Verwirrend und wenig mitreißend
Ein ganz besonderer OrtIm Mittelpunkt des Buches "Ein ganz besonderer Ort" von Jojo Moyes steht Suzanna Peacock, die nach einigen Umwegen in ihre Heimat zurückkehrt und dort das Peacock Emporium, ein kleines Café mit angeschlossenem ...
Im Mittelpunkt des Buches "Ein ganz besonderer Ort" von Jojo Moyes steht Suzanna Peacock, die nach einigen Umwegen in ihre Heimat zurückkehrt und dort das Peacock Emporium, ein kleines Café mit angeschlossenem Laden, eröffnet. Dieser Ort soll ihr Neuanfang werden – ein Platz für Begegnungen, Freundschaften und vielleicht auch für Liebe. Doch Suzanna ist innerlich zerrissen: Ihr Ehemann Neil träumt von Kindern und Sicherheit, während sie selbst nicht weiß, ob sie ihn wirklich liebt. Als der geheimnisvolle Alejandro auftaucht, stellt er vieles infrage.
Parallel dazu werden Familienkonflikte, alte Geheimnisse und Suzannas Suche nach Identität erzählt.
Obwohl die Grundidee vielversprechend klang, konnte mich die Geschichte leider nicht richtig fesseln und letztlich auch nicht überzeugen.
Ein zentrales Problem war für mich die Erzählweise: Ständige Wechsel zwischen verschiedenen Personen und Zeitebenen machten es schwer, den Überblick zu behalten. Oft war ich unsicher, wer gerade erzählt und in welcher Zeit ich mich befinde. Dadurch fiel es mir schwer, in die Handlung hineinzufinden und eine Verbindung zu den Figuren aufzubauen.
Hinzu kam, dass der Klappentext Erwartungen weckte, die sich erst sehr spät erfüllten. Erst nach gut der Hälfte des Buches begann die Handlung sich in diese Richtung zu entwickeln – und auch dann nur sehr langsam. Die anfänglichen Szenen - vor allem die erste mit Alejandro - blieben für mich bis zum Schluss unklar in ihrer Relevanz, sodass ich lange nicht wusste, worauf die Geschichte hinauswill und ich lange das Gefühl hatte, das 'falsche' Buch zu lesen.
Die Charaktere blieben mir über weite Strecken fremd. Ich konnte mich nicht richtig in sie hineinversetzen, möglicherweise auch durch die vielen Perspektivwechsel, die ein tieferes Kennenlernen für mich erschwerten.
Zwar bot die Handlung zum Ende hin einige unerwartete Wendungen, doch insgesamt wirkte sie auf mich eher zäh und wenig mitreißend.
Positiv war für mich allenfalls der Schreibstil von Jojo Moyes, der wie gewohnt flüssig, bildhaft und detailreich war. Einzelne Szenen sind atmosphärisch dicht, und sie versteht es, Orte lebendig wirken zu lassen. Gleichzeitig empfand ich die Sprache aber stellenweise als zu ausschweifend, was die Längen im Erzählfluss noch verstärkte.
Das Tempo war insgesamt zu gemächlich, um mich dauerhaft zu fesseln.
Fazit
Unterm Strich war "Ein ganz besonderer Ort" von Jojo Moyes für mich leider kein Highlight. Die Idee hatte Potenzial, doch die verschachtelte Erzählweise, die späte Entfaltung der eigentlichen Handlung und die fehlende Nähe zu den Figuren machten es mir schwer, wirklich in die Geschichte einzutauchen. Ich habe mich eher durchgekämpft und war am Ende fast erleichtert, das Buch beendet zu haben.