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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.09.2025

Wichtig und einnehmend!

Coast Road
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Zwei Frauen, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten, ein irisches Dorf Anfang der 90er Jahre. Eine Geschichte darüber wie viel Raum Frauen in Irland zu dieser Zeit für sich einfordern ...

Zwei Frauen, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten, ein irisches Dorf Anfang der 90er Jahre. Eine Geschichte darüber wie viel Raum Frauen in Irland zu dieser Zeit für sich einfordern dürfen, ein Aufbegehren, ein Dorf unter der sozialen Lupe und ein Buch voller Wendungen.

Das Cover und der Riss, der Einblicke freigibt, hat mich direkt angesprochen und neugierig auf den Inhalt des Buches gemacht. Ich lese in letzter Zeit gerne Bücher über Irland und lerne die Kultur dieses Landes besser kennen, dahingehend war dieses Buch ein weiteres geeignetes Puzzlestück. Ich war von der ersten Seite an eingenommen, hatte Situation wie Izzys Besuch in der Kirche unter den Resten eines Alkoholrausches bildlich vor mir und konnte gar nicht mehr aufhören mich in die sozialen Regeln und Normen dieses Ortes einzulesen. Und auch zwischen den Zeilen fand so wunderbar viel statt, das ich dieses Buch als einnehmend im besten Sinne erlebt habe, mitsamt dem düsteren Zeitgeist Frauenrechte und Scheidung betreffend.

Die Spannung der Geschichte hat mich mitgerissen und ich konnte es gar nicht mehr weglegen und bin dem Schicksal der zwei Frauen teil mit Schaudern gefolgt, habe das Ende gefürchtet und wurde atemlos zurückgelassen. Der einzige Punkt, der mich teilweise stört, ist, dass es sich manchmal so anfühlt, als würde der Mut dieser Frauen bestraft werden.

In meinen Augen ein wichtiges und sehr einnehmendes Buch.

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Veröffentlicht am 13.12.2024

Ehrliche Einblicke

Strong Female Character
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Das Cover mit dem Bild der Autorin und der pinken Einfärbung hat in Kombination mit dem Titel direkt mein Interesse erweckt und ich war sehr gespannt, was für eine Geschichte sich dahinter versteckt.
Im ...

Das Cover mit dem Bild der Autorin und der pinken Einfärbung hat in Kombination mit dem Titel direkt mein Interesse erweckt und ich war sehr gespannt, was für eine Geschichte sich dahinter versteckt.
Im Buch erzählt Fern, eine irische Comedy-Künstlerin sehr ehrlich und ungeschönt ihre eigene Odyssee bis zu ihrer Autismus-Diagnose. Fragmentarisch springt das Buch zwischen ihrer Kindheit, ihrem Berufsweg und anderen prägenden Momenten immer wieder zeitlich hin und her, was zu Beginn verwirrend sein kann, mir allerdings trotzdem gut gefallen hat und vielleicht auch die ganz eigene Logik eines neurodiversen Gehirns widerspiegelt.
Thematisch verbindet sie Themen wie Stigmatisierung, Sexismus und unser aktuelles Gesundheitssystem und übt anhand ihres eigenen Lebens und dem langen Warten auf eine Diagnose Kritik, die ich als wichtig und sehr lesenswert empfunden habe, die jedoch auch frustrieren kann. Generell sind die Storys und auch der Humor, mit dem die Autorin ihrem Leben begegnet und die ehrlichen Details, die sie mit uns teilt, teils sehr derb und absurd und bleiben auf jedenfall im Kopf. Schonungslos spricht sie familiäre Probleme und die überfordernden Momente des maskings ein und führt den Leser in die Begrifflichkeiten und Realitäten neurodiverser Menschen ein, was für mich sehr wertvoller Input war. Der Schreibstil war nicht hundertprozentig meins, da er doch des Öfteren etwas sperrig und abgehackt war, trotzdem kann ich das Buch weiterempfehlen, wenn man mehr über das Thema lernen will und an kritischen Perspektiven interessiert ist.

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Veröffentlicht am 13.12.2024

Ehrliche Einblicke

Strong Female Character
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Das Cover mit dem Bild der Autorin und der pinken Einfärbung hat in Kombination mit dem Titel direkt mein Interesse erweckt und ich war sehr gespannt, was für eine Geschichte sich dahinter versteckt.
Im ...

