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Veröffentlicht am 10.05.2025

Dora & Rado

Schmerz
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Im Thingvellir-Nationalpark verschwindet ein Mädchen bei einem Klassenausflug. Alle Kollegen der Polizei sind mit einer riskanten Razzia im Drogenmileu beschäftigt. Daher soll die Polizistin Dora die Ermittlungen ...

Im Thingvellir-Nationalpark verschwindet ein Mädchen bei einem Klassenausflug. Alle Kollegen der Polizei sind mit einer riskanten Razzia im Drogenmileu beschäftigt. Daher soll die Polizistin Dora die Ermittlungen übernehmen. Dora kämpft mit den Folgen einer Hirnverletzung aus einem Einsatz und soll deswegen nur Schreibtischarbeit leisten. Ihr zur Seite wird Rado, ein Sohn serbischer Einwanderer, gestellt. Er hat sich bei der Polizei hochgearbeitet, doch durch familiäre Verbindungen ist er aktuell in Schwierigkeiten geraten. Unterschiedlicher können die beiden nicht sein und nun soll das Außenseiter-Duo gemeinsam ermitteln.

"Schmerz" ist der Auftakt in eine neue isländische Krimi-Reihe mit dem Ermittlerduo Dora und Rado.

Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven der Protagonisten im Wechsel erzählt. Dabei kann man aber sehr schnell durcheinander kommen, denn es ist nicht unbedingt sofort klar erkennbar um welche Sichtweise wessen Protagonisten es sich gerade handelt. Erst nach ein paar weiteren Sätzen merkt man aus welcher Sicht man nun die Story betrachtet. Das störte immer mal wieder etwas den Lesefluss.

Der eigentliche Fall und die Ermittlungen um das verschwundene Mädchen rückt hier sehr in den Hintergrund. Es gab zwar hier und da Ermittlungen, aber doch sehr wenig. Trotzdem war der Fall sehr unvorhersehbar und man hatte nicht mit dem Ausgang gerechnet.

Viel mehr nahm hier die persönliche Story von Dora und Rado den Raum ein. Einerseits ganz gut, da man gleich zu Beginn der Reihe viel über die beiden Hauptprotagonisten erfährt und sich ein gutes Bild machen kann. Dadurch werden die beiden authentischer und lebendiger, weil sie eine eigene Geschichte bekommen. Sie sind dadurch nicht einfach nur zwei handelnde Figuren.

Der Schreibstil war flüssig zu lesen und dazu recht bildhaft. Es kam dadurch eine schöne isländische Atmosphäre auf.

Mein Fazit:
Mir war es zu wenig Krimi und Ermittlungsarbeit. Ich hätte gerne etwas weniger private Story von Dora und Rado gehabt, aber dafür mehr von dem Fall des verschwundenen Mädchens. Da war noch viel Luft nach oben. Konnte mir nach dem ersten Band noch keine richtige Meinung zu dem Autor, dem Ermittlerduo und der Reihe bilden. Werde aber nochmal den zweiten Band ausprobieren.

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Veröffentlicht am 16.02.2025

Gefährliche Flut

Nachtflut
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Ein erschreckendes Horrorszenario bahnt sich an. An dem kleinen Ort an der Ostseeküste peitschen Orkanböen durch die Straßen und es wird vor einer Sturmflut gewarnt. Hinzu kommt noch, dass der Deich droht ...

Ein erschreckendes Horrorszenario bahnt sich an. An dem kleinen Ort an der Ostseeküste peitschen Orkanböen durch die Straßen und es wird vor einer Sturmflut gewarnt. Hinzu kommt noch, dass der Deich droht zu brechen. Der ganze Ort muss evakuiert werden. Elisa wartet bis zur letzten Sekunde bevor sie ihr Haus verlässt. Alle anderen sind schon längst vor aus dem Ort. Bei ihrem Aufbruch bemerkt sie, dass ihre Nachbarn doch noch dort sind. Das Ehepaar scheint, genau wie Elisa, etwas zu verbergen. Dann fällt der Strom aus und der Deich bricht. Aus der nahegelegenen JVA können Häftlinge entfliehen und einer davon will auf direktem Weg zu Elisa.

Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven der Protagonisten erzählt. Zwischendurch werden immer mal wieder Tagebucheinträge in die Handlung eingeschoben, wo man sich fragt wie das mit Elisa und den anderen Protagonisten zusammenhängen können. Das Szenario mit der Sturmflut und dem steigendem Pegel haben durchaus etwas Spannendes und Nervenaufreibendes an sich. Auch die Atmosphäre und das Setting gestaltet sich allein durch dieses Szenario schon sehr düster. Aber es wirkte mir stellenweise zu konstruiert und überzogen, gar zu zufällig. Manche Handlungen konnte ich halt nicht wirklich nachvollziehen, wie das auf einmal sein konnte.

Mit der Hauptprotagonistin Elisa bin ich nicht so wirklich warm geworden. Es kam dauerhaft die Sprache auf ihre Tablettensucht, was ich irgendwann nur noch nervig fand.

