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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.08.2017

Ein kleiner Urlaub ...

In tiefen Schluchten
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Als Südfrankreichfan musste ich natürlich diesen Krimi unbedingt lesen und wurde nicht enttäuscht. Der Schreibstil ist ungekünstelt, toll zu lesen und sehr atmosphärisch.
Besonderen Wert legt die Autorin ...

Als Südfrankreichfan musste ich natürlich diesen Krimi unbedingt lesen und wurde nicht enttäuscht. Der Schreibstil ist ungekünstelt, toll zu lesen und sehr atmosphärisch.
Besonderen Wert legt die Autorin auf sehr ausführliche Beschreibungen der Landschaft, was ein bisschen wie Urlaub wirkt beim Lesen. Man kann den Mistral förmlich spüren, man ist live dabei, wenn die Hauptperson Tori Godon Wanderungen durch die wunderschöne Gegend des Vivarais unternimmt, man riecht die wilden Kräuter und die Blumen, man schmeckt das köstliche regionale Essen.
Manchmal vergisst man direkt, dass man eigentlich einen Kriminalroman liest, denn die Spannung ist meist nur sehr unterschwellig spürbar, aber durchaus vorhanden. Ein verschwundener Urlauber und ein altes Geheimnis sind die Eckpunkte der Handlung, um die die Autorin eine sehr stimmige Geschichte gewoben hat, in der wir tief in die Vergangenheit der wundervollen Gegend eintauchen dürfen.
Viele Jahrhunderte zurück führt uns Toris Suche nach der Wahrheit, wir erfahren sehr viele Details über die Entstehung mysteriöser Höhlenmalereien, über die Hugenotten und ihre Verfolgung und sogar der Zweite Weltkrieg spielt noch eine Rolle. Eine sehr vielschichtige, interessante Story, die mich sehr gefesselt hat.
Auch die Charaktere fand ich sehr gelungen, allen voran Tori mit ihrer etwas ungewöhnlichen Lebensgeschichte. Sehr viele französische „Originale“, die verschroben und recht speziell wirken, aber einfach perfekt in die Story passen. Und für mich als Hundefreund auch ganz wichtig: July, die treue Begleiterin von Tori, die ich sofort ganz tief ins Herz geschlossen habe.

Diesen sehr unblutigen und fesselnden Krimi mit viel geschichtlichem Hintergrund und wunderschönen Beschreibungen von Land und Leuten kann ich nur weiterempfehlen. Ein kleiner Urlaub, der den Alltag für einige Stunden vergessen macht.

Veröffentlicht am 24.01.2026

Brauchte eine Weile, um rein zu finden ...

Minnesota
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Anfangs tat ich mich sehr schwer mit dem Buch, was vor allem an der Hauptfigur Bob Oz lag, der es einem nicht leicht machte, ihn zu mögen.
Er ist ein Polizist mit einer schweren Vergangenheit (seine Tochter ...

Anfangs tat ich mich sehr schwer mit dem Buch, was vor allem an der Hauptfigur Bob Oz lag, der es einem nicht leicht machte, ihn zu mögen.
Er ist ein Polizist mit einer schweren Vergangenheit (seine Tochter starb) und er benimmt sich wirklich oft sehr unsympathisch, vor allem Frauen gegenüber.
Erzählt wird die Story auf zwei Zeitebenen: im Jahr 2022 durch einen Schriftsteller in der Ich-Form und im Jahr 2016 durch Rückblicke auf die damaligen Geschehnisse.
Den Erzähler konnte ich auch lange Zeit nicht wirklich einordnen. Bis das Gelesene einen Sinn ergab und ich mich langsam mit den Figuren anfreunden konnte, vergingen viele Seiten. Es gelang mir auch nicht, es flüssig zu lesen, weil die Story mich erst einfach nicht fesseln konnte. Deshalb habe ich jetzt auch ungewöhnlich lange dafür gebraucht, normalerweise wäre ich an einem Wochenende fertig.
Man braucht also evtl. ein bisschen Geduld, denn diese wird am Ende wirklich belohnt.

Die Geschichte ist wirklich gut erdacht, wenn man erst mal den Durchblick hat und merkt, dass eine echt spannende Story dahinter steckt.
Bob lässt nicht locker und ermittelt gern etwas außerhalb seiner Zuständigkeiten, er wird im Lauf der Zeit auch immer sympathischer.

Der Gesuchte entpuppt sich auch als sehr spannende Figur und man weiß nicht so recht, was man von ihm halten soll.
Eine Geschichte, in der die üblichen Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen.

Am Ende war ich sehr begeistert von dem Buch und hätte mir gewünscht, ich hätte früher reingefunden, um es schon früher genießen zu können.

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Veröffentlicht am 15.08.2025

Steigert sich langsam ...

Dunkle Sühne
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Die "Will Trent" - Reihe hat mir immer gut gefallen, deshalb war ich sehr gespannt auf den Start einer neuen Reihe.
Leider muss ich aber zugeben, dass ich verhältnismäßig lange gebraucht habe, um wirklich ...

