Man sollte meinen, dass man zumindest über den eigenen Körper alles weiß, was es zu wissen gibt. Schließlich gehört er schon das ganze Leben zu einem und wird das auch noch bis zum Ende weiterhin tun. ...
Man sollte meinen, dass man zumindest über den eigenen Körper alles weiß, was es zu wissen gibt. Schließlich gehört er schon das ganze Leben zu einem und wird das auch noch bis zum Ende weiterhin tun. Dass dieses große Ziel nicht erreicht ist, merkt man spätestens, wenn Frau beim Zwicken während der Menstruation oder anderen Beschwerden Doktor Google um Rat fragen muss. Und wem geht es nicht ab und an so. Mir jedenfalls ist dieses Vorgehen durchaus bekannt und ich habe beschlossen, mit diesem Sachbuch Abhilfe zu schaffen und mir viele Informationen zu meinem Körper aus einer seriösen Quelle anzueignen.
Das große Gynbuch bietet da eine Ansammlung an allem, was Frau über den eigenen Körper wissen sollte oder sich vielleicht schon immer gefragt hat. Wer jetzt Sorge hat, es mit einem dicken Medizinwälzer in erschreckend wissenschaftlicher Sprache zutun zu bekommen, den kann ich beruhigen. Das Buch hat den Schreibstil einer netten Frauenärztin, die auf eine einfache Frage, eine einfache, aber fundierte Antwort gibt, die auch wir Nicht-Mediziner verstehen können. Dabei sind die Themen nach einfachen Oberbegriffen geclustert und durch Unterkapitel angereichert. Daher kann man sich bei einer Frage, ganz leicht durch das Inhaltsverzeichnis zum entsprechenden Kapitel navigieren. Die Texte bieten für mein Verständnis genau den richtigen Informationsgehalt und schaffen es, die meisten Fragen zu antizipieren und direkt mit zu beantworten. Auch die zusätzlichen Erklärboxen und Infografiken fand ich sehr hilfreich.
Insgesamt ein Buch, das für mein Verständnis jede Frau gelesen haben sollte!
Dass sich während der Besatzungszeit in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg junge deutsche Mädchen in britische oder amerikanische Soldaten verliebten, habe ich auf meinen bisherigen Streifzügen durch ...
Dass sich während der Besatzungszeit in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg junge deutsche Mädchen in britische oder amerikanische Soldaten verliebten, habe ich auf meinen bisherigen Streifzügen durch historische Romane durchaus schon gelesen. Wie solche Verbindungen gesellschaftlich gesehen wurden und wie schwer es vor allem war, dass die deutschen Verlobten ihren Geliebten in die USA folgen durften, wusste ich allerdings nicht. Mit im Warten sind wir wundervoll habe ich unheimlich viel über die sogenannten War Brides lernen dürfen. Die Geschichte hat mich emotional berührt und war durch ihren Bezug zur Gegenwart besonders spannend für mich.
Wir lernen zu anfangs des Buches Luise Adler kennen, wie sie mit ihrer Familie die Besatzungszeit erlebt. Mit der Zeit und aus der Not heraus, verschafft sie sich einen Job bei den amerikanischen Besatzern als Zeitungsausträgerin. So lernt sie auch Jo Hunter kennen, den amerikanischen Soldaten, in den sie sich später verliebt. Sie folgt ihm bis in die USA, wo sie bange Tage verbringen muss, weil er sie nicht, wie geplant, abholt. Und als wäre diese Vergangenheit, die sich an den echten War Brides orientiert, nicht aufregend genug, gibt es auch noch eine Gegenwartsschiene in der Erzählung. In ihrem Zentrum steht die Enkelin von Luise, die ebenfalls wegen eines Mannes in die vereinigten Staaten gereist ist. Auch bei ihr läuft es anders, als sie sich das vorgestellt hatte.
