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Veröffentlicht am 25.02.2025

Tolles Abenteuerbuch

Hilda Hasenherz. Das Abenteuer auf der Adlerinsel
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Hilda Hasenherz – Das Abenteuer auf der Adlerinsel von Tobias Goldfarb mit Illustrationen von Verena Körting ist ein lustiges und liebevoll gestaltetes Kinderbuch zum Vorlesen.
Wir begleiten Hilda und ...

Hilda Hasenherz – Das Abenteuer auf der Adlerinsel von Tobias Goldfarb mit Illustrationen von Verena Körting ist ein lustiges und liebevoll gestaltetes Kinderbuch zum Vorlesen.
Wir begleiten Hilda und Lämpchen mitsamt ihren Freunden auf einem großen Abenteuer: die Hasen haben erfahren, dass die Mama von Lämpchen auf der Adlerinsel festgehalten wird und nun müssen sie sie natürlich befreien. Dabei begegnen sie vielen verschiedenen Tieren, die ihnen mal helfen, mal die Reise erschweren. Diese unterscheiden sich tatsächlich in vielen Details und sind auch nicht stereotyp konzipiert. Beim Vorlesen ist es manchmal gar nicht so einfach, denn teilweise nutzen sie sehr eigene Sprache (vor allem zum Beispiel die Zottelhasen) und ich bin immer mal wieder mit den Stimmen der Charaktere durcheinander geraten (es wurde mir verziehen 😉 ).
Einige der Charaktere kommen wohl schon im ersten Band vor. Wir haben diesen nicht gelesen, konnten dem Inhalt aber wunderbar folgen. Lediglich bei ganz wenigen Dingen habe ich mich gefragt, ob sie vielleicht im ersten Buch erklärt wurden (zum Beispiel, warum Eicho immer „Guppa!“ ruft).
Ich fand das Buch wirklich niedlich und eine schöne Abenteuergeschichte ohne Genderklischees. Mein Sohn wollte immer weiter lesen und das ist auch der einzige Kritikpunkt: die abendliche Vorlesezeit wurde immer länger und länger…

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Veröffentlicht am 16.12.2024

Sachwissen schön verpackt

Wieso? Weshalb? Warum? Meine Vorlesegeschichten, Band 2 - Was passiert in Wald und Wiese?
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Das neue Buch aus der Wieso? Weshalb? Warum? Vorlesegeschichten-Reihe beschäftigt sich mit dem Thema: Was passiert in Wald und Wiese? Geschrieben wurde es von Anna Pooch und illustriert von Dominik ...

Das neue Buch aus der Wieso? Weshalb? Warum? Vorlesegeschichten-Reihe beschäftigt sich mit dem Thema: Was passiert in Wald und Wiese? Geschrieben wurde es von Anna Pooch und illustriert von Dominik Rupp.
Ähnlich wie im ersten Band begleiten wir vier Familien bei ihren alltäglichen Abenteuern. Uns hat gut gefallen, dass die Familien am Anfang vorgestellt werden und es auch einen Plan des kleinen Städtchens gibt – so kann man sich wunderbar zurechtfinden.
Auf vielfältige Art werden den Kindern Informationen über Tiere und Natur präsentiert. Dabei sind diese wunderbar in kleine Geschichten verpackt, sodass das Sachwissen praktisch versteckt vermittelt wird. Meine Lieblingsgeschichte ist „Der Morgen“, weil sie so wunderbar gemütlich und kuschelig ist. Meinem Sohn hat „Die Superhelden“ am besten gefallen, weil er begeistert davon war, was die Insekten so alles können.
Eine schöne Reihe mit kurzen Geschichten zum Vorlesen (die auch von der Länge passen, um sie abends zu lesen, ohne sich den Mund fusselig zu reden).

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Veröffentlicht am 16.12.2024

Gewohnt tolles Buch

Mein Sachen suchen Lieblingsbuch
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Das "Mein Sachen suchen Lieblingsbuch" von Anne Ebert, Stefan Seidel, Ursula Weller und Susanne Gernhäuser überzeugt durch gewohnt hohe Qualität und lebensnahe Settings.
Auf den wunderbar bunten ...

Das "Mein Sachen suchen Lieblingsbuch" von Anne Ebert, Stefan Seidel, Ursula Weller und Susanne Gernhäuser überzeugt durch gewohnt hohe Qualität und lebensnahe Settings.
Auf den wunderbar bunten und schön gestalteten Seiten finden sich Situationen aus dem Alltag der Kinder (Kindergarten, in der Stadt, im Zoo, Baustellen, etc.), was besonders motiviert, sich mit dem Buch zu beschäftigen.
Für die Allerkleinsten reichen die tollen Bilder und man kann als Erwachsener einfach bestimmte Sachen suchen lassen. Etwas älteren Kindern kann man den Text vorlesen und sie dann die auf den Seiten angegebenen Sachen suchen lassen. Und die noch etwas größeren Kinder (oder auch kleinere, die das schon gerne machen) können dann das Buch sogar alleine anschauen und die Sachen suchen. Ein prima Buch also für verschiedene Altersstufen.

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Veröffentlicht am 01.12.2024

Süße Geschichte

Pino – Ein Abenteuer auf vier Pfoten
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In dem Kinderbuch PINO - ein Abenteuer auf vier Pfoten von Annika Scheffel verbringen zwei Brüder das Wochenende alleine, während die Mutter in den dringend notwendigen Erholungsurlaub fährt ...

