Tolle Fortsetzung
Kein Kuchen für VampireSchon Drei Magier und eine Margarita hatte mich vom Annette Maries Schreibstil und der Welt von Guild Codex überzeugt. Auch Ein Cookie für den Dämon gefiel mir richtig gut – vielleicht sogar noch besser. ...
Schon Drei Magier und eine Margarita hatte mich vom Annette Maries Schreibstil und der Welt von Guild Codex überzeugt. Auch Ein Cookie für den Dämon gefiel mir richtig gut – vielleicht sogar noch besser. Da war es gar keine Frage, OB ich die Fortsetzung Kein Kuchen für Vampire lesen würde, sondern wie schnell ich dieses Buch in die Finger bekommen würde! Als dann eine Mail vom Verlag kam und mir ein Rezensionsexemplar anbot, habe ich nicht Nein gesagt …
Weil Kein Kuchen für Vampire der zweite Band der Reihe Guild Codex: Demonized ist, kann diese Rezension, ebenso wie der Klappentext, kleine Spoiler für den ersten Band Ein Cookie für den Dämon enthalten. Meine Rezension zum ersten Band findest du hier.
Es war toll, mit Kein Kuchen für Vampire wieder in der Welt der Crow & Hammer Gilde unterwegs zu sein! Robin und Zylas sind auch in diesem zweiten Band des Guild Codex: Demonized Spin Offs unterhaltsame Partner, zwischen denen die Funken nur so fliegen (ich glaube aber, dass sie das noch nicht wissen).
Robin gewöhnt sich langsam an ihr neues Dasein als sogenannte Kontraktorin – eine Person, die einen Vertrag mit einem Dämon hat und diesen – so jedenfalls die Theorie – quasi steuern kann. In der Praxis hilft ihr Zylas, „ihr“ absolut unkontrollierter Dämon, wenn er Lust darauf hat und nervt sie, wenn ihm langweilig ist. Zu Robins Nachteil (und unserer Unterhaltung) ist ihm ständig langweilig … Immerhin ist er vertraglich daran gebunden, auf sie aufzupassen, sodass die in Dämonenmagie unterfahrene Robin ohne jegliches Kampftraining tollpatschig, manchmal etwas zu naiv und voller Tatendrang von einem Abenteuer ins nächste stolpern kann, ohne sich wirklich Sorgen um ihre Sicherheit machen zu müssen. Naja. Meistens jedenfalls, wie sie in Kein Kuchen für Vampire am eigenen Leib erfahren darf.
An einigen Stellen der Handlung habe ich echt gebangt, ob die beiden heil wieder aus der Sache herauskommen. Ich habe richtig verkrampft dagesessen und auf der Suche nach dem Happy End einer Szene sogar ein paar Zeilen übersprungen, bevor ich den Abschnitt noch einmal normal lesen konnte – es war einfach so spannend und beunruhigend! Ich hatte richtig Angst um die Beziehung zwischen Robin und Zylas, obwohl ich doch weiß, dass es weitere Bände gibt und die Geschichte um dieses Paar eindeutig weiter geht …
Leider lagen die Probleme und Stressfaktoren oft nicht an der Situation selbst, sondern an der Tatsache, dass Robin klare Anweisungen ihres weitaus erfahreneren Partners ignoriert oder einfach blind in etwas hineinrennt, was vermeidbar gewesen wäre. Ab und zu fand ich das frustrierend, aber diese Eigenheit passt auch sehr gut zu Robin, die ihre Nase bisher eher in Zauberbücher und nicht in Handbücher für den Kampfeinsatz gesteckt hatte.
Der Titel hat mich durchweg etwas irritiert: Kein Kuchen für Vampire. Aus den anderen Büchern der Reihe, die ich bisher gelesen habe, wusste ich, dass Vampire in dieser Welt weder glitzern noch irgendwie zu den Guten gehören. Klar, dass die keinen Kuchen bekommen! Ich wartete dennoch lange Zeit vergeblich, dass ein Vampir sich als Verbündeter entpuppen würde, um die Nennung im Titel zu begründen und die Gruppe unserer „Held*innen“ wachsen zu lassen.
Trotzdem haben Robin, Zylas und Amalia tatsächlich Unterstützung bekommen: in Zora, einem Mitglied der Crow & Hammer Gilde. Die taffe Kriegerin mit dem gigantischen Breitschwert ist eine der ersten, die Robin in der Gilde wirklich willkommen heißt und sie etwas unter ihre Fittiche nimmt. Auch Tori, die man in der Reihe Guild Codex: Spellbound näher kennenlernt, scheint aufzutauen.
Mir gefällt sehr, wie Annette Marie so völlig unterschiedliche Frauen als Hauptperson schreiben kann und bei beiden ihren super lesbaren Schreibstil und diesen ganz besonderen unterschwelligen Humor beibehält, der mich von Anfang an in seinen Bann gezogen hat. Ein großes Lob ist dabei wahrscheinlich auch der Übersetzerin Jeannette Bauroth zu widmen. Irgendwann werde ich die Bücher mal auf Englisch lesen, um einen direkten Vergleich der Stile anzustellen. Bis dahin genieße ich einfach die Geschichte, die ich geradewegs inhaliere – ein ganzes Buch an einem halben Tag ist nicht ohne. 🙂
Sie gesellt sich damit zu meinen Lieblingsautorinnen, und das nach nur 4 Büchern, die ich von ihr gelesen habe. Patricia Briggs (Mercy Thompson), Jennifer Estep (Elemental Assassin, Mythos Academy) und zum Teil auch Bianca Iosivoni (Firsts-Reihe) stehen in diesem Kontext ganz weit oben auf meiner Liste, aber Annette Marie schließt mit großen Schritten auf!
Ich bin extrem neugierig, wie es mit Robin und Zylas weitergeht und wer hinter all dem Chaos steckt, in das die beiden verstrickt sind. Glücklicherweise muss ich beim Warten auf die Fortsetzung von Guild Codex: Demonized die Welt von Guild Codex nicht komplett verlassen, denn es gibt noch ein paar Bände von Guild Codex: Spellbound um Tori und ihre drei Magier, die gelesen werden wollen!
Es hat mir richtig Spaß gemacht, mich in Kein Kuchen für Vampire zu stürzen! Immer wieder lese ich einen neuen Band, der in dieser Urban Fantasy Welt spielt, und löse mich damit aus einer Leseflaute. Hier war es nicht anders: Jetzt habe ich gerade wieder Lust aufs Lesen. (Hoffentlich hält es diesmal etwas länger an!)
Schon allein dafür liebe ich diese Reihe sehr.