Für mich war diese Geschichte sehr emotional. Einerseits wird die Atmosphäre im Nachkriegsdeutschland sehr nahbar herübergebracht, sodass ich die Stimmung gut nachempfinden konnte. Andererseits lernen wir zwei Frauen kennen, die bereit sind, für die Liebe alles zu opfern und die sich damit sehr verletzlich machen. Sie sind stark in ihren Entscheidungen und doch weich, weil sie ihre Träume teilen und auf die Liebe hoffen. Die gewisse Spannung kam dadurch in die Geschichte, dass man bei Luises Enkelin nicht wusste, wie es mit ihrem Verlobten ausgeht und wie sich ihr Verhältnis zu dem fremden Mitreisenden entwickelt. Dagegen fiebert man bei Luise selbst mit, weil man schon zu Anfang erfährt, dass sie am Flughafen nicht abgeholt wird. Danach aber bekommen wir zunächst die ganze Kennlerngeschichte aus Deutschland von Jo und Luise erzählt, bis schließlich die Auflösung folgt, was aus Luise in den USA wird. Dieser Spannungsbogen hat mir sehr gut gefallen. Ebenso mochte ich die zwei Zeitschienen der Erzählung sehr gerne.
Für mich war das eine wirklich gelungene, emotionale Geschichte zweier starker Frauen, die ihren Herausforderungen auf ganz ähnliche, anpackende Weise mutig begegnen.
Zu Weihnachten gelten bei mir andere Romanbewertungskriterien als das restliche Jahr über. Denn normalerweise bin ich der erste, der es realistisch haben möchte und dem es wichtig ist, dass die Handlungen ...
Zu Weihnachten gelten bei mir andere Romanbewertungskriterien als das restliche Jahr über. Denn normalerweise bin ich der erste, der es realistisch haben möchte und dem es wichtig ist, dass die Handlungen der Protagonisten genauso schlüssig sind, als hätten sie im echten Leben stattgefunden. Wenn es aber in Richtung Advent geht, dann mag ich die modernen Weihnachtsmärchen, in denen die Protagonistin oder Protagonist die Extrameile für einen Unbekannten geht oder aus reiner Nächstenliebe jemand unbekanntem einen riesigen Gefallen tut. Und da Friesenmeermagie ein Weihnachtsbuch ist sind wir mit den Kriterien à la Wintermärchen goldrichtig.
Malin ersteigert mit ihrer besten Freundin und Arbeitskollegin aus Jux einen kleinen roten, glänzenden Kinderkoffer bei einer Auktion für verloren gegangene Gepäckstücke der deutschen Bahn. Was sie nicht weiß, ist, dass genau dieser Koffer von der Besitzerin Irma Witt absichtlich abgestellt wurde. Sie hat darin nicht nur die typischen Nordseeurlaubsmitbringsel verstaut, sondern auch einen Brief, in dem sie dem Finder ihr kleines Häuschen in St. Peter Ording vermacht. Schließlich kann sie dort nicht mehr alleine leben und hofft irgendwie auf ein Wunder, dass sie aus dem fernen München, wo sie bei ihrer Tochter untergekommen ist, wieder zurück an die Nordsee bringt. Und jetzt kommen meine Weihnachtsbewertungskriterien: Malin ist hin und weg von dem Brief. Sie setzt Himmel und Hölle in Bewegung, um das Häuschen ausfindig zu machen und es möglich zu machen, dass Frau Witt wieder alleine darin leben kann. Belohnt wird ihr Einsatz durch eine große Portion Knistern und vielleicht durch die große Liebe ihres Lebens.
Für mich ist Friesenmeermagie das perfekte, moderne Weihnachtsmärchen. Denn natürlich würde man unter normalen Umständen bezweifeln, dass jemand aufgrund eines Briefes wirklich die Suche nach einem Haus beginnt. Und vermutlich würde man auch kritisieren, dass jemand ein Haus für einen wildfremden Menschen renoviert. Aber zu Weihnachten liebe ich solche Geschichten der Nächstenliebe. Und so habe ich mit Malin mitgefiebert, ob ihr Plan funktioniert und es ein Weihnachtswunder für Frau Witt geben wird. Das wird durch den besonderen Schreibstil unterstützt, der uns Leser postwendend an die Nordsee transportiert und Atmosphäre schafft. Ich konnte es mir richtig vorstellen und bin richtig in Weihnachtsstimmung gekommen.
Für mich war es ein wunderschönes Leseerlebnis, das ich sehr gerne weiterempfehle an alle, die sich gerne in Weihnachtsstimmung bringen lassen möchten.
