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Veröffentlicht am 19.11.2024

Sei mutig. Lebe und liebe wie ein Sturm!

Sturmflirren
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Eigentlich ist die siebzehnjährige Rea eher eine der ganz toughen an ihrer Schule, die so schnell nichts erschüttern kann. Doch in letzter Zeit geht einfach alles schief, sie fällt durch die Führerscheinprüfung, ...

Eigentlich ist die siebzehnjährige Rea eher eine der ganz toughen an ihrer Schule, die so schnell nichts erschüttern kann. Doch in letzter Zeit geht einfach alles schief, sie fällt durch die Führerscheinprüfung, streitet sich mit ihrer besten Freundin Mira und der Typ, von dem sie dachte, er sei ihre große Liebe entpuppt sich als mieses A… Schlimmer kann es also nicht mehr werden, oder vielleicht doch? Denn zu Hause erwartet Rea nicht nur ein Autoschlüssel, mit dem sie nun nichts anfangen kann, sondern auch die Nachricht, dass ihr Diplomatenvater von München nach Doha, Katar, versetzt wurde. Für Rea geht eine Welt unter und sie beschließt, in Katar einfach alles zu hassen. Aber als sie die rebellische Farah kennenlernt, wird das gar nicht mehr so leicht. Farah zeigt ihr, was Leben, Liebe und Freiheit bedeutet. Und dann wäre da auch noch Shabah, der wie ein Phantom in Reas Leben auftaucht und wieder verschwindet und ganz offensichtlich ein großes Geheimnis hat.
Dieses Buch ist optisch ein wunderschöner Hingucker, doch der Inhalt kann dies noch um einiges toppen. Mit ihrem Schreibstil schafft es die Autorin nicht nur ihre Geschichte lebendig werden zu lassen, sondern auch ihre Charaktere. Ihre Worte sind voller Gefühl und Emotionen und doch lebendig, so dass man sich beim Lesen des Buches auf einer Gefühlsachterbahn befindet.
Ich fühlte mich von der ersten Seite an mit Rea verbunden und selbst schon fast wie ein Teenager. Dieses Gefühl, nirgendwo dazuzugehören oder verstanden zu werden wurde hier unheimlich gut dargestellt. Doch mit dem Umzug nach Doha beginnt die Geschichte auch noch Fahrt aufzunehmen. Die Beschreibungen der Stadt und des Lebens war absolut intensiv und ich konnte die opulente Wüstenstadt beim Lesen vor mir sehen.
