Zeitreise zwischen Realität und Fiktion
Telegramm aus der ZukunftZurück zu führen auf seine Faszination für die Künstlerbiographien der Klassischen Moderne, erzählt der Autor Till Breitung in seinem Debütroman „Telegramm aus der Zukunft“, eine interessante Geschichte ...
Zurück zu führen auf seine Faszination für die Künstlerbiographien der Klassischen Moderne, erzählt der Autor Till Breitung in seinem Debütroman „Telegramm aus der Zukunft“, eine interessante Geschichte aus dem Leben der Schauspiel-Ikone Tilla Durieux.
Inhalt:
Telegramm aus der Zukunft Tila Durieux - zwischen damals und heute Ein einzigartiges Leben 'Nimm mein Herz in deine Hände...', so beginnt Julia Lange, junge und vielversprechende Schauspielerin am Deutschen Theater, ihren Brief an Tilla Durieux. die einstige Bühnen - Ikone ist da schon fünfzig jähre tot, aber Julia Lange wurde gerade für ihre darstellerische Leistung mit dem Tilla-Durieux-Schmuck geehrt, einer Halskette mit 34 in Platin gefassten Zirkonen, den die Schauspielerin vor Jahrzehnten gestiftet hat. Der Brief ist Auftakt zu einer spektakulären reise in die Vergangenheit, die den Leser teilhaben lässt am intellektuell-künstlerischen Leben der jungen Reichshaptstadt Berin, deren Protagonisten - unter ihnen Max Reinhardt und Franz Wedekind, Else Lasker-Schüler, Ernst Barlach und Max Liebermann - im Haus des Ehepaars Paul Cassirer und Tilla Durieux aus und ein gehen, bis die großen Kriege des 20.Jahrhunderts dieser Welt ein ende setzen. Und es ist eine Reise, die auf verschlungenen Wegen zurück führt in das Berlin von heute.
Meine Meinung:
Dem Autor gelingt es durchaus eine interessante Zeitreise zwischen Realität und Fiktion über die Schauspiel-Ikone Tilla Durieux, gewagt und Ideenreich auf zwei Zeitebenen und in zwei Handlungssträngen von damals und heute, zu erzählen.
Begeistern konnte ich mich auf jeden Fall für die Vergangenheit, die Zeit des intellektuell-künstlerischen Lebens der jungen Reichshauptstadt Berin. Tilla Durieux, begegnet dem deutschen Verleger, Kunsthändler und Galeristen Paul Cassirer, und verlässt für ihn, ihren ersten Ehemann. Selbst Paul Cassirer war eine schillernde Persönlichkeit, der in den Künstlerkreisen, hoch angesehen war. Für den Ersten Weltkrieg meldet er sich freiwillig und kommt als verstörter Mensch zurück, was Außenstehenden verborgen bleibt aber nicht für Tilla und die Ehe beginnt zu brökeln. Ein schreckliches Ende folgt …
Im Jahr 1933 nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten verlässt Tilla Durieux Deutschland und gastiert erstmals 1952 wieder an Theatern in Berlin. Sie pendelte zwischen Zagreb und Berlin und kehrte 1955 endgültig nach Berlin zurück.
Im Jahr 2016 wird die Schauspielerin Julia Lange, mit dem Tilla-Durieux-Preis für ihre Schauspielkunst ausgezeichnet und da reift in ihr der Plan, ein Telegramm an Tilla Durieux in die Vergangenheit zu schicken und ahnt nicht dessen Folgen.
Zum Ende der Geschichte, stellt der Autor geschickt und ausgeklügelt, die fiktive Verbindung zwischen Tilla Durieux und Julia Lange, her.
Fazit:
Mit seinem Debütroman hat der Autor einen gut recherchierten Roman geschrieben, der von Anfang bis zum Ende neugierig macht, da Realität und Fiktion Interessant miteinander verwoben sind. Sprachlich und informativ ist die Darstellung der Protagonisten gut in Szene gesetzt. Eine lesenswerte Geschichte, die ich gerne gelesen habe.
Von mir 4 von 5 Sternen!