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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.07.2022

Thriller meets Raubkunstschmuggel

Das letzte Grab
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Das Leben der Frankfurter Anwältin Carla Winter wird vollkommen auf dem Kopf gestellt, als sie die Nachricht über den Tod ihres Ex-Mannes erhält. Es tauchen Hinweise auf, die ihn mit globalen Raubkunstschmuggel ...

Das Leben der Frankfurter Anwältin Carla Winter wird vollkommen auf dem Kopf gestellt, als sie die Nachricht über den Tod ihres Ex-Mannes erhält. Es tauchen Hinweise auf, die ihn mit globalen Raubkunstschmuggel in Verbindung bringen und dann findet sie auch noch in ihrer völlig verwüsteten Wohnung, ihren letzten Liebhaber tot im Kleiderschrank vor.
Während sie auf der Suche nach Antworten ist, bei der es auch um den Verbleib einer babylonischen Statue geht, verfolgt sie ein Killer auf Schritt und Tritt.

Die Geschichte ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite, ich mochte das Buch gar nicht aus der Hand legen.
Der Autor legt ein atemberaubendes Erzähltempo vor, das einerseits den Spannungsbogen durchweg hochhält, aber andererseits auch dazu führte, dass ich zeitweise die örtliche Orientierung verloren habe.
So tough, wie Hauptprotagonistin Carla Winter darstellt wird, sind auch ihre Übersprungshandlungen, denn wer provoziert schon absichtlich einen türkischen Polizeibeamten bis aufs Blut?!
Generell habe ich mit ihr nicht so richtig mitfiebern können, weil Carlas Gedankengänge für mich oftmals schlichtweg nicht nachvollziehbar waren.
Der Unterhaltung tut dies letztlich aber keinen Abbruch, da die Story selbst, viele Überraschungen und Wendungen bereit hält.
Die eher ungewöhnliche Thematik „Raubkunstschmuggel“ fand ich auch sehr interessant und anschaulich dargestellt.


Insgesamt hat mir die Geschichte gut gefallen, jedoch hätte die Story und darin vorkommenden Charaktere stellenweise ein wenig mehr Tiefe gebraucht, um ein wirklich rundes Lesebild abzugeben.

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Veröffentlicht am 27.11.2024

Nach einem guten Start abgestürzt

Freier Fall
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Bei Stewardess Mina hängt der Haussegen gehörig schief. Neben Problemen mit ihrer Adoptivtochter, verhält sich ihr Ehemann immer merkwürdiger, sodass sie bereits eine heimliche Affäre mit dem Au-pair-Mädchen ...

Bei Stewardess Mina hängt der Haussegen gehörig schief. Neben Problemen mit ihrer Adoptivtochter, verhält sich ihr Ehemann immer merkwürdiger, sodass sie bereits eine heimliche Affäre mit dem Au-pair-Mädchen dahinter vermutet.
Kurz darauf bricht Mina jedoch auf einen 20-Stunden Non-Stop-Flug von London nach Sydney auf, wo sie als Flugbegleitern plötzlich vor eine unmögliche Entscheidung gestellt wird: Entweder verhindert sie das Ankommen der Maschine am Zielort, oder ihre Tochter wird in den Händen von Entführern sterben.

Was zunächst noch nach einem spannenden Thriller klingt, wird schnell zu einer mittelmäßigen Enttäuschung.

Einerseits bombardiert uns Clare Macintosh in gewohnter Manier, wieder mit einer Vielzahl Protagonisten, andererseits baut sie damit zunächst auch einen schönen Spannungsbogen auf. Die Erzählperspektiven wechseln sich kapitelweise durch die verschiedenen Personen ab und legen damit auch Stück für Stück Motive frei. Leider die Story nach dem durchaus gelungenen Start, gehörig ins Trudeln. Verfrühte Auflösungen, fehlplatzierte Plottwists und ein unrealistisches Tatszenario lassen den Nervenkitzel regelrecht verpuffen. Der Epilog am Ende reißt es zwar ein Stück heraus, aber eine Glanzleistung ist es wahrlich nicht.

