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Veröffentlicht am 12.01.2025

Lesenswerte Geschichte mit Tiefgang

Schneeflockenträume
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Wenn alte Geheimnisse ans Licht kommen wird man oft mit verdrängten Gefühlen konfrontiert. Libby und Freund Max fahren nach Yorkshire, um sich mit alten Uni-Freunden zu treffen. Archie, der Herzensbrecher, ...

Wenn alte Geheimnisse ans Licht kommen wird man oft mit verdrängten Gefühlen konfrontiert. Libby und Freund Max fahren nach Yorkshire, um sich mit alten Uni-Freunden zu treffen. Archie, der Herzensbrecher, hat alle in das mondäne Herrenhaus seiner Familie eingeladen. Nachdem der schöne Abend zu Ende gegangen war, wollten die Gäste abreisen. Allerdings war alles zugeschneit und die Straßen unbefahrbar. Wenn das nicht genug wäre, fällt auch noch der Strom aus. Bei Kerzenlicht und loderndes Feuer im Kamin schwelgt man in Erinnerungen aus der gemeinsamen Studentenzeit. Der Frauenheld Archie aus reichem Hause, der eigentlich immer von Menschen umgeben ist, scheint im Grunde eher einsam zu sein. Libby hat ihre Gefühle kaum noch unter Kontrolle. Die zaghafte Annäherung Charlies an Coco und der enttäuschte Max.

Schneeflockenträume ist ein wunderbarer Roman in dieser Winterzeit mit liebenswerten Protagonisten*innen. Sehr gut dargestellt, was immer auch ans Licht kommt, sie halten auch nach Jahren zusammen. Solche Freundschaften hätte sicher jeder gerne. Die Geschichte hat Tiefgang, es ist alles vorhanden. Drama, Spannung, Liebe, Mut und Vertrauen. Das mit Zannah und der OP hat mich sehr bewegt. Alles ist wie im realen Leben. Den vielen Alkohol hätte man abkürzen können.

Mein erstes Buch der Autorin, deren Schreibstil mich beeindruckt hat. Ich tauchte immer tiefer in die Geschichte ein und wollte das Buch nicht aus der Hand legen. Die Kulisse des Hauses mit der perfekten weihnachtlichen Atmosphäre hat mir sehr gut gefallen, auch wenn die Festtage schon vorbei sind.

Ich hatte wunderbare und spannende Lesestunden. Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter.






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Veröffentlicht am 12.01.2025

Lesenswert

Kasino
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Baden Baden im Jahr 1847. Die junge Claire Engel hat einen außergewöhnlichen Traum. Croupiere möchte sie werden und wäre somit die erste Frau überhaupt im prunkvollen Kasino der Stadt. Das hat die Welt ...

Baden Baden im Jahr 1847. Die junge Claire Engel hat einen außergewöhnlichen Traum. Croupiere möchte sie werden und wäre somit die erste Frau überhaupt im prunkvollen Kasino der Stadt. Das hat die Welt von damals wohl noch nicht erlebt, eine Frau als Croupier. Ein Herd wäre angebrachter für die Frauen von damals. Die Spielbank ist berühmt für ihre prominenten Besucher, so ziemlich alles, was Rang und Namen trägt, trifft sich dort. Reiche und Adlige vergnügten sich vom einfachen Volk, das seinen Hungerlohn im Kasino verdoppeln wollte, wurde kaum jemand hineingelassen. Als Croupier Culot sich schlimm an der Hand verletzt, ergibt sich eine große Chance für Mademoiselle Claire. Von der Garderobe zum Roulette Tisch.
Aber das Leben im Kasino ist ein Spiel, das gegen diese Regeln verstoßen sehr gefährlich werden kann. Und hinter den prachtvollen Kulissen ist längst nicht alles Gold, was glänzt. Wird sich Claire ihren Traum auf Dauer erfüllen können oder wird es nur die Zeit sein, wo Culot ausfällt, dass sie die Scheibe drehen darf. Schon bald ist sie beliebter als der ausgefallene Croupier, was dem ein Dorn im Auge ist.

Es passiert sehr viel, es geht um enttäuschte Hoffnung und verratene Liebe. Ein verbrecherisches Verwirrspiel mit Diebesgut und Abstürze in Schuldenfallen, wo skrupellosen Leuten die Tür zu einfach geöffnet wird. Das ist auch heute noch so. Eine zirkuläre Krankheit, die gefährlich ist, weil man in dieser Zeit noch nicht das medizinische Wissen von heute hat. Für Spannung ist gesorgt im glitzernden Kreis eines der populärsten Kasinos der Welt.

