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Veröffentlicht am 27.11.2024

Vorweihnachtlicher Roman über alte Freunde und Geheimnisse

Schneeflockenträume
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Der diesjährige Winterroman von Karen Swan spielt in Yorkshire und beginnt drei Tage vor Weihnachten. Libby und ihr Freund Max befinden sich auf dem Rückweg von einer Hochzeit und sind auf dem Weg zu einem ...

Der diesjährige Winterroman von Karen Swan spielt in Yorkshire und beginnt drei Tage vor Weihnachten. Libby und ihr Freund Max befinden sich auf dem Rückweg von einer Hochzeit und sind auf dem Weg zu einem Treffen von Libbys alten Unifreunden. Libby hat mit ihnen früher in einem Haus in einer Wohngemeinschaft gelebt, aber seit nunmehr neun Jahren hat sie sie nicht mehr gesehen und nur lose Kontakt gehabt.
Das Treffen findet im Herrenhaus von Archies Familie statt, die wohlhabend ist. Neben dem Gastgeber, Libby und Max treffen wir noch auf Emma und ihren Mann Jack, die ihr erstes Kind erwarten sowie Roly, Charlie, Coco und Susannah genannt Zannah.
Das Treffen beginnt etwas verhalten besonders in Bezug auf Libby, die sich so viele Jahre fern gehalten hatte.
Doch nach dem gemeinsamen Essen lockert sich die Stimmung aber eine Abreise spät am Abend ist dann plötzlich unmöglich, da ein Wintereinbruch viel Schnee gebracht hat und die Straßen sind blockiert. Und dann fällt auch noch der Strom aus.
Die Freunde müssen also im Herrnhaus bleiben und bei Kerzenlicht und Kaminfeuer ausharren. So bleibt viel mehr Zeit für die Erinnerungen an vergangene Zeiten.

Die ganze Handlung dreht sich also um die Gespräche zwischen den Freunden und deren jeweilige Lebenssituation. Da gibt es im Mittelteil auch mal ein paar Längen.
Schnell wird aber klar, dass es Geheimnisse und Ereignisse aus der Vergangenheit gibt, die nicht allen klar sind. Auch in Libby schlummern Gefühle, die ihren Ursprung in der damaligen Zeit haben und die sie bis heute immer wieder verdrängt hat.

Der Roman beginnt mit dem ersten Kapitel in der Zeit an der Universität im Frühjahr 2014 und es gibt zwischendurch immer wieder Rückblicke in diese Zeit. Die Gegenwart spielt sich im Dezember 2023 ab.

Durch die besondere Situation müssen die Freunde zusammenhalten und zusehen, dass sie ohne Strom und Heizung klar kommen, denn eine Abreise ist auch am nächsten Tag nicht möglich, da es länger dauert, bis die Straßen geräumt werden können.
Geheimnisse trüben zeitweilig ein bisschen die Stimmung und eine Neuigkeit, die außer Archie niemand wusste, macht alle betroffen.
Aufgearbeitet werden muss auch ein Ereignis aus der Studienzeit, das alle belastet.
Da sie alle im Herrenhaus durch das Wetter festsitzen, bleibt genug Zeit dafür.
Es war interessant mitzuerleben, wie vieles ans Licht kommt, wie die Freunde damit umgehen und was die Neuigkeit in ihnen allen auslöst. Dadurch gab es auch eine gewisse Spannung und auch bezogen darauf, wie sich am Ende alles auflösen würde.
Die Figuren sind alle liebevoll ausgearbeitet und gut charakterisiert, was in dieser Geschichte eine wichtige Rolle spielt.

Das Setting im tief verschneiten Yorkshire in dem alten Herrenhaus passt sehr gut zur Handlung, bildet einen guten Rahmen dafür und ist bildhaft beschrieben. Der viele Schnee bringt natürlich viele Probleme und Nachteile sorgt aber auch für ein Winter-Wonderland, das schön beschrieben wird.

„Schneeflockenträume“ ist kein klassischer Weihnachtsroman, denn das Thema steht nicht im Mittelpunkt ist nur der Zeitpunkt, an dem alles stattfindet. Dennoch ist die Geschichte der Uni-Freunde unterhaltsam und ein schöner winterlicher Roman, der so einige Themen berührt und den ich gerne gelesen habe!


