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Veröffentlicht am 25.01.2025

Verkorkste Familienverhältnisse

Verlassen
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Inmitten der Lavafelder von Westisland trifft sich der reiche Snæberg-Clan in einem futuristischen Hotel zu einem Familientreffen anlässlich des Geburtstags vom Familienoberhaupt. Die Hotelangestellte ...

Inmitten der Lavafelder von Westisland trifft sich der reiche Snæberg-Clan in einem futuristischen Hotel zu einem Familientreffen anlässlich des Geburtstags vom Familienoberhaupt. Die Hotelangestellte Irma ist aufgeregt diese berühmte Familie im Hotel zu betreuen. Während des Wochenendes verschlechtert sich das Wetter immer mehr - ein Schneesturm zieht auf. Die Innenarchitektin Petra Snæberg macht sich Sorgen um ihre Tochter Lea, die wohl auf ihrem Social-Media Kanal die falschen Follower angesprochen hat. Die Familienfeier läuft nach und nach aus dem Ruder und plötzlich verschwindet einer der Hotelgäste. Die Anzeichen verdichten sich, dass sich möglicherweise jemand Unbekanntes auf dem Hotelgelände herumtreibt.

"Verlassen" ist der vierte Teil der Reihe "Mörderisches Island". Zeitlich gesehen spielt es aber noch vor dem ersten Teil "Verschwiegen" und kann dadurch auch ohne Vorkenntnisse von Neueinsteigern gelesen werden.

Eigentlich fand ich es eher weniger einen Krimi, denn hier war so gut wie gar keine Ermittlungsarbeit. Hier stand mehr das Familiendrama um die Snæbergs im Vordergrund. Jeder hatte seine eigenen dunklen Geheimnisse und das hat es trotzdem spannend und fesselnd gemacht. Bis zum Schluss war es offen, wer genau verschwunden ist und warum. Man hat also quasi die ganze Zeit mitgefiebert.

Die Handlung wurde im Wechsel zwischen den einzelnen Protagonisten erzählt. So hat man die einzelnen Familienmitglieder besser kennengelernt und was sie zudem auch noch für Geheimnisse haben. Ein wenig gestört hat mich der übermäßige Alkoholkonsum. Gefühlt auf jeder Seite ging es um Alkohol trinken oder bereits betrunken sein. Das fand ich ein wenig too much und hätte nicht sein müssen. Da hätte man sich noch etwas anderes ausdenken können.

Das Setting mit dem einsamen Hotel, dem Schneesturm und dass die Familie währenddessen dann dort eingeschlossen ist, war jetzt nicht unbedingt neu. Aber es hat trotzdem zu der düsteren Atmosphäre zum rauen Island beigetragen.

Mein Fazit:
Ein Krimi mit sehr wenig Ermittlungsarbeit, den ich aber dennoch durch die vielen Geheimnisse der Familie untereinander, sehr spannend gefunden habe. Die düstere Atmosphäre, die allein durch das Setting geschaffen wurde, fand ich klasse. Man konnte sich regelrecht hineinversetzen. Eine Leseempfehlung auch für alle Neueinsteiger in diese Reihe.

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Veröffentlicht am 05.01.2025

Ermittlungen am Campingplatz

Mord im Himmelreich
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Kaum hat sich der ehemalige Schauspieler Björn Kupernikus auf dem Campingplatz Himmelreich eingerichtet, muss er einen kleinen Hund retten, der auf einem SUP-Board im See treibt. Kupernikus zieht das Board ...

Kaum hat sich der ehemalige Schauspieler Björn Kupernikus auf dem Campingplatz Himmelreich eingerichtet, muss er einen kleinen Hund retten, der auf einem SUP-Board im See treibt. Kupernikus zieht das Board ans Ufer und mit ihm eine Leiche, die unter dem Board festgeschnallt ist. So hat er seinen Ruhestand auf dem Campingplatz wohl nicht vorgestellt. Die Polizei geht von einem Unfall aus, doch für Kupernikus ist klar, dass die Beamten nicht sonderlich erfahren wirken. Für ihn ist klar, er muss selbst ermitteln. Denn wenn man etwas erfahren will, braucht man jemanden der sich im Mikrokomos "Campingplatz" gut auskennt. So nutzt der den kleinen Hund, um mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Unterstützt wird er bei seinen Ermittlungen von der im Ort lebenden weitgereisten Künstlerin Annabelle Schäfer.