Aber auch all die Emotionen, die mit dem Leben in einem so völlig fremden Land mit gänzlich anderen Ansichten aufkommen, sind durchweg authentisch. Ich habe hier wirklich gelacht, geweint, war erschüttert und wütend. Mit dieser Geschichte wird dem Leser erst wieder einmal bewusst, dass es immer noch Länder gibt, in denen man nicht lieben darf wen man will und auch nicht so leben kann, wie man will. Nein, es ist hier verboten und wird wirklich extrem hart bestraft. Als Frau hat man eh kaum Rechte, ich greife hier einfach mal die Tatsache auf, dass Frauen in arabischen Ländern (auch nicht in jedem) erst seit ein paar Jahren einen Führerschein machen dürfen und das auch nur mit der Erlaubnis ihres Mannes. Eine solch patriarchalische Welt ist für mich kaum vorstellbar und machte mir bewusst, wie privilegiert ich aufwachsen durfte.
Mein Highlight der Geschichte sind die unheimlich lebendigen und facettenreichen Charaktere. Protagonistin und Ich-Erzählerin Rea ist zu Beginn wirklich schwierig, doch sie wächst im Laufe der Geschichte zu einer unglaublich starken und mutigen jungen Frau heran. An dieser Tatsache ist unter anderem aber auch die junge Katarerin Farah nicht ganz unschuldig, denn sie öffnet Rea in jeder Hinsicht die Augen, sei es in Sachen Akzeptanz oder Toleranz oder auch nur in Sachen Leben in jeder Hinsicht, Farahs Worte könnte ich in einem durch zitieren. „Sei mutig. Lebe und liebe wie ein Sturm!“ Genau so ist Farah auch und sie gibt nicht nur Rea unheimlich Kraft und Mut, sondern auch einigen anderen jungen Frauen. Nach außen angepasst, doch tatsächlich wächst mit und ihnen eine kleine Rebellion. Shabah ist übrigens ebenfalls etwas Besonderes und bekommt hier eine Rolle, die schwer zu Herzen geht. Rea und Shabah habe ich unheimlich bewundert und mit ihnen jede Sekunde mitgefühlt.
Doch nicht nur diese etwas mehr im Fokus stehenden Charaktere haben es mir angetan, sondern auch alle Nebencharaktere, wie Reas Eltern oder die Frauen von Accelerate oder auch Frau Nasir, Reas Lehrerin. Diese Charaktere sind durchweg gelungen.
Mein Fazit: Ein absolut besonderes Buch, das nicht nur wundervoll erzählt wird, sondern den Leser mit in eine andere Welt nimmt. Eine Geschichte über Mut aufzustehen und für seine Rechte und Freiheit zu kämpfen, eine Geschichte über Liebe und besondere Freundschaften und noch so vieles mehr. Ein Buch, das von Beginn an auf eine Reise der Gefühle einlädt und das ich einfach jedem ans Herz legen möchte. Hut ab, liebe Yasmine Shakarami, du hast mich mit deiner Geschichte in jeder Hinsicht berührt.

