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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.04.2025

Anders als erwartet

Verlassen
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Zu einem Familientreffen der Extra-Klasse treffen sich die Mitglieder der schwerreichen Familie Snaeberg in einem futuristischen Hotel in Westisland. Während der Alkohol in Strömen fließt, zieht ein Schneesturm ...

Zu einem Familientreffen der Extra-Klasse treffen sich die Mitglieder der schwerreichen Familie Snaeberg in einem futuristischen Hotel in Westisland. Während der Alkohol in Strömen fließt, zieht ein Schneesturm auf. Ein Gast verschwindet spurlos und eine Leiche wird in der Nähe des Hotels gefunden.
Nach Verschwiegen, Verloren und Verborgen habe ich nun Verlassen gelesen. Leider muss ich sagen, dass mich diese Story nicht fesseln konnte. Hierbei handelt es sich um den vierten Teil der Island-Krimi-Reihe, aber die Handlungen spielen sich im November 2017 ab, also noch vor den ersten drei Büchern.
Die Autorin hat die Fähigkeit, Figuren zu schaffen, die lebendig und greifbar wirken. Aus verschiedenen Sichtweiten lernen wir die Protagonisten kennen, wobei wir gerade bei der Familie Snaeberg nach und nach hinter die Kulissen schauen können. Alkohol und Drogen sind an der Tagesordnung und dass so einige dunkle Geheimnisse ans Tageslicht drängen, versteht sich von selbst.
Durch den stetigen Wechsel zwischen den verschiedenen Perspektiven ist es nicht ganz einfach sich gleich wieder in einen anderen Charakter einzufühlen. Ein Stammbaum vorn im Buch erleichtert etwas den Durchblick bei der Vielzahl der Familienmitglieder.
Eigentlich ist der Plot raffiniert konstruiert, aber mir hat hier die Ermittlungsarbeit gefehlt.

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Veröffentlicht am 15.01.2025

Nicht besonders fesselnd

Das zweite Kind
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In der toskanischen Provinz verschwindet ein kleiner Junge. Kurze Zeit später taucht er nackt und völlig verängstigt wieder auf. Als dann ein Junge in Bologna entführt wird, der ihm zum Verwechseln ähnlichsieht, ...

In der toskanischen Provinz verschwindet ein kleiner Junge. Kurze Zeit später taucht er nackt und völlig verängstigt wieder auf. Als dann ein Junge in Bologna entführt wird, der ihm zum Verwechseln ähnlichsieht, tritt Valentina Medici, Ermittlerin der italienischen Spezialeinheit auf den Plan. Nach und nach deckt sie grausame Geheimnisse auf.
Der Thriller beginnt mit einer interessanten Handlung, die herrlich düstere Atmosphäre schafft und bedrohliche Szenen verspricht. Doch leider war der Plot nicht besonders fesselnd. Einige Handlungen wurden langatmig und ausschweifend erzählt, da nehmen die fast 700 Seiten gefühlt kein Ende.
In die Charaktere konnte ich mich irgendwie nicht hineinversetzen. Die Dialoge wirkten gestelzt und ich habe mich oft beim Lesen ertappt, dass meine Gedanken abschweiften.
Die Ermittlungsschritte der Polizei wurden gekonnt zu Papier gebracht und wirkten sehr authentisch, was sicherlich auch daran liegt, dass der Autor vom Fach ist.
Einige Szenen sind sehr brutal und verstörend, allerdings habe ich von diesem Thriller mehr Spannung erwartet.

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Veröffentlicht am 17.11.2024

Traumatische Vergangenheit

Stalker – Er will dein Leben.
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Der Schauspieler Eric Sanders hat seinen großen Durchbruch mit seiner Rolle im Münchner Tatort. Doch sein Rum bekommt einen faden Beigeschmack als jemand beginnt seine Identität zu übernehmen. Als er die ...

Der Schauspieler Eric Sanders hat seinen großen Durchbruch mit seiner Rolle im Münchner Tatort. Doch sein Rum bekommt einen faden Beigeschmack als jemand beginnt seine Identität zu übernehmen. Als er die Drohung bekommt „Gestehe den Mord, oder alle, die du liebst werden sterben, muss er sich seiner Vergangenheit stellen. Was hat er damals getan?
Auf den neuen Psychothriller von Arno Strobel habe ich mich sehr gefreut, nur leider konnte er ich nicht wirklich überzeugen. Zum einen hatte ich mir unter dem Titel eine andere Story vorgestellt, denn gestalkt wurde Eric irgendwie nicht. Zum anderen empfand ich den Schreibstil diesmal irgendwie gestelzt, das kenne ich von Strobel eigentlich nicht. In seinen anderen Werken ist der Plot fesselnder und nervenaufreibender, hier aber fehlte mir der Nervenkitzel.
Der Autor stellt mit dem Identitätsdiebstahl ein aktuelles Thema in den Fokus, welches sehr zum Nachdenken anregt. Die Handlungsabläufe entwickeln ein gutes Tempo und ohne viele Abschweifungen kommt man stetig durch die Story voran. Erschütternd und perfide sind die zu Tage tretenden Geheimnisse, die aus Erics Vergangenheit ans Tageslicht drängen.
Die überraschende Wendung zum Schluss kam plötzlich und unerwartet, konnte mich allerdings nicht überzeugen. Es wirkte auf mich ein bisschen zu gewollt.
Schade, hoffentlich wird der nächste Thriller wieder besser.

