Profilbild von judithswoerteraufpapier

judithswoerteraufpapier

Lesejury Star
offline

judithswoerteraufpapier ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit judithswoerteraufpapier über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.10.2025

Charmanter Titel, schwacher Inhalt – mein schwächstes Buch von Kyra Groh

The Pumpkin Spice Latte Disaster
1

Wie auch schon bei anderen Büchern von Kyra Groh war ich sofort vom Titel angetan – „The Pumpkin Spice Latte Disaster“ klang für mich nach einer charmanten, witzigen und emotionalen Herbstlektüre, wie ...

Wie auch schon bei anderen Büchern von Kyra Groh war ich sofort vom Titel angetan – „The Pumpkin Spice Latte Disaster“ klang für mich nach einer charmanten, witzigen und emotionalen Herbstlektüre, wie sie nur die Autorin liefern kann. Auch das herbstlich gestaltete Cover mit seiner warmen Farbpalette, den cozy Vibes und kleinen Details passt wunderbar zum Genre und weckte bei mir sofort Lust auf Zimtnoten, Kaffeehausflair und romantisches Chaos. Leider konnte der Inhalt dieses Versprechens für mich nicht gerecht werden.
Doch gerade weil ich mit hohen Erwartungen an das Buch herangegangen bin – nicht zuletzt wegen meiner positiven Erfahrungen mit ihren früheren Werken – war ich beim Lesen wohl auch besonders kritisch. Leider konnte mich The Pumpkin Spice Latte Disaster nicht so berühren und mitreißen, wie ich es mir erhofft hatte: Für mich ist es das bisher schwächste Buch, das ich von Kyra Groh gelesen habe.
Weder konnte es mit dem für sie typischen, charmanten Humor überzeugen, noch haben mich die Figuren wirklich abgeholt. Besonders enttäuschend fand ich, dass ich beim Lesen kein einziges Mal lachen oder schmunzeln musste – ein Aspekt, den ich sonst an Kyra Grohs Büchern besonders liebe und der für mich bisher immer ein Markenzeichen ihres Stils war.
Der Roman wird in wechselnden Ich-Perspektiven der 26-jährigen Jude und des drei Jahre älteren James erzählt, wobei Jude deutlich häufiger zu Wort kommt. Zwar ist der Schreibstil insgesamt flüssig, aber die zahlreichen gewollt witzigen Einschübe und popkulturellen Referenzen wirkten für mich oft zu konstruiert. Gerade die Dialoge blieben stellenweise holprig und konnten mich nicht wirklich mitreißen.
Auch emotional hat mich die Geschichte nicht berührt. Die Beziehung zwischen Jude und James kam mir viel zu schnell und oberflächlich daher. Obwohl das Buch mit einem Enemies-to-Lovers-Trope beworben wird, konnte ich diese Dynamik nicht erkennen – die beiden waren nie wirklich „Enemies“, eher zwei Menschen, die sich vielleicht nicht wirklich mochten, sich dann aber schnell körperlich zueinander hingezogen fühlen. Eine echte emotionale Verbindung oder ein nachvollziehbares Knistern hat sich für mich nicht aufgebaut. Die Liebesgeschichte blieb für mich dadurch wenig greifbar und eher blass.
Mit den Figuren bin ich insgesamt ebenso nicht warm geworden. Während die Hauptfiguren für mich relativ konturlos blieben - da einige vielversprechende und relevante Themen leider nicht mit der nötigen Tiefe behandelt wurden, fand ich einige Nebencharaktere und deren angedeutete Geschichten deutlich spannender – leider kamen genau diese zu kurz oder blieben im Hintergrund; ihre Szenen hätten in meinen Augen viel Potenzial gehabt, wurden aber kaum ausgeschöpft.
Atmosphärisch war das Café-Setting in Lower Whilby eigentlich vielversprechend. Auch die Kleinstadt selbst bot eine gute Grundlage für eine cozy Herbstgeschichte – doch dieses Gefühl kam bei mir leider nicht an. Dafür war die Handlung zu hektisch, die Entwicklungen zu flach und das vermeintlich herbstliche Wohlfühlgefühl wurde nicht richtig transportiert.
Was ich allerdings anerkennend erwähnen möchte: Die Geschichte ist in sich abgeschlossen, lässt aber durch die frühe Einführung der Figuren aus den Folgebänden erkennen, dass eine übergreifende Handlung entsteht. Dennoch werde ich die Reihe – Stand jetzt – nicht weiterverfolgen, da mir die emotionale Tiefe und erzählerische Raffinesse gefehlt haben, um mich langfristig zu binden.