Veröffentlicht am 12.11.2024

Einfach mega

Mondia-Dilogie 1: Silent Secrets
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Niemand ahnt, was in den Katakomben unter der Stadt Paris wirklich liegt: nämlich die Mondria, die größte Bibliothek der Welt, die von jedem Buch eine Neuerscheinung in sich birgt. Um das zu gewährleisten ...

Niemand ahnt, was in den Katakomben unter der Stadt Paris wirklich liegt: nämlich die Mondria, die größte Bibliothek der Welt, die von jedem Buch eine Neuerscheinung in sich birgt. Um das zu gewährleisten gibt es die Weltenschreiber, denn nur wenn die Mondia vollständig ist, ist die Welt sicher. Doch dann stirbt die letzte Repari Cassandra Hyde und die Welt scheint verloren, die Notre Dame stürzt ein, Brunnen versiegen, Vulkane brechen aus. Bis durch reinen Zufall der Weltenschreiber Kasimir in einer Werkstatt der jungen Remy begegnet und bei der er sofort weiß, dass sie eine Nachfahrin Cassandras sein muss. Wie das sein kann, kann er sich nicht erklären, doch nur Remy kann es gelingen, die Welt vor dem Untergang zu bewahren.
Dieses Cover ist mal wieder ein absoluter Hingucker und verlockt definitiv dazu, dass Buch näher zu betrachten. Auch der Klappentext klingt nicht nach einer 0815 Geschichte und dementsprechend musste ich das Buch lesen.
Dieser Prolog macht den Einstieg natürlich sehr leicht, denn er ist geheimnisvoll, dramatisch und auch traurig und damit hat die Autorin Alexandra Flint es natürlich geschafft, den Leser umgehend in ihre Geschichte zu ziehen.
Doch nach diesem Prolog geht es erstmal in unserer Gegenwart weiter und wir begegnen zum ersten Mal den beiden Protagonisten, aus deren Sicht wir abwechselnd miterleben, was geschieht.
Dabei mag ich den Schreibstil der Autorin absolut, denn ohne auszuschweifen ist er doch so bildlich, dass das Kopfkino sofort anspringt.
Da die beiden Protagonisten Kasimir, kurz Sim und Remy einen Schlüssel für die Mondia aus mehreren Teilen zusammensetzen müssen und diese Teile in der Welt verstreut zu finden sind, begleiten wir die beiden auf einem kleinen Roadtrip. Die Städte werden zwar nur kurz beschrieben, aber wurden vorstellbar. Das Worldbuilding ist dementsprechend abwechslungsreich.
So ist es auch mit der Spannung, denn natürlich kämpfen die Protagonisten nicht nur gegen den Untergang der Welt, sondern auch gegen einen verfeindeten Clan, den Novas. Es gibt hier also permanent hohes Tempo, immer wieder Überraschungen und Plottwists und unheimlich viele Geheimnisse und ich bleibe auch nach dem Ende mit mehr Fragezeichen im Gesicht zurück. Danke auch für den miesen fiesen Cliffhanger.
Richtig gut gefallen haben mir unsere beiden Protagonisten, deren Erlebnisse jeweils aus wechselnden Perspektiven in der Ich-Perspektive beschrieben werden. Remy wird aus heiterem Himmel in eine Welt geworfen, die einfach nur unglaublich klingt.
Remy ist durch und durch sympathisch, schlagfertig, loyal und tough, denn so manch eine Situation ist wirklich brenzlig. Gemeinsam mit ihr lernen wir mehr über das Leben als Repari und ihrer unglaublichen Fähigkeiten.
Auch Sim mochte ich sehr gerne, er wirkt aufrichtig und mindestens genauso tough wie Remy. Gemeinsam haben die beiden natürlich eine ganz besondere Chemie, auch wenn hier eine Lovestory nicht im Vordergrund steht. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass er etwas verbirgt, was genau ahne ich allerdings nicht.
Neben den beiden gibt es viele weitere Charaktere, wie Sims Bruder Lu oder Remys beste Freundin Ninnie. Aber es gibt auch Antagonisten, die äußerst spannend gezeichnet sind und bei denen ich genauso gespannt bin, welche Ziele sie wirklich verfolgen und wer sie sind.
Mein Fazit: Dieses Buch kann nicht nur äußerlich überzeugen, sondern punktet auch mit einer spannenden, neuen Idee, lebhaften Charakteren und ganz viel Action, Tempo und Geheimnissen. Ich würde am liebsten auf der Stelle weiterlesen, denn ich habe noch so unglaublich viele Fragen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 31.10.2024

