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Veröffentlicht am 15.01.2025

Für immer?

Für immer
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Was für eine Vorstellung! Als bliebe plötzlich die Welt stehen – doch nur für die Menschen! Die Pflanzen sprießen, wachsen, welken weiter, Tiere werden geboren und entwickeln sich. Bei den Menschen ...

Was für eine Vorstellung! Als bliebe plötzlich die Welt stehen – doch nur für die Menschen! Die Pflanzen sprießen, wachsen, welken weiter, Tiere werden geboren und entwickeln sich. Bei den Menschen geht nichts mehr: Niemand stirbt, niemand wird geboren, Krankheiten kommen zum Stillstand…
Mich hat die Beschreibung des neuen Buches von Maja Lunde sehr neugierig gemacht, denn ich liebe und verschlinge ihre Romane. Leider hat der Funke bei dieser Geschichte nicht bei mir gezündet. Zwar habe ich im Vorfeld schon viel über diese mögliche Situation nachgedacht, auch waren die beispielhaften Geschichten von Kranken, einer Hebamme, von einem Rentner-Ehepaar und einer Bestatterin gut und interessant geschrieben, aber emotional hat mich die Geschichte leider nicht so erreicht, wie ich es mir erhofft hatte. Vielleicht war die Vorstellung für mich zu abstrakt?
Es mag an mir oder an meiner momentanen Situation liegen, dass ich nichts anderes sagen kann, und es tut mir wirklich leid, weil ich die Autorin Maja Lunde sehr schätze. Aus diesem Grunde empfehle ich allen, das Buch zu lesen und sich selbst ein Bild zu machen.

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Veröffentlicht am 14.12.2024

Enthüllungen

Hotel in den Wolken
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Mit ihren Eltern hat Maike bereits als Kind regelmäßig ihren Urlaub in den Schweizer Bergen verbracht. Inzwischen begleitet sie ihr Freund Ravi. Durch einen Zufall erfährt sie, dass sie und ihre Familie ...

Mit ihren Eltern hat Maike bereits als Kind regelmäßig ihren Urlaub in den Schweizer Bergen verbracht. Inzwischen begleitet sie ihr Freund Ravi. Durch einen Zufall erfährt sie, dass sie und ihre Familie wahrscheinlich die Erben eines alten Hotels sind. Doch was soll sie mit dem alten Kasten anfangen?
Die Geschichte spielt in zwei verschiedenen Zeitebenen, im 19. Jahrhundert und in der Gegenwart. Von Kapitel zu Kapitel gibt es einen Zeitwechsel, gut erkennbar an den nummerierten Kapiteln in jeweils anderer Schriftart.
Sie beginnt in der Vergangenheit. Damals hatte das Hotel einen ganz besonderen Charme, denn es wurde geführt von dem Hotelier Flo Fernsby, der genau wusste, was seine Gäste brauchten und was sie sich wünschten. In den Geschichten aus der Vergangenheit habe ich mich von Anfang an wohl gefühlt.
Maike hatte keine Ahnung, warum sie Erbin eines Hotels sein sollte. Erst ein altes Tagebuch sollte nach und nach Licht ins Dunkel bringen und damit auch so manche spannenden Enthüllungen und Überraschungen bereithalten. Leider gab es darunter auch Geheimnisse, von denen niemand hätte erfahren dürfen, denn…
Mehr wird nicht verraten: einfach selber lesen!

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Veröffentlicht am 14.12.2024

Faszinierende Unterwasserwelt

Leuchten am Meeresgrund
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Über Bücher und Filme komme ich immer wieder gern mit der Unterwasserwelt in Kontakt. Darum hat mich auch das Cover von „Leuchten am Meeresgrund“ von Brad Fox angesprochen, vor allem, weil die ...

Über Bücher und Filme komme ich immer wieder gern mit der Unterwasserwelt in Kontakt. Darum hat mich auch das Cover von „Leuchten am Meeresgrund“ von Brad Fox angesprochen, vor allem, weil die Tiere darauf etwas ungewöhnlich aussehen. Dass es sich dabei um Zeichnungen handelt, habe ich erst später erfahren. Der Untertitel „Aus dem Logbuch der ersten Tiefsee-Expedition“ hat mich erst schwanken lassen, doch meine Befürchtungen, dass es sich um ein reines Sachbuch handeln und deswegen für mich nur schwer verständlich sein könne, waren unnötig. Für mich war das Buch eine faszinierende Abenteuerreise in eine unbekannte (Unterwasser-)Welt.
William Beebe war Naturwissenschaftler und neben anderen Expeditionen ins Tierreich interessierte ihn das Leben tief unten im Meer. Mit einer Bathysphäre (eine Zeichnung auf Seite 97 des Buches zeigt ihr Inneres) gelingt es ihm im Jahr 1934, über 900 m tief zu tauchen.
Besonders fasziniert hat mich die Tatsache, dass alles, was Beebe unter Wasser sieht, von ihm in allen Einzelheiten beschrieben und über eine Telefonleitung an Bord eines Schiffes geleitet wird, wo zum Beispiel die Wissenschaftlerin Gloria Hollister nach diesen Angaben Zeichnungen anfertigt, von denen viele im Buch zu finden sind.
Viele persönliche kurze Geschichten und Verweise auf andere Forscher und Wissenschaftler machen das Buch zu einer spannenden und unterhaltsamen Lesereise.

