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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.11.2024

Dass es sich nie wiederholen wird, macht das Leben so süß ...

Die Frauen von Maine
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Wo fängt man an, wo hört man auf … bei diesem Roman ist es schwer, den Zeitabschnitt zu definieren, über den man als LeserIn die Frauen begleitet, die mit dem „geheimnisumwitterten“ Haus auf den Klippen ...

Wo fängt man an, wo hört man auf … bei diesem Roman ist es schwer, den Zeitabschnitt zu definieren, über den man als LeserIn die Frauen begleitet, die mit dem „geheimnisumwitterten“ Haus auf den Klippen in Berührung kamen. Viel mehr ist dieses Buch eine Art Aneinanderreihung von Abschnitten – ohne dieser Beschreibung jetzt einen negativen Touch zu verleihen – die viel mehr als das Haus und seine Bewohnerinnen abdeckt. Als Hauptprotagonistin würde ich Jane bezeichnen, eine Frau die sich, selbstverschuldet oder aber auch nicht, in einer Phase ihres Lebens wiederfindet, in der sie allein dasteht, da sie alles verloren hat. Sie vermisst ihren Mann Daniel spürbar, aber auch der Verlust ihres Traumjobs schmerzt mehr, als sie sich eingestehen will. Doch dann entwickelt eine Reise in die Vergangenheit eine Eigendynamik, der sie sich stellen will. Wie bei einem Spinnennetz, werden Fäden gewoben und Charaktere kommen an die Oberfläche, deren Geschichte viel zu lange unerzählt blieb. Eine mystische Reise gepaart mit Problemen der Gegenwart, denen Jane sich stellen muss, nimmt ihren Lauf und nahm mich als Leserin mit in den Nordosten der USA. Eine Reise, die mich in den Bann zog und mich das Buch schwer aus der Hand legen ließ …

Dieser Roman hat gemischte Bewertungen und nachdem ich das Buch zuklappte, konnte ich gut nachvollziehen, woran das gelegen haben möchte. Ich bin der Meinung, dass man zu dieser Geschichte einen persönlichen Bezug finden muss, durch den man sich damit identifizieren kann. Ich konnte für mich einige Parallelen finden und so entwickelte das Buch irgendwann eine Art Sogwirkung auf mich, der ich mich schwer entziehen konnte. Einen Stern muss ich leider abziehen für ein paar Längen und einige Abschnitte, die auf den ersten Blick ein wenig schwer einzuordnen waren. Von mir gibt es also „nur“ vier von fünf Sternen, die dafür umso begeisterter sind. Beim Lesen fragte ich mich manchmal, ob sich ein wenig eigene Erfahrung der Autorin mit in die Geschichte gemischt hat, da sie vieles so authentisch schildert, als hätte sie es live erlebt. Ich nehme jedenfalls einiges mit und bin ziemlich begeistert. Für mich ist es bereits das dritte Buch der Autorin und es wird sicher nicht das Letzte bleiben.

Veröffentlicht am 18.11.2024

Hier wird Geschichte geschrieben ...

Die Lindenterrasse
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„Die Lindenterrasse“ … ich gestehe, diese Lokalität musste ich erstmal ergoogeln. Sie scheint sich ja doch ein wenig außerhalb meiner finanziellen Wohlfühlzone zu bewegen. Umso neugieriger machte mich ...