Claire ist eine sehr sympathische Protagonistin, die nie aufgibt ihren Traum zu leben. Auch der Wachmann Theo ist ein feiner Charakter, der auch einiges an Schicksal mit sich herumträgt. Ein Freund, wie man ihn sich in einer schweren Zeit nur wünschen kann. Ist Claire wirklich bereit, alles für ihren Zukunftstraum zu opfern? Wie wird es in ihrer Beziehung zu George Bedford weitergehen?

Der leichte, gut zusammenpassende Schreibstil ließ mich schnell in die Geschichte eintauchen. Das Ende hatte ich so nicht im Blick und es überraschte mich dann doch.
Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter, es hat mich gut unterhalten. Langeweile kam zu keiner Zeit bei mir auf.

Das Cover gefällt mir gut, aber es hätte noch ein Roulettetisch dabei sein können

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Veröffentlicht am 18.11.2024

Es lebe die Freundschaft

Das Buch der neuen Anfänge
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Jo Sorsby wird von ihrem Freund James nach sechs Jahren Beziehung verlassen und entfremdet sich auch von ihrer besten Freundin Lucy, sie leidet zu sehr an gebrochenem Herzen. Sie will nur noch weg und ...

Jo Sorsby wird von ihrem Freund James nach sechs Jahren Beziehung verlassen und entfremdet sich auch von ihrer besten Freundin Lucy, sie leidet zu sehr an gebrochenem Herzen. Sie will nur noch weg und als sie davon erfährt, dass ihr Onkel Wilbur an Demenz erkrankt ist, übernimmt sie vorübergehend seinen Schreibwarenladen in London. Wo auch schon mal geklaut wird, da hat sie es nicht einfach. Sie lernt die Vikarin Ruth kennen und den älteren Malcolm, der an einem Buch arbeitet. Beide ringen mit ihrer Vergangenheit. Jo merkt bald, dass sie auf der Suche nach ihrem Platz im Leben nicht so allein ist, wie sie immer dachte. Neben Ruth und Malcolm lernt sie noch andere Menschen kennen, darunter auch den Wikinger Eric aus Birmingham. Erste Gefühle kommen ins Spiel. Jo merkt irgendwann, dass das Glück manchmal doch an den unwahrscheinlichsten Orten wartet.

Zu Beginn konnte ich mich mit Jo nicht wirklich anfreunden, aber mit der Zeit wurde sie mir sympathischer. Ruth und Malcolm habe ich ins Herz geschlossen, die hätte ich gerne als Freunde. Bei ihrer Suche auf dem Friedhof musste ich an Edinburg denken, da erzählte ein Guide, welche berühmte Autorin sich dort von den Gräbern die Namen für ihr Buch holte. Ruth rät Jo, sich mit Lucy zu treffen und sich mit ihr zu versöhnen, aber wird sie das wirklich wollen? Sie muss sich erst einmal selbst finden, wenn man weiß wo man hingehört, ist das Leben viel leichter.

Ein spannender Pageturner ist der Plot nicht, sieht man von Ruths Geheimnis ab, Aber er ist so zu Herzen gehend geschrieben, da hatte ich Schwierigkeiten das Buch aus der Hand zu legen. Man denkt über das eigene Leben nach. Über Freundschaft und dass es nie zu spät ist, neu anzufangen. Hatte von der Autorin zuvor noch nichts gelesen, aber ihr Schreibstil gefällt mir gut. Wer gerne liebenswerte Geschichten liest, dem empfehle ich das Buch gerne weiter.

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Veröffentlicht am 12.11.2024

HaPe und die Familienchronik

Gebt mir etwas Zeit
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Gebt mir etwas Zeit. HaPe Kerkeling begibt sich tief in die Geschichte seiner Ahnen ein. Woher kommt er, was prägt ihn und wo geht seine Reise hin?

Sehr ausdrucksvoll berichtet er, wie er als kleiner ...

Gebt mir etwas Zeit. HaPe Kerkeling begibt sich tief in die Geschichte seiner Ahnen ein. Woher kommt er, was prägt ihn und wo geht seine Reise hin?

Sehr ausdrucksvoll berichtet er, wie er als kleiner Bub seinen Wissensdrang auf die Welt entdeckte. Er wollte schon immer wissen, woher seine Vorfahren kommen.