Bekommt viel zu wenig Aufmerksamkeit

Die gehorsame Tochter
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Abigail Heywood ist in Newhaven Plantation in der Gemeinde der New America Baptist Church aufgewachsen. Als gute Tochter weiß sie, was sich gehört und da Newhaven auf einer kleinen Insel liegt, kommt sie ...

Abigail Heywood ist in Newhaven Plantation in der Gemeinde der New America Baptist Church aufgewachsen. Als gute Tochter weiß sie, was sich gehört und da Newhaven auf einer kleinen Insel liegt, kommt sie auch nicht mit der Versuchung in Verbindung. Sie weiß, dass sie als Frau einem Mann zu dienen hat und für Heim und Kinder zuständig ist. Doch als sie gemeinsam mit ihrem Vater, der Pastor Heywood, in die kleine Stadt fährt, trifft sie auf eine junge Frau.
Kurze Zeit später brennt ein Haus der NABC ab, zwei Opfer sind in dem Haus, der Pastor und seine Frau. Abigail hingegen ist weitestgehend unverletzt, kann sich aber an nichts mehr erinnern, weder aus der Nacht des Brandes noch an die Zeit zuvor. Was geschah hier wirklich?
Mich sprach der Klappentext unheimlich an und dann habe ich viel zu lange gezögert, dieses Buch zu lesen, was ich im Nachhinein wirklich bedaure, denn es ist wirklich absolut fesselnd und spannend.
Lauren van rensburg schreibt sehr bildlich und direkt und versetzt ihren Leser somit gleich mitten ins Geschehen. Ihren Thriller hat sie auf verschiedenen Zeitebenen und mit eingebauten Auszügen aus diversen Interviews aufgebaut. Wir beginnen in der Gegenwart kurz nach dem Brand und reisen dann sechs Wochen in der Zeit zurück bis kurz vor den Brand.
Gerade durch dieses hin- und herspringen durch die Zeiten eröffnen sich nur nach und nach die Wahrheiten für den Leser, man kann hier unheimlich viel miträtseln und vermuten und für mich war es wirklich von der ersten bis zur letzten Seite an absolut fesselnd. Zwar finden wir in diesem Buch keine klassischen Ermittlungen, dafür verfolgen wir intensiv, wie in der Sekte auf der Insel gehandelt wird, was absolut erschreckend und beängstigend ist.
Die New America Baptist Church ist eine Sekte, auch wenn sie sich selbst nicht so sehen, sondern als eine Gemeinschaft, die nach den Regeln Jesu und der Bibel handelt. Was und wie aber in dieser Sekte gehandelt wird, gleicht einer wahren Gehirnwäsche, hier herrscht das Patriarchat, Frauen haben dem Mann zu gehorschen und ihnen Kinder zu gebähren, widerspricht eine, wirdohne zu zögern auf ganz grausame Weise Folter eingesetzt.
All diese Ereignisse erlebt der Leser in der Ich-Perspektive aus der Sicht der Protagonistin Abigail. Ich war hier hoch emotional, gefangen zwischen endloser Wut und Fassungslosigkeit, wie geschickt einem das Wort im Munde verdreht wird und wer hier in Wirklichkeit Zuflucht auf der Insel fand.
Das Setting, diese einsame Insel mit ihren Bewohnern, wurde für mich absolut greifbar, ich spürte die Hitze des Sommers und konnte beinahe am eigenen Leib spüren, wie sehr Abigail hier leidet.
Abigail fand ich großartig charakterisiert, sie ist gerade einmal siebzehn Jahre alt und erst als sie Summer kennenlernt, beginnt sie selbst ihre Augen zu öffnen, sieht was auf der Insel wirklich geschieht und versucht, sich selbst zu finden. Doch das wird hier auf der Insel beinahe unmöglich, denn eine gehorsame Tochter stellt nichts in Frage, stellt sich nicht zur Schau, gehorscht und dient. Ihre Entwicklung und was wirklich hinter ihrer Geschichte steckt, war wirklich berührend und schockierend.
Die Nebencharaktere waren so unheimlich glaubhaft, sie haben mich wirklich beeindruckt mit ihren Handlungen, auch wenn es nicht immer im positiven Sinne gemeint ist. Für mich ist es fast schon unvorstellbar, dass es so ein Leben geben kann und doch weiß man, dass es diese Sekten gibt.
Mein Fazit: Dieses Buch habe ich an nur einem Tag förmlich inhaliert, denn für mich war es von der ersten bis zur letzten Seite einfach nur spannend, emotional und berührend. Ich habe die Handlung mit einer Mischung aus Fassungslosigkeit, Angst und Abscheu, aber auch Faszination verfolgt und bin auch jetzt beim Finden von Worten für meine Rezension wieder völlig gefangen von der Geschichte. Für mich war es die Überraschung des Jahres, denn mit einer solchen Geschichte habe ich wirklich nicht gerechnet. Ganz großes Kino und absolut lesenswert.

Veröffentlicht am 31.10.2024

Wunderschön

Not Another Love Song
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Die junge Musikerin Gwen Jackson träumt schon sehr lange von einer Karriere als Geigerin und mittlerweile spielt sie schon seit vier Jahren für das Manhattan Pops Orchestra. Auch Xander Thorne, der nebenbei ...