Fazit: 4 von 5 Sternen



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Veröffentlicht am 26.11.2024

Warmherziger, weihnachtlicher Roman über Freundschaft, Neuanfänge und Bücherliebe

Das Winterhotel
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Der diesjährige Winter- bzw. Weihnachtsroman von Sarah Morgan vereint gleich zwei schöne Themen, Weihnachten und Bücher.
Die drei Freundinnen, Erica, Claudia und Anna sind nicht nur langjährige Freundinnen ...

Der diesjährige Winter- bzw. Weihnachtsroman von Sarah Morgan vereint gleich zwei schöne Themen, Weihnachten und Bücher.
Die drei Freundinnen, Erica, Claudia und Anna sind nicht nur langjährige Freundinnen sondern bilden auch gemeinsam einen Buchclub. Jedes Jahr verreisen sie gemeinsam eine Woche, um ein Buch zu lesen und darüber zu sprechen. In diesem Jahr wird es erstmals zur Weihnachtszeit der Fall sein und sie werden nach Vermont reisen und im Maple Sugar Inn einchecken.
Das Hotel gehört Hattie Coleman, die gerade dabei ist, das Hotel weihnachtlich und gemütlich für ihre Gäste herzurichten. Dabei ist sie eigentlich fast am Ende ihrer Kräfte, denn seit dem plötzlichen und viel zu frühen Tod ihres Mannes führt sie das Hotel alleine und kümmert sich dabei auch noch um das gemeinsame kleine Kind. Hattie bemüht sich allem gerecht zu werden, das Hotel im Sinne und nach den Träumen ihres Mannes weiterzuführen aber natürlich auch für ihre kleine Tochter da zu sein. Sie selbst bleibt dabei auf der Strecke.

Zu Beginn der Geschichte lernen wir alle vier Frauen kennen und erleben Hattie, die mitten im Stress steckt und daneben noch im ständigen Kampf mit der Hausdame und dem häufig unpünktlichen Küchenchef steht.
Aber wir erfahren auch vieles über die drei Freundinnen und lernen deren Leben kennen. Erica ist die Karrierefrau, die ungebunden und frei sein möchte und daher immer nur unverbindliche Beziehungen hat.
Claudia die leidenschaftliche und begnadete Köchin hat gerade ihren Job verloren und auch ihre langjährige Beziehung ist in die Brüche gegangen. Sie ist in ein Loch gefallen und überlegt, wie es weiter gehen soll.
Anna, glücklich verheiratete Mutter von Zwillingen, lebt für ihre Familie, steht aber kurz davor, ein leeres Nest zu haben, denn die Zwillinge werden das Haus fürs Studium verlassen. Für Anna aktuell noch unvorstellbar und eine Belastung für ihre Ehe.

Die Geschichte wird je Kapitel wechselnd aus der Sicht einer der vier Frauen erzählt. Es dauert anfangs ein bisschen, bis die drei Freundinnen tatsächlich zu ihrer Reise aufbrechen. Bis dahin erfahren wir viel über sie als Personen und besonders auch über ihre jeweiligen Lebenssituationen. Das bringt viel Nähe und ermöglicht, dass man einiges später besser versteht.
Gleich zu Beginn nach der Ankunft im Hotel gibt es eine dicke Überraschung, die fast dazu führt, dass die drei Frauen wieder abreisen. Sie bleiben doch und dann beginnt eine gemeinsame Geschichte die auch Hattie die Hotelbesitzerin mit einschließt.
Alle vier Frauen stehen im Prinzip an einem Scheideweg in ihrem Leben, was Hattie erst noch erkennen muss.

Durch die Lebensgeschichten der vier Frauen verarbeitet die Autorin einige tiefgründige Themen, die einfühlsam geschildert werden.
Eingebunden sind diese Themen in eine schöne weihnachtliche Atmosphäre, die durch die Weihnachtsvorbereitungen im Hotel und im naheliegenden Ort erzeugt wird welche sehr bildhaft und detailreich beschrieben werden. Das war wirklich eine schöne, wohlige Einstimmung auf die Weihnachtszeit.

„Das Winterhotel“ erzählt von Freundschaft, Zusammenhalt und gegenseitiger Unterstützung. Liebevoll gezeichnete Figuren, eine schöne, nicht kitschige Weihnachtsstimmung und tiefgründige Themen bilden einen gelungenen Mix. Auch wenn manches etwas vorhersehbar war, gab es dennoch Überraschungen und insgesamt gelungene vorweihnachtliche Unterhaltung!


