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Veröffentlicht am 02.10.2025

Jahreshighlight - hochemotional

Lost Girls − Breathing for the First Time
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Nikola Hotel erzählt in "Lost Girls - Breathing for the First Time" die Geschichte von Darcy Sullivan, welche äußerlich in Luxus lebt: einen Star als Mann, ein Haus am Strand, Status, Bewunderung von außen ...

Nikola Hotel erzählt in "Lost Girls - Breathing for the First Time" die Geschichte von Darcy Sullivan, welche äußerlich in Luxus lebt: einen Star als Mann, ein Haus am Strand, Status, Bewunderung von außen – doch innerlich ist ihr Leben eingezwängt. Ihr Ehemann, Jason, kontrolliert sie zunehmend: über ihre Ernährung, ihre Kleidung, ihre Kontakte, ihre Bewegung.
Während Darcy sich immer mehr isoliert und überwacht fühlt und kaum noch weiß, wer sie selbst noch ist, beginnt sie, Fluchtpläne zu schmieden. Parallel dazu tritt Ellis in ihr Leben – jemand, der mehr sieht als das Bild, das Darcy nach außen aufrechterhalten muss.
Doch kann sie es schaffen zu fliehen und endlich wieder sie selbst werden?

"Lost Girls - Breathing for the First Time" hat mich insgesamt unglaublich bewegt und mitgenommen. Ich habe so sehr mit Darcy mitgefühlt, dass ich ein ständiges Gefühl von Beklemmung und Unwohlsein hatte. Stellenweise musste ich mich regelrecht zwingen, weiterzulesen, weil es einfach so krass intensiv, bedrückend und emotional war. Gerade dieses „kaum Aushalten-Können“ zeigt für mich aber, wie meisterhaft Nikola Hotel diese Gefühlswelt transportiert hat. Es ist selten, dass mich eine Geschichte so stark körperlich und emotional erreicht.

Nikola Hotel schreibt so, dass man gleichzeitig loslassen und festhalten will. Ihre Sprache ist eindringlich: kurze, präzise Sätze in Momenten der Angst; leicht poetisch in Momenten, in denen Darcy erinnert, träumt oder Hoffnungen spinnt. Besonders gelungen fand ich, dass ich beim Lesen nie das Gefühl hatte, dass künstlich Dramatik erzeugt wird – alles wirkte organisch, echt und tief.

Die Atmosphäre ist aufgrund der Situation Darcys und der Vorkommnisse durchgehend beklemmend – nicht auf Horror oder Extreme angelegt, sondern auf Dauerstress, Isolation und Ohnmacht. Es sind die kleinen Gesten, die den größten Druck erzeugen: ein Blick, der zu lange dauert, eine unerwartete Bemerkung, eine winzige Abweichung von Jasons Regeln. Diese unterschwellige Bedrohung ließ mich nie los. Gleichzeitig gab es seltene, kleine Lichtblicke, zum Beispiel wenn Darcy mit ihrem Hund Cashew am Strand sitzt. Diese Momente fühlten sich an wie Atempausen zwischen zwei Sturmwellen – notwendig, um überhaupt weiterlesen zu können.

Darcy ist eine Protagonistin, die mich sehr bewegt hat. Ich konnte ihre Ängste, ihre Unsicherheit und ihre inneren Kämpfe so nachvollziehen, dass ich stellenweise fast meinte, selbst in ihrer Lage zu sein.
Jason hingegen hat mich mit seiner manipulativen Art zutiefst wütend gemacht. Gerade, weil er nicht als „klassischer Bösewicht“ daherkommt, sondern seine Kontrolle in kleinen, subtilen Handlungen zeigt, war es so bedrückend realistisch.
Ellis und auch Darcys neue Freundinnen waren für mich im Gegensatz dazu ein Hoffnungsschimmer - die mir - und auch Darcy - das Gefühl gaben, dass es einen Ausweg geben könnte.

Das zentrale Thema von psychischer Kontrolle, Manipulation und der Suche nach Freiheit ist schonungslos ehrlich dargestellt. Gerade weil die Autorin nichts beschönigt, hat mich das Buch so getroffen. Es zeigt eindringlich, wie sehr unsichtbare Narben das Leben bestimmen können, und wie schwer es ist, sich daraus zu befreien. Gleichzeitig macht es aber auch Mut: schon kleine Schritte können ein Anfang sein.
Genau dazu hat für mich auch das Ende gepasst, es war nicht perfekt bzw. so, wie man es sich für Darcy vielleicht gewünscht hätte, aber gerade deswegen realistisch. Es wurde auch hier nichts beschönigt und kein „Friede-Freude-Eierkuchen“-Schluss geschaffen. Stattdessen bleibt Raum für Hoffnung, aber eben auch für die Erkenntnis, dass Heilung, Freiheit und Gerechtigkeit ein langer, steiniger Weg sind.

