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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.01.2025

Magisch

Shades of Magic
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Zum Inhalt:
Vier London - rot, grau, schwarz und weiß - sind nach einem großen Unglück voneinander abgekapselt und nur Antari - besondere Wesen, die ein schwarzes Auge besitzen - können zwischen ihnen ...

Zum Inhalt:
Vier London - rot, grau, schwarz und weiß - sind nach einem großen Unglück voneinander abgekapselt und nur Antari - besondere Wesen, die ein schwarzes Auge besitzen - können zwischen ihnen reisen. Einer davon ist Kell, der als Bote des Königs des roten Londons mit den Herrschern des weißen und grauen kommuniziert. Doch dann schmuggelt Kell ein Artefakt durch die Welten und löst damit eine Kettenreaktion aus.

Mein Eindruck:
V.E. Schwab erschafft eine magische Welt, der in Teilen die Magie fehlt. Doch da auch dort die Gier groß ist, gerät das fragile Gleichgewicht bald aus den Fugen. Dieses E-Book umfasst glücklicherweise alle Kapitel der Trilogie und noch einige Bonuskapitel, die den Hintergrund von Figuren beleuchten. So sollte man sich dieses Werk mit Zeit im Hintergrund zu Gemüte führen, denn jedes Weglegen fällt schwer. Schwab gönnt ihren Figuren eine Entwicklung und zeigt, dass manches Böse nur deshalb wächst, weil das Gute verkümmert oder missbraucht wird. Das ist so nah am "echten" Leben, dass einem die Charaktere sehr nahe kommen und man traurig ist, wenn das Buch zum Ende kommt. Glücklicherweise gibt es mit "Threads of Power" einen Nachfolger, der die Zukunft von Welt und Protagonisten zeigt. Leider momentan nur in einem Buch.

Mein Fazit:
Ein absolut zauberhafter Zeitvertreib

Veröffentlicht am 31.12.2024

Altersloser Spaß

Wie man würdelos altert
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Zum Inhalt:
Lydia leitet einen Seniorenclub, dessen Mitglieder es in sich haben: Ein Schauspieler, der schon lange nicht mehr engagiert wird, eine mehrfache (schwarze?) Witwe, eine schweigsame Strickerin ...

Zum Inhalt:
Lydia leitet einen Seniorenclub, dessen Mitglieder es in sich haben: Ein Schauspieler, der schon lange nicht mehr engagiert wird, eine mehrfache (schwarze?) Witwe, eine schweigsame Strickerin und Daphne, die mehr auf dem Kerbholz hat als alle anderen zusammen. Dazu gesellen sich ein jugendlicher, alleinerziehender Vater und Margaret Thatcher - eine Promenadenmischung. Als der Club in Gefahr gerät, von Investoren abgewickelt zu werden, schließen sich alle unter Daphnes Führung zusammen und treten zur unkonventionellen Rettung an.

Mein Eindruck:
Trotz der vielen ernsthaften Untertöne gerät man nie in die Gefahr, trübsinnig zu werden, denn Clare Pooley schafft mühelos den Spagat zwischen Nachdenklichkeit und Humor. Genau wie ihr zu Beginn loses Grüppchen sehr unterschiedlicher Charaktere wird irgendwann jede Grenze von Alter, Stand, Hautfarbe und Herkunft verwischt, wenn es um die gemeinsamen Sachen geht. Denn nicht nur will der Club gerettet werden, Pooley mischt noch einige andere Herausforderungen in ihre Suppe aus allerlei Problemen für ihre Charaktere. Doch durch das Augenzwinkern in fast jedem Satz bewahrt sie eben auch den Optimismus für ihre Figuren und damit für die Leser, dass am Ende alles gut werden muss.

Mein Fazit:
Perfekter Wohlfühlroman trotz ernster Zwischentöne

Veröffentlicht am 28.12.2024

Bittersüß

Demon Copperhead
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Zum Inhalt:
Nachdem seine Mutter nach einem Drogenrausch zum Entzug muss und sein Stiefvater deutlich zeigt, dass er mit Demon nichts anfangen kann, gerät dieser aus einer Quasi-Idylle in die Fänge des ...

Zum Inhalt:
Nachdem seine Mutter nach einem Drogenrausch zum Entzug muss und sein Stiefvater deutlich zeigt, dass er mit Demon nichts anfangen kann, gerät dieser aus einer Quasi-Idylle in die Fänge des Jugendamts. Die nächste Station ist eine Farm und damit geht Demons Kindheit zu Ende.