Fazit: 4 von 5 Sternen



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Veröffentlicht am 22.11.2024

Unterhaltsamer Wohlfühlroman der die Geschichten in Callwell schön fortsetzt

Tannenduft im kleinen Strickladen in den Highlands
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Zum sechsten Mal sind wir zu Gast im kleinen fiktiven Ort Calwell am realen Loch Lomond in den schottischen Highlands und im dortigen kleinen Strickladen und den anderen bezaubernden Geschäften sowie natürlich ...

Zum sechsten Mal sind wir zu Gast im kleinen fiktiven Ort Calwell am realen Loch Lomond in den schottischen Highlands und im dortigen kleinen Strickladen und den anderen bezaubernden Geschäften sowie natürlich auf Callwell Castle. Dort treffen wir auf Maighread, die Inhaberin des kleinen Strickladens und Joshua, den Schlossherrn, die ihre Hochzeit vorbereiten. Sie haben bereits im kleinen Kreis geheiratet aber nun soll es ein großes Fest mit allen Freunden und Verwandten auf dem Schloss geben, wobei auch das Ehegelübde noch einmal erneuert werden soll. Doch im Mittelpunkt der Geschichte steht diesmal erneut Amely, die wir schon aus dem vierten Teil kennen. Damals entschied sie sich nach dem Tod ihrer Mutter Edinburgh zu verlassen und ihren Lebensmittelpunkt nach Callwell zu verlegen.
Ein alter Freund von Amely ist mit seinem Hausboot angereist. Paul ist Fotograf und wird auf der Hochzeitsfeier von Maighread und Joshua die Fotos machen.
Doch während der so aufwändig geplanten Feier geschieht ein Unglück auf Amelys Alpakafarm und die Feier wird beendet.
Der Schock sitzt tief bei Amely und sie beginnt mit ihrer Entscheidung nach Callwell zu ziehen zu hadern. In ihrer Verzweiflung und weil sie in ihrem Haus augenblicklich nicht wohnen kann, geht sie zu Paul auf sein Hausboot wo ihr Freund für sie da ist und sie auffängt.
Aber ihre neue Liebe Peter ist eifersüchtig und nicht glücklich darüber, dass Amely Trost bei Paul sucht. Wird die Beziehung das überstehen?

Es war wirklich schön wieder zu Gast in Callwell zu sein und all die liebgewonnen Figuren der Reihe wieder zu begegnen.
Neben Amely und Peter sowie Maighread und Joshua gibt es ja noch weitere Paare und das nette und Dreigestirn der älteren Damen, bestehend aus Chloes Oma, Maighreads Oma und der Haushälterin von Joshuas Familie. Sie sind alle so sympathisch und liebenswert und mir macht es große Freude, wieder von ihnen allen etwas zu lesen.

Die Geschichte spielt nicht nur kurz vor der großen Hochzeitsfeier sondern auch in der Vorweihnachtszeit, so dass sie insgesamt aktuell gut zur Jahreszeit passt.
Bekannte Handlungsfäden aus vorherigen Teilen werden schlüssig fortgesetzt und die Figuren entwickeln sich alle weiter.
Amelys Geschichte wird mit diesem Teil fortgesetzt und sie hat mir leid getan, dass sie erneut ein Schicksalsschlag ereilt. Da war es mir nur verständlich, dass sie von Zweifeln geplagt wurde.
Aber es war wirklich großartig zu erleben, wie die Gemeinschaft der Bewohner von Callwell und die Freunde alle zusammenhalten und einander helfen. So zeigen sie Amely, dass sie eine von ihnen ist und sie alle für sie da sind.

Natürlich geht es bei einem Roman um den kleinen Strickladen auch wieder viel um Wolle und verschiedene Strickprojekte. Deshalb gibt es natürlich auch diesmal wieder entsprechende Anleitungen im Anhang. Auch ein Personenregister fehlt nicht und stellt die maßgeblichen Figuren vor.

Susanne Oswald ist eine gute Erzählerin und es ist ihr erneut gelungen, eine unterhaltsame und warmherzige Geschichte zu erzählen.
Ich war gerne zu Besuch in den schottischen Highlands und habe das schöne Setting und die liebenswerten Figuren in einer emotionalen Handlung genossen!


Fazit: 4 von 5 Sternen




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Veröffentlicht am 20.11.2024

Stimmungsvolle Fortsetzung der Inseltöchter-Reihe mit schöner Liebesgeschichte

Die Inseltöchter - Die gestohlenen Stunden
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Dies ist der zweite Teil aus der Reihe um die Inseltöchter. Erneut entführt uns Karen Swan auf die winzige Insel St. Kilda vor der schottischen Küste. Hauptprotagonistin ist diesmal Mhairi, die wir schon ...