abschließendes Fazit:
Ein Roman mit schönem Cover, tollem Titel und guter Grundidee – aber in der Umsetzung für mich leider zu oberflächlich, zu gewollt witzig und emotional nicht greifbar. Wer eine kleine Geschichte „für zwischendurch“ sucht und keine allzu hohen Erwartungen an emotionale Tiefe oder Trope-Konsistenz hat, könnte hier fündig werden. Für mich persönlich war das jedoch kein Highlight.
Lieb gemeinte 3 Sterne – mit der Hoffnung, dass mich die Autorin beim nächsten Mal wieder mehr berührt.

Veröffentlicht am 05.04.2025

Klatsch, Klischees & Chaos – aber ohne großen Nachhall

Story of My Life
0

Kurzmeinung: Starker Einstieg, aber dann flacht’s ab: das Buch bietet solide Unterhaltung, bleibt aber zu klischeehaft und wenig erinnerungswürdig!

Lucy Score zählt für mich zu den Autorinnen, bei denen ...

Kurzmeinung: Starker Einstieg, aber dann flacht’s ab: das Buch bietet solide Unterhaltung, bleibt aber zu klischeehaft und wenig erinnerungswürdig!

Lucy Score zählt für mich zu den Autorinnen, bei denen ich weiß, dass mich ein unterhaltsamer Schreibstil, Witz und starke Frauenfiguren erwarten. Umso größer war meine Vorfreude auf Story of My Life – eine Geschichte, die auf den ersten Blick genau das versprach: Chaos, Humor, eine Prise Drama und eine Heldin auf der Suche nach sich selbst.

Und tatsächlich: Der Einstieg in die Geschichte war für mich ein Highlight. Hazel, die mit ihrer kreativen Blockade kämpft und inmitten eines persönlichen und beruflichen Tiefpunkts steckt, ist chaotisch, selbstironisch und sorgt mit ihrem inneren Monolog für zahlreiche Schmunzler. Die Situationskomik und die liebevoll überdrehten Headlines des lokalen Klatschreporters geben der Geschichte einen charmanten Anstrich. Auch der Schreibstil – gewohnt flüssig und lebendig – sorgte dafür, dass ich die Seiten nur so verschlungen habe.
Doch leider konnte das Buch dieses Anfangslevel nicht halten. Ab der Mitte zog sich die Handlung für meinen Geschmack unnötig in die Länge. Die Geschichte verlor an Schwung und wiederholte sich stellenweise, was mir den Lesefluss etwas ausbremste. Mit etwas weniger Seiten und strafferen Entwicklungen hätte Story of My Life deutlich mehr Wirkung entfalten können.
Was mich besonders enttäuschte, war die Ausgestaltung der Figuren. Hazel bringt zwar eine gute Grundlage mit – innere Konflikte, Unsicherheiten, kreative Selbstzweifel – doch ihre Entwicklung verläuft zu vorhersehbar und bleibt an vielen Stellen klischeehaft. Auch die Nebencharaktere sind, obwohl sie teilweise schrulligen Charme versprühen sollen, leider oft nur überzeichnete Klischees ohne echte Tiefe. Die Kleinstadt, die in anderen Romance-Geschichten ein liebevoll gezeichneter Rückzugsort ist, wirkte auf mich eher skurril als authentisch. Ein bisschen weniger wäre hier mehr gewesen – so blieb mir das Setting fremd und wenig greifbar.
Ein kleiner Lichtblick unter den Nebenfiguren war für mich Cam’s Schwester – sie wirkte am authentischsten und hat tatsächlich mein Interesse geweckt. Ihre eigene Geschichte würde ich eventuell sogar lesen – im Gegensatz zu anderen angedeuteten Handlungssträngen, die mich eher kalt gelassen haben.
Was nach dem Lesen bleibt? Leider nicht allzu viel. Weder die Geschichte noch die Figuren haben dauerhaft Eindruck hinterlassen. Das Buch war unterhaltsam und solide geschrieben, aber es fehlt der emotionale Tiefgang, der aus einer netten Lektüre eine besondere macht.

abschließendes Fazit:
Story of My Life startet stark, verliert aber mit zunehmender Länge an Kraft. Ein flüssiger Schreibstil und gute Grundideen sorgen für leichte Unterhaltung, doch stereotype Figuren, eine überzeichnete Kleinstadt und Längen in der Handlung mindern den Gesamteindruck. Für Fans von Lucy Score sicher kein Fehlgriff – für mich aber leider keine Geschichte, die lange im Kopf oder Herzen bleibt.

