Jahreshighlight - man will direkt weiterlesen!
To Tempt a GodVielen Dank an LovelyBooks, die mir das Buch im Rahmen einer Leserunde zur Verfügung gestellt haben. Außerdem danke an NetGalley, über die ich ein Hörbuch zum Rezensieren bekommen habe. Meine Meinung ist ...
Vielen Dank an LovelyBooks, die mir das Buch im Rahmen einer Leserunde zur Verfügung gestellt haben. Außerdem danke an NetGalley, über die ich ein Hörbuch zum Rezensieren bekommen habe. Meine Meinung ist davon unabhängig.
Bis jetzt kannte ich von Anna Benning nur die Vortex-Reihe, die mir unheimlich gut gefallen hat. Für Dark Sigils hat mir immer die Zeit gefehlt, aber nach dem Lesen von To Tempt A God brauche ich unbedingt mehr von dieser Autorin!
Bei To Tempt A God handelt es sich um den Auftakt der dystopischen Jugendfantasy-Reihe „Götterlicht“, bei den Band 2 in 6 und Band 3 in 12 Monaten erscheinen wird. Die Erstauflage kommt mit einem wunderschönen Farbschnitt, und insgesamt ist das Buch sehr hochwertig aufgemacht. Die 22€ sind wirklich ein fairer Preis verglichen mit anderen aktuellen Buchpreisen, und die Wartezeit von insgesamt einem Jahr zwischen allen drei Bänden ist eigentlich auch ein guter Rhythmus. Wobei, klar: direkt weiterlesen wäre natürlich am schönsten 😉.
Worum geht es? Aurora ist ein Mensch, in einer von Engeln regierten Welt. Seit ihr Bruder nach einem Unfall im Koma liegt, versucht sie alles, um ihn am Leben zu erhalten – auch das illegale Sammeln von Himmelslicht, welches nur den Göttern vorbehalten ist. Dann wird Aurora an den Götterhof berufen, als Dienerin – ausgerechnet für Colden, den Sohn des schrecklichen Herrschergottes. Das Leben am Hof ist voller Machtspiele und Intrigen, und das Überleben für Menschen schwierig. Stück für Stück merkt Aurora, dass Colden gar nicht so grausam ist wie die anderen Götter – können die beiden gemeinsam die Ordnung von Silver City verändern?
Ich bin ehrlich: zu Beginn bleibt die Geschichte etwas vorhersehbar. Es gibt einen besten Freund mit unterdrückten Gefühlen für die Protagonistin; sie kann ganz knapp der Gefahr entkommen – nur um in allerletzter Minute doch noch für den Dienst der Götter „berufen“ zu werden, und natürlich ist ihr Gott ganz anders als alle anderen (nämlich nett) und auch ein ganz besonderer Gott (der Sohn des Herrschers).
Aber nach der Vortex-Reihe wusste ich: Anna Benning ist nicht 08/15, da kommt noch was Krasses. Und so war es auch. Besonders ab der 2. Hälfte ist das Buch unfassbar episch und richtig überraschend – ich habe mit wenigen Dingen, die passieren, gerechnet, und fand alles super stimmig. Im entferntesten Sinne hat mir das Buch Tribute von Panem Vibes gegeben, aber gleichzeitig war die Story wie nichts, was ich schon gelesen hatte.
Im Vergleich zu Vortex würde ich sagen: dieses Buch hier liest sich älter. Es wird nicht nur etwas spicy, es kommen auch überraschend brutale Szenen vor (hallo Tribute von Panem sag ich da nur). Aber ich fands gut!
Der tolle Schreibstil der Autorin sorgt auch dafür, dass man sich alles richtig gut vorstellen kann. Das 1A-Worldbuilding wird durch das Glossar nur sinnvoll unterstützt, und ich denke, dass es auch in den Folgebänden richtig gut sein wird, für einen kurzen Refresher dort rein blättern zu können.
Außerdem habe ich das Hörbuch, gelesen von Pia-Rhona Saxe, immer wieder gehört. Pia hat einfach eine wunderbare Stimme und kann die Story wunderbar umsetzen. Eine Runde Applaus für sie, dass sie sich für uns mit den Aussprachen der Engelssprache auseinandergesetzt hat – ihr Reel dazu ist einfach so lustig. Aber ja, ich fands einfach gut, ab und an mal in die Story reinzuhören und zu schauen, ob die Sachen so ausgesprochen waren, wie ich sie in meinem Kopf gesagt habe. Und ehrlicherweise fand ich das Buch so gut, dass ich beim Autofahren – wo ich halt nicht selbst lesen konnte – unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht.
Insgesamt ist To Tempt A God ein absolutes Monats- bzw. Jahreshighlight für mich. Am Ende reiht sich Action an Action und die letzten Seiten lassen ganz viel Raum für Fragen und Theorien – natürlich ist Band 2 schon vorbestellt, ich will unbedingt weiterlesen.
Ich gebe 4.5 Sterne – für die vollen 5 war mir der Anfang nicht ganz stark genug.