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Veröffentlicht am 30.12.2024

Sehr lesenswerter historischer Roman

Die Tochter der Drachenkrone
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In „Die Tochter der Drachenkrone“ erzählt die Autorin Sabrina Qunaj sehr anschaulich vom Leben der walisischen Fürstentochter Gwenllian. Als ihr Vater Anfang des 12. Jahrhunderts stirbt, stehen sich Gwenllians ...

In „Die Tochter der Drachenkrone“ erzählt die Autorin Sabrina Qunaj sehr anschaulich vom Leben der walisischen Fürstentochter Gwenllian. Als ihr Vater Anfang des 12. Jahrhunderts stirbt, stehen sich Gwenllians Brüder Gruffyd und Maelgwyn unversöhnlich gegenüber und sie muss sich für eine Seite entscheiden. Es sind unruhige Zeiten in Wales, ständig ist das Volk Übergriffen ausgesetzt. Alles, was Gwenllian tut hat den Hintergrund ihre Heimat zu schützen und zu erhalten, weshalb sie auch in die Zweckehe mit einem Krieger des walisischen Fürsten Llewelyn einwilligt. Doch schon bald spürt Gwenllian, dass ihr Zukünftiger deutlich mehr sein könnte als ein Verbündeter gegen die Feinde.



Das äußerst ansprechende Cover dieses historischen Romans und das eher ungewöhnliche Setting hatten mich neugierig gemacht. Über die politischen Verhältnisse und die Lebensumstände im mittelalterlichen Wales zu lesen hat mir viele schöne Lesestunden verschafft, auch weil die Autorin diese Zeit mit ihrer schönen Schreibweise sehr gut aufleben lässt.

Die vielen Charaktere, deren Namen für uns doch sehr fremd klingen, machen es anfangs nicht leicht, den Überblick zu behalten, doch ein Personenregister und ein Stammbaum am Ende des Buches erleichtern den Einstieg sehr.

Wie so oft in der Geschichte sind es neben tapferen Kämpfern mutige Frauen, die die Geschicke eines Volkes mitprägen. Gwenllian trägt mit ihren Entscheidungen dazu bei, ihr Volk zu verteidigen, was mir sehr imponiert hat.



Ich bin ein großer Fan historischer Romane mit vielen Seiten, doch hier hätte man vielleicht auf einige zu ausschweifende Details verzichten können, dann wäre es für mich ein perfektes Leseerlebnis geworden.



Fazit

Ein wirklich lesenswerter historischer Roman mit interessanten Charakteren, der vielleicht die ein oder andere Kürzung ganz gut vertragen hätte.

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Veröffentlicht am 05.12.2024

Unterhaltsamer Auftakt der Wedding Dreams Reihe

Kiss the Right Bride
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June führt zusammen mit ihren Freundinnen eine ziemlich erfolgreiche Hochzeitsagentur, in der sie selbst für die Hochzeitstorten zuständig ist.

Als eines Tages ein besonders lukrativer Auftrag für eine ...

June führt zusammen mit ihren Freundinnen eine ziemlich erfolgreiche Hochzeitsagentur, in der sie selbst für die Hochzeitstorten zuständig ist.

Als eines Tages ein besonders lukrativer Auftrag für eine Winterhochzeit hereinkommt, ahnt June noch nicht, dass dieser ihr Leben auf den Kopf stellen wird.

Denn der zukünftige Bräutigam ist kein Unbekannter. Ryder, Junes bester Freund aus Jugendzeiten, der ihr schon einmal die schlimmste Zeit ihres Lebens beschert hat, wird bald vor den Altar treten.



Eine romantische Lektüre im winterlichen New York zur Vorweihnachtszeit fand ich sehr verlockend und dieser Roman hat mich auch tatsächlich gut unterhalten.

Die Handlung wird abwechselnd aus Junes und aus Ryders Perspektive erzählt, hinzu kommt noch der ein oder andere Rückblick, der die tiefe Freundschaft der beiden schön beleuchtet.

Ryder hat mich persönlich zwar mit seiner „Ich schaff das einfach nicht“ Mentalität nach einiger Zeit etwas genervt, aber June scheint sein wiederholtes Wegducken vor schwierigen Situationen gut zu verkraften.

