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Veröffentlicht am 10.11.2024

Komplikationslos fleischlos

Lovis kocht
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Mich werden Social Media wie Instagram wohl nie für sich gewinnen, dafür liebe ich die guten, alten, gedruckten Koch- und Backbücher. Daher kannte ich Lovis Messerschmidt vorher nicht, doch ihr Buch hat ...

Mich werden Social Media wie Instagram wohl nie für sich gewinnen, dafür liebe ich die guten, alten, gedruckten Koch- und Backbücher. Daher kannte ich Lovis Messerschmidt vorher nicht, doch ihr Buch hat mich auf der Stelle angezogen. Auch das, was man so über sie persönlich in Erfahrung bringen kann, ist beachtenswert. So viel Energie!

Das eine oder andere Foto der Autorin taucht im Buch auf, doch wirkt das nicht selbstdarstellerisch, sondern sympathisch. Die Rezepte stehen eindeutig im Mittelpunkt und da sprechen die Fotos Bände. Und ja, als Katzenmama hab ich auch die Miez entdeckt.

Schade finde ich, dass nicht ganz so regional und alltagstauglich gekocht wird, wie ich das erwartet hatte. Da finden sich schon einige Zutaten, von denen ich bisher noch nie gehört hatte und die ich wohl auch nur einmal benutzen würde, beispielsweise Shio Koji. Dass ich keine Avocado mag, reduziert die Auswahl der Rezepte leider auch ein wenig. Safran hätte ich jetzt bei Lovis nicht erwartet. Ganz konsequent ist sie in Sachen Regionalität also nicht. Insgesamt sind die Vorschläge aber durchaus interessant und viele für mich auch relevant.

Schön dagegen finde ich die Unterteilung in die Jahreszeiten, wenngleich man bei entsprechender Vorratshaltung natürlich alles zu jeder Jahreszeit kochen und backen kann, Stichwort Tiefkühler und Eingemachtes. Trotzdem mag ich es sehr, wenn beim Kochen und Backen die Saison beachtet wird. Auch mag ich den klassischen Aufbau der Rezepte mit Zubereitungserklärung und daneben der Zutatenliste und den dem Rezept vorangestellten kleinen persönlichen Text. Gelegentlich findet sich ein zusätzlicher Tipp. Lovis hat aber gänzlich auf Angaben zu Nährwerten und Zubereitungszeiten verzichtet. Mir gefällt das, denn bei mir sind es weniger die Komponenten, als die Menge, die dick machen. Und mit einer Miniportion bin ich sowieso nicht zufrieden. Bei den Zeitangaben anderer Autoren fühle ich mich immer, wie eine lahme Schnecke, obwohl ich geübt bin und nicht langsam arbeite. Passt also perfekt für mich.

Der Schwierigkeitsgrad der Gerichte hält sich erfreulicherweise stark in Grenzen. Dennoch sind sie raffiniert und sehr ansprechend. Diese Rezeptsammlung zeigt, dass fleischlos nicht langweilig sein muss. Am besten gefällt mir, dass Lovis nur ein einziges Gericht mit Tofu aufführt. Die Rezepte kommen ohne die üblichen Ersatzprodukte aus, was genau auf meiner Wellenlänge liegt. Einfach tolle Rezepte ohne Fleisch. Genau mein Ding! Mir ist das Buch glänzende vier Sterne wert.

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Veröffentlicht am 10.11.2024

Ein guter Titel für ein Buch

Wir finden Mörder (We Solve Murders-Serie 1)
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Amy Wheeler ist Personenschützerin und einiges gewohnt. Aber selbst zur Zielscheibe zu werden, gehört da nicht zu. Es geschehen Morde, die man nur zu leicht ihr in die Schuhe schieben könnte. Daher bittet ...

Amy Wheeler ist Personenschützerin und einiges gewohnt. Aber selbst zur Zielscheibe zu werden, gehört da nicht zu. Es geschehen Morde, die man nur zu leicht ihr in die Schuhe schieben könnte. Daher bittet sie ihren Schwiegervater, den pensionierten Ex-Kriminalkommissar Steve Wheeler, vom beschaulichen Pub-Quiz-Leben in England eine kleine Pause einzulegen und zu ihr nach South Carolina zu kommen, um den wahren Mörder zu stellen.