Diese Vermutung hatte wohl auch der Verlag. Jedenfalls scheint es so, als hätte dieser bereits spekuliert, dass es kein Spitzentitel werden wird. Anders kann ich mir nicht erklären, warum hier auf eine billig aussehende Taschenbuchausgabe gesetzt wurde, statt der gewohnten, schön gestalteten Paperbackversion.

Insgesamt ist es ein eher lauwarm servierter Locked-in Thriller mit reichlich falschem Timing und verschenktem Potential.

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Veröffentlicht am 29.10.2024

Fantasielos!

Burning Crown
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Drachenreiterin Yessa ist der Armee von Eldeya beigetreten, um in eine einflussreiche Position aufzusteigen. Denn zu ihrem Leidwesen, werden Drachenwandler, zu denen auch ihre Halbschwester Livia gehört, ...

Drachenreiterin Yessa ist der Armee von Eldeya beigetreten, um in eine einflussreiche Position aufzusteigen. Denn zu ihrem Leidwesen, werden Drachenwandler, zu denen auch ihre Halbschwester Livia gehört, in dem Königreich unterdrückt und misshandelt. Ihre Stellung als Captain gerät jedoch ins Wanken, als eine Mission unter ihrer Führung aus dem Ruder läuft. Dabei stirbt Livia und Yessas Widersacher Lieutenant Walesh. Nur sein Drache Cassim überlebt. Obwohl er von seinem vorherigen Reiter schwer misshandelt wurde, bringt er sich und seine neue Drachenreiterin Yessa durch sein aufmüpfiges und respektloses Verhalten beinahe in Schwierigkeiten. Er verfolgt eigene Ziele und ist bereit, dafür über Yessas Leiche zu gehen. Zwischen den beiden entwickelt sich dennoch eine streng verbotene Enemies-to-Lovers-Geschichte, die jedoch sehr von “Fourth Wing” inspiriert wirkt.
Meine anfängliche Vorfreude auf eine aufregende Story aus der Welt der Drachen bekommt bereits nach den ersten Kapiteln einen ordentlichen Dämpfer.
Zu Beginn direkt in die Story hineingeworfen, flattert man dann nämlich eher orientierungslos durch die vollkommen farblose, wenig durchdachte Kulisse. Kaum Erklärungen, Wordbuilding und Hintergrundinformationen, die diese Geschichte greifbar machen und insgesamt mehr Tiefe und Authentizität verleihen würden. Stattdessen wird immer wieder ein Cremetiegel ausgepackt und eingeschmiert, was das Zeug hält!
Was die Autorin mit ihren Protagonisten und Lesern eigentlich vorhat, bleibt mir bis zum Schluss nicht wirklich ersichtlich, es wirkt einfach wie eine planlose Irrfahrt durch das Nirgendwo.
Die Handlung kommt nicht in die Pötte und die Charaktere überzeugen mich ebenfalls nicht. Yessa könnte zwar eine sympathische Protagonistin mit Herz und Prinzipien abgeben, ist aber unfassbar naiv. Genau das steht jedoch im krassen Widerspruch zu ihrem Dienstgrad und Position. Insbesondere, weil sie sich andauernd vom arroganten und wankelmütigen Cassim auf der Nase herumtanzen lässt.

Dem Buch fehlt ausgerechnet das, was es eigentlich ausmachen sollte, nämlich Fantasie, Spannung und Feuer!
Ein vollkommen enttäuschender Reihenauftakt!
Daher gebe ich diesmal nur Sterne für’s schöne Cover und den tollen Farbschnitt!