Die junge Musikerin Gwen Jackson träumt schon sehr lange von einer Karriere als Geigerin und mittlerweile spielt sie schon seit vier Jahren für das Manhattan Pops Orchestra. Auch Xander Thorne, der nebenbei auch eine berühmte Rockband hat, spielt Cello im Orchester, eckt aber mit seinen Starallüren gerne mal an. Nichtsdestotrotz schwärmt Gwen für den äußerst charismatischen und leidenschaftlichen Cellisten. Als plötzlich Gwen die Gelegenheit bekommt, die Stelle als erste Geigerin zu erhalten, ergreift sie die Chance. Allerdings muss sie ab nun enger mit Xander zusammenarbeiten, was gar nicht so leicht ist und doch ist die Anziehung zwischen den beiden gigantisch.
Dieses traumhaft schöne Cover sprach mich sofort an und eine Geschichte mit diesen Vibes habe ich bisher noch nicht gelesen und wurde neugierig.
Der Einstieg gelingt recht gut, denn Julie Soto erzählt leicht und flüssig und mit einem Händchen dafür, dem Leser nicht nur ihre Charaktere, sondern auch deren Leidenschaft und Liebe zur Musik näherzubringen.
Auch die Story gefiel mir richtig gut, zwei Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten und sich doch so unglaublich ähneln, denn sobald sie ihre Instrumente in den Händen halten, vergessen sie die Welt.
Als Leser erhält man hier auch tiefe Einblicke in die Welt der Musik, so dass man selbst schon Lust bekommt ein Instrument in die Hand zu nehmen. Man kann verstehen, warum ein Musiker liebt, was er macht. Das Buch lebt förmlich von und durch die Musik. Das Manhattan Pops Orchestra ist zwar rein fiktiv, doch bekommt man das Gefühl, dieses Orchester gibt es wirklich. Soto spiegelt die Atmosphäre einfach perfekt. Ebenfalls richtig gut gefallen haben mir die Verbindungen zwischen moderner und klassischer Musik, viele der genannten Roch-/Popsongs hatte ich sofort im Kopf und konnte mir sofort vorstellen, wie diese mit den klassischen Instrumenten klingen würden.
Was mir besonders gut gefallen hat, sind die beiden Protagonisten Gwen und Xander, Zwar führt ein neutraler Erzähler durch die Geschichte und schildert in erster Linie aus Gwens Sicht, aber es gibt auch so genannte Cellosoli, die man aus Sicht Xanders erlebt.
Gwen ist eine wahnsinnig tolle Protagonistin, die nicht nur das Herz am rechten Fleck hat, sondern auch für ihre Träume kämpft. Sie wächst im Laufe des Romans immer mehr und beginnt auch selbst an sich zu glauben.
Xander hingegen habe ich zuerst wirklich kein bisschen gemocht, außer dass er heiß ist und gut Cello und Geige spielt, gab es nämlich nichts wirklich Positives zu ihm zu sagen. Doch natürlich hat er ebenfalls seine Gründe für sein Verhalten und auch seine Veränderung werden deutlich. Die Chemie zwischen den beiden ist so unglaublich, vor allem wenn sie dabei ein Instrument spielen. Man spürt die Vibrationen am eigenen Leib nach und kann hier völlig aufgehen.
Neben den beiden sorgen noch einige sehr spannende Nebenfiguren für eine interessante Handlung, wie z. B. Musiklehrerin Mabel, die sich schon in Gwens Kindheitstagen ihrer annahm oder Ava Fitzgerald, die berühmte Geigerin. Ich konnte jeden einzelnen direkt vor mir sehen.
Mein Fazit: Not another Love Song ist genau das, ein Liebeslied an die Musik, an die Liebe und an die Liebe zur Musik. Dieses Buch war wirklich wunderschön und auch wenn man selbst keinerlei Talent für Musik hat, bekommt man hier ganz viel Gefühl für die besondere Liebe eines Musikers zu ihr. Die Protagonisten fand ich großartig gezeichnet und war von der ersten Seite an ganz bei Gwen. Für jeden, der gerne einmal in die Welt der Musik abtauchen möchte oder einfach ein wunderschönes Buch für tolle Lesestunden sucht.

Veröffentlicht am 30.10.2024

Grandioser Pageturner

Dynasty of Hunters, Band 1 - Von dir verraten
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In der Welt Prismeia könnten die Gegensätze zwischen den Adligen und den Bürgerlichen nicht größer sein. Seit vielen Jahren ist es Tradition, dass Jugendliche der fünf Adelshäuser Jagd auf bürgerliche ...