"Mord im Himmelreich" ist der erste Band der neuen Wohlfühl-Krimi-Serie mit dem Hobby-Tatort-Ermittler Björn Kupernikus und der Künstlerin Annabelle Schäfer.

Man kommt sehr schnell durch die Seiten. Das Ganze wird sehr humorvoll und locker geschrieben, also ein Wohlfühlkrimi auf ganzer Länge. Manche Wortwitze waren mir manchmal etwas zu flach, aber es war im Gesamten doch sehr lustig.

Knapp auf der Hälfte fand ich es ein wenig in die Länge gezogen, da nicht wirklich etwas passiert. Kupernikus führt zwar seine Ermittlungen durch und begegnet sehr vielen Menschen, die ihm mal mehr mal weniger freundlich begegnen und als Leser:in wird man auch zum Miträtseln eingeladen, jedoch lässt er einen an seinen Ermittlungsergebnissen nicht teilhaben. So kommt die Auflösung um die Leiche unterm SUP etwas unschlüssig daher. Es ließ sich vorher nicht erahnen, dass der Weg möglicherweise in diese Richtung hätte führen können.

Mein Fazit:
Wirklich ein Wohlfühlkrimi auf ganzer Länge. Es ist flott und humorvoll, teilweise auch anzüglich daher geschrieben und ich habe mich beim Lesen sehr gut unterhalten gefühlt. Für mich eine schöne Lektüre für mal zwischendurch wenn man mal etwas leichtere Kost braucht.

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Veröffentlicht am 29.12.2024

Soko 13

Kohle, Stahl und Mord: Das 13. Opfer
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Vor gut 34 Jahren gab es in der Essener Zeche Ludwig V ein Grubenunglück bei dem 12 Bergleute, genannt das Wandernde Dutzend, verschüttet und nie gefunden worden sind. Das Bergwerk wurde nachdem stillgelegt ...

Vor gut 34 Jahren gab es in der Essener Zeche Ludwig V ein Grubenunglück bei dem 12 Bergleute, genannt das Wandernde Dutzend, verschüttet und nie gefunden worden sind. Das Bergwerk wurde nachdem stillgelegt und soll nun als Besucherzentrum hergerichtet werden. Bei den Arbeiten gab es erneut Erschütterungen und Wasser dringt durch einen Streb ein. Die beiden Arbeiter, unter ihm Werner Flemming, der damals zu den Geretteten zählte, konnten sich retten, stoßen jedoch dabei auf einen Knochenfund. Hauptkommissarin Elin Akay weiß sofort als der Notruf eingeht, dass das Wandernde Dutzend gefunden worden ist. Doch bei den 12 Skletten liegt noch ein weiteres Sklett. Der Schädel weißt einen Kopfschuss auf. Um wen handelt es sich bei dem 13. Opfer und wer ist für den Tod verantwortlich? Elin Akay ist sich sicher, dass der Täter unter den Bergleuten zu finden ist. Sie zieht ihre Freundin Jana Fäller, die forensische Psycholgin hinzu. Ihr Vater war damals bei dem Grubenunglück dabei und sie weiß wie man mit den Bergleuten sprechen muss. Bei ihren gemeinsamen Ermittlungen stoßen sie auf viele längst verborgenen Geheimnisse der Kumpel.

"Kohle, Stahl und Mord" ist der Auftakt in eine neue Krimireihe.

Mit einem flüssigen und bildgewandten Schreibstil wird man mit in die Bergbauwelt im Kohlenpott (Ruhrgebiet) genommen. Der Schauplatz mit dem Knochenfund in einem alten Stollen tief unter der Erde ist ein etwas außergewöhnliches Setting. Man bekommt beim Lesen sofort dort hineinversetzt und bekommt ein düsteres und beklemmendes Gefühl.

