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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.01.2025

Selbst ist die Frau!

Only Margo
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"Denn bei Kunst geht es letzten Endes nur darum. Ein Mensch versucht einen anderen Menschen, den er noch nie gesehen hat, dazu zu bringen, sich in ihn zu verlieben." (Seite 346)
Genau das hat Rufi Thorpe ...

"Denn bei Kunst geht es letzten Endes nur darum. Ein Mensch versucht einen anderen Menschen, den er noch nie gesehen hat, dazu zu bringen, sich in ihn zu verlieben." (Seite 346)
Genau das hat Rufi Thorpe mit "Only Margo" bei mir geschafft. Ihre Hauptfigur ist zum Verlieben, nicht weil sie so schön, nett, intelligent oder unkompliziert ist oder ein schier unüberwindbares Problem im Handumdrehen löst und zur Heldin mutiert. Nein, weil sie es gar nicht versucht, eine zu sein.
Margo ist Anfang 20, wird ungeplant schwanger und entschließt sich ihr Kind auszutragen und zu behalten. Die Konsequenzen dieser Entscheidung waren ihr so lange nicht in diesem Ausmaß bewusst, bis sie sich in diesen wiederfindet. Geld muss her! Die Lösung: OnlyFans. Unterstützung findet sie bei ihrer Mitbewohnerin Suzie und ihrem nicht der Norm entsprechenden Vater Jinx, der plötzlich beginnt, eine größere Rolle in ihrem Leben zu spielen. Jedoch bekommt sie auch mehr als genug Gegenwind zu spüren. Am Ende steht das Jugendamt vor der Tür und der Erzeuger ihres Kindes meldet Ansprüche an.
Die unterschiedlichen Perspektiven, in der man ihren Weg verfolgen kann, ergänzen sich perfekt. Man empfindet Mitgefühl, lacht mit (oder über) Margo und ab und an ist man auch ein bisschen sauer, weil sie nicht so handelt, wie man es sich wünscht.
Es geht aber auch gar nicht darum, dass am Ende alles gut ist. Margo hat dem Leser lediglich die Erlaubnis gegeben, sie in dieser Zeit zu verfolgen. Schade, ich wäre noch ewig als stiller Beobachter neben ihr gelaufen, eben weil sie es geschafft hat, mich in sie zu verlieben.

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Veröffentlicht am 02.12.2024

Danke!

Die Töchter der Ärztin
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"Wer geht, blickt in die Ferne, wer bleibt, sieht den Gehenden schwinden."
Ein Zitat aus dem dritten Teil der Reihe "Die Töchter der Ärztin" von Helene Sommerfeld.

Angefangen hatte alles mit Ricarda ...

"Wer geht, blickt in die Ferne, wer bleibt, sieht den Gehenden schwinden."
Ein Zitat aus dem dritten Teil der Reihe "Die Töchter der Ärztin" von Helene Sommerfeld.

Angefangen hatte alles mit Ricarda "Die Ärztin", die auch hier eine wichtige verbindende Rolle spielt. Es war großartig ihren Weg verfolgen zu können, vom jungen Mädchen bis zur weisen älteren Frau. Ihre Töchter Henny und Toni stehen ihr in nichts nach.

In diesem Teil blicken wir mit Ricarda an die französische Riviera, mit Henny nach LA und bleiben mit Toni in Berlin. Brandenburg, genauer Freystetten, bildet dabei wie immer den Treffpunkt der Familie. Orte, die, individuell von den Charakteren abhängig, begründete Anziehung und auch Abneigung hervorrufen.

Ganz nebenbei kommen große Persönlichkeiten zu Wort, wie zum Beispiel Greta Garbo. Weiterhin werden Ereignisse wie der Große Preis von Monaco beschrieben, die auch heute noch von Bedeutung sind, sodass die Geschichte realistischer und greifbarer wird.

Der 1. Weltkrieg ist vorbei, doch auch die Goldenen Zwanziger haben sich verabschiedet, die Wirtschaftskrise ist in vollem Gange und so auch die Stimmung der Menschen. Man verfolgt die stetig wachsende Ausbreitung der NSDAP. Doch das Leben geht weiter, wie auch für uns in der Gegenwart, die von der Politik häufig nichts oder nur wenig wissen wollen, wenn wir nicht direkt davon betroffen sind. Doch die Schlinge zieht sich enger, immer mehr Menschen im näheren Umfeld von Henny und Toni werden ausgegrenzt und verurteilt oder schließen sich der Masse in ihrem Denken an, sodass sie sich damit auseinandersetzen müssen, ob sie wollen oder nicht.

Es war mir eine Freude die Lebenswege der beiden Schwestern, deren Familien und Freunden weiter verfolgen zu können. Umso trauriger ist es, zu wissen, dass es nach diesem Teil nicht weitergehen wird. Der Wunsch die Entwicklung der Figuren bis in die Gegenwart verfolgen zu können ist groß.

"Wer geht, blickt in die Ferne, wer bleibt, sieht den Gehenden schwinden."
Ich bleibe noch ein bisschen und werde mich nun den Büchern über die Polizeiärztin Magda Fuchs widmen, sodass ich einige bereits bekannte Figuren nochmalig treffen kann.

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Veröffentlicht am 25.11.2024

Eine Patchworkdecke ist schon bestellt

Das kleine Nähcafé am Fluss
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„Das kleine Nähcafé am Fluss“ von Sabine Schmidt ist eine Geschichte, welche die Leser in die Welt von Maura entführt, in der sich von einem Tag auf den anderen alles ändert, als sie die Nachricht erhält, ...