Die neue Serie von Richard Osman ist in Sachen Humor und Ironie seiner Reihe um den Donnerstagsmordclub recht ähnlich. Hier sind nun die Hauptfiguren deutlich jünger, wenn auch nicht so jung, wie in den meisten Krimis. Die drei sind super sympathisch, sehr speziell und auch ein wenig durchtrieben. Man muss sich aber erst einmal im Wust der weiteren Figuren und häufigen Perspektivwechsel zurechtfinden. Das strengt doch auch etwas an.

Die Dialoge sind gewohnt köstlich, der Wortwitz nicht zu platt. Hier und da legt Osman auch den Finger in kleine Wunden oder macht sich auf seine Art lustig über Eigenarten diverser Zeitgenossen. Das mag ich sehr und entschädigt auch für die eine oder andere Schwäche. Allerdings gibt es echt viele Figuren, sodass man sehr gut aufpassen muss, um sie weder zu verwechseln, noch zu vergessen, wer das denn nochmal war.

Besonders gefallen hat mir, dass ChatGPT eine kleine Rolle spielt. Es gibt einige solcher witziger kleinen Ideen, doch so schön sich das auch liest, bleibt die Spannung dabei etwas auf der Strecke. Man folgt der Entwicklung gerne, aber dieses Interesse ist nicht mit dem Gefühl der Spannung verknüpft, das ich auch bei Cosy Crime einfach voraussetze. Schade! Was meine Überschrift sagen will? Erfährt man, wenn man das Buch liest!

Für die unterhaltsame Entspannung, die Lektüre nach einem harten Tag, den Lesegenuss als Auszeit wunderbar, aber eben auch etwas unrund, doch als Auftakt einer neuen Reihe gar nicht mal so übel. Vier Sterne!

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Veröffentlicht am 05.11.2024

Ein sehr persönliches Kochbuch

Gohan
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Dieses Buch ist ideal für alle, die sich nicht nur mit der Japanischen Küche, sondern auch mit deren Kultur etwas näher befassen möchten. Die Geschichten und Erinnerungen machen das Buch sehr persönlich. ...

Dieses Buch ist ideal für alle, die sich nicht nur mit der Japanischen Küche, sondern auch mit deren Kultur etwas näher befassen möchten. Die Geschichten und Erinnerungen machen das Buch sehr persönlich. Das ist an sich sehr schön, doch für mich stellenweise etwas befremdlich. Es ist schwer zu erklären. Ich werde zwar durch Emiko Davies quasi eingeladen, dennoch fühle ich mich wie jemand, der sie heimlich beobachtet.

Es gibt einiges zu lesen. Neben den erwähnten Geschichten und Erinnerungen findet sich auch ein kleiner Theorie-Teil mit Erklärungen und Informationen. Unter den Rezepten sind auch einige für die Vorratshaltung. Damit kann man dann noch mehr selbst kochen, muss weniger auf Fertigprodukte zurückgreifen. Das ist etwas aufwendig, aber eben auch gesünder und authentischer.

Weiter geht es mit den Kapiteln Japanisches Frühstück; Reis; Gemüse; Nudeln & Streetfood; Unsere Lieblingsgerichte; Der Westen trifft Japan; Süßspeisen. Vor den Kapiteln gibt es immer wieder Lesestoff. Die Rezepte selbst werden mit deutschem und japanischem Titel genannt, erklärt, die japanischen Schriftzeichen aufgeführt, die Zutaten gelistet und die Zubereitungsschritte beschrieben. Die Zutaten finden sich alle in der asiatischen Abteilung der Supermärkte. Noch besser fündig wird man im Asia-Laden. Die Angaben von Nährwerten findet man in den Rezepten nicht. Auch der Zeitaufwand wird nicht genannt. Beides ist für mich völlig in Ordnung, wird von vielen anderen aber gern als wichtig angesehen. Zu manchen Rezepten gibt es Bildstrecken. Nur bei wenigen Rezepten, wie zu Soßen, gibt es kein Foto.

