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Veröffentlicht am 27.12.2024

Alles wollte ans Licht!

Karierte Wolken
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Matthias Storck, geboren im Jahr 1958 im Harz, nimmt uns Leser mit in einen Abschnitt seines Lebens, den wir, die wir im Westen aufgewachsen sind, nicht vorstellen können und die so ganz weit weg ist von ...

Matthias Storck, geboren im Jahr 1958 im Harz, nimmt uns Leser mit in einen Abschnitt seines Lebens, den wir, die wir im Westen aufgewachsen sind, nicht vorstellen können und die so ganz weit weg ist von jeglicher "Ostalgie", die uns die Medien so gerne präsentieren.

Er wächst als Pfarrerssohn auf, ist gelernter Buchhändler, liebt das geschriebene Wort und das ist trotz aller Schwere in diesem Buch auch ein Genuss zu lesen, wie er sich die Worte und Sätze merkt, aufschreibt, alles ans Licht bringt und die Poesie nicht vergisst. Der Glaube wird ihm schon im Elternhaus nahegebracht, sein Vater ist Pfarrer, ein Vorbild für ihn, ein Lichtblick im Gefängnis, die Beschreibung des gemeinsamen ungewöhnlichen Abendmahls lese ich mit Tränen in den Augen und dennoch erfährt er etwas über seinen Vater, dass ihn fast völlig zerbrechen lässt.

Matthias Storck trägt eine bewundernswerte Geradlinigkeit in sich, für seine Überzeugungen einzutreten, klug und besonnen. Mit seiner Verlobten Tine engagiert sich der junge Theologie-Student und pflegt Kontakte zu einigen unerwünschten Personen des damaligen DDR-Regimes und wehrt sich offen vor der Kirchenleitung gegen die Einführung des Wehrkundeunterrichts. Doch die damalige Kirchenleitung hält sich gerne an die Vorgaben der Regierung, keiner der leitenden Pfarrer, Bischöfe etc. will es sich mit dem Regime verscherzen und so predigen sie ein anderes Neues Testament. Das zieht sich bis in die heutige Zeit und hat sich kein bisschen verändert. Mutige Gläubige wurden und werden noch immer verfolgt.

Durch einen "befreundeten Pfarrer" wird das junge Paar in eine Falle gelockt und mit dem Vorwurf der Republikflucht verhaftet. 14 Monate müssen die Beiden getrennt in den schlimmsten Gefängnissen der DDR ausharren, erleben Folter und Gemeinheiten, die man sich außerhalb solcher Mauern nicht vorstellen kann. Bei aller Grausamkeit hält Matthias Storck an seinem Gott fest, versucht immer einen Blick in den Himmel zu erhaschen, auch wenn er nur kariert erscheint. Nach diesen schlimmsten 14 Monaten seines Lebens wird er gemeinsam mit seiner Verlobten vom Westen freigekauft. Das Paar heiratet, bekommt drei Kinder und Matthias Storck arbeitet bis 2022 als Pfarrer im Westen. Sehr klar schildert er seinen Glauben und auch seine berechtigten Fragen an die Kirche, die auf beiden Seiten der Mauer versagt hat und weiter versagt. Er geht aktiv in die Aufarbeitung und konfrontiert seine damaligen Peiniger und Verräter, die so dachte er ihm doch wohlgesonnen sind als Freund und als Vater. Er geht den schweren Weg des Verzeihens und kann sich letztendlich nur an Gott festhalten, denn Reue zeigt so gut wie niemand. Das ist ganz besonders erschreckend bei Menschen, die in der Kirchenleitung bis heute tätig sind.

Mich hat die Geschichte von Matthias Storck sehr bewegt, hatte ich doch auf Bibel TV schon vorher ein Interview mit ihm gesehen, das sehr ehrlich und aufrüttelnd war und ich finde seine Geschichte sehr ehrlich und auch mutmachend nicht von Gott und der Wahrheit abzulassen. Politische Gefangene gibt es auch heute in unserem Land und auch sie werden nicht besser behandelt als damals und auch heute findet keine Reue statt. Das sollte uns allen zu denken geben.

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Veröffentlicht am 13.12.2024

Willst Du auch ein schlauer Weiser sein?

Die anderen Weihnachtswünsche
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Wir befinden uns in Amerika im Jahr 1951, mitten in der Nachkriegszeit. Das Land ist noch zwischen Trauer und Neuanfang. Es sind zwar keine zerbombten Städte zu sehen wie in Europa, jedoch gibt es in vielen ...

Wir befinden uns in Amerika im Jahr 1951, mitten in der Nachkriegszeit. Das Land ist noch zwischen Trauer und Neuanfang. Es sind zwar keine zerbombten Städte zu sehen wie in Europa, jedoch gibt es in vielen Familien Menschen zu betrauern, die aus verschiedenen Gründen im Krieg ihr Leben lassen mussten.

