Madge, ein Mädchen aus den gehobeneren Kreisen, nimmt uns im Roman "Der Eispalast - Die Kür ihres Lebens" von Rena Rosenthal, dem 2. Band der Eispalast-Reihe, mit auf ihren Weg zu Ruhm und der wahren Liebe. ...
Madge, ein Mädchen aus den gehobeneren Kreisen, nimmt uns im Roman "Der Eispalast - Die Kür ihres Lebens" von Rena Rosenthal, dem 2. Band der Eispalast-Reihe, mit auf ihren Weg zu Ruhm und der wahren Liebe. Wir erleben, wie Madge einen früheren Fehler versucht auszubügeln, in dem sie ihre Geschwister auf die kommende Eislauf-Weltmeisterschaft vorbereitet. Sie selbst kann als Frau nicht antreten, da es zu der Zeit nur Männern erlaubt war, allein zu fahren. Frauen durften dies nur in männlicher Begleitung. Während ihren Aufenthalten in der Eislaufhalle lernt Madge die junge Julianna kennen - ein Kämpferin für das Frauenrecht. Trotz der unterschiedlichen politischen Einstellung entwickelt sich zwischen den beiden jungen Frauen eine innige Freundschaft, die beiden die Kraft gibt, Grenzen zu überschreiten.
Der Roman basiert auf einigen historischen Fakten, die im Anhang an den Roman von der Autorin anschaulich dargestellt werden. Durch die leichte und gut verständliche Schreibweise ist es für den Leser ein leichtes, sich tief in die Erzählung des Romans fallen zu lassen und gemeinsam mit den beiden Frauen, die ihre Geschichte abwechselnd in der Ich-Perspektive erzählen, zu erleben. Besonders spannende Momente ergeben sich immer dann, wenn die Möglichkeiten der unterschiedlichen Gesellschaftsschichten, in denen Madge und Julianna leben, oder aber die Rechte der Frauen auf den Willen der Frauen treffen. Hier erfährt der Leser, was sich in den letzten Jahrzehnten getan hat und woher wir letztendlich gekommen sind.
Der Roman ist eine klare Empfehlung für jeden, der gerne Romane über die Begebenheiten in den vergangenen Jahrhunderten liest und sich von starken Frauen auf ihrem Weg zu einem selbstbestimmten Leben mitreißen lassen möchte.
Stell dir vor, du bekommst plötzlich eine Nachricht, dass du geerbt hast und den Verstorbenen nicht kennst.
So, oder so ähnlich erlebt es Maike in dem Roman "Hotel in den Wolken" von Mara Konrad. Maike ...
Stell dir vor, du bekommst plötzlich eine Nachricht, dass du geerbt hast und den Verstorbenen nicht kennst.
So, oder so ähnlich erlebt es Maike in dem Roman "Hotel in den Wolken" von Mara Konrad. Maike ist mit ihrem Freund in ihren Wohlfühlskiort und erfährt, dass sie im Nachbarort ein verfallenes Hotel geerbt haben soll. Nun steht sie vor der großen Frage, was sie mit dem baufälligen Gebäude anstellen soll. Auf ihrer Suche nach der Antwort lernt sie einige Menschen kennen, die im und von dem alten Hotel noch heute leben. Maike beginnt, die Geschichte des Hotels und ihrer eigenen Vergangenheit zu erforschen und macht dabei so manche unerwartete Entdeckung.
Die Autorin nimmt uns in ihrem Roman mit in die Vergangenheit und erzählt von den für manche Menschen einschränkenden Bedingungen und den meist schwierig zu bewältigenden Konsequenzen, mit denen diejenigen zuzrecht kommen mussten, die entgegen dieser Bedingungen gehandelt und gelebt haben. M. Konrad schreibt ihren Roman in einem gut zu lesenden Schreibstil, was es dem Leser ermöglicht, sich vollkommen auf den Roman einzulassen. Sie erschafft ein großes Spektrum an Personen, zu denen der Leser große Sympathien, aber auch Antipathien entwickeln kann. Insbesondere die Passagen der Vergangenheit sind sehr bildhaft und anschaulich beschrieben.
Das Buch ist eine absolute Leseempfehlung für jeden, der gerne Romane liest, die die Gegenwart mit der Vergangenheit verknüpfen und so insgesamt ein lebendiges Bild erschaffen. Ich werde es mit Sicherheit noch einmal lesen.
Der historische Kriminalroman "Der Herzschlag der Toten" von Ralf H. Dorweiler spielt im Jahr 1887 im aufstrebenden Hamburg. Die Speicherstadt wird gerade errichtet und die Stadt rüstet sich auf seine ...