„Die Lindenterrasse“ … ich gestehe, diese Lokalität musste ich erstmal ergoogeln. Sie scheint sich ja doch ein wenig außerhalb meiner finanziellen Wohlfühlzone zu bewegen. Umso neugieriger machte mich die Geschichte ihrer Entstehung, die ich in Form des neuen Romans der bekannten und allseits beliebten Autorin Micaela Jary miterleben durfte. Ich lerne die liebevolle Familie Burmester kennen, die aus Mann und Frau sowie fünf Kinder besteht und die glücklicher eigentlich nicht sein könnte. Die Konditorei ist Dank des fleißigen und talentierten Familienoberhaupts eine kleine Goldgrube, bis die Familie von einem schrecklichen Schicksalsschlag heimgesucht wird. Ohne ihren geliebten Mann ist Maria der Willkür der Gesellschaft ausgesetzt und besonders die männlichen Exemplare machen keinen Hehl daraus, dass sie ohne einen Mann an ihrer Seite kaum überleben kann. Doch dann kommt Hilfe aus einer ihr bis dahin unbekannten Ecke. Der Kaufmann Joachim Graaf gewährt ihr einen Kredit und das Leben scheint endlich wieder weitergehen zu können. In einem zweiten Erzählstrang treffen wir auf Emilia von Wedekind, die zwar ihren Gatten noch an ihrer Seite hat, aber dennoch ausgeliefert ist, denn von Liebe kann in dieser Beziehung keine Rede sein. Auch sie ist mit Joachim Graaf auf ihre ganz eigene Weise verbunden und so entwickelt sich auf spannende Weise die Geschichte rund um die beiden Frauen aber natürlich auch um die Konditorei, die später einmal zum über seine Grenzen hinaus bekannten Restaurant „Lindenterrasse“ werden soll …
Micalea Jary ist mir durch ihre historischen Romane, die oft im Norden Deutschlands angesiedelt sind, bestens bekannt. Ich bin, wie sie, eine in Hamburg geborene „Deern“, was wohl zu einer ganz besonderen gedanklichen Zusammengehörigkeit bei mir geführt hat. Die Autorin hat auch in „Die Lindenterrasse“ wieder einen flüssigen Schreibstil präsentiert, so dass es mir schwerfiel das Buch aus der Hand zu legen. Ich habe mit Maria und Emilia mitgelitten, mit gefiebert und gebangt und konnte mich gut in die Zeit des ausgehenden 18. Jahrhunderts hineinversetzen. Das Buch hat mir ausgesprochen gut gefallen und ich spreche natürlich gerne eine Leseempfehlung aus. Eine kleine Anmerkung hätte ich jedoch noch … ich hätte mir ein wenig mehr „Lindenterrasse“ im Austausch für ein bisschen weniger weiblichen Dramen gewünscht. Dennoch erhält dieser schöne Roman von mir vier sehr wohlverdiente Sterne. Liebe Micaela, ich bin heute schon gespannt, womit du uns als nächstes überraschen wirst!

Veröffentlicht am 30.10.2024

Selten war ein Buchtitel treffender ...

Genau so, wie es immer war
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Mit seinen knapp 19 Stunden Hörzeit, hatte es das Buch „Genau so, wie es immer war“ in sich. Ich begleite die Protagonistin Julia Ames durch ihr Leben, wobei es manchmal gar nicht so einfach war ihr zu ...

Mit seinen knapp 19 Stunden Hörzeit, hatte es das Buch „Genau so, wie es immer war“ in sich. Ich begleite die Protagonistin Julia Ames durch ihr Leben, wobei es manchmal gar nicht so einfach war ihr zu folgen. Munter hüpft die für mich bis dahin unbekannte Autorin Claire Lombardo durch die Zeiten, dass es nicht immer einfach war ihr bei den Sprüngen zu folgen und dennoch habe ich die Geschichte dieser Familie sehr genossen. Sie fühlte sich echt und authentisch an, obwohl ich mich manchmal wunderte, warum Julia oft so frustriert war und ob man wirklich alles auf eine schwierige Kindheit schieben kann. Während mir ihre Zweifel an ihrer eigenen Rolle manchmal ein wenig fremd blieben, konnte ich doch die Probleme mit Mann und Kindern gut nachvollziehen. Ein wenig davon haben wir sicher alle schon erlebt. Ich bin nun neugierig geworden auf das Erstlingswerk der Autorin und habe es gleich mal auf meine Wunschliste gesetzt. Für „Genau so, wie es immer war“ gibt es von mir – mit ein wenig Luft nach oben – vier von fünf Sterne und eine Empfehlung an alle diejenigen, die so ganz normale Familiengeschichten lieben so wie ich.

Veröffentlicht am 11.10.2024

Eine spannende fiktive Geschichte rund um ein großes Hotel ... klasse!

Das Savoy - Aufbruch einer Familie
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Dass es nicht einfach ist, Hotelerbin zu sein, wusste Violet schon immer, aber dass sie so schnell agieren würde müssen, damit hat sie nicht gerechnet. Sie will doch ihre Träume weiter ausbauen, Journalistin ...