Die Zeichnungen sind nett, finde ich aber dennoch nicht so wirklich passend. Das ist jedoch kein Kritikpunkt, der in die Wertung fällt. Für mich sehen sie so aus, als hätte jemand in mein Buch gemalt. Ich schreibe gern in meine Kochbücher, male aber nicht mit Buntstiften hinein. Das Titelbild stimmt aber schon mal darauf ein. Eine Überraschung sind sie also im Grunde nicht.

Wer gerne kocht und gerne japanisch isst, wer Kochbücher liebt und Länderküchen, der wird sehr viel Spaß und Freude an und mit diesem Kochbuch haben. Für Kochanfänger ist es eher nicht ganz so ideal, doch mit ein wenig Erfahrung schafft man es, die Gerichte nachzukochen. Als Alltagsküche für meine Familie sehe ich die Rezepte nicht, aber der Titel bezieht sich sicher auf Familien mit japanischen Wurzeln. Ein schönes Buch, dem ich gern vier Sternchen gebe.

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Veröffentlicht am 04.11.2024

Kleine Gerichte, großer Genuss

Österreichische Tapas
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Dieses Buch beinhaltet zwar auch vegetarische Rezepte, ist aber in der Hauptsache mit Fleisch und Fisch beschäftigt. Selbst Schnecken werden hier kredenzt. Das ist natürlich definitiv sehr speziell. Süßes ...

Dieses Buch beinhaltet zwar auch vegetarische Rezepte, ist aber in der Hauptsache mit Fleisch und Fisch beschäftigt. Selbst Schnecken werden hier kredenzt. Das ist natürlich definitiv sehr speziell. Süßes gibt es im letzten Kapitel noch zusätzlich. Kurz gefasst könnte man sagen, in diesem Buch finden sich typisch österreichische Speisen auf Tapas-Größe angepasst.

Die Kapitel beginnen immer mit einer Übersicht der Speisen, zu denen die Rezepte dann folgen. Fotos, die den Fokus auf das Wesentliche legen, krönen die Kapitel. Diese sind mal recht einfach, mal etwas aufwändiger. Eins haben sie aber alle gemeinsam, sie machen enorm Appetit und Lust auf eine ganze Tafel voller Häppchen!

Die Rezepte selbst kommen im klassischen Stil daher, mit Überschrift, kurzer Beschreibung, Zutatenliste und Arbeitsschritten. Die Angaben für die Portionen sind gegeben, zu Nährwerten fehlen sie, was mich gar nicht stört, denn wer auf Diät ist, sollte die Tapas sowieso besser meiden. Gelegentlich sind auch Tipps angehängt. Die Bandbreite der Gerichte ist riesig und man staunt, was man alles als Fingerfood servieren kann. Dieses Buch liefert die ideale Ausstattung für jedes Buffet, jede gesellige Runde, jeden Tapasabend. Einfach herrlich!

Auch wenn nicht alle Rezepte jedem schmecken, findet sich hier für jeden etwas. Die Zutaten sind nicht alle immer und überall zu bekommen, aber auch nicht wirklich exotisch. Die Wild-Rezepte und jene mit Schweinefleisch treffen meinen Gaumen weniger, doch konnte ich sie problemlos auch mit Rind und Geflügel zubereiten. Bei nur sehr wenigen Rezepten fehlt ein Foto und wenn, dann bei jenen, bei denen man das verschmerzen kann. Bei den Käsepralinen wäre es nahezu ein Verbrechen gewesen, kein Foto zu liefern. Sie sehen einfach umwerfend aus!

Viele dieser Tapas eignen sich auch ideal für ein Snack Board, sodass man hier prima kombinieren kann. Das Buch ist eine Bereicherung für jeden Kochbegeisterten, auch für Anfänger finden sich hier Rezepte. Wer kleine Häppchen liebt, wer die österreichische Küche zu schätzen weiß und wer gern Freunde bewirtet wird ebensolche Freude an diesem Buch haben, wie ich. Vegetarier kommen auch auf ihre Kosten. Vor dem Register ist noch ein Glossar versteckt, damit die Nicht-Österreicher die österreichischen Ausdrücke nachschlagen können. Insgesamt gebe ich vier Sterne, da für meinen Geschmack zu viel Wild in den Rezepten vorkommt. Trotzdem ein tolles Buch!

