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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.02.2025

zu distanziert

Wenn wir lächeln
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Die Autorin Mascha Unterlehberg hat mit "Wenn wir lächeln" ein interessantes und dichtes Buch über Freundschaft zweier Mädchen, die sie als Schwesternschaft empfinden geschrieben.

Jara lernt Anto auf ...

Die Autorin Mascha Unterlehberg hat mit "Wenn wir lächeln" ein interessantes und dichtes Buch über Freundschaft zweier Mädchen, die sie als Schwesternschaft empfinden geschrieben.

Jara lernt Anto auf dem Aschenplatz kennen und ordnet sie im ersten Moment als ein Mädchen, mit dem sie normalerweise keinen Kontakt hätte ein. Anto ist anders, sie ist das Mädchen mit dem Baseballschläger unter dem Bett. Unangepasst, laut und irgendwie auch anstrengend. Ihre Mutter hat ausreichend Geld, ist aber für Anto nie greifbar. Wohlstandsverwahrlost habe ich sie empfunden.
In der Welt des Erwachsenwerden fühlen sie sich den Blicken und Anzüglichkeiten der Männer ausgesetzt und ihre Wut, wächst von Seite zu Seite mehr.

Der Schreibstil der Autorin war sehr gewöhnungsbedürftig und verlangte mir eine große Menge an Konzentration ab. Besonders das Fehlen der wörtlichen Rede im Dialog hat mich irritiert, denn dadurch konnte ich keine wirkliche Nähe zu den Protagonistinnen aufbauen. Stellenweise waren mir die Geschehnisse etwas zu konstruiert und die Gefühle von Jara zu Anton fanden mir zu wenig Beachtung, und wurden nur rudimentär angedeutet.

Ein mit Sicherheit gutes Buch über eine Freundschaft, doch insgesamt konnte es mich leider nicht wirklich erreichen.

Veröffentlicht am 02.02.2025

etwas schleppend

Dorn. Hotel der Angst
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Mit "Zimmer 103" beginnt eine neue Reihe des Autors Jan Beck um den Kriminalpsychologen Simon Dorn und die Ermittlerin Lea Wagner.

Der Einstieg in die Geschichte war mit der Ermordung von Karla ...

Mit "Zimmer 103" beginnt eine neue Reihe des Autors Jan Beck um den Kriminalpsychologen Simon Dorn und die Ermittlerin Lea Wagner.

Der Einstieg in die Geschichte war mit der Ermordung von Karla Hofbauer sehr spannend. Sie ermittelte in Cold Cases und war dem Kronenmörder, der vor 3 Jahren bestialisch mordete, auf der Spur. Unterstützung bekam sie von Simon Dorn, der sich nach einem schweren Schicksalsschlag in das geschlossene Hotel seiner verstorbenen Eltern zurückgezogen hat. Er verlässt es nicht und wirkt auf den ersten Blick nicht gerade sympathisch.

Es gibt noch einige Leichen und der Täter von damals scheint wieder sehr aktiv.

Erzählt wird die Geschichte auf verschiedenen Zeitebenen und aus unterschiedlichen Perspektiven. Teilweise verwirrten mich die Sprünge, nach einer längeren Lesedauer legte sich dies aber schnell.

Die Figuren haben in meinen einiges an Potential, auch wenn mich dieser Band nicht komplett überzeugen konnte, werde ich den Folgeband lesen.

Veröffentlicht am 05.01.2025

nicht ganz so toll

Blutrotes Karma
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"Blutrotes Karma" von Jean-Christophe Grangé habe ich mit Spannung erwartet, da ich die Bücher des Autors sehr gerne lese und mir einiges vom Thema in einen Thriller verpackt versprochen habe.

Das ...

"Blutrotes Karma" von Jean-Christophe Grangé habe ich mit Spannung erwartet, da ich die Bücher des Autors sehr gerne lese und mir einiges vom Thema in einen Thriller verpackt versprochen habe.

Das Buch spielt in der Zeit der großen Studentenproteste in Paris. Der Autor geht sehr auf die politischen Gegebenheiten zu dieser Zeit ein und beschreibt diese sehr detailliert und lange. Dies hat mir die Spannung doch sehr genommen. Die Ermittlungen ziehen sich dadurch für mich sehr in die Länge, auch wenn mich geschichtliche Thriller immer sehr interessieren, hat mich der Autor hier streckenweise verloren.

Gleichzeitig schafft Grangé es dennoch eine dichte Atmosphäre zu schaffen, die ihn in seinen Büchern zu Eigen ist und lässt mich nach dem Lesen des Buches doch etwas gespalten zurück.

