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Veröffentlicht am 01.12.2024

typischer Grangé

Blutrotes Karma
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Der Titel "Blutrotes Karma" passt wie die Faust aufs Auge zum neuen Buch von Jean-Christopher Grangé. Ungewöhnlich fand ich, dass diesmal der Plot in den 1960er Jahren in Frankreich angesiedelt ist. Dadurch ...

Der Titel "Blutrotes Karma" passt wie die Faust aufs Auge zum neuen Buch von Jean-Christopher Grangé. Ungewöhnlich fand ich, dass diesmal der Plot in den 1960er Jahren in Frankreich angesiedelt ist. Dadurch entsteht eine eigene Dynamik, frei von Computern und Handys und ähnlichem Zubehör.

Der Student Hervé wird unfreiwillig in Mordermittlungen verwickelt, da zwei Opfer eines brutalen Killers mit ihm befreundet waren. Sein Halbbruder Mersch, der bei der Polizei ist, hilft ihm nach dem Täter zu suchen, nachdem die Behörden sich seiner Meinung nach nicht richtig bemühen. Die Spuren führen auch nach Indien.

Typisch an diesem Grangé ist die Brutalität der Morde und die Art wie der Autor eine düstere fast depressive Stimmung kreiert. Leider ist auch sein etwas mäandernder Erzählstil und eine manchmal etwas wirre Storyline eine Eigenart vieler seiner Bücher, die sich auch hier wiederfindet. Dennoch habe ich das Buch gerne gelesen. Ich mag einfach sein Charakterbuilding und Indien finde ich auch Klasse als Ort für Nachforschungen.

Veröffentlicht am 01.12.2024

Guter Erstling

Tage einer Hexe
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Das Buch sieht schon mal wunderschön aus. Ich kenne wenig osteuropäische Fantasy-Autoren und war sehr gespannt.

Zwei Städte liegen nebeneinander. Während in den Mauern der einen jedes Jahr gefährliche ...

Das Buch sieht schon mal wunderschön aus. Ich kenne wenig osteuropäische Fantasy-Autoren und war sehr gespannt.

Zwei Städte liegen nebeneinander. Während in den Mauern der einen jedes Jahr gefährliche Monster ihr Unwesen treiben, leben die Menschen in der anderen Stadt fröhlich und beschwert. Hexen versuchen der gebeutelten Stadt zu helfen. Darunter auch unsere Hauptperson Kosara. Aber so langsam geht auch ihr die Puste aus und durch einen Trick gelingt ihr die Flucht. Aber als sie merkt, dass die Idee doch nicht die beste war, da ihre Kraft nun langsam verblasst, sinnt sie auf eine Lösung.

Der Schreibstil ist gut lesbar und man kommt flott in die Geschichte hinein. Allerdings bleiben die Darsteller lange etwas blass und ich fragte mich, wo die Reise dieser Story denn eigentlich hingehen soll. Vielleicht ist das ein wenig, weil das Buch kein richtiger Stand-Alone sein wird und so war ich am Schluss zwar einigermaßen zufrieden aber es blieben doch einige Fragen offen.

Ich finde man merkt, dass es sich um einen Erstling handelt. Es ist noch etwas Luft nach oben.

Veröffentlicht am 02.11.2024

schöner Histo

Im Takt der Freiheit
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Felicitas Louisburg ist im heiratsfähigen Alter und der Vater hat ihr auch schon einen Grafensohn ausgesucht. Allerdings befinden wir uns Ende des 19. Jahrhunderts und das wurden die Damen noch nicht gefragt, ...

Felicitas Louisburg ist im heiratsfähigen Alter und der Vater hat ihr auch schon einen Grafensohn ausgesucht. Allerdings befinden wir uns Ende des 19. Jahrhunderts und das wurden die Damen noch nicht gefragt, wen man für sie auserkoren hatte. Und dem Fabrikanten Louisburg geht es mehr darum, endlich eine Tür in die adelige Gesellschaft aufzustoßen, als seine Tochter glücklich zu machen. Als diese davon erfährt, ist sie nicht erfreut und beschließt, die Verkündung der Verlobung auf einem großen Ball mit allen Mitteln, die ihr zur Verfügung stehen, zu verhindern. Schließlich hat sie schon einen anderen jungen Mann im Auge, der ihr Herz im Sturm erobert hat.

