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Veröffentlicht am 20.04.2025

Endlich ein neuer Fall für Pia Korittki

Ostseedämmerung
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In dem neusten Krimi "Ostseedämmerung" von Eva Almstädt finden zwei Kinder eine alte Wikingerfibel, die es schafft, einen Cold Case wieder aufleben zu lassen. Pia Korittki und ihre Kollegen vom Lübecker ...

In dem neusten Krimi "Ostseedämmerung" von Eva Almstädt finden zwei Kinder eine alte Wikingerfibel, die es schafft, einen Cold Case wieder aufleben zu lassen. Pia Korittki und ihre Kollegen vom Lübecker K1 nehmen sich des Falles an und geraten selbst in die ein oder andere bedrohliche Situation.
Eva Almstädt schreibt auch in diesem Krimi in ihrer gewohnt angenehmen Art und hat es geschafft, mich als Leser von Anfang ab- und in die Handlung zu holen. Auch hier ist die besondere nordische Atmosphäre gut nachzuempfinden und weckt die Sehnsucht nach dem hohen Norden. Insbesondere die Gestaltung der handelnden Figuren lassen sie mir in ihrer nordischen Art ans Herz wachsen. Der vorhandene Spannungsbogen bleibt konsequent auf einem hohen Niveau und die unerwarteten Wendungen halten mich als Leser in Atem. Ich musste einfach weiterlesen...
Das Buch ist der mittlerweile 20. Band der Reihe um Pia Korittki, kann aber auch gut als einzelner Krimi stehen. Die kleinen Hinweise auf die Vergangenheit der Kommissarin sind subtil und machen es demnach auch einem (relativ neuem) Leser der Reihe nicht schwer, sich in die Handlung einzufinden. Bei mir erzeugen sie viel eher das Bedürfnis, auch die vorangegangenen Fälle noch zu lesen.
Von mir erhält der Krimi eine klare Leseempfehlung für alle Liebhaber nordischer und heimatbezogener Krimis. Er eignet sich auch wunderbar zum Einfach-mal-weg-lesen.

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Veröffentlicht am 06.02.2025

Die Geschichte eines Neuanfangs

Herzklopfen in der Boutique del Mar (Verliebt in Italien)
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Rosalia kommt von ihrem Ex verletzt und betrogen zurück in ihr Elternhaus und hat zunächst sämtliche Perspektive für ihr Leben verloren. Erst durch die agile Flora beginnt sie, langsam und zögerlich, ...

Rosalia kommt von ihrem Ex verletzt und betrogen zurück in ihr Elternhaus und hat zunächst sämtliche Perspektive für ihr Leben verloren. Erst durch die agile Flora beginnt sie, langsam und zögerlich, wieder nach vorne zu schauen und Ideen für ihre weitere Zukunft zu entwickeln. Als sie dann noch auf den in Camaiore "gestrandeten" Romano trifft, beginnen sich in ihr auch wieder Gefühle zu regen. Wir erleben mit Rosalia ein Auf und Ab der Gefühle, durchleben mit ihr einen Neuanfang und seine Schwierigkeiten und können sehen, wie sie wächst und immer mehr zu sich zurückfindet.

Dieses Buch war mein erstes von der Autorin und ich habe es innerhalb kürzester Zeit verschlungen. Hanna Holmgren schafft es, eine entspannte und zum Träumen einladenden Atmosphäre zu schaffen, in der man mit der Hauptperson mit leidet und fiebert. Ich freue mich schon auf weitere Romane der Autorin.

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Veröffentlicht am 24.01.2025

Ein gemütlicher Krimi mit dem ein oder anderen Schmunzler

Blut und Blümchen - Mord hat immer Saison
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Um einen Neuanfang zu starten, entschließt sich Nele Blum, die alte Club-Gaststätte ihrer Großeltern in der Kleingartenkolonie "Hortensia" wieder zu eröffnen. Doch direkt bei ihrer Ankunft muss sie eine ...

