonisten Washington Poe und Tilly Bradshaw kann ich mir durch die gelungene Figurenzeichnung von Beginn an gut vorstellen, sie sind interessante Charaktere, die neugierig machen. Tilly hat enorme intellektuelle Fähigkeiten, ist aber ungeübt im Umgang mit anderen Menschen, sie zeigt autistisches Verhalten, nimmt alles wörtlich und ist geradeheraus.
Der unkonventionell arbeitende Poe fühlt sich als Ermittler nur der Gerechtigkeit verpflichtet. Poe und Tilly sind ein gutes Team, beide sind obsessiv in dem, was sie tun und auch unbequem für andere. Während das methodische Vorgehen der Kollegen ergebnislos bleibt, folgt Poe den wenigen Spuren und tut, was er für nötig hält, ohne Respekt für Vorgesetzte, die sich mehr als einmal übergangen fühlen. Auch diese und andere Nebenfiguren werden glaubwürdig beschrieben. Gefallen hat mir auch das Setting in Cumbria, diese landschaftlich schöne und dünn besiedelte englische Grafschaft mit ihren vielen Steinkreisen würde ich gern kennenlernen.

Trotz der beschriebenen Grausamkeiten des Mörders gibt es auch humorvolle Szenen in der Geschichte, oft sind das Gespräche, die Tilly führt.
M. W. Cravens Schreibstil ist packend und atmosphärisch. Dieser Auftaktband seiner preisgekrönten Krimi-Reihe ist durchgehend spannend, düster, fesselnd, hat eine komplexe Handlung und überrascht mit unerwarteten Wendungen und einer schockierenden Auflösung. Mich hat 'Der Zögling' bestens unterhalten und ich empfehle das Buch jedem Krimileser und freue mich auf die Fortsetzung der Serie.

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Veröffentlicht am 13.10.2024

Gelungener, spannender zweiter Band um ein Ermittlerteam aus Menschen und einer KI

Die Schuld des Vergessens
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DCS Kat Frank und ihre Future Policing Unit haben mehrere Cold Cases erfolgreich aufgeklärt und Kat möchte nun einen aktuellen Fall aufklären, um zu beweisen, wie gewinnbringend die Beteiligung einer AIDE ...

DCS Kat Frank und ihre Future Policing Unit haben mehrere Cold Cases erfolgreich aufgeklärt und Kat möchte nun einen aktuellen Fall aufklären, um zu beweisen, wie gewinnbringend die Beteiligung einer AIDE (Artificially Intelligent Detecting Entity), also eines KI-Partners, bei den Ermittlungen ist. Kats Motivation ist nicht nur, die neue Art der Polizeiarbeit bekannt zu machen und Akzeptanz zu schaffen, sie selbst braucht einen neuen Fall, um sich daran festzuhalten. Die Trauer um ihren verstorbenen Ehemann ist immer noch groß und ihr Sohn Cam ist von Zuhause ausgezogen und studiert jetzt.
Als ein nackter gekreuzigter Toter auf der ehemaligen Abraumhalde eines Steinbruchs gefunden wird, hat Kats Team seinen aktuellen Fall, den es aufzuklären gilt.

Erzählt wird meistens aus Kats Sicht, aber es gibt auch Perspektiven der Teamkollegen und des Täters. Seine Kapitel sind kursiv gedruckt und in Ich-Form, so dass seine Gedanken und Gefühle deutlich werden. Alle Charaktere sind glaubwürdig, sie werden authentisch geschildert und bekommen durch ihre Vorgeschichte und ihre Beziehung zueinander Komplexität. Ich habe den ersten Band der Reihe um Kat Frank und AIDE Lock ebenfalls gelesen und freue mich über die Entwicklung der Figuren, aber auch Neueinsteiger in die Serie werden ohne Probleme folgen können, da bei passender Gelegenheit Infos aus der Vergangenheit eingestreut werden.

Spannend ist nicht nur der rätselhafte Fall, sondern auch der Gegensatz zwischen der Logik der KI und dem Vorgehen von Kat Frank, die über Instinkt und viel Erfahrung verfügt und deren Entscheidungen für die KI Lock oft nicht nachzuvollziehen sind. Auch Takt und menschliches Sozialverhalten sind der KI natürlich fremd und so sind die Dialoge zwischen Kat und Lock, der alles wörtlich versteht und nicht lügen kann, für den Leser oft sehr humorvoll und unterhaltsam.
Jo Callaghan schreibt klar, lebendig und angenehm zu lesen, die technischen Details zur KI sind leicht verständlich und für mich optimal dosiert. Die Autorin thematisiert auch gesellschaftliche Probleme wie zunehmende Vereinsamung im Alter, Rassismus und Anfeindungen in 'social media'.
Mir hat 'Die Schuld des Vergessens' sehr gut gefallen und ich kann diesen Krimi mit seiner fesselnden Handlung, beeindruckenden Figuren und innovativem Ermittlerteam uneingeschränkt empfehlen.

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