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Veröffentlicht am 26.11.2024

Wie im Netz der Spinne

Die Mitford Schwestern
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Für mich ist es das erste Buch von Marie Benedict, die in ihren Büchern von Frauen erzählt, die kaum Anerkennung gefunden haben, weil sie im Schatten von Männern standen. Bei den Mitford-Schwestern ...

Für mich ist es das erste Buch von Marie Benedict, die in ihren Büchern von Frauen erzählt, die kaum Anerkennung gefunden haben, weil sie im Schatten von Männern standen. Bei den Mitford-Schwestern ist es Nancy, die gegen die Nazis ist und deren Einmarsch in Großbritannien zu verhindern versucht. Dabei kommt sie an einen Punkt, an dem sie sich gegen ihre Familie entscheiden müsste, um ihr Ziel erreichen zu können.
Obwohl es eine aufregende Zeit war vor und während des Zweiten Weltkriegs, hat mich der Schreibstil von Marie Benedict nicht besonders gefesselt, aber das Buch hat mir geholfen, die Zusammenhänge der Geschichte besser zu erkennen und zu begreifen. Das soll allerdings nicht bedeuten, ich hätte Verständnis für das Verhalten von zwei der sechs Mitford-Schwestern. Unity und Diana waren jede für sich davon besessen, Hitler persönlich kennenzulernen.
Es ist beeindruckend, den Gedanken der Autorin zu folgen: wie man sich in den Bann ziehen und einfangen lassen kann, als hätte man Scheuklappen vor den Augen; wie man plötzlich seine Meinung ändern und eine andere Gesinnung bekommen kann und wie selbst reiche und intelligente Menschen den Blick für das Wesentliche verlieren und dabei in gefährliche Abhängigkeit geraten können.
Mir hat das Buch nicht zuletzt deswegen gefallen, weil ich aus den Dreißiger- und Vierzigerjahren mit dem Schauplatz England noch nicht allzu viel Kontakt hatte. Es zeigt einen wichtigen Teil der Geschichte, die sich nach meiner Meinung niemals wiederholen sollte und die sich niemand wünschen kann. Hoffentlich wird das Buch von vielen Menschen gelesen, die daraus lernen können. Das ist mein Wunsch und meine Empfehlung.

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Veröffentlicht am 19.09.2024

Ein Buch zum Nachdenken

Als wir Schwäne waren
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Wenn ich mir vorstelle, dass ich so wie der Autor des Buches im Alter von neun Jahren plötzlich in einem fremden Land leben müsste, mit Menschen verschiedener Länder und unterschiedlicher Muttersprache ...

Wenn ich mir vorstelle, dass ich so wie der Autor des Buches im Alter von neun Jahren plötzlich in einem fremden Land leben müsste, mit Menschen verschiedener Länder und unterschiedlicher Muttersprache in einem Wohngebiet auf engem Raum, dann stelle ich fest, dass ich mir das beim besten Willen gar nicht vorstellen kann. In meinen Überlegungen werde ich immer kleiner, ziehe mich ganz weit zurück und wäre am liebsten unsichtbar.
Reza war neun Jahre alt, als er 1986 mit seinen Eltern aus dem Iran geflohen ist und im Ruhrgebiet eine neue Bleibe gefunden hat. Seine Geschichte, die in sehr kurzen Abschnitten ganz unterschiedliche Szenen seiner Kindheit und Jugend erzählt, wirkt, als hätte er Momente aus seinem Leben gesammelt, die er in diesem Buch vereint.
Es ist ein Buch voller Gegensätze. Gewalt ist häufig an der Tagesordnung. Das lässt mich nachdenken. Nicht selten habe ich das Gefühl, dass Angst und Wut bei dem Jungen ganz nah beieinander liegen. Manchmal lässt ihn so etwas wie Beschützerinstinkt gewalttätig werden. Aber es gibt auch eine ganz andere, eine leise Sprache, voller Poesie, die mich zum Träumen bringt.
Der Schreibstil ist ungewöhnlich, nicht ganz einfach durch die häufig wechselnden Themen, aber dennoch total fesselnd.
Eine von Rezas Geschichten hat mich außerordentlich berührt, und zwar ist es die über „Armut, die nicht riecht“. Bei dieser Erzählung habe ich ganz stark das Gefühl, dass in der Brust des Erzählers zwei Seelen wohnen.

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