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Veröffentlicht am 29.09.2025

Heckenhexe

A Dark and Secret Magic
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Hecate alias Kate ist eine Hexe, die sich ein wenig abseits ihres Hexenzirkels in ihrem kleinen Häuschen eingerichtet hat. Sie ist eine Heckenhexe und damit sehr selten, auch wenn sie nicht so richtig ...

Hecate alias Kate ist eine Hexe, die sich ein wenig abseits ihres Hexenzirkels in ihrem kleinen Häuschen eingerichtet hat. Sie ist eine Heckenhexe und damit sehr selten, auch wenn sie nicht so richtig Ahnung hat, was Heckenhexe überhaupt bedeutet. (Spoiler: Bis zum Schluss wissen es eigentlich auch die geneigten Lesenden nicht, weil da ganz schön viel durcheinandergeworfen wird, was gerade mal nützlich sein könnte.) Als sich Halloween nähert, bittet ihre Schwester sie, das Zirkel-Treffen auszurichten. Zur selben Zeit trifft auch Matthew bei ihr ein: Matthew, den sie zuletzt vor zehn Jahren gesehen hat und der von einem anderen Zirkel stammt, in dem schwarze Magie erlaubt ist. Und dann ist da auch noch so ein untoter Hexenmeister aus der Unterwelt (oder so), der es auf Kate abgesehen hat ...

Wie man an meiner Beschreibung erkennt, ist das Worldbuilding nicht sonderlich gut gelungen. Es wurden ein paar Standardsachen gemixt wie Hexenzirkel, eine unwillige Auserwählte, ein dunkler Loveinterest (der aber immerhin echt mega greenflaggig daherkommt). Aber so richtig Fleisch auf die literarischen Rippen erhält die Welt nicht, da nützen auch die nützlichen Rezepte am Ende des Buches nichts. Abgesehen davon war das Buch recht langatmig und Hecate war immer recht langsam im Denken. Jetzt füge dem Rezept noch eine mega unfaire (wenn auch mittlerweile verstorbene) Mutter hinzu, die jedoch ständig von unserer etwas langsamen Heckenhexe betrauert wird und zwei mega übergriffige und anstrengende Schwestern sowie eine ebenso unsympathische Zirkelchefin und dann reißen auch die Herbstvibes nicht mehr viel aus dem Buch heraus. 2.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 06.09.2025

See you later, alligator

Das Reptilienhaus: Roman
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Eric Parker ist ein angehender Profiler. Als in seiner ehemaligen Heimat ein Junge spurlos verschwindet, überredet er seinen Chef, das Team der Operativen Fallanalyse (OFA) dorthin fahren zu lassen. Schnell ...

Eric Parker ist ein angehender Profiler. Als in seiner ehemaligen Heimat ein Junge spurlos verschwindet, überredet er seinen Chef, das Team der Operativen Fallanalyse (OFA) dorthin fahren zu lassen. Schnell stellt sich heraus, dass in Spremberg nicht alles so idyllisch ist, wie es aussieht. Zwei ältere Damen verschwinden ebenfalls spurlos, ein Mädchen erlebt an einem See etwas Verstörendes und ein dubioses Brüderpaar, das ein Reptilienhaus mit Alligatoren, Schlangen, Vogelspinnen und anderem Getier betreiben, geraten in den Fokus der Ermittlungen. Parker und seine Kollegen sowie die ortsansässige Polizei haben bald alle Hände voll zu tun ...

