Cover-Bild In die andere Richtung jetzt
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26,00
inkl. MwSt
  • Verlag: C.H.Beck
  • Themenbereich: Lifestlye, Hobby und Freizeit - Reiseberichte, Reiseliteratur
  • Genre: Sachbücher / Politik, Gesellschaft & Wirtschaft
  • Seitenzahl: 272
  • Ersterscheinung: 20.11.2024
  • ISBN: 9783406819698
Navid Kermani

In die andere Richtung jetzt

Eine Reise durch Ostafrika
Ein großartiger Reporter - neugierig, offen und schwer zu ermüden. Frankfurter Allgemeine Zeitung

Navid Kermani ist vom Süden Madagaskars bis in die Nuba-Berge im Sudan gereist. Behutsam, am einfühlsam beobachteten Detail, läßt er den Osten Afrikas lebendig werden. Aber zugleich, aus neuer Perspektive, denkt Kermani über die Themen auch unserer Gegenwart nach, über Klimawandel, Krieg, Entwicklung und Identität sowie die grundsätzlichen Fragen der Existenz.

Bis heute gilt Afrika als der «vergessene Kontinent», dabei ist es spätestens seit dem 19. Jahrhundert vor allem der umkämpfte Kontinent. Europäische Kolonialmächte haben hier tiefe Wunden hinterlassen. Der arabische Norden trägt seine Religion und Kultur in den Süden, oft mit Gewalt. China und der Westen konkurrieren um Bodenschätze und Einfluß. Vergessen ist Afrika vor allem da, wo es nichts zu holen gibt, etwa auf Madagaskar. Hier haben die Vereinten Nationen die erste Hungersnot deklariert, die vom Klimawandel verursacht wurde. Hier beginnt die Reise, die Navid Kermani für DIE ZEIT unternommen hat. Sie führt ihn weiter über die Komoren, Mosambik, Tansania, Kenia und Äthiopien bis in den Sudan. Wo andere Schriftsteller Ursprünglichkeit suchten, entdeckt Kermani Bevölkerungen und Kulturen in Bewegung, oft auf der Flucht vor Krieg und Dürre. Vor allem aber haben sie schon immer kreativ neue kulturelle Einflüsse aufgegriffen und zu etwas Eigenem gemacht. Das zeigt sich nirgends so deutlich wie in der Musik. Sie bildet den heimlichen roten Faden des glänzend geschriebenen Buches, das einem unwiderstehlichen literarischen Rhythmus folgt.

  • Ein zeitgenössischer Herodot. Rheinische Post
  • Literarisch, neugierig, einfühlsam: Navid Kermanis Reportagen aus Ostafrika
  • Die großen Themen unserer Gegenwart: Klimawandel, Krieg und Kolonialismus
  • Als Zuhörer und Beobachter hat es Navid Kermani zu einer Meisterschaft gebracht, die ihresgleichen sucht. Kölner Stadtanzeiger
  • Kermanis Gabe, tief zuzuhören und bewußt zu sehen, ist eine seltene, die in Zeiten von Fanatismus, Fake News und Fremdenangst Gold wert ist. REPORTER

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.11.2024

hautnah. lebendig. wichtig.

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85% der Weltbevölkerung machen nur 11% der Berichterstattung in Deutschland aus, schreibt der Reporter Navid Kermani. Kein Wunder, dass das Wissen über den Globalen Süden gering und einseitig ist. Auch ...

85% der Weltbevölkerung machen nur 11% der Berichterstattung in Deutschland aus, schreibt der Reporter Navid Kermani. Kein Wunder, dass das Wissen über den Globalen Süden gering und einseitig ist. Auch er, der Islamwissenschaftler und Schriftsteller ist, kennt sich bislang mit Ostafrika wenig aus. Deswegen reist er dort hin und trifft Menschen, die ihm vom Alltag berichten – in Madagaskar, Mosambik, Sudan, Kenia, Äthiopien und Tansania.

Es sind keine schönen und hoffnungsvollen Geschichten, die ihm erzählt werden. Sondern sie handeln von Hunger, Vergewaltigung, Dürre, Gewalt, Krieg. Der europäische Kolonialismus, korrupte Eliten, Klimawandel, Fundamentalismus und wirtschaftliche Interessen an Bodenschätzen werden als Gründe für die fatalen Lebensumstände genannt.

Er hätte auch von den vielen positiven Geschichten und Begegnungen schreiben können, sagt Kermani. Von Gelassenheit, Freundlichkeit, den Umgang mit Kindern, spektakulären Landschaften oder jahrtausende alten Kulturen. Doch das wäre ein anderes Buch gewesen. Denn: „es war nicht meine Aufgabe, die Schönheit zu beschreiben oder auch nur die Normalität. Der ganze Anlass der Reise war schließlich, dass in Madagaskar Hunger herrschte, und bei uns bekam es kaum jemand mit. Es stimmt, ich hatte mir vorgenommen, auch über das Leben zu schreiben, aber dann erschien mir die Not so viel dringlicher.“ (S. 267).

»In die andere Richtung jetzt. Eine Reise durch Ostafrika« beruht auf Kermanis Reportagen für die ZEIT, in denen er sich auch den Raum nimmt zum Nachdenken und Reflektieren. Leise prangert es die Ungerechtigkeiten an. Dabei lässt der Autor den OstafrikanerInnen den Vortritt, ihre Perspektive zu schildern – ohne mit erhobenen Zeigefinger oder hochtrabend akademischen Duktus zu erklären oder zu kontextualisieren. Nein; das Buch liefert keine Analysen oder Antworten, sondern schöpft seine Kraft durch die hautnahen und lebendigen Erzählungen normaler Menschen. Stolz und resilient erzählen die ProtagonistInnen, wertschätzen ihre Kultur und Heimat und schildern gleichzeitig eindrücklich unvorstellbares Leid. Die Geschichten zwingen uns, nicht wegzusehen. Zwingen uns, sie ernst zu nehmen.

(Rezension zuerst erschienen im HABARI-Magazin des Tanzania Network e.V. 2024/04)

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