„Das kleine Nähcafé am Fluss“ von Sabine Schmidt ist eine Geschichte, welche die Leser in die Welt von Maura entführt, in der sich von einem Tag auf den anderen alles ändert, als sie die Nachricht erhält, dass ihre Tante gestorben ist. Nun muss sie ein Erbe antreten, mit dem sie sich nicht auseinandersetzen möchte, da es gleichzeitig bedeutet, sich mit ihrer Vergangenheit zu konfrontieren, die sie mit viel Einsatz und Biss erfolgreich hinter sich gelassen hat.

Die Erzählung ist geprägt von Freundschaft, Zusammenhalt und der Freude am kreativen Schaffen. Natürlich kommt dabei auch die Liebe Nichtstun kurz. Die Charaktere sind lebendig und authentisch dargestellt, sodass es leichtfällt sich mit ihnen zu identifizieren. Die liebevollen Beschreibungen des Nähcafés und der Umgebung dessen schaffen eine einladende Atmosphäre, die zum Verweilen einlädt.

Die Botschaft, dass Kreativität Menschen verbindet und dass Ehrlichkeit am längsten währt, machen das Buch zu einem echten Vergnügen und lässt jeden Leser mit einem guten Gefühl zurück.

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Veröffentlicht am 10.11.2024

Nächster Ausflug: Das alte Frankfurt

Frevel
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Letzte Woche wurde ich gefragt, in welche vergangene Zeit ich gern reisen würde, wenn ich es könnte. Nun ja… Nachdem ich dieses Buch gelesen habe, fühle ich mich in meiner Antwort bestätigt.

„Frevel“ ...

Letzte Woche wurde ich gefragt, in welche vergangene Zeit ich gern reisen würde, wenn ich es könnte. Nun ja… Nachdem ich dieses Buch gelesen habe, fühle ich mich in meiner Antwort bestätigt.

„Frevel“ wurde von einer Autorin verfasst, die hier unter dem Pseudonym Nora Kain schreibt. Gern würde ich wissen, wer sich dahinter verbirgt, eine Vermutung habe ich, vielleicht wird das Geheimnis ja irgendwann gelüftet, sodass ich sagen kann: „Ich hab‘s gewusst.“

In dem historischen Thriller geht es um einen Serienkiller, der um 1800 in Frankfurt sein Unwesen treibt und junge Frauen bestialisch umbringt, jedoch tatsächlich schon nicht mehr unter den Lebenden weilen dürfte. Gleichzeitig sterben auch stadtbekannte Männer. Ob und inwiefern beides miteinander verbunden ist, sollte jeder selbst herausfinden, indem man es liest. Ich verspreche, es lohnt sich.

Die Hauptfiguren Manon, die Tochter des Arztes Theophil Pontus, dessen Leidenschaft es ist, Leichen zu studieren und Johann, der als Journalist arbeitet, könnten nicht unterschiedlicher sein und genau deswegen passen sie so gut zusammen und haben mich nicht nur einmal in ihrer Eigenart zum Schmunzeln gebracht.

Auch die Nebenfiguren wie der Herausgeber der Zeitung Uffenbach für den Johann tätig ist, Kriminalrat Pfeffer, der schon erwähnte Theophil Pontus und dessen zweite ältere Tochter Jeanette haben Charaktere, die ich gern weiter kennenlernen würde.

Das alles wird mit jeder Menge faszinierender historischer Fakten untermalt, sodass ich beim Lesen auch noch schlauer geworden bin. Es ist unglaublich, wie sehr der Aberglaube die Menschen und deren Einstellungen, ja, ihr gesamtes Leben gesteuert hat.
Obwohl… wenn man genauer darüber nachdenkt… so viel anders ist es heute auch nicht. Was mich zu meiner Antwort auf die anfangs erwähnte Frage zurückkommen lässt:

Ich bleibe im Jahr 2024, die Gefahr ist viel zu groß, ein schlechteres Los zu ziehen, egal wann und wo ich lande. Liebend gern lese ich weiter von Vergangenem, gepaart mit grausigen, haarsträubenden Geschehnissen und bitte hiermit ganz offiziell um eine Fortsetzung ins alte Frankfurt mit dem vorsichtigen Johann und der wilden Manon.

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Veröffentlicht am 18.02.2025

Alte Liebe rostet nicht?!?

Middletide – Was die Gezeiten verbergen
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Nakita und Elijah, Elijah und Nakita... Es ist 1973, zwei Teenager, die versprechen, sich ewig zu lieben. Doch Elijah geht, um etwas in seinen Augen Größeres, als das, was der kleine Küstenort ihn bieten ...

Nakita und Elijah, Elijah und Nakita... Es ist 1973, zwei Teenager, die versprechen, sich ewig zu lieben. Doch Elijah geht, um etwas in seinen Augen Größeres, als das, was der kleine Küstenort ihn bieten kann, zu erreichen. Aber er will zurückkommen, erfolgreich und als Mann von Welt. Genau das macht er auch, allerdings erst einige Jahre später als verabredet. Nichts ist mehr so, wie es war und er nicht der, der er sein wollte. Eine weitere Person gesellt sich nun dazu, Erin. Welche Rolle sie spielt, beibt lange Zeit ungewiss.
"Middletide - Was die Gezeiten verbergen" von Sarah Crouch kann vieles sein. Egal ob man es als Krimi, Drama oder Romanze sieht, man kommt auf seine Kosten. Die Naturbeschreibungen sind wunderschön, der Schauplatz ein idyllischer Flecken Erde. Die Geschichte ist gut durchdacht und stimmig. Auch wenn ich mir relativ schnell denken konnte, worauf es hinausläuft, wollte ich unbedingt weiterlesen, um zu wissen, ob ich recht behalte. Bei der Auflösung habe ich mir jedoch ein bisschen mehr erhofft, was dem Lesevergnügen aber keinen großen Abbruch getan hat.

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