Spekulatius den Weihnachtsdrachen kennen wir bislang nur aus der Adventszeit. Denn eigentlich darf er nur während dieser von der Weihnachtsinsel runter und zu den Menschen. In diesem Glauben sind auch ...
Spekulatius den Weihnachtsdrachen kennen wir bislang nur aus der Adventszeit. Denn eigentlich darf er nur während dieser von der Weihnachtsinsel runter und zu den Menschen. In diesem Glauben sind auch seine Menschenkinderfreunde Mathilda und Mats. Doch in diesem Jahr kommt ihr kleiner Drachenfreund ausnahmsweise auch schon im Advent vorbei, um Ihnen bei einem Abenteuer im Wald beizustehen.
Mathilda und Mats sind in der Schule in der Waldgruppe und freuen sich tierisch darauf, mit ihren Schulkameraden und der Lehrerin viel Neues über den Wald zu lernen. Leider begegnet ihnen schon am ersten Waldtag der fiese Freiherr von Freysinn, der sie aus seinem Wald verscheucht und obendrein noch eine Jagd auf die Waldtiere veranstalten will. Das müssen die Kinder verhindern, wobei die Hilfe von Spekulatius nicht fehlen darf.
Dass Spekulatius jetzt nicht mehr nur ein Weihnachtsdrache ist, sondern auch den Herbst unsicher macht, tut der Lesefreude keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil sogar. Es ist eine Freude von dem kleinen Drachen, der mit seinen vielen ös, äs und üs so lustig spricht, zu lesen. Es ist spannend und sehr abwechslungsreich. Man könnte fast sagen, es ist wie ein Kinderkrimi, in dem ein Wilddieb zur Strecke gebracht wird. Unterstützt wird die wendungsreiche Erzählung durch viele bunte Bilder von den beschriebenen Szenen, sodass Spekulatius und seine Freunde leicht vor dem inneren Auge erwachen.
Bei uns kam der Drache wahnsinnig gut an, auch außerhalb der Adventszeit und ich mag die lustige Erzählweise in dieser Buchreihe sehr. Von daher gibt es auf jeden Fall 5 Sterne!
Leben ohne Social Media, ohne Messenger, ja sogar ohne E-Mail-Dienst und ohne Handy – das klingt doch unvorstellbar oder? Zumindest klingt es reichlich konstruiert, denn zumindest ich kenne niemanden meiner ...
Leben ohne Social Media, ohne Messenger, ja sogar ohne E-Mail-Dienst und ohne Handy – das klingt doch unvorstellbar oder? Zumindest klingt es reichlich konstruiert, denn zumindest ich kenne niemanden meiner Generation, der so lebt. Umso neugieriger war ich auf dieses Buch. Schließlich ist es bei Protagonistin Juno genau so, sie lebt komplett analog und nutzt keinerlei digitale Kommunikationsmedien abgesehen vom schnurgebundenen Werkstatttelefon. Wie muss es dann wohl sein, wenn ein Social Media Influencer – also das komplette Gegenteil – in ihre Welt eintaucht, woraus sich sogar Gefühle entwickeln?
Juno betreibt eine Schreinerei, die sie von ihrem Opa übernommen hat und in der sie alte Möbel liebevoll restauriert. Als dann Taro mit einem alten Apothekerschränkchen vor ihrer Tür steht, beginnt deren gemeinsame Geschichte, in deren Verlauf sich die beiden immer sympathischer werden, bis es schließlich gehörig knistert. Was Juno jedoch nicht weiß, ist, dass Taro als Dating Coach auf Youtube sein Geld verdient und in eine leicht fragwürdige Wette hineingerutscht ist. Man hat ihm unterstellt, dass seine Tipps nicht funktionieren würden. Davon angestachelt hat er sich zu einer Wette hinreißen lassen, bei der er mit seinen Flirttechniken die Handynummer einer vorgegebenen Frau ergattern soll. Blöd nur, dass diese Frau ausgerechnet die handylose Juno ist. Obwohl Juno zunächst gar nicht Taros Typ ist und das andersherum genauso zutrifft, verbringen die beiden immer mehr Zeit miteinander. Es entsteht eine Romanze, die es gehörig knistern lässt und die Taro in ganz schöne Gewissenskonflikte bringt.