Fazit:

"Lost Girls - Breathing for the First Time" hat mich zutiefst berührt, gefordert und manchmal sogar überfordert. Es war kein leichtes, „schnelles“ Lesen, sondern eine emotionale Achterbahnfahrt, die mich sehr beschäftigt hat. Ich habe mit Darcy gelitten, gehofft und gezittert – und genau diese Nähe zur Protagonistin macht das Buch für mich so besonders. Für mich ist es ganz klar ein absolutes Jahreshighlight – und darüber hinaus eines der besten Bücher, die ich bisher gelesen habe.

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Veröffentlicht am 16.09.2025

sehr emotional und tiefgreifend

Vancouver Dreams Reihe / When it Rains
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"When It Rains" von Juna Grey erzählt die Geschichte von Frey, die nach einem doppelten Tiefschlag – dem Verlust ihres Studienplatzes und dem Rauswurf aus ihrer Band – am Boden angekommen ist. Gemeinsam ...

"When It Rains" von Juna Grey erzählt die Geschichte von Frey, die nach einem doppelten Tiefschlag – dem Verlust ihres Studienplatzes und dem Rauswurf aus ihrer Band – am Boden angekommen ist. Gemeinsam mit ihrem besten Freund Ash, für den sie heimlich mehr empfindet, wagt sie einen Neuanfang in Vancouver. Während Ash dort voller Tatendrang seinen Traumjob beginnt, fällt es Frey schwer, neuen Halt zu finden, denn ein schmerzhaftes Geheimnis lastet schwer auf ihr und beeinflusst ihr Handeln. Der Roman begleitet sie auf ihrem Weg, wieder Vertrauen zu gewinnen, ihre eigene Stimme zurückzufinden und herauszufinden, ob aus Freundschaft mehr werden kann.

Als ich "When It Rains" von Juna Grey gelesen habe, war ich sofort mitten in Freys Welt. Schon früh habe ich gespürt, dass in der Freundschaft von Frey und Ash viel mehr steckt, als die beiden zunächst zulassen, doch gleichzeitig war da von Anfang an diese Schwere, dieses Geheimnis, das Frey mit sich herumträgt und das wie eine unsichtbare Mauer zwischen ihr und Ash steht. Für mich war das die treibende Kraft der Handlung – die Frage, ob Frey den Mut finden wird, sich zu öffnen, und ob die beiden eine gemeinsame Zukunft haben können.

Möglicherweise Spoiler:

Besonders beeindruckt hat mich die Art und Weise, wie Juna Grey die eher harten Themen wie Tierschutz, Depressionen, Suizidgedanken und Vergewaltigung in die Geschichte eingeflochten hat. Diese Themen sind ohne Frage schwer und emotional belastend, doch die Autorin behandelt sie mit einer großen Sensibilität und Ernsthaftigkeit. Sie werden weder beschönigt noch reißerisch dargestellt, sondern in einer Tiefe und Authentizität, die mich als Leserin betroffen gemacht, aber auch zum Nachdenken angeregt hat. Gerade weil diese Aspekte so realistisch geschildert werden, konnte ich Freys innere Kämpfe nachvollziehen und verstehen, warum sie so handelt, wie sie handelt. Für mich war das ein großer Pluspunkt, denn es zeigt, dass New-Adult-Literatur auch schwierige, gesellschaftlich relevante Themen aufgreifen und verantwortungsvoll darstellen kann.

(Spoilerende)

Die Atmosphäre, die dabei entsteht, hat mich stark berührt, weil sie immer wieder zwischen Melancholie und Hoffnung pendelt. Am Anfang war da dieses Gefühl von Leere und Verlust, aber gleichzeitig blitzte immer wieder etwas Helles durch – die Aussicht auf Freundschaft, neue Begegnungen, die Kraft der Musik. Ich habe das Buch oft mit einem Kloß im Hals gelesen, aber nie mit dem Gefühl, dass alles aussichtslos ist. Diese Mischung hat für mich den besonderen Reiz ausgemacht.

