Zwischen Oberflächlichkeit und Klischees
Zwischen Ende und AnfangIn ihrer Danksagung spricht Jojo Moyes davon, dass sie für keinen anderen Roman so wenig Recherche betreiben musste. Leider merkt man das auch. Vielmehr griff sie auf platte Klischees zurück und liefert ...
In ihrer Danksagung spricht Jojo Moyes davon, dass sie für keinen anderen Roman so wenig Recherche betreiben musste. Leider merkt man das auch. Vielmehr griff sie auf platte Klischees zurück und liefert einen Roman, der – im Gegensatz zu ihren anderen Werken – keinen Wiedererkennungswert hat.
Die Geschichte von Lila könnte eine Geschichte aus dem wahren Leben sein. Sie ist von Zweifeln geplagt, von Deadlines für die Arbeit, Geldsorgen und dem üblichen (Patchwork-)Familienchaos. Lesen lässt sich die Erzählung gut; mir kam es teilweise so vor, als würde ich mich mit einer guten Freundin austauschen.
Mich haben aber einige Dinge gestört: Lila versinkt regelrecht in ihren Selbstzweifeln und wirkt die ganze Zeit zu überfordert. Mir fehlten hier Tiefe und ein echtes Profil. Als würde Jojo Moyes klassische Themen, mit denen sich der Großteil ihrer Leserschaft identifizieren könnte, zusammenwürfeln und ihnen nicht einmal mehr ihren persönlichen Stempel aufdrücken. Auch die gesamte Handlung des Romans war nichtssagend und eine Aneinanderreihung von: Lila holt ihre Tochter von der Schule ab, Bill kocht, Gene braucht Aufmerksamkeit, und dann gibt es noch zwei weitere Männer, Mr. Good Guy und Mr. Bad Guy.
Für mich war die Handlung also leider zu schwach und einen Mehrwert konnte ich persönlich auch nicht finden. Zwischen all den Klischees und der Abgedroschenheit habe ich mich dennoch für ein paar Lesestunden unterhalten gefühlt und kam an manchen Stellen um ein Schmunzeln oder gar Lachen nicht herum.
»Zwischen Ende und Anfang« wird nicht mein neuer Lieblingsroman von Jojo Moyes, aber das ist in Ordnung. Enttäuscht hat mich der Roman trotz meiner Kritikpunkte nicht.