Der historische Kriminalroman "Der Herzschlag der Toten" von Ralf H. Dorweiler spielt im Jahr 1887 im aufstrebenden Hamburg. Die Speicherstadt wird gerade errichtet und die Stadt rüstet sich auf seine größer werdenden Rolle im weltweiten Handel.
In einem alten Kontor wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, die mit mehreren Messerstichen in den Rücken zu Tode gekommen ist. Die Richterstochter Johanna Ahrens findet heraus, dass es sich bei der Toten um eine ihrer Schülerinnen handelt. Johanna unterrichtet hinter dem Rücken ihrer Eltern in den schlechteren Vierteln Hamburgs arme Frauen in Schreiben und Rechnen. Gepackt durch ihre Neugier, wer für den Mord verantwortlich ist, macht sich Johanna auf die Suche nach Antworten und lernt dabei einerseits den jungen, gerade beförderten Criminalcommissar Hermann Rieker kennen und andererseits einen Totenfotografen, dessen Erfahrungen im Umgang mit Leichen ihr entscheidende Hinweise auf den Mörder geben können.
Der Roman ist der erste aus einer angekündigten Reihe von historischen Kriminalromanen von Ralf H. Dorweiler. Seine bisherigen Romane sind alles in sich geschlossene Bücher, so dass er sich mit diesem Roman auf Neuland wagt. Die Vorliebe für historische Genauigkeit merkt der Leser das ganze Buch hindurch, nicht nur durch die Verwendung eindrücklicher Beschreibungen sondern auch durch die Verwendung zeitgenössischer Begrifflichkeiten und Schreibweisen, aufgelockert durch typische Begriffe der "Hamburger Schnauze" und aus dem Plattdeutschen. Diese Mischung macht es dem Leser leicht, dem Fluss der Geschichte zu folgen und erzielt auch in so mancher spannenden Situation den ein oder anderen Schmunzler.
Die agierenden Figuren fügen sich sehr gut nachvollziehbar in den historischen Kontext ein. So ist es dem Leser ein leichtes, beispielsweise die Anforderungen an eine junge Frau aus dem gehobeneren Kreis der Gesellschaft und auch die sich daraus ergebenden Schwierigkeiten nachzuvollziehen.
In der Figur der Johanna Ahrens hat R.H.Dorweiler eine junge Frau geschaffen, die sich durchaus über die Vorzüge ihrer Stellung als Tochter eines Richters im Klaren ist. Dennoch hat sie den Blick für den schlechter gestellten Teil der Bevölkerung, insbesondere der Frauen, nicht aus dem Auge verloren und setzt sich eben für diese Frauen ein, indem sie ihnen auf eigene Kosten und mit einem gewissen Risiko das Lesen, Schreiben und Rechnen beibringt. Sie wagt es allerdings nicht, sich den Frauen gegenüber als diejenige auszugeben, die sie in Wirklichkeit ist. Durch die selbstständige Ermittlung in dem Mordfall ihrer Schülerin zeigt sich auch hin und wieder eine gewisse Naivität und Unbedarfheit, die durchaus aus ihrer Erziehung resultieren kann. Es gibt Situationen in dem Roman, in der sie nicht über die möglichen Konsequenzen ihres Handelns nachdenkt und dadurch sich und auch den Erfolg der Ermittlung in Gefahr bringt. Dennoch ist Johanna in ihren ganzen Wesen eine wirklich liebenswerte Figur, mit der der Leser mitfiebert und versucht, dem Mörder auf die Schliche zu kommen.
Der junge Criminalcommissar Hermann Rieker wurde gerade erst befördert und der Mord an der jungen Gelegenheitsprostituierten Ansje ist sein erster Fall, in den er sich mit viel Herzblut "reinhängt". Leider stößt seine Beförderung dem ein oder anderen Kollegen ein wenig sauer auf, so dass sie versuchen ihm Steine in den Weg zu legen. Im weiteren Verlauf erfährt der Leser, dass es nicht nur die Beförderung an sich ist, die den Kollegen an Rieker nicht gefällt. Auch an dieser Stelle hat es R. H. Dorweiler geschafft zu zeigen, wie viel es damals galt, wo man herkommt und wer man dadurch sein durfte. Menschen aus anderen Gesellschaftsschichten hatten es oft mehr als schwer in eine andere Gesellschaftsschicht aufzusteigen. Rieker ist sich seiner Vergangenheit sehr bewusst und hat deswegen in manchen Situationen noch Schwierigkeiten, sich zu behaupten und für seine Sache einzustehen. Im Laufe des Romans kann der Leser der Entwicklung des jungen Commissars beiwohnen und mit ihm gemeinsam seine Entwicklungsschritte durchleben.