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Veröffentlicht am 13.11.2024

Sehr politisch

Tode, die wir sterben
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In Malmö wurde bei einem Mordanschlag ein 13jähriger Junge getötet. Die Tat schlägt hohe Wellen, denn die Bandenkriminalität nimmt immer mehr zu im Brennpunktviertel Hermodsdal. Den Fall übernehmen die ...

In Malmö wurde bei einem Mordanschlag ein 13jähriger Junge getötet. Die Tat schlägt hohe Wellen, denn die Bandenkriminalität nimmt immer mehr zu im Brennpunktviertel Hermodsdal. Den Fall übernehmen die beiden ungleichen Ermittler Nordh und Karhuu und geraten schnell zwischen die Fronten der Gangkonflikte.

Bei diesem Krimi haben die Autoren sehr authentisch die Perspektivlosigkeit der Langzeitarbeitslosen und die Ausländerfeindlichkeit in Szene gesetzt und so eine düstere Atmosphäre geschaffen. Die Story ist vielschichtig aufgebaut und flüssig erzählt, ein paar mehr Dialoge hätten meinen Lesefluss sicherlich mehr angeregt.

Die beiden Ermittler sind sehr interessante und vielschichtige Figuren. Jon Nordh hat vor kurzem seine Frau durch einen schrecklichen Autounfall verloren, am Steuer saß sein bester Freund und Partner, da liegt der Verdacht nahe, dass die beiden eine Affäre hatten. Jetzt versucht Nordh sein Leben mit seinen zwei kleinen Kindern wieder in den Griff zu bekommen. Und Svea Karhuu, eine sehr ehrgeizige junge Ermittlerin, die noch an einem misslungenen Undercover-Einsatz zu knabbern hat. Beide hatten am Anfang so ihre Anlaufschwierigkeiten miteinander, aber die Zusammenarbeit hat sich dann prima eingespielt. Ihren ersten Fall fand ich interessant, aber mir war es ein bisschen zu politisch und mir hat die Spannung gefehlt, dies konnte auch der Showdown am Ende leider nicht mehr ausgleichen. Aber aufgrund des fesselnden und wunderbar klaren Schreibstils würde ich dieser neuen Krimi-Serie noch eine Chance geben.

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Veröffentlicht am 14.10.2024

Zeeland-Krimi mit historischem Hintergrund

Die Toten von Veere. Ein Zeeland-Krimi
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Nach einem missglückten Einsatz bei der Landespolizei soll Hoofdinspecteur Liv de Vries aus dem Fokus der Journale genommen werden. Auf Wunsch ihres Vorgesetzten fährt sie deshalb nach Zeeland um dort ...

Nach einem missglückten Einsatz bei der Landespolizei soll Hoofdinspecteur Liv de Vries aus dem Fokus der Journale genommen werden. Auf Wunsch ihres Vorgesetzten fährt sie deshalb nach Zeeland um dort dem Verschwinden seines Bekannten Rob van Loon nachzugehen. Mit Unterstützung ihrer Kollegin Noemi, dem dortigen Polizeichef Ruben und der Rechtsmedizinerin Ann-Remi, stößt Liv schon bald auf Ungereimtheiten.
Bei diesem atmosphärischen Krimi erkennt man sofort die Liebe des Autors zur Landschaft von Zeeland. Detailreiche Beschreibungen lassen beim Lesen sehr schöne Bilder vor Augen entstehen.
Besonders spannend fand ich die immer wieder zwischendurch eingeschobenen Handlungen die uns ins Jahr 1944 zurückgeführt haben. Lange Zeit ist unklar, was diese mit dem aktuellen Fall zu tun haben.
Der aktuelle Fall plätschert allerdings lange Zeit nur vor sich hin. Gestört haben mich die vielen Szenenwiederholungen, dadurch hat mich das Buch irgendwann verloren, da halfen auch die ganzen Verwicklungen und sorgfältig ausgearbeiteten Fährten leider nichts. Schon ziemlich früh haben diverse Hinweise auf den Täter hingewiesen.
Die vom Autor aufgegriffenen unterschiedlichen politischen Themen sind gut recherchiert, hochaktuell und brisant. Obwohl ich nur 3 Sterne vergeben habe, würde ich einen weiteren Fall der Ermittlerinnen lesen, denn der Schreibstil und die Firgurenzeichnung haben mir durchaus gefallen.

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