Vermutlich geht es der ein oder anderen Leser*in ähnlich wie mir, deshalb teile ich zunächst meine Gedanken beim Lesen des Klappentextes. Dieses Buch hat mich magisch angezogen, auch wenn ich gleichzeitig zwei Befürchtungen hatte, was mir eventuell nicht gefallen könnte. Die Anziehung kam daher, weil ich authentische Liebesgeschichten mag, bei denen ich überzeugt sein kann, dass sie genauso geschehen können. Da ich mir schwer vorstellen konnte, wie eine Person meiner Generation komplett ohne Handy, Internet, Social Media und co. zurechtkommt, war ich neugierig, wie die Autorin das wohl umgesetzt hat und natürlich ob es ihr authentisch gelungen ist. Hieraus ergab sich auch direkt meine erste Befürchtung im Sinne von hoffentlich ist es nicht so unrealistisch. Meine zweite Befürchtung bezog sich eher auf die Wette. Ich hatte die Sorge, dass es sich hierbei um eine platte, aber klassische Bad Boy-Erzählung handelt: Ein Bad Boy sucht sich immer wieder Frauen, interessiert sich nicht für ihre Gefühle, sagt sorglos zu einer Wette zu, dass er es nicht schaffen würde, diese spezielle Frau für sich zu gewinnen, verliebt sich in sie und mutiert einfach nur durch die Liebe beflügelt zum Softie. Solche Geschichten liest man vielleicht als Teenie gerne, aber als erwachsene Frau glaube ich an solche Spontanheilungen nicht.
Die Auflösung nehme ich gerne schon vorweg: Das Buch war absolut realistisch und ganz besonders möchte ich die Emotionen loben, die dieses Buch so gut transportiert hat, wie ich es selten erlebt habe. Ich wurde regelrecht mitgerissen. Für mich war auch Junos analoger Lebensstil komplett verständlich. Die Autorin bekommt es sehr gut hin, Junos Sicht nachvollziehbar zu machen, indem immer wieder Details aus ihrem Leben ans Licht kommen, die dies als logische Konsequenz erscheinen lassen. Auch bezogen auf die Wette bin ich ganz begeistert: Da es Kapitel sowohl aus Taros als auch aus Junos Perspektive gibt, wird relativ schnell klar, in welcher Situation Taro steckt. Er ist kein Bad Boy, ganz im Gegenteil, denn er wird von einem Wettbewerber und einigen Follower mehr oder weniger zu der Wette gedrängt. Diese bereitet ihm immer mehr Kopfzerbrechen, weil er moralische Bedenken hat und dennoch keinen Ausweg findet. Das hat dafür gesorgt, dass man Taro ab Seite eins mag und über seine falschen Schritte lediglich den Kopf schüttelt, statt ihn als den Bösen abzustempeln.
Die Liebesgeschichte gefällt mich ebenso deswegen so gut, weil die beiden Protagonisten so unterschiedlich sind. Sie haben zwar Zweifel daran, dass die Unterschiede zusammenpassen, aber sie gehen mit so viel Rücksicht miteinander um und lassen sich auf die Sicht des anderen ein. Dennoch haben sie beide ihre Meinung und begegnen sich auf Augenhöhe. Auch die langsame Entwicklung der Gefühle und die vielen Wendungen, von denen ich keine im Detail vorausgeahnt habe, haben mich überzeugt. Bei Liebesromanen habe ich meistens ab einem bestimmten Punkt eine relativ detaillierte Vorstellung davon, wie die Geschichte weitergeht. Hier hatte ich zwar geahnt, dass die Wette auffliegt und es irgendwie ein Happy End geben könnte, aber alles dazwischen war komplett unvorhergesehen für mich, sodass ich mich richtig gut unterhalten gefühlt habe.
Für mich war Love me like its Yesterday einfach eine wunderbare, andersartige Liebesgeschichte und ein Ausblick in eine Welt ohne Handy, Internet und Social Media, die ich gerne zumindest stundenweise für mich nutzen werde. Greift zu, das war wirklich zum Verlieben schön!