Die "Will Trent" - Reihe hat mir immer gut gefallen, deshalb war ich sehr gespannt auf den Start einer neuen Reihe.
Leider muss ich aber zugeben, dass ich verhältnismäßig lange gebraucht habe, um wirklich warm zu werden mit der Geschichte.
Der Schreibstil war mir etwas zu ausführlich und emotional, es ging gefühlt nicht so richtig vorwärts. Ungeduld stellte sich ein beim Lesen, was zu Längen führte.
Die Figuren blieben mir auch sehr lange fremd, ich habe oft überlegen müssen, wer das nun wieder war, weil ich mir die Protagonisten einfach nicht merken konnte. Normalerweise passiert mir sowas nicht und ich lese auch schneller. Hier war ich wirklich langsam, weil es mir anfangs auch nichts ausmachte, das Buch mal auf die Seite zu legen. Richtig fesselnd wurde es erst am Schluss.
Positiv war, dass man gut miträtseln konnte, was ich auch erfolgreich getan habe. Trotz allem war ich dann aber am Ende über das Ausmaß und die Tragweite der Taten noch einmal echt schockiert und ich hätte das nicht erwartet.
Die Geschichte beginnt eher harmlos, entwickelt sich aber dann zu einem wirklich spannenden Thriller, der Eindruck hinterlässt.
Wenn man dann auch mal mit den Personen vertraut ist und etwas hinter die Kulissen schauen durfte, freut man sich durchaus auf die Aussicht einer Fortsetzung.
Die Thematik (Kindesmissbrauch, Kinderpornografie, Entführung usw.) ist nichts für zartbesaitete Leser, vor allem wenn man sich vor Augen führt, wie real diese Verbrechen leider sind.
Fazit: Am Anfang etwas zäh, dann aber immer spannender mit einem Paukenschlagfinale, freue mich auf Teil 2!

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Veröffentlicht am 07.04.2025

Nicht so spannend wie mancher Vorgängerband ...

Der zweite Verdächtige
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Nachdem ich schon andere Teile dieser spannenden Bücherreihe kannte, war ich sehr neugierig auf die Fortsetzung bzw. auf das Finale.
Um den Band zu verstehen, muss man die Vorgänger nicht kennen. Lediglich ...

Nachdem ich schon andere Teile dieser spannenden Bücherreihe kannte, war ich sehr neugierig auf die Fortsetzung bzw. auf das Finale.
Um den Band zu verstehen, muss man die Vorgänger nicht kennen. Lediglich die persönlichen Beziehungen der Figuren entwickeln sich natürlich stetig weiter, aber für Neuleser wird einiges wiederholt, so dass kaum das Gefühl von Wissenslücken entstehen dürfte.
Erst mal zum Schreibstil: dieser ist sehr gut und flüssig lesbar, man ist immer mitten in der Story und kann sich alles prima vorstellen. Die Figuren finde ich zumeist sehr sympathisch, vor allem die Hauptpersonen Rocco Eberhardt (Strafverteidiger) und den Rechtsmediziner Justus Jarmer. Sie wirken lebendig und authentisch.

Nun zu meinem Fazit über die Geschichte: es geht dieses Mal um einen jungen Mann, dem ein Mord zur Last gelegt wird. Das Opfer starb durch eine Überdosis Liquid Ecstasy in einem Club, der von Homosexuellen frequentiert wird.
Rocco übernimmt die Verteidigung von Jan Staiger und erreicht erst einmal dessen Freilassung aus der Untersuchungshaft. Beim Aufbau einer Verteidigung ist Ex-Polizist Tobi behilflich, doch bei den Recherchen tauchen Merkwürdigkeiten auf. Ein Hauptkommissar scheint etwas übereifrig zu sein, wenn es um Herrn Staiger geht: was steckt dahinter?

Mir fehlten diesmal die wirklich spannenden Momente, es zog sich stellenweise schon fast etwas in die Länge und ich hatte das Gefühl, vieles wiederholt zu lesen. Das führte dazu, dass ich das Buch auch problemlos immer wieder zur Seite legen konnte und mich eher zwingen musste, weiter zu lesen. Normalerweise ist das eher umgekehrt.
Es war trotzdem noch insgesamt gut zu lesen und der Einblick, den man wieder in die Welt der Justiz und Rechtsmedizin erhalten hat, war durchaus interessant. Auch die private Seite in Roccos Leben hat ein schönes Happy End gefunden.
Für Fans der Reihe natürlich ein Muss!

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Veröffentlicht am 24.11.2024

Ein typischer Grangé ...

Blutrotes Karma
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Viele kennen mit Sicherheit die auch schon bravourös verfilmten "Purpurnen Flüsse" und auch für mich war dieses Buch damals die "Einstiegsdroge" in die literarische Welt von Jean-Christophe Grangé.
Seine ...

Viele kennen mit Sicherheit die auch schon bravourös verfilmten "Purpurnen Flüsse" und auch für mich war dieses Buch damals die "Einstiegsdroge" in die literarische Welt von Jean-Christophe Grangé.
Seine Bücher zeichnen sich meist aus durch eine gelungene Mischung aus recherchierten Fakten, oft einem religiösen Hintergrund, viel Blutvergießen und einem Hauch Mystik. Der Schreibstil ist sehr lebendig, anschaulich und ausführlich, manchmal mit einem Hauch Humor versehen in den Formulierungen.

Anfangs tat ich mich mit diesem Buch etwas schwer, da es sehr politisch war. Es geht um die Studentenaufstände in Paris im Jahr 1968 und im Mittelpunkt der Geschichte steht zunächst der 22-jährige Hervé. Kurz darauf tritt noch dessen Bruder in Erscheinung und die Story geht plötzlich in eine ganz andere Richtung weiter. Am Ende dachte ich mir dann auch, dass man die Geschichtsstunde am Beginn sehr hätte verkürzen können, da sie wenig relevant war.

Es geht um Sekten oder Glaubensrichtungen, um Machtmissbrauch und die Folgen, um seltsame Familienbande und viele tote Mädchen.

Das Buch war für mich durchaus ein typischer Grangé, da er alle bekannten Merkmale aufweist, die mir an seinen Geschichten so gefallen. Es gab an manchen Stellen kleine Längen, aber insgesamt fand ich es sehr unterhaltsam und spannend.

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