Für einen Thriller fehlte mir hier eindeutig die Spannung, die Atmosphäre und der Blick auf die Gesellschaft ist hingegen prima getroffen.

Veröffentlicht am 20.11.2024

weniger wäre mehr gewesen

Mein Name ist Barbra
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Als Bewunderer von Barbra Streisand habe ich mich sehr auf die von ihr verfassten Memoiren gefreut. Die Seitenanzahl ist schon eine Herausforderung und ich bin froh ein E-Book Exemplar bekommen zu haben.

Die ...

Als Bewunderer von Barbra Streisand habe ich mich sehr auf die von ihr verfassten Memoiren gefreut. Die Seitenanzahl ist schon eine Herausforderung und ich bin froh ein E-Book Exemplar bekommen zu haben.

Die ersten Kapitel waren interessant und haben mir einen Einblick in das Leben der für mich Ausnahmekünstlerin gegeben. Ihre Kindheit in Brooklyn und das Verhältnis zu ihrer Mutter. Sie wurde von ihrer Mutter nie als die wahr genommen, die sie sein wollte und wurde: Nämlich eine Schauspielerin-keine Sängerin. Sie bekam von ihr immer nur negative Kommentare: Du bist nicht schön-Du wirst nichts erreichen!

Danach verliert sie sich leider in detaillierte Beschreibungen ihrer Garderobe (welches Kleid mit welchem Gürtel wann...) und Gespräche werden in bis ins Kleinste seziert. Dies hat mich nach einer Weile sehr ermüdet, ebenso gelangweilt. Ganz zu schweigen von den oberflächlichen Beschreibungen ihrer Männer und unzähligen Affären. In diesem Bereich hätte ich mir mehr Menschlichkeit und Empathie in ihrer Erzählung gewünscht.

Nach ihrem Auftritt in Deutschland, der für normal verdienende Menschen nicht bezahlbar war, hatte sich mein Bild von Frau Streisand schon etwas geändert. Nachdem ich hier nun erfahren habe, dass sie nur aufgetreten ist, um sich ein Bild kaufen zu können, hat sich dieses Bild noch mehr verfestigt.

Sie schafft es in ihrer Biografie immer wieder subtil darauf hinzuweisen, wie klug, wie intelligent und besonders sie ist. Für mich stellt sich immer mehr heraus, dass Frau Streisand ein absoluter Kontrollmensch ist, und sie, um Konflikten aus dem Weg zu gehen, letztendlich auch Regisseurin wurde.

Mich lässt das Buch ambivalent zurück. Hier beschreibt eine ohne Frage Ausnahmekünstlerin ihr Leben, verliert sich dabei allerdings zu sehr im Detail . Das Buch hätte gut und gerne um 300 Seiten gekürzt werden können. Ein bisschen mehr wirklich privates hätte mich auch gefreut.

Für echte Fans wahrscheinlich ein Genuss.

Veröffentlicht am 05.11.2024

zäh

Im Unterholz
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Bei "Im Unterholz" handelt es sich um den schwedischen Debütkrimi von Sara Strömberg und stellt den Auftaktband um die Journalistin Vera Bergström dar.

Vera Bergström, nach der Trennung von ...

Bei "Im Unterholz" handelt es sich um den schwedischen Debütkrimi von Sara Strömberg und stellt den Auftaktband um die Journalistin Vera Bergström dar.

Vera Bergström, nach der Trennung von ihrem Mann und Kündigung ihres Jobs als Aushilfslehrerin tätig, hängt gefühlsmäßig irgendwo zwischen Wechseljahrsbeschwerden und Depressionen. Anfangs hat mich die Beschreibung ihrer psychischen Gesundheit noch angesprochen, leider zieht sie sich durch das ganze Buch und nimmt ihm dadurch einiges an Spannung. Nachdem eine Frauenleiche gefunden wird, bekommt Vera von ihrem alten Chef eine neue Chance: Sie soll darüber berichten und recherchieren. Die Aufgabe tut Vera sichtlich gut und sie läuft teilweise zu ihrer alten Form auf.
Dabei übersieht sie die Gefahr, in die sie sich begibt und spielt dadurch mit dem Feuer.

Der Krimi wurde hochgelobt und angepriesen, bedauerlicherweise konnte er mich nicht durchweg überzeugen. Die Spannung wurde durch die Nebenerzählungen konsequent durchbrochen.
Einen zweiten Band werde ich nicht lesen.