Ein echtes Highlight waren für mich zudem die Charaktere.
Frey als Protagonistin hat mich emotional sehr berührt – ich habe mich ihr verbunden gefühlt und mit ihr ihre Emotionen gelebt und gefühlt. Es hat sich für mich einfach echt angefühlt. Sie ist keine makellose Heldin, sondern eine Figur mit Ängsten, Zweifeln und Fehlern, die dadurch unglaublich nahbar wurde. Ash war für mich der Gegenpart – der Fels in der Brandung: super sympathisch, geduldig und fürsorglich, dabei jedoch nie aufdringlich, sondern immer auf die gute Art für sie da – unterstützend, ohne Druck aufzubauen oder sie zu stressen. Diese Dynamik hat sich so stimmig und warm angefühlt, dass ich die beiden und ihre Beziehung sofort ins Herz geschlossen habe.
Auch die Nebencharaktere haben mir unglaublich gut gefallen. Sie waren nicht bloß Statisten, sondern allesamt toll und liebenswert, jede und jeder von ihnen hat auf seine Weise zur Atmosphäre beigetragen. Durch sie wurde Freys Welt lebendig und vielseitig, und ich hatte das Gefühl, wirklich Teil dieser Gemeinschaft zu sein.

Der Schreibstil hat zusätzlich dazu beigetragen, dass ich so tief in die Geschichte eintauchen konnte. Juna Grey schreibt emotional, aber nie kitschig, und schafft es, schwierige Themen mit viel Sensibilität zu behandeln. Gerade weil der Fokus so stark auf den teils wirklich krassen Themen lag, war ich überrascht, wie nahtlos sich die Liebesgeschichte eingefügt hat. Sie hat nicht den Blick auf das Wesentliche verschoben, sondern die Auseinandersetzung mit den Problemen sogar noch unterstützt und verstärkt.
Besonders mochte ich die vielen kleinen Momente, in denen es nicht um große Wendungen geht, sondern um innere Kämpfe, um die Bedeutung von Musik, um die Wärme einer WG-Küche oder die leisen Gesten zwischen zwei Menschen, die sich besser kennen, als sie es zugeben wollen.

Fazit

Insgesamt hat mich „When It Rains“ sehr berührt. Es ist ein intensives, berührendes Buch, das ernste Themen sensibel und authentisch darstellt, ohne die Hoffnung aus den Augen zu verlieren. Absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 26.08.2025

Verwirrend und wenig mitreißend

Ein ganz besonderer Ort
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Im Mittelpunkt des Buches "Ein ganz besonderer Ort" von Jojo Moyes steht Suzanna Peacock, die nach einigen Umwegen in ihre Heimat zurückkehrt und dort das Peacock Emporium, ein kleines Café mit angeschlossenem ...

Im Mittelpunkt des Buches "Ein ganz besonderer Ort" von Jojo Moyes steht Suzanna Peacock, die nach einigen Umwegen in ihre Heimat zurückkehrt und dort das Peacock Emporium, ein kleines Café mit angeschlossenem Laden, eröffnet. Dieser Ort soll ihr Neuanfang werden – ein Platz für Begegnungen, Freundschaften und vielleicht auch für Liebe. Doch Suzanna ist innerlich zerrissen: Ihr Ehemann Neil träumt von Kindern und Sicherheit, während sie selbst nicht weiß, ob sie ihn wirklich liebt. Als der geheimnisvolle Alejandro auftaucht, stellt er vieles infrage.
Parallel dazu werden Familienkonflikte, alte Geheimnisse und Suzannas Suche nach Identität erzählt.

Obwohl die Grundidee vielversprechend klang, konnte mich die Geschichte leider nicht richtig fesseln und letztlich auch nicht überzeugen.
Ein zentrales Problem war für mich die Erzählweise: Ständige Wechsel zwischen verschiedenen Personen und Zeitebenen machten es schwer, den Überblick zu behalten. Oft war ich unsicher, wer gerade erzählt und in welcher Zeit ich mich befinde. Dadurch fiel es mir schwer, in die Handlung hineinzufinden und eine Verbindung zu den Figuren aufzubauen.

Hinzu kam, dass der Klappentext Erwartungen weckte, die sich erst sehr spät erfüllten. Erst nach gut der Hälfte des Buches begann die Handlung sich in diese Richtung zu entwickeln – und auch dann nur sehr langsam. Die anfänglichen Szenen - vor allem die erste mit Alejandro - blieben für mich bis zum Schluss unklar in ihrer Relevanz, sodass ich lange nicht wusste, worauf die Geschichte hinauswill und ich lange das Gefühl hatte, das 'falsche' Buch zu lesen.