Eigentlich hätte das eine ganz spannende Geschichte werden können. Allerdings entwickelt sich das Ganze nur langsam und langatmig und dass auch noch die Täterperspektive gezeigt wird, nimmt einen ordentlichen Teil der Fahrt raus. Dazu kommen ein paar Logikfehler. Es fängt schon mal mit dem Bruder der Reptilienmänner an. Wenn ein Knasti ausbricht, wird auf alle Fälle sein Elternhaus auf den Kopf gestellt, ganz egal, ob die angeblich Kontakt hatten oder nicht. Außerdem wäre es schon vor Jahren auf den Kopf gestellt worden wegen der Beute. Und egal, ob bei irgendeinem Fest etwas passiert, wenn ein Notruf betätigt wird, weil eine Giftschlange gebissen hat, sagt die Zentrale nicht "Och, nö, Pech gehabt, wir haben gerade Wichtigeres zu tun, aber ich schicke mal Leute vom anderen Ende der Welt los, vielleicht erreichen die Sie noch rechtzeitig, ciau, Kakao!". Wenig gefiel mir auch, dass der türkische Jugendliche natürlich kriminell ist oder alle Frauen in der Gegend so vereinsamt sind, dass sie sich dem Profiler an den Hals werfen. Der übrigens irgendwann ins Philosophieren kommt, wann er so alt geworden ist. (Er ist 34.) Oder dass seine ihm das Bett wärmende Freundin auch schon so alt ist, dass ihr Leben eigentlich vorbei ist. (Sie ist 34.) Dass der Schluss einem Showdown von James Rollins ähnelte mit einer Amok schlängelnden Riesenwürgeschlange, brachte vielleicht Action und noch mehr Tote, aber nicht unbedingt mehr Sinn in die Handlung. Alles in allem bin ich der Meinung, dass man die Geschichte um gut 100 Seiten hätte straffen können und einige Logikfehler vermeiden hätte können. 2.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 16.04.2025

Der Schöne und das Biest

The Fake Out – Sie will ihr Leben in den Griff bekommen ... aber ist er die Lösung?
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Mae hat eine kranke Mutter, eine spätpubertierende Schwester, eine infantile beste Freundin, einen assholigen Ex und einen Job in einer Kleinstadtbibliothek. Genau dort pennt eines Tages der heißeste Footballspieler ...

Mae hat eine kranke Mutter, eine spätpubertierende Schwester, eine infantile beste Freundin, einen assholigen Ex und einen Job in einer Kleinstadtbibliothek. Genau dort pennt eines Tages der heißeste Footballspieler der Welt, Chris Irgendwas. Sobald er die Augen öffnet und er Schneewittchen ... ich meine Mae entdeckt, fällt er hart und first. Als er mitbekommt, dass Mae solche Probleme hat, an Geld für die Arzneirechnungen ihrer Mutter zu kommen, zumal ihr Ex und gleichzeitiger Bürgermeister der Kleinstadt ihre Bibliothek am liebsten kürzen möchte, macht er ihr einen Vorschlag: Sie spielt für drei Monate seine Verlobte und erhält dafür 100 k Dollar.

Dank vieler Rezensionen hatte ich mich auf spritzige, witzige Wortgefechte gefreut, wobei es dann zwischen zwei intelligenten und green flaggigen Leuten funkt. Und ja, zum Glück war die einzig männliche red flag der Ex der Prota. Allerdings war mir Mae nach einer kurzen Einführung dann auch zutiefst unsympathisch. Sie war eigentlich ständig nur schnippisch und gehässig zu Chris. Anstatt dass sie einfach sagt: Ey, nett von dir, mich auf so liebenswürdige Art anzubaggern, aber hey, ist nicht. Ich hab keinen Bock auf dich ist sie auf unwitzige und uncharmante Weise ständig auf Kontra. Ich konnte also sie schon mal nicht leiden und hab auch nicht erkannt, was Chris in ihr sieht. Ich mochte auch ihre BFF nicht, die einen seltsamen Sinn für Humor oder Rache hatte. Und ich fand das Buch viel zu langgezogen, wobei mich wenigstens noch über detaillierte Beschreibungen aus dem Football interessiert hätten: Fehlanzeige. So konnte das Buch also nicht halten, was ich erwartete. 2.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 22.03.2025

Geborgte Lebenszeit

Academy of Lies (Band 1) - Anatomie einer Verschwörung
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Quinn Schreiber ist gerade mal achtzehn, dennoch läuft ihre Zeit ab. Seit zehn Jahren trägt sie ein Spenderherz und das droht aufzugeben. Eigentlich hat sie sich damit abgefunden, dass sie sterben wird. ...