Die Nebencharaktere wie Junes Freundinnen und Ryders bester Kumpel Demon fand ich sehr gelungen, von ihnen wird man bestimmt noch in den Folgebänden lesen.

„Kiss the right bride“ ist eine wirklich kurzweilige Lektüre, romantisch und humorvoll sorgt sie für gemütliche Lesestunden.

Zum Ende hin wird allerdings alles ziemlich übereilt und etwas flach abgewickelt, da hätte ich mir ein sanfteres Ausklingen gewünscht.



Fazit

Ein stimmungsvoller Roman, um es sich in der kalten Jahreszeit einfach mal gemütlich zu machen und den Alltag außen vor zu lassen.

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Veröffentlicht am 05.12.2024

Überzeugender Kriminalroman aus Spanien

Roter Sommer
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Spaniens Hauptstadt brodelt. Die Fußballweltmeisterschaft 2010 hält ganz Spanien in Atem, alle stehen fest hinter „La Furia Roja“ und fiebern dem nächsten Spiel entgegen. Doch kurz vor Beginn des Viertelfinales ...

Spaniens Hauptstadt brodelt. Die Fußballweltmeisterschaft 2010 hält ganz Spanien in Atem, alle stehen fest hinter „La Furia Roja“ und fiebern dem nächsten Spiel entgegen. Doch kurz vor Beginn des Viertelfinales wird Comisaria Maria Ruiz zu einem Madrider Stadtpark gerufen. In einem See hat man hier die Leiche eines Jugendlichen gefunden, dessen markantes Tattoo die Ermittler zu einer katholischen Schule führt.

Was dort vor sich geht erschüttert selbst hartgesottene Ermittler.



„Roter Sommer“ von der spanischen Autorin Berna González Harbour ist der erste Band einer vor einigen Jahren in Spanien erschienenen Krimireihe, die nun vom Pendragonverlag herausgebracht wurde.

Schon nach den ersten Seiten wird klar, dass dies kein Krimi ist, den man nebenher lesen kann. Dazu ist nicht nur das Thema zu bedrückend, sondern die vielen Charaktere und plötzlichen Perspektivwechsel erfordern einiges an Aufmerksamkeit.

Hat man sich erstmal daran gewöhnt, kann man sich ganz der Handlung widmen, die aufwühlt und entsetzt, obwohl Missbrauch in der katholischen Kirche leider nichts Neues ist.

Die Autorin hat diese ohnehin schon erschreckende Thematik in einen absolut fesselnden Kriminalfall gepackt , der es in sich hat. Vieles bleibt lange Zeit undurchsichtig und steigert so die Spannung mehr und mehr. Völlig sprachlos liest man über die Scheinheiligkeit der Geistlichen, die wirklich glauben, sich ausschließlich vor Gott verantworten zu müssen.

Sehr authentisch dargestellt fand ich auch die Bedeutung des Glaubens im Alltag bzw. in der Familie. Hier wird an mancher Stelle tatsächlich noch weggeschaut, da nicht sein kann, was nicht sein darf.

Vor allem die Hauptfiguren des Romans sind sehr interessant, die eigenwillige Maria Ruiz und der Journalist Luna, der sich mit manch fragwürdigen Aktionen Informationen beschafft.

Allerdings fand ich den Krimi sprachlich manchmal schwierig;immer wieder wirken einige Sätze etwas hölzern, was ich aber mal der Übersetzung zuschreiben würde. Dadurch sind leider auch die Charaktere für mich etwas auf Distanz geblieben, von denen ich aber gern mehr lesen würde.





Fazit

Ein wirklich spannender Krimi, der mich bis auf die sprachlichen Unstimmigkeiten komplett überzeugt hat.

Den vierten Band dieser Reihe gibt es mit „Goyas Ungeheuer“ schon, die anderen beiden folgen hoffentlich noch.

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Veröffentlicht am 28.11.2024

Spannender zweiter Fall für Rechtsmedizinerin Yao

Mit kaltem Kalkül
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Im zweiten Band der True-Crime Reihe bekommen es die Rechtsmedizinerin Sabine Yao und die Ermittlerin Monica Monte gleich mit mehreren mysteriösen Fällen zu tun. Eine Leiche, die zwischen Kinderspielzeug ...