Die Charaktere blieben mir über weite Strecken fremd. Ich konnte mich nicht richtig in sie hineinversetzen, möglicherweise auch durch die vielen Perspektivwechsel, die ein tieferes Kennenlernen für mich erschwerten.
Zwar bot die Handlung zum Ende hin einige unerwartete Wendungen, doch insgesamt wirkte sie auf mich eher zäh und wenig mitreißend.

Positiv war für mich allenfalls der Schreibstil von Jojo Moyes, der wie gewohnt flüssig, bildhaft und detailreich war. Einzelne Szenen sind atmosphärisch dicht, und sie versteht es, Orte lebendig wirken zu lassen. Gleichzeitig empfand ich die Sprache aber stellenweise als zu ausschweifend, was die Längen im Erzählfluss noch verstärkte.
Das Tempo war insgesamt zu gemächlich, um mich dauerhaft zu fesseln.

Fazit

Unterm Strich war "Ein ganz besonderer Ort" von Jojo Moyes für mich leider kein Highlight. Die Idee hatte Potenzial, doch die verschachtelte Erzählweise, die späte Entfaltung der eigentlichen Handlung und die fehlende Nähe zu den Figuren machten es mir schwer, wirklich in die Geschichte einzutauchen. Ich habe mich eher durchgekämpft und war am Ende fast erleichtert, das Buch beendet zu haben.

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Veröffentlicht am 15.05.2025

Emotional sehr tief

When the Rain Burns – Based on Sina's True Story
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Es gibt Bücher, die man liest, und solche, die man erlebt.
„When the Rain Burns“ von Justine Pust gehört für mich eindeutig zur zweiten Kategorie.
Das Buch erzählt die Geschichte von Lina, die nach dem ...

Es gibt Bücher, die man liest, und solche, die man erlebt.
„When the Rain Burns“ von Justine Pust gehört für mich eindeutig zur zweiten Kategorie.
Das Buch erzählt die Geschichte von Lina, die nach dem traumatischen Verlust ihrer besten Freundin bei einem Schul-Amoklauf verzweifelt versucht, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Ein Neuanfang mit einem Tanzkurs und die Begegnung mit Tom geben ihr zunächst Hoffnung und Geborgenheit. Doch die Beziehung entwickelt sich bald zu einem Albtraum, geprägt von Kontrolle und psychischer Gewalt. Unterstützung findet Lina in Liam, einem ehemaligen Klassenkameraden, der ihr Halt geben möchte.

Justine Pust gelang es, mich mit ihren fesselnden, eindringlichen Schreibstil direkt in die Gefühlswelt der Charaktere zu ziehen. Die Sprache ist klar, emotional und manchmal schmerzhaft direkt, was die Intensität der behandelten Themen noch verstärkt. Die Autorin schafft es zudem, die Unsicherheiten, Ängste und die innere Zerrissenheit ebenso wie die positiven Gefühle und die Verbundenheit der Hauptfiguren authentisch und berührend zu transportieren.

Die Atmosphäre des Romans ist dicht, oft bedrückend und von einer anhaltenden Spannung geprägt. Aufgrund der emotionalen Wucht musste ich manchmal sogar eine Pause während des Lesens einlegen.
Die wechselnden Zeitebenen – Gegenwart und Vergangenheit, ein Aspekt, den ich sehr liebe – sowie die Perspektivwechsel zwischen Lina und Liam sorgen für Dynamik und Tiefe.

Lina als Hauptfigur mit ihrer Verletzlichkeit und ihrem inneren Kampf, wieder Vertrauen zu fassen, ist äußerst glaubhaft und vielschichtig dargestellt. Sie ist keine Heldin im klassischen Sinn, sondern eine junge Frau, die trotz schwerer Rückschläge immer wieder aufsteht und weitermacht. Besonders eindrucksvoll finde ich, wie sie sich selbst und ihre Wahrnehmung in Frage stellt – ein zentrales Element bei psychischer und physischer Gewalt in Beziehungen.
Die Manipulation, die Kontrolle und das Gaslighting werden zudem äußerst subtil und realistisch beschrieben, sodass ich als Leserin gut nachvollziehen konnte, wie Lina in die Spirale der Gewalt geriet.
Liam ist hingegen eher das Gegenbild: empathisch, unterstützend und geduldig. Er gibt Lina Halt und steht für Hoffnung und Solidarität – wenngleich er auch mit eigenen inneren Dämonen zu kämpfen hat. Ich habe ihn direkt zu Beginn ins Herz geschlossen.
Auch die Nebenfiguren, wie Linas Freundinnen oder Liams Familie, sind liebevoll und glaubwürdig gezeichnet und sind äußerst bereichernd sowohl für Lina als auch das Buch an sich.