Mein Eindruck:
Lose orientiert sich das Buch an David Copperfield - auch hier muss ein Junge um das Überleben in unwirtlicher Umgebung kämpfen. Als modernen Touch fügt die Autorin Barbara Kingsolver das Sujet "Medikamentensucht" hinzu. Sie zeigt, wie leicht man abhängig wird und wie schwer es ist, sich von dieser allseits geachteten Droge zu entwöhnen. Ihr Held gerät immer tiefer in den Strudel, hält aber bei allen Schwierigkeiten dank seines stoischen Gemüts den Kopf aus dem Schlamassel heraus. So hat man auch ohne Kenntnis der literarischen Vorlage immer das Gefühl, dass am Ende - wenigstens für Demon - alles gut werden muss...

... denn sonst wäre es nicht das Ende...

Mein Fazit:
Geht an Herz und Nieren, auch ohne Nachfrage bei Arzt oder Apotheker

Veröffentlicht am 23.12.2024

Würdiger Abschluss

Vergissmeinnicht - Was die Welt zusammenhält
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Dieses Buch ist der dritte Teil einer Trilogie und ohne die (sehr guten) Vorgänger nicht zu verstehen.

Zum Inhalt:
Nach einer Prophezeiung ist Quinn der Auserwählte, der die Welt wieder ins Lot bringen ...

Dieses Buch ist der dritte Teil einer Trilogie und ohne die (sehr guten) Vorgänger nicht zu verstehen.

Zum Inhalt:
Nach einer Prophezeiung ist Quinn der Auserwählte, der die Welt wieder ins Lot bringen könnte, nachdem eine Göttin vor langer Zeit für ein Abspalten von Menschen und übernatürlichen Wesen gesorgt hat. Doch dieser Weg ist mit vielen Gefahren verbunden, auf denen Quinn nicht nur Freunde aus beiden Welten helfen, sondern vor allen Dingen seine große Liebe Matilda an seiner Seite steht.

Mein Eindruck:
Schön die Idee, einen der Sympathieträger die Zusammenfassung der Vorgänger vortragen zu lassen, - so ist man direkt wieder in der Geschichte. Der Schluss der Trilogie beendet diese wirklich perfekt und auch wenn man sich einige Relationen von Gut und Böse denken kann, baut Gier noch genügend Überraschungen ein, die nicht nur gruseln lassen, sondern auch zum Schmunzeln bringen. Genau dieses stimmige Waagehalten aus Humor und Spannung zeichnet die ganze Reihe um Quinn, Matilda, Saum und Erde aus. Was ebenfalls gefällt, sind die Entwicklungen, die einige Figuren durchmachen - z.B. Jeanne und ihr Vater, aber auch Luise und Leopold. Hier zeigt die Autorin, dass sie durchaus differenzierte Charaktere schaffen kann, bis in manchmal unscheinbare Nebenfiguren wie die Teilnehmer der Kirchentour, die Lehrerschaft oder auch Aguaner mit Herz.

Mein Fazit:
Ein großer Spaß mit viel Spannung und noch mehr Gefühl

Veröffentlicht am 16.11.2024

Bis zum Schluss ein böser Genuss

How to murder your Boss – McMasters Handbuch zum Morden
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Zum Inhalt:
Es gibt irgendwo im Nirgendwo eine Universität, die ihre Absolventen in der hohen Kunst des Mordens ohne erwischt zu werden unterrichtet. Drei Absolventen dieser Akademie wollen jeweils ihre ...

Zum Inhalt:
Es gibt irgendwo im Nirgendwo eine Universität, die ihre Absolventen in der hohen Kunst des Mordens ohne erwischt zu werden unterrichtet. Drei Absolventen dieser Akademie wollen jeweils ihre Chefs in die ewigen Jagdgründe schicken. Das sollten sie auch tun, denn wer versagt, ist dem Tode geweiht.

Mein Eindruck:
Wer hat nicht schon einmal seinem Vorgesetzten die Pest oder Schlimmeres an den Hals gewünscht? Rupert Holmes spielt mit dieser tiefgründigen Idee und zeigt drei Menschen, für deren Mordlust man durchaus Verständnis aufbringen kann, wenn man sich selbst in einem Abhängigkeitsverhältnis befindet (und dabei ganz tief in sich hineinhorcht). Die mannigfaltigen Arten der Mordversuche, die auf der Akademie auf Mitstudenten verübt werden und die ausgeklügelten Vorbereitungen bis hin zu den Taten lassen die große Fantasie des Autors in diesem Bereich deutlich werden. Das ganze in einem Sprachduktus eines jovialen, englischen Gentlemans, den man praktisch beim Lesen im Ohr hat. Selbst der Epilog bietet noch ein schwarzhumoriges Schmankerl.

Mein Fazit:
Als Verlagsleiter hätte ich Angst vor diesem Autor