Veröffentlicht am 18.11.2024

Ein äußerliches Schmuckstück ohne innerliche Sogwirkung

Mondia-Dilogie 1: Silent Secrets
0

Bei Silent Secrets handelt es sich um den ersten Band der Mondia-Dilogie aus der Feder der deutschen Autorin Alexandra Flint rund um die junge Remy, welche unwissentlich die letzte Erbin der Ripari ist, ...

Bei Silent Secrets handelt es sich um den ersten Band der Mondia-Dilogie aus der Feder der deutschen Autorin Alexandra Flint rund um die junge Remy, welche unwissentlich die letzte Erbin der Ripari ist, den geheimnisvollen Silbenspringer Kasimir und der mysteriösen Welt rund um die Weltenbibliothek Mondia, welche Schwierigkeiten hat das fragile Gleichgewicht der Welt zu bewahren.
Zu der Mondia-Dilogie gehört ebenfalls der zweite Abschlussband Twisted Treason, welcher am 21. Februar 2025 erscheinen wird und eine direkte Fortsetzung der in Silent Secrets erzählten Geschichte darstellt, sodass die Handlung nicht in sich abgeschlossen ist und es zwangsläufig nötig ist zunächst den Auftaktband der Dilogie zu lesen, welches mit einem ziemlich miesen Cliffhanger endet.

Silent Secrets hat mich mit seinem äußeren Erscheinungsbild sofort verzaubert. Das Cover passt hervorragend zur geheimnisvollen Stimmung und dem Titel: dunkel, detailreich und ein Hauch altertümlich – ein echter Blickfang! Auch das Page Overlay und die liebevolle innere Gestaltung insgesamt sind absolute Highlights. Leider konnte die Geschichte im Inneren dieses hohe Niveau der Äußerlichen für mich nicht halten.
Die Handlung hatte durchaus Potenzial, aber es fehlte für mich an Überraschungsmomenten und Tiefgang. Viele Wendungen waren vorhersehbar, wie etwa Remys Herkunft, die schon im Prolog angedeutet wurde. Dadurch ging mir persönlich ein zu großer Teil der Spannung verloren. Die Dialoge zwischen den Charakteren wirkten oft künstlich und wenig authentisch, und die schnellen, intensiven Gefühle zwischen den Protagonisten waren für mich nicht greifbar. Besonders gestört hat mich, dass sich die gesamte Geschichte über keine wirkliche Sogwirkung bei mir einstellte – ein Aspekt, den ich bei einem guten Buch sehr schätze.
Die Weltenbibliothek Mondia und ihre Magie, sowie die daraus resultierende Welt der erzählten Geschichte, blieben für mich lange nicht greifbar, was das Eintauchen in das Buch erschwerte. Auch die Antagonisten, die sogenannten Novas, waren viel zu schwach ausgearbeitet: Ihre Motive blieben unklar, und ich hatte Schwierigkeiten, ihr Handeln nachzuvollziehen. Für mich macht ein guter Antagonist aus, dass er selbst glaubt, das Richtige zu tun – das hat hier leider gefehlt. Vielleicht ändert sich das aber auch noch im abschließenden Folgeband.
Die Protagonistin Remy empfand ich als naiv, und einige ihrer Entscheidungen wirkten wenig realistisch. Beispielsweise schien es mir wirklich unlogisch, dass sie Fremden so schnell vertraute, besonders in gefährlichen Situationen. Auch die Liebesgeschichte zwischen Remy und Kasimir konnte mich nicht überzeugen, da die Gefühle in der kurzen Zeitspanne der Handlung zu präsent und intensiv waren, zudem sich die Charaktere auch noch in einer eher Extremsituation kennengelernt haben.
Positiv hervorzuheben ist der flüssige Schreibstil, der das Lesen erleichtert hat. Allerdings störten mich die eingestreuten französischen Floskeln, die meinen Lesefluss beeinträchtigten, auch wenn sie sicherlich zur Atmosphäre beitragen sollten.
Das Ende hat mich leider enttäuscht, da die Enthüllungen wenig überraschend waren und keine nachhaltige Wirkung hinterließen. Alles in allem fand ich das Buch Silent Secrets nicht schlecht, aber leider auch absolut nicht besonders. Die Geschichte und ihre Charaktere sind leider nicht wirklich in meinem Kopf und meinem Herzen hängengeblieben, sodass das Buch bedauerlicherweise kein Highlight, sondern eher etwas für Zwischendurch für mich geworden ist.