Die Themen im Buch wie häusliche Gewalt, Gaslighting, Trauma, Schuldgefühle und den schwierigen Weg zurück ins Leben sind hochaktuell und gesellschaftlich relevant. Das Buch basiert auf einer wahren Geschichte und legt den Finger in die Wunde einer Gesellschaft, in der Gewalt gegen Frauen oft verharmlost oder verschwiegen wird. Es zeigt meiner Meinung nach sehr eindrucksvoll, wie schnell und unbemerkt man in eine toxische Beziehung geraten kann und wie wichtig Unterstützung und Solidarität sind. Die Autorin setzt sich kritisch mit gesellschaftlichen Vorurteilen und victim blaming auseinander und gibt Betroffenen Mut, sich Hilfe zu holen.

Fazit

"When the rain burns" ist ein intensiver, berührender und wichtiger Roman, der lange nachhallt. Justine Pust gelingt es, ein Tabuthema mit großer Empathie und Authentizität zu erzählen. Die Charaktere sind glaubwürdig, die Atmosphäre dicht und die Handlung erschütternd realistisch. Das Buch ist keine leichte Lektüre, aber eine, die aufrüttelt und zum Nachdenken anregt – und damit absolut lesenswert.

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Veröffentlicht am 25.11.2024

Hochemotional

Shine Like Midnight Sun (Strong Hearts 2)
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"Shine Like Midnight Sun" ist der zweite Band der "Strong Hearts"-Reihe von Sarah Stankewitz.
Lilly, die nach einer enttäuschenden Entdeckung Island verlässt und sich bei ihrer Großmutter auf Sylt niederlässt, ...

"Shine Like Midnight Sun" ist der zweite Band der "Strong Hearts"-Reihe von Sarah Stankewitz.
Lilly, die nach einer enttäuschenden Entdeckung Island verlässt und sich bei ihrer Großmutter auf Sylt niederlässt, erhält ein einmaliges Angebot von SaveTheIceland, dass sie jedoch zwingt wieder nach Island - und damit auch zu Aron - zurückzukehren. Doch wird sie dem emotionalen Druck rundum Arons schwere Krankheit standhalten und noch einmal einen solchen Kampf kämpfen können?

Auch der zweite Band der "Strong-Hearts"-Reihe von Sarah Stankewitz hat mich wieder unglaublich berührt.
Das Buch ist ein Wechselbad der Gefühle.
Hochemotional, humorvoll, herzzerreißend und einfühlsam.
Bei mir ist definitiv kein Auge trocken geblieben.

Sarah Stankewitz Schreibstil ist wieder gewohnt emotional und gleichzeitig einfühlsam und letztlich auch authentisch.
Ihre Beschreibungen der isländischen Landschaft sind lebendig und atmosphärisch, was tief in die Geschichte eintauchen lässt.
Der Stil ist flüssig und fesselnd, was es leicht macht, mit den Charakteren mitzufühlen und ihre inneren Konflikte nachzuvollziehen.

Es war schön, die Charaktere, die ich im ersten Band sehr lieb gewonnen habe, wiederzutreffen.
Die Beziehung zwischen Lilly und Aron ist nach wie vor intensiv und man spürt deutlich die Verbindung und die Liebe der beiden, was die ganze Beziehung glaubwürdig und das Buch letztlich zu einem emotionalen Erlebnis macht.

Außerdem mag ich sehr, wie authentisch auch die medizinischen Hintergründe umgesetzt wurden. Dies verleiht der Story einmal mehr an Glaubwürdigkeit.

Fazit
"Shine Like Midnight Sun" ist ein würdiger Nachfolger und ein gelungener Abschluss der Reihe. Es ist ein Buch, das die perfekte Balance zwischen Trauer, Liebe und Hoffnung schafft, zum Nachdenken anregt und letztlich dazu ermutigt, an die Kraft der Liebe zu glauben, selbst in den dunkelsten Zeiten.

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