Es handelt sich ausnahmsweise mal um einen Stand-Alone aus der Feder von Hanna Caspian. Deshalb reihen sich natürlich die Geschehnisse hier schlag auf schlag in hohem Tempo aneinander, wodurch eine schöne Dramatik und Spannung geschaffen wird. Ganz nebenbei erfährt man einiges über die damalige Zeit und die ersten zarten Anfänge des Industriezeitalters.

Das Buch liest sich wunderbar und hat mir gut gefallen. Es war am Ende eine schöne runde Sache und die Autorin zeigt, dass sie auch in einem Buch eine gute Geschichte erzählen kann.

Veröffentlicht am 13.10.2024

empfehlenswert

Verborgene Fabelwesen der Meere
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Der Naturforscher Konstantin O. Boldt begibt sich zum zweiten Mal auf eine Reise, um die Welt der Fabelwesen zu erkunden. Diesmal mit der Nautilus ab in die Tiefen der Meere. Da gibt es einiges zu Entdecken, ...

Der Naturforscher Konstantin O. Boldt begibt sich zum zweiten Mal auf eine Reise, um die Welt der Fabelwesen zu erkunden. Diesmal mit der Nautilus ab in die Tiefen der Meere. Da gibt es einiges zu Entdecken, einiges sich zu Erschrecken.

Ich habe schon das erste Buch der Fabelwesen gelesen und genossen. Auch im zweiten Band folgt der Autor Florian Schäfter seinem Stil, der mich ein wenig an Jules Verne denken lässt. Ergänzt werden die Abenteuer und die Entdeckungen durch die Zeichnungen von Elif Siebenpfeiffer. Das liest sich schön und schaut sich wunderbar aus.

Ich mag die grundsätzliche Idee dieser Buchreihe. Es ist vielleicht nicht ganz so abenteuerlich, wie man es sich wünschen möchte. Aber es entschleunigt und man kommt ins genießen und träumen dabei. Also doch eine gute Sache.

Ich empfehle das Buch gerne. Mir hat es Spaß gemacht, mal etwas anderes zu lesen.

Veröffentlicht am 29.09.2024

ein harter Weg

Das Comeback
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Grace Turner gelangt schon sehr jung als Hollywoodstar zu Berühmtheit. Aus zunächst unbekannten Gründen verlässt sie ein Jahr den Medienzirkus. Als sie zurückkehrt wird gerätselt was passiert ist. Und ...

Grace Turner gelangt schon sehr jung als Hollywoodstar zu Berühmtheit. Aus zunächst unbekannten Gründen verlässt sie ein Jahr den Medienzirkus. Als sie zurückkehrt wird gerätselt was passiert ist. Und während der Leser nach und nach erfährt, dass Grace diversen psychischen und physischen Übergriffen ausgesetzt war und statt einer behüteten Jugend ausgenutzt wurde, der kann auch beobachten, dass sie Stück für Stück aus dem Teufelskreis und der Bevormundung ausbricht. Die Lieblosigkeit der eigenen Familie, die Härte des Business, die Verletztlichkeit ihrer Seele haben sie an einen Abgrund geführt. Und es fällt ihr sehr schwer sich heraus und in ein selbstbestimmtes Leben zu kämpfen.

Das Thema wird sehr intensiv erzählt. Man kann die Verletzungen spüren. Erschreckend ist, dass Grave als Kind keinerlei Hilfe bekommen hat und erst als junge Erwachsene einen Weg für sich findet, auszubrechen.

Keine leichte Kost. Aber ich hatte das Gefühl, hier schreibt jemand, die weiß, wovon sie spricht.