Im zweiten Band der True-Crime Reihe bekommen es die Rechtsmedizinerin Sabine Yao und die Ermittlerin Monica Monte gleich mit mehreren mysteriösen Fällen zu tun. Eine Leiche, die zwischen Kinderspielzeug in einem Bauwagen gefunden wird, ein vermisster Junge und eine Kinderleiche sorgen dafür, dass keine der beiden zur Ruhe kommt.



Obwohl ich die Einblicke in die rechtsmedizinische Arbeit immer sehr interessant finde, ist es mir in diesem Band etwas zu viel geworden. Gerade bei den pathologischen Untersuchungen, die anfangs geschildert werden und die nichts mit dem eigentlichen Fall zu tun haben, wäre es nicht unbedingt nötig gewesen, so ins Detail zu gehen.

Der Fall um den verschwundenen kleinen Jungen ist aber auf jeden Fall spannend und nimmt auch durch die ständig wechselnden Perspektiven immer mehr Fahrt auf.

Gefallen hat mir, dass die Ermittlerin Monica Monti größeren Raum einnimmt als im ersten Band, auch wenn Yao dadurch etwas in den Hintergrund rückt. Monti wirkt ebenfalls sehr sympathisch und die Zusammenarbeit der beiden Frauen funktioniert richtig gut.

Diesmal sind die beiden aber nicht die Einzigen, die versuchen, ein Verbrechen aufzuklären.

Der Erzählstrang, der den jordanischen Ex-Geheimdienstler Khalaf ermitteln lässt hat mir sogar noch etwas mehr zugesagt, als Yaos und Montis Bemühungen.



Fazit

Auch der zweite Band rund um die Ermittlerin Sabine Yao war spannend und gut zu lesen. Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen.

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Veröffentlicht am 15.10.2024

Raffiniert konstruierter Spannungsroman mit viel britischem Flair

Der lange Schatten
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„Der lange Schatten“ von Celia Fremlin erschien zum ersten Mal 1975 und wurde 2024 vom Dumont Verlag in einem sehr schönen Format in deutscher Sprache herausgebracht.



Nach dem plötzlichen Unfalltod ...

„Der lange Schatten“ von Celia Fremlin erschien zum ersten Mal 1975 und wurde 2024 vom Dumont Verlag in einem sehr schönen Format in deutscher Sprache herausgebracht.



Nach dem plötzlichen Unfalltod ihres Mannes Ivor ist Imogen froh, als sie die turbulenten ersten Wochen mit vielen Beileidsbekundungen überstanden hat und Ruhe ins Haus einkehrt. Doch diese währt nicht lange. Nicht nur dass ein Anrufer sie aus heiterem Himmel beschuldigt, etwas mit dem Tod ihres Mannes zu tun zu haben, nach und nach trudeln auch noch Besucher ein, die alle in irgendeinem Verhältnis zum Toten standen. Und sie sind gekommen, um über Weihnachten zu bleiben. Als plötzlich merkwürdige Dinge im Haus passieren, fragt Imogen sich, wem sie eigentlich noch vertrauen kann.



Britisches Flair, feiner Humor und subtile Spannung; so würde ich diesen Roman in Kurzform beschreiben. Fast die gesamte Handlung findet in Imogens Haus statt, wo sich Gäste tummeln, die angeblich alle nur das Beste für sie im Sinn haben. Keiner möchte, dass sie das erste Weihnachten alleine feiert. Und ehe Imogen es sich versieht, steckt sie mittendrin in Ehestreitigkeiten und Eifersüchteleien. Diese Passagen waren wirklich amüsant. Spannung kommt auf, als Dinge passieren, die sich niemand erklären kann und so kommt es, dass man als Leser gemeinsam mit Imogen auf Tätersuche geht. Die Frage, ob wirklich jeder ist, wie er zu sein vorgibt, zieht sich durch das gesamte Buch.

Zwar ist „Der lange Schatten“ für mich nicht unbedingt ein klassischer Krimi, jedoch ein Spannungsroman mit viel britischem Flair und einer guten Prise Humor.

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