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Veröffentlicht am 31.10.2024

Lafer für alle?

L wie Lafer
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Ich liebe das Essen, aber noch mehr liebe ich das Kochen und Backen. Daher bekomme ich von Koch- und Backbüchern nie genug. Am liebsten mag ich Rezepte, die absolut alltagstauglich sind. Aber in meiner ...

Ich liebe das Essen, aber noch mehr liebe ich das Kochen und Backen. Daher bekomme ich von Koch- und Backbüchern nie genug. Am liebsten mag ich Rezepte, die absolut alltagstauglich sind. Aber in meiner Sammlung sind auch einige Bücher von Spitzen-Köchen, die neben ihren Sternerestaurants auch durch die Medien bekannt sind. Hier geht es mir meist um das Wissen, weniger darum, die Gerichte auch nachkochen zu wollen. Die Rezepte von Johann Lafer gehören in diese Kategorie. Ich finde seine Art zu kochen super interessant, oft aber total drüber. Dennoch landet das eine oder andere seiner Kochbücher doch immer wieder in meinen Regalen!

Umso erstaunlicher finde ich schon mal das Vorwort, in dem Lafer betont, dass es ihm um gelingsichere Rezepte geht, die mit leicht zu bekommenden Zutaten alle begeistern. Ganz klar, dass ich mich sofort auf Entdeckungsreise zu den Rezepten der Kapitel Suppen; Kleine Gerichte; Fisch; Fleisch; Vegetarische Gerichte; Desserts und Gebäck begeben habe.

Die Rezepte sind tatsächlich etwas alltagstauglicher. Hier sind sie sehr sachlich aneinandergereiht, klassisch mit Zutatenliste und Zubereitungsschritten. Nur ab und an starten die Rezepte mit einem kleinen Hinweis. Gelegentlich findet sich noch ein Tipp von Johann am Ende des Rezeptes. Man muss nicht alles mögen, findet aber doch interessante neue Ideen, wie beispielsweise Kartoffelsuppe mit Blutwurstnockerl. Kannte ich nicht, esse auch kein Schweinefleisch und keine Blutwurst, dennoch finde ich das Rezept überraschend. Und die Tomaten-Basilikum-Suppe ist tatsächlich unkompliziert, aber sehr lecker! Beim Guacamole-Türmchen mit Krabbentatar dagegen kommt der Lafer wieder voll und ganz durch. Doch insgesamt bekommt man eine schöne Mischung aus überkandidelten Chichi-Gerichten und machbaren Eyecatchern und Gaumenkitzlern. Lafer führt mit seinen Kreationen quasi auf eine internationale kulinarische Reise.

Hier und da stimmen in meinem Verständnis die Fotos nicht ganz mit den Rezepten überein. So beispielsweise gleich mal bei den Pilzmaultaschen im Kartoffelsud. Auf dem Foto ist das für mich eine klare Brühe; der Kartoffelsud wird nicht klar, sondern schon allein durch die Kartoffeln fast schon gebunden. Schön dagegen, dass Lafer selbst an der einen oder anderen Stelle bemerkt, dass ein Rezept etwas aufwendig ist und dazu rät, dann mehr davon zu machen und einzufrieren. Auch die Bildstrecken, die es ab und an zur Zubereitung gibt, kommen bei mir super an. Bei manchen Rezepten frage ich mich aber wirklich, wer die benötigten Küchenutensilien tatsächlich daheim hat, beispielsweise bei den kleinen Käse-Speck-Gugelhupfen satte fünfzehn Gugelhupf-Förmchen.

Insgesamt hat mich Lafer hier aber wirklich positiv überrascht. Noch immer stellt er hohe Ansprüche an Kochbegeisterte, aber diesmal ist genug dabei, das man auch dann schaffen kann, wenn man zwar leidenschaftlich gerne kocht, aber auf dem Boden geblieben ist. Daher herzlich gerne vier Sterne.

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