Das Cover mit dem Bild der Autorin und der pinken Einfärbung hat in Kombination mit dem Titel direkt mein Interesse erweckt und ich war sehr gespannt, was für eine Geschichte sich dahinter versteckt.
Im Buch erzählt Fern, eine irische Comedy-Künstlerin sehr ehrlich und ungeschönt ihre eigene Odyssee bis zu ihrer Autismus-Diagnose. Fragmentarisch springt das Buch zwischen ihrer Kindheit, ihrem Berufsweg und anderen prägenden Momenten immer wieder zeitlich hin und her, was zu Beginn verwirrend sein kann, mir allerdings trotzdem gut gefallen hat und vielleicht auch die ganz eigene Logik eines neurodiversen Gehirns widerspiegelt.
Thematisch verbindet sie Themen wie Stigmatisierung, Sexismus und unser aktuelles Gesundheitssystem und übt anhand ihres eigenen Lebens und dem langen Warten auf eine Diagnose Kritik, die ich als wichtig und sehr lesenswert empfunden habe, die jedoch auch frustrieren kann. Generell sind die Storys und auch der Humor, mit dem die Autorin ihrem Leben begegnet und die ehrlichen Details, die sie mit uns teilt, teils sehr derb und absurd und bleiben auf jedenfall im Kopf. Schonungslos spricht sie familiäre Probleme und die überfordernden Momente des maskings ein und führt den Leser in die Begrifflichkeiten und Realitäten neurodiverser Menschen ein, was für mich sehr wertvoller Input war. Der Schreibstil war nicht hundertprozentig meins, da er doch des Öfteren etwas sperrig und abgehackt war, trotzdem kann ich das Buch weiterempfehlen, wenn man mehr über das Thema lernen will und an kritischen Perspektiven interessiert ist.

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Veröffentlicht am 25.11.2024

Distanziert

Thomas der Schwindler
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Jean Cocteau war mir bis zu dieser Lektüre gänzlich unbekannt und ich daher umso gespannter auf diese äußerlich betrachtet sehr schöne Ausgabe von „Thomas der Schwindler“. Der Titel macht neugierig und ...

Jean Cocteau war mir bis zu dieser Lektüre gänzlich unbekannt und ich daher umso gespannter auf diese äußerlich betrachtet sehr schöne Ausgabe von „Thomas der Schwindler“. Der Titel macht neugierig und der Klappentext hat bei mir für weitere Fragezeichen gesorgt, auf deren Auflösung ich mich gefreut habe.

Erster Weltkrieg. Thomas träumt und täuscht sich in eine neue Identität hinein, ist nun der Neffe eines berühmten Generals und dreht sich immer tiefer in diese Imagination. Heute würde man vermutlich von einem Vorgängermodell des Hochstaplers sprechen, wie er in „catch me if you can“ massentauglich wurde, nur untermalt von einem deutlich düstereren Setting und einem vom Stakkato-Stil geprägten Erzählstil.

Das Buch konnte mich leider nur oberflächlich begeistern, aufgrund des abgehackten, steiferen Erzählstils konnte ich im Leseprozess keine wirkliche Nähe zur Figur herstellen und fand einige Textstellen zwar amüsant, allerdings das Buch insgesamt mich eher irritierte und die oben bereits erwähnten Fragezeichen nur immer größer wurden.

Der Sprachgebrauch und die Kombination verschiedener Epochen miteinander war zwar interessant und handwerklich gelungen, aber hat mir diese Zeit nicht näher gebracht, sondern sich eher angefühlt wie das Anschauen eines abstrakten Gemäldes, man kann viel eigene Bedeutung hineinlesen wenn man will, aber ergründen wird man es nie sicher. In diesem Fall war dieser Vorgang eher frustrierend.

Sehr positiv habe ich allerdings das Layout, die kleine praktische Buchgröße und die Covergestaltung wahrgenommen.

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Veröffentlicht am 25.11.2024

Mal was anderes

Wer's findet, dem gehört's
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Das Cover dieses Buches in Verbindung mit dem Titel hat mich direkt neugierig werden lassen. Ich kannte den Autor vage, hatte einige englische Kurgeschichten über Weihnachten von ihm gelesen und auch noch ...

Das Cover dieses Buches in Verbindung mit dem Titel hat mich direkt neugierig werden lassen. Ich kannte den Autor vage, hatte einige englische Kurgeschichten über Weihnachten von ihm gelesen und auch noch wenig Erfahrung die Lektüre von Tagebüchern betreffend.

Ich war überrascht wie trocken, ehrlich und teilweise fast grob der Autor sein Leben beschreibt und desöfteren amüsiert von den kürzeren Einträgen, die einen guten Einblick in seine damalige Lebenssituation liefern und wie perspektivlos diese teilweise wirkte. Umso mehr Respekt hege ich für den Autor und sein Schaffen im jetzt und heute und seine schonungslose Ehrlichkeit.

Auf der einen Seite schätze ich die Länge des Buches, weil es so einen tieferen und längeren Einblick vermittelt, allerdings fehlte mir als Neuling im Bereich der Tagebücher-Lektüre irgendwann etwas Spannung und interessante Handlung und ich fand manche Dinge haben sich dann etwas zu oft wiederholt. Für Fans des Autors und seiner Bücher stelle ich mir das Buch jedoch sicher sehr interessant und lesenswert vor, da es Einblicke vermittelt, warum die Person Sedaris so schreibt und erzählt wie sie es tut und kann es nur weiterempfehlen. Oder als Buch, welches man immer mal wieder aufschlägt, das am Stück lesen fand ich auf Dauer nicht optimal, da die Art des Humors für mich dann schnell anstrengend wurde.

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