abschließendes Fazit:
Insgesamt ist Silent Secrets, der erste Band der Mondia-Dilogie von Alexandra Flint, für mich eine nette Lektüre für Zwischendurch, aber leider auch nicht mehr. Die Grundidee hat großes Potenzial, das aber in diesem Band nicht ausgeschöpft wurde. Ob ich den zweiten Teil lesen werde, weiß ich noch nicht, denn der Funke ist bis zum Schluss nicht übergesprungen. Daher kann ich höchsten eine kleine Leseempfehlung aussprechen!

Veröffentlicht am 17.10.2023

geniale Idee, aber leider weniger genial umgesetzt

The Lesson of Curses (Chronica Arcana 1)
0

Bei The Lesson of Curses handelt es sich um den ersten Band der Chronica Arcana-Trilogie aus der Feder der deutschen Autorin Laura Cardea rund um verschiedene Studierende der nervtötend harmonischen Univerzita ...

Bei The Lesson of Curses handelt es sich um den ersten Band der Chronica Arcana-Trilogie aus der Feder der deutschen Autorin Laura Cardea rund um verschiedene Studierende der nervtötend harmonischen Univerzita Mystika e Magie und der verfeindeten Academia Sinistra, welche aufgrund eines mysteriösen Fluchs zur Zusammenarbeit gezwungen werden. Zu der Chronica Arcana-Reihe gehören ebenfalls die Folgebände The Secret of Ink (Erscheinungstermin: 25. März 2024) und The Book of Seals (Erscheinungstermin: 23 Oktober 2024), welche jeweils eine direkte Fortsetzung der zuvor erzählten Geschichte darstellt, sodass die Handlung nicht in sich abgeschlossen ist und es zwangsläufig nötig ist, zunächst The Lesson of Curses und anschließend die weiteren Bänder der Chronica Arcana-Trilogie zu lesen.