Die beiden Hauptcharaktere Elin Akay und Jana Fäller sowie auch die Nebencharaktere werden authentisch und lebendig dargestellt. Jana stand hier jedoch noch mehr im Fokus, was ihre private Geschichte anging, wodurch man viel von ihr erfahren hat. Elin stand dagegen noch etwas im Hintergrund. Da es sich hier jedoch um einen Reihenauftakt handelt, hoffe ich dass man in den Folgebänden noch mehr über sie erfährt und sie dadurch noch greifbarer wird.

Die Handlung beginnt von Anfang an mit Spannung. Viele Cliffhänger an den Kapitelenden und unerwartete Wendungen sorgten dafür, dass die Spannung hoch blieb. Mit vielen falschen Fährten hat der Autor es geschafft, dass man beim Miträtseln immer wieder auf dem Holzweg gelandet ist. Ich habe alles und jeden verdächtigt, wurde am Ende mit der schlüssigen Auflösung, mit der ich nicht gerechnet habe, jedoch noch überrascht.

Ganz nebenbei wurde in die Handlung auch noch etwas Lokalkolorit und viele interessante Informationen zum damaligen Bergbau eingewoben. Man hat hier gemerkt, dass das gut recherchiert bzw. aus eigenem Wissen erzählt worden ist, aber es wirkte nie überladen.

Mein Fazit:
Ein richtig spannender Krimi, der mich komplett gefesselt hat und ich immer weiterlesen wollte um die Auflösung zu wissen. Ein bisschen Luft nach oben ist noch. Die Auflösung den Krimifalls war schlüssig, jedoch waren für mich noch ein paar kleine Ungereimtheiten drin. Trotzdem eine klare Leseempfehlung und ich bin schon gespannt, wie es mit Elin & Jana weitergehen könnte.

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Veröffentlicht am 26.11.2024

Profil K

The Killer Profile
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Die junge Midnight Jones arbeitet in London bei einem modernen Biotech-Unternehmen. Bei ihrer täglichen Auswertung von sychometrischer Persönlichkeitstests stößt sie auf ein recht außergewöhnliches Profil. ...

Die junge Midnight Jones arbeitet in London bei einem modernen Biotech-Unternehmen. Bei ihrer täglichen Auswertung von sychometrischer Persönlichkeitstests stößt sie auf ein recht außergewöhnliches Profil. Es sieht ganz danach aus, als wenn hier ein Serienkiller dahintersteckt. Nur kurz darauf geschieht ein Mord an einer Frau in unmittelbarer Nachbarschaft. Alles deutet darauf hin, dass es sich hierbei um den Bewerber, den Midnight gerade analysiert hat, handelt. Midnight ist sehr überzeugt davon, doch niemand glaubt ihr.

Die Handlung beginnt schon brutal, blutig und spannend mit dem ersten Mord. Auch im weiteren Verlauf findet man solche brutalen Szenen immer wieder. Die Szenen können manchmal nichts für schwache Nerven sein. Die Spannung war rasant und hatte immer wieder Nervenkitzel- und Gänsehautmomente zu bieten, aber auch mal eine Pause zum Durchatmen.

Erzählt wird die Handlung abwechselnd aus unterschiedlichen Perspektiven. Selbst der Täter bekommt hier seine eigene Perspektive. Lange Zeit tappt man noch im Dunkeln, um wen es sich hierbei handeln könnte, aber es wird Stück für Stück aufgedeckt warum er so ist und was der Ausschlag für seine Taten war und es geht hier tief in die menschlichen Abgründe hinab.

Cliffhänger an den Kapitelenden und viele falsche Fährten sowie unerwartete Wendungen haben die Spannung immer hochgehalten. Man wusste nie so wirklich wem man richtig trauen konnte.