Quinn Schreiber ist gerade mal achtzehn, dennoch läuft ihre Zeit ab. Seit zehn Jahren trägt sie ein Spenderherz und das droht aufzugeben. Eigentlich hat sie sich damit abgefunden, dass sie sterben wird. Ihre verbliebene Zeit nutzt sie, um an der berühmten Schreiber-Akademie - gegründet von ihrem Großvater - Medizin zu studieren. Direkt am ersten Tag wird quasi vor ihren Augen der Rektor der Akademie getötet und nur wenige Tage später stirbt eine Studentin. Ausgerechnet ihr eigener Bruder scheint in beide Todesfälle verwickelt zu sein, doch dann kommt Quinn einer Verschwörung auf die Schliche, die über Leichen geht, um ihre Geheimnisse zu bewahren.

Das klingt alles so spannend und als positiv vermerken kann ich, dass die Sprecherin wirklich richtig gut ist. Sie hat mich auch bis zum Schluss bei der Stange gehalten, sonst hätte ich das Buch abgebrochen. Es fing stark an - mit dem Mord an dem Rektor. Aber danach versandete es in furchtbar langweiligem und vor allem typisch Jugendbuch aufbereitetem Studentenkram; außerdem gab es immer wieder einen nüchternen, männlichen Sprecher, der verschiedene Todesarten erklärt hat. Warum? Weil Quinn den Tod verstehen möchte, schließlich wird sie auch bald sterben. Hä? Ja, so habe ich auch geschaut. Quinn selbst ist eine schreckliche Protagonistin, extrem unsympathisch und zickig. Ich konnte sie nicht ausstehen, ganz besonders nicht im Hinblick, wie sie die Katze behandelt hat. Außerdem war sie so, so langsam im Denken. Ehe sie mal auf die naheliegendsten Dinge gekommen ist: Ich wollte nur schreien. Stattdessen hat sie lieber den Typen, der ihr dauernd geholfen hat, dumm angemacht. Die Geschichte ist langweilig und vorhersehbar und unnötig grausam, was diverse Todesfälle angeht. Das Problem hier war wirklich, dass die Sprecherin einfach zu gut war - sie hat das zickige Gehabe der Protagonistin perfekt rübergebracht. Dank ihr bekommt die Geschichte noch wohlwollende 2.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 02.12.2024

Morde & Motive

May Morrigans mysteriöse Morde
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May Morrigan ist eine pensionierte Buchhändlerin und lebt in einem großen Herrenhaus, zusammen mit ihrem ebenso älteren und besten Freund Fletcher und zwei Dackeln. Sie ist eine freundliche, alte Dame, ...

May Morrigan ist eine pensionierte Buchhändlerin und lebt in einem großen Herrenhaus, zusammen mit ihrem ebenso älteren und besten Freund Fletcher und zwei Dackeln. Sie ist eine freundliche, alte Dame, die nur manchmal das Bedürfnis empfindet, Leute aus dem Weg zu räumen, die ihr auf irgendeine Art und Weise auf die Tränensäcke gehen. Das tut sie meistens auf eine unauffällige Weise. Als sie eines Tages erfährt, dass sich in ihrem Revier ein Serienkiller herumtreibt, beschließt sie gemeinsam mit Fletcher und einer bunten Truppe anderer Personen, diesem das Handwerk zu legen.

Ich sag's, wie es ist: Die ersten zwei Drittel des Buches waren höchst amüsant, weil sie so extrem überspitzt gezeichnet waren, dass man sie nicht ernst nehmen konnte, dabei aber auch zeitgenössische Dinge wie die Probleme queerer Leute ansprachen. Auch, wie sich alle zusammenfanden, die den Killer stoppen wollten, war schon interessant gemacht. Leider kam dann das letzte Drittel und ja. Hier hat die Autorin das ganze Buch aber ordentlich mit dem Motorrad an die Wand gefahren. Dabei kritisiere ich gar nicht, dass May in Triple-X-Manier bei Wind und Wetter mit dem Bike durch die Weltgeschichte tobt; das vermögen fitte ältere Leute ohne weiteres. Was mich gestört hat, war die absolute Unlogik, mit der alles aufgelöst wurde. May weiß plötzlich Dinge, von denen vorher nie die Rede war, die Motive des (anderen) Killers stand auf so wackligen Füßen, dass sie nicht nachvollziehbar waren, und der Schluss war so hektisch und unbefriedigend abgehandelt, dass der Lesespaß gänzlich verpuffte. Schade. Viel Potenzial verschenkt. 2.5/5 Punkten.

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