Ich hätte mir mehr Tiefe gewünscht ...
MandeljahreDas für mich zweite Buch der heute in Bad Dürkheim lebenden Autorin Katrin Temple hat mich leider ein wenig enttäuscht. Sie wählte ein sehr interessantes Thema und auch die Art des Schreibens in der Gegenwart ...
Das für mich zweite Buch der heute in Bad Dürkheim lebenden Autorin Katrin Temple hat mich leider ein wenig enttäuscht. Sie wählte ein sehr interessantes Thema und auch die Art des Schreibens in der Gegenwart zu beginnen und dann zurück in die Vergangenheit zu reisen, kann durchaus spannend sein. In der Vergangenheit deckte sie die Periode von 1907 bis 1945 ab und erlaubte uns so die Entstehung der Bad Dürkheimer Kaffeerösterei „Quieta“ mitzuerleben. Auch beim Ersten Weltkrieg, der anschließenden Besetzung der Gegend durch die Franzosen, der späteren aggressiven Judenverfolgung und dem Zweiten Weltkrieg waren wir dabei. Und genau das war für mich das Problem. Während mich ihre lebhafte Schreibweise die Seiten nur so umblättern ließ, fühlte ich mich durch die verschiedenen Perioden gehetzt. Dieses Buch hätte gut und gerne doppelt so dick sein dürfen und hätte genug Stoff für einen Zweiteiler liefern können. Schade, mir waren Maria, Jacob und die Zwillinge nämlich direkt ans Herz gewachsen und auch mit den Antisympathieträgern Carl und Maximilian hätte ich mich gerne noch näher befasst. Gut gefallen haben mir dagegen wieder die Passagen, die auf wahren Begebenheiten beruhten und von einer tollen Recherche der Autorin zeugen. Dass die Gegend von 1918 bis 1930 fest in französischer Hand war, wusste ich nicht, und auch dass dort die heutige deutsche Weinstraße 1935 ihren Anfang nahm war mir bis dato nicht bekannt.
Im Internet habe ich entdeckt, dass Katrin Tempel und dem Namen Emma Temple Romane schreibt, die in Irland und Neuseeland angesiedelt sind. Vielleicht werde ich mich damit noch ein wenig näher beschäftigen, der erste Roman von Emma Temple – „Die Nebel von Connemara“ – liegt nämlich schon auf meinem SUB.