Ein kleiner Spannungskiller fand ich, dass immer wieder die Sprache auf Midnights Familienverhältnisse gekommen sind und dass sie mit ihrer Schwester alleine da steht. Es wurde nichts Neues erzählt, sondern eher nur wiederholt.

Für Midnight habe ich sehr schnell Mitgefühl entwickelt. Die Autorin hat es geschafft durch das einfühlsame beschreiben der ganzen negativen Umgebungseinflüsse auf Midnight, dass man wirklich mit ihr mitgefühlt hat und sich selbst auch gedacht hat, dass man selbst eigentlich schon einen Ausweg aus der Lage hätte finden wollen.

Mein Fazit:
Ein rasanter und spannender Thriller mit brutalen Szenen, die nichts für schwache Nerven sind. Für mich eine volle Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 03.11.2024

Spannendes Finale

Verraten
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Carl Mørck steht nach seiner Verhaftung nun vor der schwierigsten Aufgabe. Nach fünfzehn Jahren wird er von seiner Vergangenheit eingeholt. Er wird des Drogenschmuggels und Mordes bezichtigt. Dazu auch ...

Carl Mørck steht nach seiner Verhaftung nun vor der schwierigsten Aufgabe. Nach fünfzehn Jahren wird er von seiner Vergangenheit eingeholt. Er wird des Drogenschmuggels und Mordes bezichtigt. Dazu auch noch vor der Frage was in der unheilvollen Nacht, die sein Leben verändert hat, wirklich passiert ist. Während Carl Mørck in U-Haft sitzt und seine Gegner ihn auch noch nach dem Leben trachten, versuchen seine Freunde aus dem Sonderdezernat Q ihm zu helfen seine Unschuld zu beweisen und herauszufinden, wer hinter alldem steckt und geraten dabei in brenzlige Situationen.

"Verraten" ist der Abschluss der 10-teiligen Reihe mit Kriminalkommissar Carl Mørck und seinem Team aus dem Sonderdezernat Q. Diesen Teil sollte man wirklich nur lesen, wenn man auch bereits alle Vorgänger der Reihe kennt, da es in diesem Teil sehr um den persönlichen Fall von Carl Mørck und dem ganzen Hintergrund geht.

Die Handlung in diesem Teil knüpft nahtlos an den vorherigen "Natrium Chlorid" an. Es ist eine brilliante Idee den Kriminalkommissar selbst im Gefängnis sitzen zu lassen, wo er nicht selbst ermitteln kann. Carl beweist hier aber wieder Stärke und steckt den Kopf nicht in Sand, auch wenn ihm hier wirklich die Hände gebunden sind. Seine Freunde aus dem Sonderdezernat Q müssen hier die Ermittlungen für ihn übernehmen. Von der Ermittlungsarbeit an sich, habe ich allerdings ein bisschen mehr erwartet. Das war mir im Gesamten etwas zu wenig. Trotzdem tappte man die ganze Zeit im Dunkeln und erst ganz zum Schluss wurde Licht ins Dunkle gebracht, wer hier die Fäden gezogen hat.

Der Schreibstil war wieder sehr packend und flüssig zu lesen. Die Handlung zog sich aber an einigen Stellen etwas in die Länge, aber um dann wieder mit einer unerwarteten Wendung zu überraschen, in der es hochspannend zuging. Die Perspektivwechsel sorgten für Abwechslung und dass der Spannungsbogen gehalten wurde.

Die Hauptprotagonisten aus dem Sonderdezernat Q habe ich alle ins Herz geschlossen und finde jeden einzelnen Charakter mit seiner eigenen Geschichte sehr interessant. Schade, dass es nun zu Ende ist.

Mein Fazit:
Ein sehr gelungener und spannender Abschluss der "Sonderdezernat Q"-Reihe. Ein bisschen mehr Ermittlungsarbeit und vielleicht im Finale etwas mehr Nervenkitzel hätte ich mir gewünscht, aber es war auch so sehr spannend zu lesen und man konnte mitfiebern. Es lohnt sich zu lesen, wenn man bereits alle anderen Bände dieser Reihe kennt.

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