Dies ist der zweite Teil aus der Reihe um die Inseltöchter. Erneut entführt uns Karen Swan auf die winzige Insel St. Kilda vor der schottischen Küste. Hauptprotagonistin ist diesmal Mhairi, die wir schon als Freundin von Effie aus dem ersten Teil kennen.
Das Setting, bei dem ich mich im ersten Teil noch eingewöhnen musste, ist diesmal schon bekannt und macht den Einstieg leichter.
Auch das Leben der Menschen zu dieser Zeit auf dieser winzigen Insel ist aus dem ersten Teil bereits bekannt.
Daher erscheint es nur logisch, dass die Eltern von Mhairi dringend einen Ehemann für ihre Tochter suchen, denn sie hat noch 8 jüngere Geschwister und die Eltern haben Probleme alle zu ernähren.
Doch bekanntlich gibt es nur wenige Bewohner auf St. Kilda und die Auswahl an Heiratskandidaten ist sehr begrenzt.
So haben die Eltern von einem Farmerssohn auf der Isle of Harris erfahren, der eine Ehefrau sucht. Mit dem letzten Walfangschiff der Saison reist Mhairi mit ihrem verheirateten Nachbarn Donald dorthin, um den Farmer kennenzulernen. Nach wenigen Tagen kehren die beiden zurück und Mhairi ist faktisch verlobt, aber verliebt hat sie sich in jemand anderen…

Auch wenn die Geschichten 1929/1930 spielen, gewinnt man den Eindruck, man befinde sich noch Ende des 19. Jahrhunderts. Die Zeit scheint auf diesen kleinen Inseln vor Schottland stehen geblieben zu sein. Ehen werden arrangiert und die Rolle der Frauen ist eine ganz andere.
Gebannt habe ich verfolgt, wie sich Mhairis Schicksal und ihre Geschichte entwickelt, denn die Hochzeit soll erst in der nächsten Saison stattfinden, wenn die Überfahrt wieder möglich ist. So hat sie noch Zeit. Aber es wird schnell deutlich, dass sie in einem Konflikt steckt, der mich schon berührt hat. Sie ist zerrissen zwischen ihrem Pflichtgefühl und der Ehre und dagegen ihren Gefühlen und der Liebe, die sie empfindet. Wird sie sich in eine ungeliebte Ehe fügen müssen und außerdem hat sie auch noch ein dunkles Geheimnis von ihrer kurzen Reise auf die Isle of Harris mitgebracht. Über all dem droht dann auch noch die Tatsache, dass die Einwohner von St. Kilda ja einen Antrag auf Evakuierung aufs Festland gestellt haben und die Übersiedlung bevor steht.
Und auch ein Wiedersehen mit bereits aus dem ersten Teil bekannten Figuren wie Effie und anderen gibt es, so dass dort lose Fäden verknüpft werden.

Währen im ersten Teil eher das Leben auf St. Kilda und die Übersiedlung im Mittelpunkt standen, thematisiert die Autorin in diesem Teil die Walfangindustrie der Äußeren Hebriden, wozu sie laut ihrem Nachwort auch gründlich recherchiert hat. Es gibt einige grauselige Details zu diesem Thema, wobei man sich immer vor Augen halten muss, dass die Zeit und die Bedürfnisse der Menschen damals völlig anders waren.
Auch zum Thema Landwirtschaft, insbesondere von Kleinbauern, hat sie recherchiert und vieles gelesen, so dass das Leben der Farmer auch detailreich dargestellt wird.

Karen Swan hat Mhairis Geschichte erneut in reale historische Ereignisse eingebettet und bringt uns das Leben zur damaligen Zeit näher. Mhairi ist eine pflichtbewusste, sympathische junge Frau, deren bewegende Geschichte mich gut unterhalten hat und auch neugierig macht, auf die weiteren Inseltöchter!


Fazit: 4 von 5 Sternen


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Veröffentlicht am 19.11.2024

Warmherziger Wohlfühlroman an der Nordsee mit viel Back- und Strickliebe

Ostfriesenglück
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Beim vorliegenden Roman handelt es sich um ein Gemeinschaftswerk der bekannten Autorinnen Anne Barns und Susanne Oswald. Beide sind für ihre Wohlfühlromane bekannt, in denen es regelmäßig um Köstlichkeiten ...