Die beiden jungen Frauen Audrey Barret und Eve Dawson sind zwei dieser Menschen, ihre Wurzeln sind in Europa, doch der Krieg und dessen Folgen haben die beiden jungen Frauen mit gemeinsamer interessanter Vergangenheit nach Amerika gebracht. Dort leben sie in einem kleinen Ort gemeinsam mit ihren beiden fünfjährigen Söhnen, die wunderbar unterschiedlich sind und eine Menge Unsinn im Kopf haben. Audrey und Eve kommen immer mehr in Amerika an und wollen nun mit ihren Kindern ganz eigene Weihnachtstraditionen entwickeln. Für die jungen Mütter eine Herausforderung, denn Eve geht arbeiten und Audrey meistert den Haushalt und ihnen steht nicht viel Geld zur Verfügung.

Zusätzlich werden ihre Pläne durch einen Weihnachtskatalog von einer großen Kaufhauskette gestört, der für die beiden Jungs fast zu einer Bibel wird und sie wollen einfach alles aus diesem Katalog von Santa gebracht bekommen und schmieden eifrig Pläne dazu. Ihr Wunschzettel wird immer länger und ihre Mütter werden immer unruhiger, denn so hatten sie sich das nicht vorgestellt.

Ein witzig chaotisches Weihnachtstheaterspiel des Kindergartens bringt sie auf eine grandiose Idee. Sie machen ihren Söhnen, die bei dem Theater die "Schlauen Weisen" spielen, die Idee schmackhaft anderen Menschen eine Freude an Weihnachten zu machen, selbst zu schenken statt nur zu wünschen. Nun kann der Leser mitverfolgen, was diese Idee sowohl mit den beiden Jungs wie auch mit den Müttern macht und sie erfahren Veränderung und Heilung in ihrem Leben, wie sie es sich nicht vorstellen konnten.

Lynn Austin hat eine ganz wunderbar warmherzige Weihnachtserzählung geschrieben, die den wahren Sinn von Weihnachten in das richtige Licht rückt. Der kleine Roman ist der zweite Teil von "In den Schuhen der Anderen" und kann sehr gut unabhängig gelesen werden. Mir hat diese Geschichte sehr gut gefallen, denn es werden Themen wie Trauer, Vertrauen, Vergebung und Neuanfang sehr glaubhaft beschrieben und der Wunsch der jungen Mütter ihren Söhnen den Geburtstag an Weihnachten nahe zu bringen und was es auch für unseren Glauben bedeutet. Es ist keine süßliche Weihnachtsgeschichte, doch die Weihnachtsfreude ist spürbar beim Lesen.

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Veröffentlicht am 04.12.2024

Wunderschön illustrierte Kinderbibel

Die bunte Kinderbibel für dich. Farbenfroh illustrierte Bibel mit den wichtigen Bibelstellen. Spielerisch den Glauben entdecken: Christliche Kindergeschichten für Erstleser ab 6 Jahren
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Christiane Herrlinger ist gemeinsam mit Matthias Weber eine ganz wunderbare Kinderbibel gelungen. In kurzen Kapiteln mit einfachen und direkten Sätzen lädt diese schöne Bibel zum Vorlesen und Selberlesen ...

Christiane Herrlinger ist gemeinsam mit Matthias Weber eine ganz wunderbare Kinderbibel gelungen. In kurzen Kapiteln mit einfachen und direkten Sätzen lädt diese schöne Bibel zum Vorlesen und Selberlesen ein, die farbenfrohen Illustrationen, die sowohl lebendig wie auch ruhig sind lassen die jeweiligen Geschichten bildhaft werden. Auch für Erwachsene sind die anschaulichen Nacherzählungen eine besondere Ergänzung zur täglichen Bibellese.

In dieser handlichen Kinderbibel, die hochwertig in Hardcover gestaltet ist und über eine handliche Reisegröße verfügt, lassen sich die wichtigsten Bibelgeschichten egal wo sich der Leser mit seinen Kindern und Enkelkindern befindet mit viel Freude lesen. Wir erfahren wie Gott die Welt macht, von Noah und der Arche, von Mose und dem Pharao, von David und Goliath und von Jona und dem großen Fisch. Spannende Abenteuer aus dem Alten Testament.

Im Neuen Testament geht es mit der Weihnachtsgeschichte los, wie Jesus die Menschen gesund macht, wir erfahren über den verlorenen Sohn und schließlich die Ostergeschichte. Es ist für jeden und in jeder Jahreszeit etwas dabei und ich finde diese tolle Kinderbibel außerordentlich gut gelungen und wünsche jedem Leser viel Spaß damit!

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Veröffentlicht am 26.11.2024

Ein Wunder kommt selten allein!

Vier Pfoten und zwei Weihnachtswunder
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Weihnachten ist die Zeit der Wunder und jeder Mensch ist in dieser Zeit ganz besonders offen dafür, manche wissen es auch noch nicht so genau und da braucht es dann die Hilfe der bewährten Weihnachtshelfer, ...

Weihnachten ist die Zeit der Wunder und jeder Mensch ist in dieser Zeit ganz besonders offen dafür, manche wissen es auch noch nicht so genau und da braucht es dann die Hilfe der bewährten Weihnachtshelfer, die Petra Schier so wunderbar versteht in Szene zu setzen.