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Veröffentlicht am 07.03.2024

Enttäuschend

The Breakup Tour – Der Sound unserer Liebe
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Zunächst einmal oute ich mich als kleine Swiftie-Sympathisantin. Als solche bin ich natürlich relativ schnell auf das Buch aufmerksam geworden und mit gewissen Erwartungen an die Story herangegangen.

Und ...

Zunächst einmal oute ich mich als kleine Swiftie-Sympathisantin. Als solche bin ich natürlich relativ schnell auf das Buch aufmerksam geworden und mit gewissen Erwartungen an die Story herangegangen.

Und darum geht’s:
Sängerin Riley hat gerade eine schmerzhafte Trennung von ihrem Ex-Mann hinter sich. Das hindert ihn jedoch nicht daran, den Erfolg ihres Hits dafür zu nutzen, sich selbst immer wieder ins Rampenlicht zu stellen. Jugendliebe Max, der tatsächlich als Inspiration für den Song diente, soll Riley nun helfen. Im Gegenzug möchte er als Keyboarder mit ihr auf Tour gehen, um von dem Geld das marode und sanierungsbedürftige Seniorenheim seiner Eltern zu retten.

Das schönste an dem Buch sind bedauerlicherweise das Cover und der Farbschnitt! Die Story ist vollkommen realitätsfern und wirkt so unglaubwürdig, dass sich meine Augen an manchen Stellen am liebsten im Kreis gedreht hätten.
Vor allem für Sängerin Riley konnte ich mich leider null erwärmen, fand sie furchtbar anstrengend und emotional instabil. Max blieb hingegen eine unscheinbare Randfigur und die Rettung des renovierungsbedürftigen und verschuldeten Seniorenheims war am Ende gar kein Thema mehr. Generell erschien mir die Handlung ziemlich mau und sorgte letztlich dafür, dass der Funke nicht übersprang.

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Veröffentlicht am 10.01.2024

Übertrieben viel Spice

Things We Left Behind (Knockemout 3)
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Lucian hat in seiner Vergangenheit einiges erlebt. Seine ehemals beste Freundin und Nachbarin Sloane Walton wiedertrifft, steht er ihr fürsorglich und gleichzeitig ablehnend gegenüber. Was vor vielen Jahren ...

Lucian hat in seiner Vergangenheit einiges erlebt. Seine ehemals beste Freundin und Nachbarin Sloane Walton wiedertrifft, steht er ihr fürsorglich und gleichzeitig ablehnend gegenüber. Was vor vielen Jahren zwischen den beiden vorgefallen ist und welche Rolle dabei gegenseitiges Vertrauen und häusliche Gewalt spielte, wird dabei nach und nach offenbart.
Fakt ist, Lucian hat noch eine alte Rechnung offen und Sloane darf dabei nicht in den Fokus seines Widersachers geraten. Obwohl er daher auf Abstand aus ist, nähern sich die beiden ehemaligen Freunde wieder mehr an.

Leider geht der Story nach den ersten zwei starken Kapiteln merklich die Puste aus. Zumindest hinsichtlich der Handlung habe ich mir dem Klappentext und von Seitenzahl her, inhaltlich mehr Tiefgang erwartet. Schade, dass auch die Protagonisten nicht wirklich mit einem glaubwürdigen Auftritt glänzen. Die Enddreißiger verhalten sich nämlich durchweg wie unreife Teenager. Einfach anstrengend und häufig nicht nachvollziehbar. Und dann wäre da noch die Einbindung von zwingend erforderlichen spicy Szenen nervt mit der Zeit, da ein gefühltes Drittel des Buches der Aneinanderreihung detailliert beschriebener Matratzenakrobatik gewidmet wird und das eigentliche Geschehen nicht wirklich weiter vorankommt. Die Rückblenden in die Vergangenheit hin zur Vorgeschichte haben mich daher deutlich mehr fesseln können als die Gegenwart.
Mit weniger Seiten und der eigentlichen Handlung im Vordergrund, hätte mir die Story sicherlich besser gefallen.

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