Bis zum Schluss blieb es trotzdem durch viele unerwartete Wendungen spannend, auch wenn ich das Ende nicht ganz so rund fand. Der Schluss war eher offen, wo ich mir gewünscht hätte, dass da einfach ein Punkt gemacht worden wäre.

Mein Fazit:
Die Grundidee zu dem Schreckensszenario "Sturmflut" fand ich gut, nur die Umsetzung hat mir leider nicht ganz so gefallen. Für mich was das Ganze stellenweise zu überzogen und unglaubwürdig. Ein solider Thriller aber noch mit ganz viel Luft nach oben, was man hätte besser machen können.

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Veröffentlicht am 19.01.2025

Mörderische Yoga-Auszeit

Still ist die Nacht (Ein Fall für Maya Topelius 2)
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Kriminalinspektorin Maya Topelius nimmt sich eine Auszeit. Sie fährt auf eine abgelegene Schäreninsel, um dort am Yoga-Retreat ihrer Freundin Emely teilzunehmen. Schon am ersten Abend, dem Mittsommerfest, ...

Kriminalinspektorin Maya Topelius nimmt sich eine Auszeit. Sie fährt auf eine abgelegene Schäreninsel, um dort am Yoga-Retreat ihrer Freundin Emely teilzunehmen. Schon am ersten Abend, dem Mittsommerfest, kommt es zu einem Streit und am nächsten Morgen wird eine männliche Leiche mit einer Stichverletzung im Schilf gefunden. Die Polizei riegel die Insel ab und Maya beginnt verdeckt zu ermitteln. Niemand kommt mehr von der Insel runter, erst recht nicht mehr im aufziehenden Sturm. Die Gäste des Retreats sind bei den Bewohnern der Insel unbeliebt, erst recht nachdem auch ein zweiter Mord geschieht. Niemand fühlt sich mehr sicher, denn der Täter muss noch unter ihnen auf der Insel sein.

"Still ist die Nacht" ist der zweite Band aus der Reihe mit Kriminalinspektorin Maya Topelius. Es empfiehlt sich den Vorgänger bereits zu kennen, damit man Mayas Geschichte besser versteht.

Mit dem Setting der einsamen Schäreninsel und dem Yoga-Retreat wird eine schöne, idyllische Umgebung geschaffen. Erst recht atmosphärisch und düster wird es mit dem aufziehenden Strum. Allerdings ist dies nicht unbedingt "neu" mit der Abgeschiedenheit und dass man dort nicht weg kommt, aber der Täter noch unter einem sein soll.

Die Handlung ansich fand ich ohne Spannung. Es plätscherte mehr so vor sich hin, trotz des recht flüssigen und fast fesselnden Schreibstils. Die Nebensächlichkeiten standen hier zu sehr im Vordergrund und haben dadurch den Wind aus den Ermittlungen genommen. Eine richtig gute Ermittlungsarbeit konnte ich hier leider nicht wirklich wahrnehmen. Das Zwerwürfnis zwischen Maya und ihrer Freundin Emely hat mir ausßerdem auch zu viel Raum eingenommen, dabei war das Ganze sehr anstrengend zu verfolgen, weil es eigentlich nur Kinderkram war.

Mein Fazit:
Es ist ein ruhiger Krimi mit einem schönen Setting, aber ohne Spannung. Diesen Band fand ich deutlich schwächer als den Vorgänger. Hier konnte es mich kaum fesseln und ich bin mir aktuell nicht sicher, ob ich noch die Fortsetzung (Band 3) lesen werde.

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Veröffentlicht am 16.11.2024

TaxEx Morde

Gegenspieler
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Nur wenige Tage bevor Karl Müller, der Partner von der angesehenen Düsseldorfer Kanzlei Müller & Mahler, vor Gericht gegen die TaxEx-Steuersparmodelle hätte aussagen sollen, wird er auf einem Parkplatz ...

Nur wenige Tage bevor Karl Müller, der Partner von der angesehenen Düsseldorfer Kanzlei Müller & Mahler, vor Gericht gegen die TaxEx-Steuersparmodelle hätte aussagen sollen, wird er auf einem Parkplatz tot aufgefunden. Alles sieht nach einem Selbstmord aus, doch sein Partner Ernst Mahler glaubt nicht daran und engagiert Max Bischoff als Privatermittler. Unterstützen soll ihn Sophie Mahler, die Tochter von Mahler. Ihr Kanzleipartner Anton Pirlo gefällt das nicht und beschließt, dass er Bischoff nicht leiden kann. Doch recht schnell stehen beide auf der gleichen Seite, als Ernst Mahler verhaftet wird, soll Pirlo seine Verteidigung übernehmen. Widerstrebend versuchen sie zusammen zu arbeiten um die Unschuld von Sophies Vater zu beweisen und stehen dabei einem skrupellosen Gegner gegenüber.