Ich bin ehrlich, dass ich im ersten Moment als ich die Cover der Chronica Arcana-Trilogie gesehen habe, dachte, dass die Cover sehr voll beziehungsweise viel sind. Irgendwie unruhig? Ich finde aber auch immer noch, dass das tatsächlich physische Cover immer noch anders wirkt als das Bild, welches man vorab auf dem Laptopdisplay sieht! Ich mag es jedoch sehr, dass die Cover der drei Bücher der Reihe so perfekt miteinander harmonieren. Mein heimlicher Favorit ist glaube ich das Cover vom zweiten Band: von den Farben her und mit den Schlüsseln spricht es mich irgendwie am meisten an. Auch war ich sofort ganz gespannt, inwiefern die einzelnen Elemente, welche auf dem Cover teils offensichtlich, teils vielleicht auch versteckt eingearbeitet sind, eine tiefere Bedeutung für und in der Geschichte haben. Auf jeden Fall weckt das Buchcover Interesse und Neugierde.
Der Einstieg in die Geschichte fiel mir etwas schwer. Etwas mehr als schwer. Für mich persönlich waren es zunächst unfassbar viele Charaktere, (unbekannte) Bezeichnungen, Orte und vieles mehr, was dafür gesorgt hat, dass ich mich sehr schwer damit getan habe, den Geschehnissen und der Geschichte zu folgen. Auch dadurch, dass die beide junge Frauen -Mathea und Ellie, aus dessen Sicht das Buch geschrieben ist – gerade zu Beginn noch nicht viel Ahnung von der Welt haben, hatte auch ich das Gefühl, dass mir Informationen fehlen und ich ein wenig aufgeschmissen bin. Einerseits gut, da ich mich so beim Hören gut mit den jeweiligen Charakteren identifizieren konnte, andererseits war es somit schwieriger in die Welt einzutauschen und alles zu verstehen. Es war zeitweise als würde ich mit Watte in den Ohren und durch verschwommene Augen alles wahrnehmen; ich hatte einfach das Gefühl, dass ich nicht alles mitbekomme, dass mir etwas entgeht. Unterstützt wurde dieses Gefühl auch dadurch, dass die beiden Protagonistinnen an der "neuen" Welt nicht sonderlich viel Interesse zeigten beziehungsweise zu wenig hinterfragten und einfach hingenommen haben. Auch der etwas abrupte und zeitweise konfuse Schreibstil hat diese „Probleme“ eher unterstützt als diesen entgegenzuwirken. Ebenfalls wurde dieses Problem durch die Stimmen der beiden Sprecherinnen, da diese besonders zu Beginn, für meine Ohren eher weniger einfach voneinander zu unterscheiden waren. Insgesamt fehlte mir immer etwas die Spannung hinsichtlich des vordergründigen Handlungsstrangs und die tatsächlich spannenden Szenen wurden mir ein wenig zu kurz, knapp und hektisch erzählt und dann wieder aufgelöst. Das mit dem zu schnellen Erzählstil hatte ich immer besonders am Ende eines Kapitels; da war ich mit der Szene irgendwie noch nicht fertig und sie wirkte für mich nicht abgeschlossen, wenn dann das neue Kapitel an einer ganz neuen Stelle begann. Nachdem mir der Zwischenteil besser gefallen hatte, dieser doch irgendwie meine Neugierde geweckt hatte und ein Hörsog entstanden war, hat mich das Ende dann doch wieder etwas verloren und enttäuscht. Es ging mir irgendwie zu schnell und hat mich nicht berührt. Habe die Emotionen nicht gefühlt und ehrlich gesagt irgendwie auch keine Spannung. Der Cliffhanger am Ende kam absolut aus dem Nichts und war so abrupt, dass ich auch hier wie so oft das Gefühl hatte, dass ich irgendwas verpasst habe oder irgendwas fehlte.
Ich habe mich beim Hören immer wieder ertapp zu fragen, welche Daseinsberechtigung der Charakter und dieses Geschehnis hat, und dann aber gedacht, dass am Ende wahrscheinlich alles seinen Sinn haben wird. Dieser Sinn hat sich mir bis zum Ende des ersten Bandes leider aber nicht immer überall erschlossen.
Insgesamt hat die Geschichte mit ihrer Grundidee ein wirklich großes Potential, aber leider hapert es für mich nahezu während der gesamten Zeit an der Umsetzung, sodass bis zum Ende das Potential nicht vollkommen ausgeschöpft wurde und ich mit enttäuschten Erwartungen zurückgeblieben bin. Ich für meinen Teil werde die weiteren Geschehnisse um Mathea, Ellie, Astra und Atlas, sowie all den anderen Studierenden der beiden Universitäten, wohl wahrscheinlich nicht weiterverfolgen.

abschließendes Fazit:
Leider, leider, leider kann ich für The Lesson of Curses, den ersten Band der Chronica Arcana-Trilogie, keine vom Herzen kommende Leseempfehlung aussprechen. Solltet ihr das Buch dennoch lesen wollen – und ich möchte euch keinesfalls davon abraten, würde ich das tatsächlich physische Exemplar empfehlen und nicht zum Hörbuch greifen!

Veröffentlicht am 11.09.2023

queere Liebesgeschichte eher für zwischendurch

Brynmor University – Geheimnisse
0

Ich lese unfassbar gerne queere Liebesgeschichten und wenn dann auch noch ein bisschen mehr als ein bisschen Spannung durch einen den Leserinnen und Lesern noch einigermaßen unbekannten Vorfall in der ...

Ich lese unfassbar gerne queere Liebesgeschichten und wenn dann auch noch ein bisschen mehr als ein bisschen Spannung durch einen den Leserinnen und Lesern noch einigermaßen unbekannten Vorfall in der Vergangenheit reinkommt und das ganze an einem berühmt berüchtigten, atemberaubend schönen Dark-Academia-Setting spielt, dann hat die Geschichte in meinen Augen definitiv absolutes Highlightpotential! Weswegen Brynmor University -Geheimnisse von Dominik Gaida so unbedingt bei mir einziehen musste.

Bei Brynmor University – Geheimnisse handelt es sich um eine queere Liebesgeschichte, welche vom jungen deutschen Autor Dominik Gaida geschrieben wurde. In dem Buch begleiten wir primär den jungen Studenten Samuel, der die ungeklärten Geschehnisse rund um den „Unfall“ seines Bruders entschlüsseln möchte und im Zuge dessen auf Connor, ebenfalls Student an der Brynmor University, trifft. Es handelt sich hierbei um den ersten Band der dreiteiligen Brynmor University-Reihe, wobei zu der Trilogie ebenfalls Brynmor University – Versuchungen (Erscheinungstermin: 13. Februar 2024) und Brynmor University – Rivalen (Erscheinungstermin: 17. September 2024) gehören. Das Buch und die (Liebes-)Geschichte um Connor und Samuel ist jedoch in sich abgeschlossen. Teilweise tauchen bereits die Protagonisten der Folgebände auf, sodass ich empfehlen würde die Bücher der dreiteilige NewAdult-Reihe in Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.