Da ist zum ersten Buddy, der Havaneser, der zum Knuddeln süß schon dem Leser ins Auge springt. Seine Beteiligung alleine ist schon ein Wunder, denn Buddy liegt schwerverletzt am Straßenrand und wird durch "Zufall" von Lena entdeckt, die mit ihrem neuen Kollegen Martin, den ihr Vater Arndt eingestellt hat und der ein pfiffiger Sicherheitsexperte und alleinerziehender Vater ist, auf dem Weg zu einem Kunden entdeckt und gerettet. Der kleine Havaneser bringt das Wunder fertig, dass die beiden Streithähne ihre beruflichen Querelen, es geht um Büroorganisation und dergleichen, am besten selbst lesen, ihre Diskussionen mal einstellen und dabei feststellen, dass sie sich ja gar nicht so unsympathisch und unattraktiv finden. Da könnte Weihnachten ja schon geritzt sein, doch da wären diverse Dinge der Vergangenheit, wie ein sogenanntes "Naturereignis", dass alles ziemlich durcheinander wirbelt. Da kann nur noch ein Wunder helfen...

Das brauchen auch Arndt, Lenas Vater, der nach über 25 Jahren auf Maria wieder trifft, wie durch ein Wunder und nun fest entschlossen ist, sie nicht mehr loszulassen. Doch Maria hat noch einiges aus ihrer Vergangenheit zu bewältigen und obwohl sie schon sehr viele gute Schritte in eine verheißungsvolle Zukunft gegangen ist, hält sie doch noch etwas zurück....Diese beiden Protagonisten haben mir persönlich sehr gut gefallen.

Alle vier Protagonisten tragen unausgesprochene Wünsche in sich und der Weihnachtsmann ist nun in echten Schwierigkeiten, denn ohne einen wirklich geäußerten Weihnachtswunsch kann er einfach nicht mit seinen Helfern aktiv werden. Was also könnte helfen? Da kommt wieder Buddy ins Spiel und die Gedanken und Handlungen dieses süßen Hundes machen einfach Freude beim Lesen...Buddy wird auf eine geheime Mission eingesetzt, ein herrlich weihnachtlich romantisches und humorvolles Lesevergnügen!

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Veröffentlicht am 04.11.2024

Weihnachtszeit ist Kuschelzeit

Schneeflocke und das große Weihnachtsglück
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Das kleine Kätzchen Schneeflocke hat seinen Namen zu recht, weiß wie Schnee und sehr vorwitzig. Sie wurde von der jungen Köchin Emily gerettet, die so wunderbar nach Zucker-Cookies duftet und die in dem ...

Das kleine Kätzchen Schneeflocke hat seinen Namen zu recht, weiß wie Schnee und sehr vorwitzig. Sie wurde von der jungen Köchin Emily gerettet, die so wunderbar nach Zucker-Cookies duftet und die in dem Bed and Breakfast Hotel von Miss Tilly arbeitet. Sie hat den Traum eine eigene Bäckerei zu eröffnen, doch dazu gibt es noch einige Hürden zu überwinden. In der Weihnachtszeit hat Emily alle Hände voll zu tun, denn sie verköstigt als Köchin nicht nur die Gäste von Miss Tillys Pension, sondern liefert auch noch ihr köstliches Weihnachtsgebäck an alle möglichen Geschäfte im Ort aus um sich bekannt zu machen.

Nun hat sich Miss Tilly Neffe Lucas über die Feiertage angesagt und Miss Tilly ist außer sich vor Freude und Emily kocht fast über, hat sich doch dieser treulose Neffe über die Jahre nicht blicken lassen bei seiner Tante und sie allein gelassen mit dem immer maroder werdenden Haus und den dazugehörigen Finanzen. Doch wie soll es anders sein, Lucas ist ein sehr bekannter und begabter Fotograf, der nicht nur gut aussieht, sondern auch noch über einen beträchtlichen Charme verfügt, dem sich Emily trotz festen Willens nicht so ganz entziehen kann. Schneeflocke findet dass die Beiden vortrefflich zusammenpassen würden und versucht sowas wie eine kleine weiße Amorkatze zu sein, was zu einigen witzigen Verwechslungen führt.

Dann ist da natürlich noch die Sache mit dem alten, jedoch ungeheuer charmanten Hotels und den Finanzen. Lukas hat den genialen Plan entwickelt, das Hotel zu verkaufen an einen großen Investor um seiner Tante den wohlverdienten Ruhestand zu ermöglichen. Das wäre natürlich das Aus für kuschelige Kaminstunden mit Miss Tilly, Emily und Schneeflocke und für die sich zart anbahnende Liebesgeschichte von Emily und Lukas ist diese Aktion vor Weihnachten auch nicht gerade förderlich. Weihnachtsglück sieht nach Schneeflockes Meinung anders aus und die kleine Katze schmiedet einen Plan.....

Kristen McKanagh ist ein ganz wunderbarer Weihnachtswohlfühlroman gelungen, der von Schreibstil, Art der Geschichte und der Handlung genau meinen Geschmack getroffen hat. Einfach wunderbar für die Weihnachtsvorfreude!

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