Dass es nicht einfach ist, Hotelerbin zu sein, wusste Violet schon immer, aber dass sie so schnell agieren würde müssen, damit hat sie nicht gerechnet. Sie will doch ihre Träume weiter ausbauen, Journalistin werden und ihr Leben genießen. Doch den Großvater ereilt ein Schlaganfall und plötzlich ist sie als Nachfolgerin an erster Stelle. Sie muss sich dieser Herausforderung stellen und steckt bald mittendrin in den vielen Intrigen, die ihren Weg ins Savoy gefunden haben …
Dieser erste Teil ist der Auftakt und somit erst der Anfang der großen Savoy–Saga aus der Feder des Autors Maxim Wahl, der vielen vielleicht besser bekannt ist unter seinem Echtnamen Michael Wallner. Wallner ist ein österreichischer Autor, Theaterregisseur und Schauspieler.
Seine Protagonistin Violet ist eine sympathische junge Frau, die noch viel lernen muss, aber sie hat Biss und erkämpft sich ihren Platz, wenn schon nicht bei der BBC, dann doch im Hotelbusiness. Ich glaube, wie werden in den folgenden drei Bänden noch so einiges von ihr hören.
Mit „Ein Aufbruch einer Familie“ ist dem Autor eine gekonnte Mischung aus historischem Roman und Krimi gelungen. Die spannende Geschichte wurde wunderbar vorgelesen und das Zusammenspiel von Fiktion und wahren Fakten und Personen ist sehr stimmig. Mit ein klein wenig Luft nach oben verdient der Roman solide vier Sterne und nach dem Cliffhanger am Ende kann man gar nicht anders als weiterhören. Eine absolute Empfehlung von meiner Seite.

Veröffentlicht am 11.10.2024

Inzwischen ist mir das verrückte Quartett richtig ans Herz gewachsen ...

Der Donnerstagsmordclub und die verirrte Kugel (Die Mordclub-Serie 3)
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Auch diesmal geht es im Donnerstagsmordclub in der Seniorenresidenz Coopers Chase wieder heiß her. Aus dem schier unermesslichen Stapel an Cold Case Akten hat man sich diesmal den Fall rund um Bethany ...

Auch diesmal geht es im Donnerstagsmordclub in der Seniorenresidenz Coopers Chase wieder heiß her. Aus dem schier unermesslichen Stapel an Cold Case Akten hat man sich diesmal den Fall rund um Bethany Waites rausgesucht, der vor zehn Jahren ein riesiger Steuerbetrug zum Verhängnis wurde und sie das Leben kostete. Das kann das Rentnerquartett das aus Joyce, Elisabeth, Ibrahim und Ron besteht, natürlich nicht so unaufgeklärt im Raum stehen lassen. Doch kaum haben sie ihre Nase in die alten Akten gesteckt, gibt in den eigenen Reihen Vermisste. Ob sie aus dieser Nummer heil und vor allem triumphierend rauskommen werden?
Wie schon in den ersten beiden Bänden nahm mich die Geschichte wieder ganz in ihren Bann. Man muss genau hinhören, denn schnell nimmt der Fall Irrungen und Wirrungen an, die einem sonst entgehen könnten. Ich liebe es deshalb diese Reihe im Auto zu hören, ganz für mich allein. Neben der spannenden Ermittlungsarbeit kommt natürlich auch das Privatleben von und rund um die vier Senioren nicht zu kurz. So knüpfen denn Bogdan und Police Constable Donna De Freitas zarte Liebesbande und Joyce verguckt sich ein wenig in Viktor Illjitsch und seinen schwebenden Swimming Pool. Aber auch die weniger freundliche Seite des Lebens schlägt hin und wieder zu, und so scheint der arme Stephen langsam aber sicher immer tiefer in die Demenz zu versinken.
Alles in allem jedoch ist es eine ganz zauberhafte, sehr britische Krimireihe, die ihre Leser bzw. Hörer mitfiebern und gelegentlich schmunzeln lässt, das jedoch ganz ohne ins Klamaukige abzurutschen. Ich freue mich schon auf den vierten Teil, der natürlich – wie soll es anders sein – bereits auf dem SuB auf mich wartet. Von mir gibt es für die verirrte Kugel sehr verdiente vier schillernde Sterne am Hörbuchhimmel und eine absolute Empfehlung. Ich empfehle jedoch zusätzlich die Reihenfolge einzuhalten, damit man auch die lauten und leisen Zwischentöne versteht.