Interessant, dass seine niederländischen Wurzeln bis ins 12.Jh. Zurückzuverfolgen sind. Er muss unbedingt holländisch lernen, seit er sich seiner niederländischen Gene bewusst war. Eigentlich war bei seinen Ahnen alles dabei, vom Kaufmann Seemann bis zum Adel in England. Und wie war das mit dem Hutladen von Cornelis Kerkeling in Amsterdam? Welches Geld wurde da neben den Hüten verdient?
Ein wahrhaft verrücktes Puzzle einer turbulenten Familie, was er da so alles zusammenstellen konnte. Schon sehr auffallend, wie weit entfernt seine Stammtafel zurückreicht.

Unterhaltsame Themen ergreifend und mit einem Schuss Humor beschrieben. Herkelings Sinn für Komik mochte ich schon immer. Der Titel verwirrte mich erst ein wenig aber je weiter ich ins Buch eintauchte verstand ich warum es diesen Titel gibt. Wobei die Geschichten seiner Ahnen aus früheren Jahrhunderten eher fiktiv waren, sind seine Erzählungen aus den Achtzigern wahr. Er litt unter seiner Homosexualität und konnte diese nicht ausleben. Viele gingen damals nach Amsterdam, weil man dort queere Menschen toleranter behandelte. Seine große Liebe zu seinem Freund, den er dort kennen und lieben lernte und der später an Aids starb. Was er da berichtete, hat mich schon tief erschüttert, das muss für ihn nicht einfach gewesen sein. Am Ende bleibt nur noch, sich dem Schicksal zu ergeben und die Hoffnung, dass man sich nicht angesteckt hat. Solche privaten Dinge mit uns Leser*innen zu teilen ist ihm ganz sicher nicht leicht gefallen. Das mit seiner Mutter muss ja auch sehr schlimm gewesen sein, wie verarbeitet man das nur?

Es gibt auch lustige Episoden, besonders wenn ich an das Gespräch mit Oma Bertha denke, wo ein interessantes Geheimnis gelüftet wurde. Kann das sein? Oder ist es Wunschdenken? Diese Entdeckung würde ja unseren Hans Peter noch ein Stückchen höher heben. Überhaupt hat mir das Buch diesen Entertainer und sein Leben noch ein Stück näher gebracht. Einiges mag sicher etwas übertrieben sein, aber ich hatte sehr gute Unterhaltung.

Von mir gibt es eine uneingeschränkte Kauf- und Leseempfehlung für dieses wunderbare Lesevergnügen

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Veröffentlicht am 07.11.2024

Über Bräuche und Traditionen

Magisches Räuchern und gestohlene Maibäume
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Bräuche und Traditionen begleiten die Menschen im Alpenraum seit jeher. Strukturiertes Leben und kulturelles Miteinander.

Gepflegte Traditionen wie die kunstvollen Palmbuschen oder den Kopfschmuck der ...

Bräuche und Traditionen begleiten die Menschen im Alpenraum seit jeher. Strukturiertes Leben und kulturelles Miteinander.

Gepflegte Traditionen wie die kunstvollen Palmbuschen oder den Kopfschmuck der Alm Sammler, um nur einige zu nennen, all das war mir neu. Auch wenn Jahrhunderte vergehen, aber Gebräuche und Traditionen vergehen nicht. Wie bei uns die Sternsinger von Tür zu Tür gehen sind es dort im Alpenraum die Kinder beim Kasmandlfahren die von Haus zu Haus laufen um ihre Erzählungen vorzutragen.

Rituale gibt es viele, wie uns der Autor hier berichtet, aber sie sind gebietsweise sehr ungleich. Diese alten Traditionen spiegeln das historische ethnische Leben in den Regionen wider. Gläubige Christen beten an Fronleichnam mit den Füßen, die Zauberkräfte in der Asche des Johannisfeuers, den Kirtag auf dem Jahrmarkt oder das magische Räuchern in den Rauhnächten. In früheren Zeiten glaubte man viel an Gottheiten und Patrone wie den heiligen Antonius, den man um Hilfe bat. Auch wichtige kirchliche Feste werden erläutert.

Ein harmonisches aber auch sentimentales Buch zum innehalten. Über Sinn und Bedeutung von Zeremonien in den Alpendörfern. Der Autor selbst ist christlich erzogen und berichtet in diesem Buch auch von eigenen Ritualen.

Mir hat die Lektüre gut gefallen und ich empfehle diese gerne weiter, besonders an jene, die sich für alte Bräuche und Überlieferungen interessieren.

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