R. H. Dorweiler ist es mit diesem Roman gelungen, das Hamburg zur Kaiserzeit wieder auferstehen zu lassen und den Leser mit auf eine Reise zu nehmen, bei der die Spannung konstant gehalten und mit eingängigen Beschreibungen von Gerüchen, Schmutz und den damals vorherrschenden Lebensbedigungen atmosphärisch erlebbar gemacht wird.
Mir persönlich ist es sehr schwer gefallen, den Roman, wenn auch nur kurz, aus der Hand zu legen, weil ich gedanklich so im damaligen Hamburg von Johanna und Hermann gefangen war und den Fall unbedingt mit den beiden lösen wollte. Die Mischung aus Schauer, Zeitgeist, Wortwitz und Humor des Autors haben für mich den Roman zu einem absoluten Pageturner werden lassen und ich bin heute schon gespannt darauf, wie es im zweiten Fall weitergehen wird.
Isabell hat sich schweren Herzens dazu entschieden, den geplanten Urlaub mit ihren Freund in der Bretagne alleine anzutreten, da er sich kurz vor der Abreise von ihr getrennt hat. Sie hofft, die vier Wochen ...
Isabell hat sich schweren Herzens dazu entschieden, den geplanten Urlaub mit ihren Freund in der Bretagne alleine anzutreten, da er sich kurz vor der Abreise von ihr getrennt hat. Sie hofft, die vier Wochen nutzen zu können, um ihr altes Leben zu sortieren und sich darüber klar zu werden, wie es nun eigentlich für sich weitergehen soll. Und dann läuft ihr dieser verführerische Bretone über den Weg...
Hanna Holmgren schafft es ganz wunderbar die Gefühle, die einen nach dem Ende einer langjährigen Beziehung umtreiben, einzufangen und nachvollziehbar darzustellen. Der Leser kann sich sehr gut in die Zweifel und Unsicherheiten der Protagonistin einfinden. Ich habe von Anfang an mit Isabell mitgefühlt und konnte das Buch nur schwerlich aus der Hand legen. Auch die Unsicherheiten darüber, wann ein Neuanfang nach einer gescheiterten Beziehung sinnvoll ist, sind gut nachvollziehbar.
Ich habe das Buch in einem Rutsch weggelesen und bin gerade ernsthaft am Überlegen, ob ich nicht vielleicht doch einmal in die Bretagne reisen möchte. Denn das Buch hat es zudem auch durch seine schöne Beschreibung der Umgebung geschafft, bei mir die Reiselust zu wecken. (Für diejenigen, die eine Reise gar nicht erwarten können, finden sich übrigens auch leckere Rezepte im Anhang.)
Für mich ist das Buch eine klare Leseempfehlung für jeden, der gerade Gefühle in einer heimeligen, sehnsuchtsvollen Umgebung braucht.
Norderneyin den 50er Jahren - die ganze Insel ist britisch besetzt. Das Leben ist von den Schwierigkeiten der Nachkriegszeit und der Besatzung geprägt. Mut, Zusammenhalt und der Wunsch nach einer besseren ...
Norderneyin den 50er Jahren - die ganze Insel ist britisch besetzt. Das Leben ist von den Schwierigkeiten der Nachkriegszeit und der Besatzung geprägt. Mut, Zusammenhalt und der Wunsch nach einer besseren Zukunft sind die Dinge, die die Einheimischen antreiben und sie dazu veranlasst, aus der aktuellen Situation das beste zu machen.
Der Band "Das Kurhotel auf Norderney - Wellen der Hoffnung" ist der dritte von der auf vier Bände angelegten Reihe der Autorin. Während in den ersten Bände sich das Hotel noch im Aufbau befindet, hat es in diesem Band die goldenen Zeiten aufgrund des Weltkrieges und der aktuellen politischen Lage einbüßen müssen. Claudia Schirdewan schafft es in beeindruckender Weise, die zu der Zeit herrschende Stimmung auf der Insel innerhalb der einzelnen Generationen eindrücklich einzufangen. Auch der Alltag mit der Besatzermacht ist für den Leser gut nachzuempfinden und zeigt ganz eindrücklich die herrschenden Probleme der damaligen Zeit auf.
Das Buch ist zwar der dritte Band einer Reihe, kann aber auch gut ohne Vorkenntnis der vorangegangenen Bände gelesen werden. Ich werde auf jeden Fall noch die ersten beiden Bände lesen, um meinen Eindruck zu vervollständigen und auch weiterhin meine Sehnsucht nach den friesischen Inseln zu stillen.