Das Cover ist wunderschön. Schlicht, elegant, dunkel mysteriös. Es hat sofort mein Interesse geweckt und die goldenen, angenehm herausstechenden Akzente bilden ein optisches Highlight. Auch finde ich es ganz wunderbar, dass das Symbol und der Leitspruch der Brynmor Universität sowohl auf dem Cover als auch jeweils als Kapitelüberbild in die Geschichte integriert ist.
Der Schreibstil - so flüssig, einehmend, klar, einfach und locker leicht - konnte mich ab der ersten Seite, dem ersten Satz überzeugen. Erst zum Ende hin haben mich die bewussten (Satz-)Wiederholungen etwas gestört; hier wäre für mich weniger eindeutig mehr gewesen. Und auch in punkto Wortgewandtheit sehe ich noch etwas Entwicklungspotential. Ferner waren für mich persönlich die recht kurzen Kapitel, in denen zumeist noch mehrfach ein Szenenwechsel vorkam, nicht ganz optimal. Manchmal wäre ich gerne in einem Moment geblieben und hätte diesen intensiver wahrgenommen, da dies für mich immer ein wenig Störung in den Lesefluss gebracht hat und mir auch das Gefühl gab, dass lediglich die wichtigsten Dinge als Informationen mir als lesende Person überbracht werden sollten.
Bei den Charakteren ist bei mir bis zum Ende nicht ganz der finale Funke übergesprungen. Ich mochte die beiden Protagonisten, aber sie haben mich irgendwie nicht emotional in ihre Geschichte gefangen genommen. Dies kann auch absolut daran liegen, dass ich durch die sich recht schnell - auch körperlich - entwickelnde Beziehung der beiden eher das Gefühl hatte, dass Connor und Samuel mehr Lust aufeinander als wahre Liebe füreinander empfanden. Die Nebencharaktere fand ich teilweise etwas zu blass, da sie meiner Meinung nach lediglich durch eine herausstechende Eigenschaft definiert wurden. Besonders schade fand ich auch, dass die Beziehung und die Erinnerungen von Samuel an seinem Bruder immer nur auf die Geschehnisse rund um Samuels Comming-out reduziert wurden. Bei Geschwistern sollte es auch andere und mehr Momente geben, mit denen gezeigt werden kann, was für eine Person der Gegenüber ist und welche Gefühle ein Charakter bei und in anderen auslöst. Eine immer wiederkehrende Wiederholung reicht da überzeugend für mich nicht aus.
Allgemein überzeugt der Start in die (Liebes-)Geschichte von Samuel und Connor in meinen Augen mit einem sehr geschickten Spannungsaufbau, dieser zieht sich meines Erachtens dann jedoch nicht durch die gesamte Geschichte und verliert kontinuierlich an Höhe, da im mittleren Teil der Fokus eher auf der Entwicklung der Gefühle der Protagonisten liegt als auf dem Aufklären des Unfalls. Zwischenzeitlich erschlich sich in mir fast ein wenig das Gefühl, dass zwei Handlungsstränge nebeneinander parallel erzählt werden, diese aber nicht nahtlos miteinander verknüpft wurden. Was ich persönlich als sehr schade empfinde, denn die grundlegende Ausgangslage der Geschichte bietet ein unfassbar geniales Potential, einen perfekten Mix aus emotionaler Liebe und mitreißender Spannung zu sein.
Das Ende, beziehungsweise die Auflösung rund um den Unfall, war mir zu schnell, irgendwie zu unkompliziert gelöst und es fehlten meiner Meinung nach realistische Konsequenzen. Hier hatte ich eindeutig, gerade nach dem genialen Prolog, auf ein bisschen mehr gehofft.

abschließendes Fazit:
Leider wurde Brynmor University – Geheimnisse von Domini Gaida nicht wie erhofft ein Lesehighlight für mich, aber dennoch ist die (Liebes-)Geschichte von Connor und Samuel eine nette Geschichte für zwischendurch.