Um einen Neuanfang zu starten, entschließt sich Nele Blum, die alte Club-Gaststätte ihrer Großeltern in der Kleingartenkolonie "Hortensia" wieder zu eröffnen. Doch direkt bei ihrer Ankunft muss sie eine erschreckende Entdeckung machen: da liegt ein Toter in ihrem neuen Zuhause. Da der ortsansässige Polizist nicht den eifrigsten Eindruck auf Nele macht, entschließt sie sich, dem Mörder selbst auf die Spur zu kommen.
Der Autor fängt in ihrer Art zu schreiben ganz wunderbar die Stimmung in einer Kleingartenkolonie ein. Ich habe mich direkt in frühere Zeiten zurückversetzt gefühlt, als ich noch ab und an meine Ersatzgroßeltern in einer solchen Anlage besucht habe. Er scheut auch nicht davor zurück, sich die Sprache der Kleingärtner und ihr Geprahle über ihre Erzeugnisse anzueignen und gibt sie vollkommen autentisch in seiner Erzählung wieder.
Dieser Krimi war mein erster von Christian Humberg, ich kann mir denken, dass er aber auch nicht mein letzter gewesen ist. Ich finde die Art und Weise, in der er schreibt absolut entspannend, gespickt mit dem einen oder anderen Schmunzler und genügend Spannung für einen gemütlichen Leseabend – egal, ob nun vor dem Kamin oder bei einem Gläschen Wein im (Klein-)Garten.

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Veröffentlicht am 12.11.2024

Wie man sich den Geschichtsuntericht gewünscht hätte ...

Die steinerne Krone
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In dem historischen Roman "Die steinerne Krone" erzählt Michael Peinkofer die Geschichte des Stauferkaisers Friedrich II. aus der Sicht eines engen Vertrauten des Kaisers und schafft es so, die Geschichte ...

In dem historischen Roman "Die steinerne Krone" erzählt Michael Peinkofer die Geschichte des Stauferkaisers Friedrich II. aus der Sicht eines engen Vertrauten des Kaisers und schafft es so, die Geschichte für den Leser greifbar und spannend nachvollziehbar zu machen.
Der Stauferkaiser Friedrich II., der Enkel des großen Barbarossa, wächst als Mündel des Vatikans auf Sizilien auf und muss sich schon früh gegen Feinde behaupten. Er lernt gleichzeitig fremdländische Kulturen zu schätzen und die arabische Sprache zu sprechen. Im jungen Mannesalter, nachdem er schon mehreren Mordanschlägen getrotzt hat, wird er mit seiner ersten Frau Konstanze zwangsverheiratet. Aus dem anfänglichen Widerwillen gegen diese Heirat entwickelt sich ein Eheleben, wie es für ihn kein zweites mehr geben wird. Friedrich II. lebt sein Leben gegenüber anderen Kulturen und Sichtweisen stets tolerant und gesprächsoffen, womit er nicht nur in kirchlichen Kreisen das ein oder andere Mal aneckt. Ebenso fördert er die Verbreitung des Wissens für alle Bevölkerungsschichten und stößt auch hier auf so manches Unverständnis. Zum Ende seines Lebens wird Friedrich II. von verschienenen Schicksalsschlägen gebeutelt, die ihn von seinem bisherigen Lebensweg abbringen und verbittert und zornig werden lassen. Eingebettet ist die Geschichte des Stauferkaisers in einen Bericht über Ausgrabungen in dem von Friedrich erbauten Castel del Monte.
Durch die Rahmenerzählung über die Ausgrabungen im Castel del Monte schafft es M. Peinkofer die Geschichte des Stauferkaisers näher an unsere heutige Zeit zu bringen. Die Nazi erhoffen sich in der Person Friedrichs II. eine weitere Großmacht präsentieren zu können und eine Stütze für das Machtbestreben Hitlers zu erhalten. Je mehr Schriftrollen entdeckt und übersetzt werden, umso mehr erfahren wir gemeinsam mit den Archäologen über die Weltoffenheit und Aufgeschlossenheit Friedrichs gegenüber insbesondere den Kulturen des arabisch-sprechenden Raumes und den Juden.
Der Schreibstil des Romans ist sachlich nüchtern und hält sich nicht allzu viel an Ausschmückungen von Kampfhandlungen und Nebensächlichkeiten auf. Dennoch lässt er sich gut und flüssig lesen. Michael Peinkofer schafft es zudem, historisch nicht belegte Ereignisse so in den Erzählfluss einzubauen, dass sie nur einem fundierten Leser auffallen. Über diese Fiktionen klärt er im Anschluss an den Roman ausführlich auf.
Ich habe mich im Vorfeld noch nicht viel mit der Geschichte der Staufer beschäftigt und konnte so einen Kaiser bzw. Regenten in seiner Hochzeit kennenlernen, wie ich ihn mir manchmal in der heutigen Zeit wünschen würde: offen, tolerant und aufgeschlossen.
Der Roman ist jeden geschichtsinteressierten Leser und auch Geschichtsneulinge geeignet, da er gut recherchiert und leserfreundlich geschrieben wurde.