In der Welt Prismeia könnten die Gegensätze zwischen den Adligen und den Bürgerlichen nicht größer sein. Seit vielen Jahren ist es Tradition, dass Jugendliche der fünf Adelshäuser Jagd auf bürgerliche Jugendliche machen. Ziel ist es, dass jeder der Adligen einen Bürgerlichen zeichnet und ihn dadurch zu seinem Untertan werden lässt. Denn nur die Adelshäuser und deren Angehörigen verfügen über die Fahigkeit, mit ihren bloßen Finger einen Bann auf der Haut eines anderen zu hinterlassen und diesen mit Worten für die Zeit seines Leens zu binden. Eine der Adligen, die Zeit ihres Lebens auf die Jagd vorbereitet wurde, ist Laelia de Bleu. Dieses Jahr ist es für sie, ihre Cousine Astoria und ihrer großen Liebe Laurent de Vert an der Zeit, auf die Insel Arc-en-Ciel zu reisen und sich einen Bürgerlichen zu Untertan zu machen. Doch bei der Auslosung geschieht etwas Unfassbares undplötzlich befindet sich Laelia auf der Seite der Gejagten und ihr Jäger ist ausgerechnet Laurent.
Dieses Buch ist allein optisch schon ein echtes Highlight und die Geschichte hat so ein kleines bisschen was von Panem nur irgendwie doch anders.
P.J. Ried hat einen wirklich fesselnden und unheimlich bildhaften Schreibstil, mit dem, vor allem ab Betreten der Insel, alles im Kopf lebendig wird.
Beginnt die Geschichte zunächst noch sehr ruhig, da die Autorin sich Zeit nimmt, Laelia und ihr herrschaftliches Leben zu beschreiben, bekommt sie mit dem Beginn der Jagdspiele ein unheimlich hohes Tempo. Ab hier wird es teils spannend, teils brutal, teils emotional und sehr abenteuerlich. Ich habe es regelrecht verschlungen und musste bis in die Nacht rein lesen, um zu wissen wie es ausgeht. Das mich ein schrecklicher Cliffhanger erwartet, hatte ich befürchtet und ja genau das war es auch und ich würde am liebsten sofort weiterlesen.
Die Insel Arc-en-Ciel ist in jeder Hinsicht anders, denn nicht nur die Jagdspiele, die hier jährlich stattfinden, machen die Insel zu etwas anderem, sondern auch die Lebewesen auf der Insel sind anders. Schafe mit Flügel, Rehe mit drei Herzen und reizbar wie ein Wildschwein oder noch viel mehr, auch hier lauert überall Gefahr und all die Ideen fand ich großartig.
Lalia ist eine unheimlich starke Protagonistin, die sich erst einmal damit abfinden muss, nun selbst eine Gejagte zu sein. Doch genau das ist das, was auch zu Lias Entwicklung beiträgt. Sie sieht ein, dass sie es allein nicht schaffen wird, die zehn Tage auf der Insel zu überstehen und als sie auf eine Gruppe Gejagter trifft, schließt sie sich an. Beide Seiten begegnen sich mit Misstrauen, doch aus Misstrauen wird Freundschaft und Lia versucht zu verbergen wer sie wirklich ist. Auch beginnt sie hier umzudenken und spürt zum ersten Mal wirklich, wie ungerecht dieses Jagdspiel wirklich ist und wieviel die Bürgerlichen wirklich zu verlieren haben. Mich hat Lia so unheimlich beeindruckt und ich fand sie wirklich richtig tough.
An ihrer Seite stehen ihre Gefährten Ray, Melvin, Amber und Emeric, jeder einzelne wurde intensiv gezeichnet und hat mir unheimlich gut gefallen. Ray, aber auch Amber sind vom ersten Moment an so unheimlich sympathisch und auch die beiden anderen wuchsen mir mehr und mehr ans Herz. Mehr möchte ich an dieser Stelle auch gar nicht verraten.
Mein Fazit: Was für eine rundum gelungene Story, fesselnd, spannend, beängstigend, berührend und zwischendurch auch absolut heartbreaking. Für mich hat die Autorin hier einen mega Pageturner geschrieben und ich freu mich jetzt schon auf Band zwei. Ganz klar gibt es hier eine Leseempfehlung!