In dem Kinderbuch PINO - ein Abenteuer auf vier Pfoten von Annika Scheffel verbringen zwei Brüder das Wochenende alleine, während die Mutter in den dringend notwendigen Erholungsurlaub fährt (ein Detail, das ich grundsätzlich sehr begrüße, denn auch Kinder dürfen ruhig früh lernen, dass Eltern Pausen brauchen; die Umsetzung hätte ich mir allerdings etwas besser gewünscht - siehe Kritikpunkt am Schluss).

Während Pino sich auf ein Spiel- und Spaßwochenende mit seinem großen Bruder freut, möchte dieser nur alleine in seinem Zimmer chillen. Nach mehreren Versuchen von Pino, Janne doch zum Spielen zu animieren, ist dieser so genervt, dass er ihm im Streit an den Kopf wirft, dass er sowieso viel lieber einen Hund als einen kleinen Bruder hätte. Kurz darauf passiert es dann: Pino verwandelt sich tatsächlich in einen kleinen Hund! Nachdem er aus der Wohnung gerannt ist, erlebt er unzählige Abenteuer in der Stadt, findet in der Katze Fritzi einen neuen Freund und macht viele neue Erfahrungen. Ein absolutes Highlight war hier, dass Pino auf seinen Abenteuern auch in einem Museum landet und dort ein Dinosaurierskelett vorkommt. Für meinen kleinen Dinofan hat das die Geschichte gleich noch interessanter gemacht. Ob (und wenn ja: wie) er wieder nach Hause findet oder sich zurückverwandelt, verrate ich an dieser Stelle nicht, das müsst ihr selbst nachlesen.

Insgesamt eine süße Geschichte, die von Lisa Rammensee sehr schön illustriert wurde. Einziger kleiner Kritikpunkt ist, dass ich es wenig realistisch/verantwortlich finde, ein Kind, das vermutlich 6 oder 7 Jahre alt ist, ein ganzes Wochenende in die Obhut des großen Bruders zu geben, der so wirkt, als wäre er etwa 13 oder 14. Natürlich ist an dem Buch grundsätzlich wenig realistisch, und das ist ja auch der Zauber der Geschichte, aber zumindest innerhalb der Rahmengeschichte hat mich das etwas gestört. Meinen Sohn natürlich überhaupt nicht, und das ist ja letztendlich auch das Wichtige.

Mein Fazit: eine wunderbare Geschichte zum Vorlesen, die sowohl lustige Momente beinhaltet als auch solche, die zum Nachdenken anregen. Mir und meinem Sohn (5) hat es sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 01.12.2024

Sprachgewaltig und so wichtig

When Women were Dragons – Unterdrückt. Entfesselt. Wiedergeboren: Eine feurige, feministische Fabel für Fans von Die Unbändigen
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“[Y]ou did not raise me to be an angry woman, [...] I was never allowed to be angry, was I? [...] Until, at last, I learned to stop denying myself.” (3)

When Women Were Dragons von Kelly Barnhill ...

“[Y]ou did not raise me to be an angry woman, [...] I was never allowed to be angry, was I? [...] Until, at last, I learned to stop denying myself.” (3)

When Women Were Dragons von Kelly Barnhill hat mich absolut überwältigt. Selten habe ich so viele zitierwürdige Stellen in einem Buch markiert oder einfach nur "Yes!" an den Rand geschrieben, weil die Sätze der Autorin so wunderschön, so treffend, so relevant sind.

Darum geht's:
In den 1950ern kommt es in den USA zu einem Phänomen, das als “dragoning” bezeichnet wird: immer mehr Frauen verwandeln sich scheinbar ohne ersichtlichen Grund in Drachen, verlassen ihre Familien und nutzen die neu gewonnenen Fähigkeiten, um Gebäude oder auch Ehemänner in Brand zu setzen. Die Geschehnisse werden von der Gesellschaft zunächst geleugnet und später öffentlich verurteilt.

Viel mehr kann ich dazu gar nicht schreiben, ohne wichtige Elemente der Geschichte zu verraten. Nur so viel: es ist ein Buch über das kreative Potenzial von Frauen, die sich gegen den patriarchalen Mythos auflehnen, aufgrund ihrer weiblichen Körper minderwertig zu sein. Es ist ein Buch, das zeigt, welche produktive Kraft entfesselt werden kann, wenn wir unserer Freude und unserer Wut freien Lauf lassen können, ohne dabei in Kategorien wie “zu kindlich” oder “nicht ladylike” gesteckt zu werden. Es ist auch ein Buch, das ganz klar deutlich macht, dass Feminismus eben nicht bedeutet, Verhalten, das mit traditionellen Geschlechterrollen assoziiert wird, aus Prinzip zu verurteilen - vielmehr geht es darum, eine echte Wahl zu haben und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Und nicht zuletzt ist es ein Buch über Mutterschaft, Freundschaft und den Zusammenhalt unter Frauen, und das daraus resultierende schöpferische Potenzial.

Was mir neben der Geschichte besonders gefallen hat, war die lyrische, malerische Sprache, bei der jedes Wort mit Bedacht gewählt wurde. Ich hoffe sehr, dass das bei der deutschen Übersetzung nicht zu sehr verloren geht. Allen, die gerne auf Englisch lesen, empfehle ich das Original, aber auch die deutsche Ausgabe ist lesenswert.

Und damit diese Rezension eine runde Sache wird, lasse ich euch zum Schluss eine Frage da, die sich wunderbar auf den Anfang bezieht und die wir uns viel öfter stellen sollten: “Who benefits, my dear, when you force yourself to not feel angry?” (208)



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