"Gegenspieler" ist der erste Band, wo Fallanalytiker und Privatermittler Max Bischoff mit Anwalt Anton Pirlo zusammen ermittelt. Beide Charaktere sind aus anderen Buchserien der jeweiligen Autoren. Leider fehlte mir zu beiden etwas an Hintergrundwissen, sodass sie für mich hier ohne Tiefe blieben. Ein paar Eckdaten zu beiden Hauptprotagonisten wäre vielleicht ganz hilfreich gewesen. Aber auch Sophie Mahler (falls sie in weiteren Bänden noch eine Rolle spielen sollte) blieb für mich hier recht unnahbar. Dadurch konnte ich auch keinen wirklichen Bezug zu ihnen herstellen.

Die Handlung wirkte recht konstruiert und zog sich auch sehr wie Gummi in die Länge. Für mich wollte sich hier leider absolut keine Spannung aufbauen. Es gab hier so gut wie gar keine Ermittlungsarbeit von Bischoff und Pirlo. Viel mehr trat man immer auf der Stelle, bis der Zufall dann auf einmal ins Spiel kam. Viele lose Enden würden für mich einfach nicht richtig verknüpft.

Nett zu lesen als Auflockerung zwischendurch waren die Sticheleien zwischen Bischoff und Pirlo. Wenn sie sich gegenseitig gestichelt haben, waren die Szenen ganz amüsant und haben mich ein wenig zum Schmunzeln gebracht.

Mein Fazit:
Ehrlicherweise habe ich von "Gegenspieler" sehr viel mehr erwartet und wurde leider enttäuscht. Die Handlung wirkte mir zu konstruiert, die Charaktere blieben eher fern und es kam keine Spannung auf. Falls die Reihe fortgesetzt wird, weiß ich nicht, ob ich nochmal eine Fortsetzung lesen würde.

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Veröffentlicht am 20.10.2024

Solider Thriller

Stalker – Er will dein Leben.
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Eric Sanders spielt in dem Münchener Tatort mit. Dies scheint sein Durchbruch zu sein, denn kurz nach der Ausstrahlung wächst seine Follower-Zahl auf seinen Social-Media-Kanälen. Dann der Schock. Plötzlich ...

Eric Sanders spielt in dem Münchener Tatort mit. Dies scheint sein Durchbruch zu sein, denn kurz nach der Ausstrahlung wächst seine Follower-Zahl auf seinen Social-Media-Kanälen. Dann der Schock. Plötzlich fängt jemand an sich als ihn auszugeben und seine Identität zu übernehmen. Es fing erst mit Kommentaren und einem Fake-Profil in den sozialen Medien an, doch dann auch in Person. Eric fühlt sich von mal zu mal mehr bedroht als er dann auch noch eine Nachricht bekommt, er solle einen Mord gestehen, den er begangen haben soll. Allerdings kann sich Eric nicht daran erinnern und nur Erinnerungsfetzen scheinen zurückzukommen bei seiner Recherche.

So ganz konnte mich dieser Thriller nicht überzeugen. Die Handlung wurde nur aus der Perspektive von Eric erzählt. Man begleitete in praktisch wie er versucht hat sich an seine Kindheit und dem Mord, den er gestehen soll, zu erinnern. Für mich hatte der Inhalt nicht so wirklich was mit dem Titel "Stalker - Er will dein Leben" zu tun gehabt, da es sich hier tatsächlich eher um die Aufarbeitung verdrängter Erinnerungen zu tun hatte. So ansich war der Plot ganz gut konstruiert und ganz spannend durch die Cliffhänger zu lesen. Allerdings wirkte es auf mich doch etwas zu sehr übertrieben und unglaubwürdig. Zum Schluss gab es dann nochmal eine riesige unerwartete Wendung und Überraschung, die für mich sehr aus der Luft gegriffen worden ist und aus heiterem Himmel kam. Ich musste es sogar zweimal lesen, weil es so plötzlich und weithergeholt kam.

Bei den Protagonisten fehlte mir durch die fehlenden detaillierten Beschreibungen die Tiefe. Auch die Nebencharaktere waren eher sowas wie Statisten in einem Film, die einfach da waren und quasi hineingeworfen worden sind, aber nicht wirklich etwas ausschlaggebendes in der Handlung bewirkt haben.

Die Dialoge zwischen den Charakteren haben sich recht gestellt gelesen bzw. haben beim Lesen gelungen wir auswendig gelernte Texte ohne Emotionen bzw. übertriebene Emotionen in einer TV-Soap. Entweder es lag einfach nur an mir, dass es für mich nur so gelungen hat oder es sollte sogar so sein, da Eric ja nun auch ein Schauspieler ist.

Mein Fazit:
Eigentlich mag ich die Thriller von dem Autor sehr gerne, allerdings konnte mich "Stalker" nicht so ganz überzeugen. Ich fand es zu sehr aus der Luft gegriffen, der übliche Nervenkitzel wollte nicht aufkommen und dadurch fand ich diesen Thriller nur solide. Ein gute Unterhaltung für zwischendurch, die man lesen kann.

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