Beim vorliegenden Roman handelt es sich um ein Gemeinschaftswerk der bekannten Autorinnen Anne Barns und Susanne Oswald. Beide sind für ihre Wohlfühlromane bekannt, in denen es regelmäßig um Köstlichkeiten bzw. wunderschöne Strickkompositionen geht. Und so gibt es in diesem Roman im Anhang je zwei Rezepte und Strickanleitungen.
Sie entführen uns nach Fenjesiel, ein fiktives kleines Fischerdorf in Ostfriesland. Hier muss sich Anneke, die vor kurzem ihre Eltern verlor, mit deren Haushaltswarenladen beschäftigen und sich überlegen, wie es weiter gehen soll. Da sie den Laden nicht weiterführen möchte, beginnt sie einen Räumungsverkauf zu planen. Dabei lernt sie dann die fröhliche und lebensfrohe Konditorin Nora kennen, die im Urlaub ist. Die beiden Frauen lernen sich näher kennen und freunden sich locker an.
Nach einer Weile reift der Gedanke, dass man aus dem Ladenlokal von Annekes Eltern ein Strick- bzw. Woll-Café machen könnte.
Denn nicht nur Anneke, die als Arzthelferin des kürzlich in Rente gegangenen Arztes in Fenjesiel gearbeitet hat, sondern auch Nora könnten einen Neuanfang gebrauchen.
Nora arbeitet bei ihrem Bruder im Restaurant, ist aber mit dem Job und der Situation unglücklich.
Werden die beiden Frauen gemeinsam neu durchstarten können?

Ich war sehr gespannt auf dieses Gemeinschaftswerk, denn die bisherigen Romane der beiden Autorinnen habe ich stets gerne gelesen.
Sie erzählen diese Geschichte kapitelweise wechselnd, jeweils aus der Sicht von Anneke und Nora in der Ich-Form. Das bringt viel Nähe zu beiden Protagonistinnen, lässt mich ihre Gefühle und Gedanken erleben und natürlich thematisieren beide auch jeweils ihre Lieblingsthemen, köstliche Kuchen und Torten bzw. Wolle und Stricken. So kann man auch gut erkennen, welche Autorin vermutlich welchen Beitrag geleistet haben mag.

Es ist gut gelungen deutlich zu machen, womit die beiden jungen Frauen zu kämpfen haben. Anneke leidet unter dem Verlust ihrer Eltern und muss sich durch die Auflösung von deren Geschäft mit vielen traurigen Erinnerungen beschäftigen. Sie denkt bereits darüber nach, ob es nicht besser wäre, Fenjesiel zu verlassen.
Auch Nora ist mit ihrer Situation nicht zufrieden. Im Restaurant ihres Bruders arbeitet sie mit, um diesen zu unterstützen, aber ihre Liebe zu Kuchen und Torten als Konditorin kann sie dort nicht ausleben. Vielmehr leidet sie sehr unter dem Stress und braucht dringend eine Auszeit, die sie kurzentschlossen nach Fenjesiel führt, dem Ort in dem sie in ihrer Kindheit viel Zeit bei den Großeltern verbrachte.
In dieser Situation lernen sich die beiden kennen und freunden sich an. Es hat mir gut gefallen, wie sich diese Freundschaft entwickelt und sie sich gegenseitig unterstützen können. Und als plötzlich ein altes Foto Erinnerungen an Kindertage weckt, vertieft sich diese Freundschaft so, dass beide sich vorstellen können, gemeinsam etwas ganz Neues anzufangen. Mir hat es gefallen zu erleben, wie die beiden Ideen entwickeln, Pläne schmieden und so ihrem Wunsch immer näher kommen.
Natürlich spielt auch die Liebe eine Rolle und es gibt mit dem geheimnisvollen Hausbootbesitzer Jonte und dem neuen Arzt im Ort auch interessante Männer in der Geschichte.

Die beiden Autorinnen haben hier einen warmherzigen Wohlfühlroman über Verlust, Neuanfang und Freundschaft geschaffen und ihrer beider Schreibstil ergänzt sich mit den jeweiligen Themen sehr gut. Sympathische Protagonistinnen, ein schönes Setting in einem kleinen Ort am Meer sowie viel Back- und Strickliebe sorgen für einen schönen Mix und bilden einen unterhaltsamen Roman, den ich sehr gerne gelesen habe!


Fazit: 4 von 5 Sternen



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