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Veröffentlicht am 12.11.2024

Was die Psyche alles mit uns anstellen kann ...

Das Bild des Gregor Blame
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In dem Mystery/Horror-Roman "Das Bildnis des Gregor Blame" von Matthias Lange treffen wir den Doktor Keneth Brown und erleben mit ihm gemeinsam die seltsamen und unerklärlichen Vorkommnisse auf dem Anwesen ...

In dem Mystery/Horror-Roman "Das Bildnis des Gregor Blame" von Matthias Lange treffen wir den Doktor Keneth Brown und erleben mit ihm gemeinsam die seltsamen und unerklärlichen Vorkommnisse auf dem Anwesen der Familie Blame. Der Roman ist das sechste Werk des Autors, der sich am liebsten in den Bereichen Science-Fiction und Fantasy aufhält.
Der Nervenarzt Dr. Keneth Brown erhält ein mysteriöses Telegram, in dem er gebeten wird, sich ungehend zum Anwesen der Familie Blame zu begeben. Dort angekommen findet er seltsame Umstände vor, die ihn an seiner eigenen Zurechnungsfähigkeit zweifeln lassen. Was hat es mit den Bildern auf sich, die die Tochter des Hauses in ihrem Atelier malt? Und kann er der blonden Dame vertrauen, deren Gesicht ihm so unheimlich bekannt vorkommt, die er aber noch nie in seinem Leben getroffen hat?
Der Autor M. Lange schafft es, dass wir als Leser immer wieder auf neue Details stoßen, die uns das ein oder andere Mal erschreckt aufatmen lassen. Dazu trägt die gewählte Erzählweise des Ich-Erzählers nicht unwesentlich bei. Durch das hautnahe Miterleben mit Dr. Brown verschwimmt auch für uns Leser nach und nach die Realität mit einer nicht ganz greifbaren Zwischenwelt. So kommt es, dass wir uns irgendwann selbst fragen müssen, was ist wahr und was ist Traum?
Das zentrale Thema der Verdängung wird in dem Roman "Das Bildnis des Gregor Blame" auf interessante Weise aufgegriffen und führt uns hinab in die Tiefen der verletzten menschlichen Psyche. Wir erleben, welche Wirrungen auftreten und uns glaubhaft erscheinen können, wenn wir nicht bereit sind, schmerzhafte Ereignisse als solche anzuerkennen und versuchen mit ihnen leben zu lernen.
Das Buch ist für jeden empfehlenswert, der sich gerne mit dem Bereich Mystery und Psychologie auseinandersetzt und bereit ist, auch über sich selbst und seine verdrängten Erlebnisse nachzudenken. Ich bin auf jeden Fall gespannt darauf, wie es mit den Tagebüchern des Dr. Brown weitergeht.

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