Profilbild von Huebi

Huebi

Lesejury Profi
offline

Huebi ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Huebi über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.12.2024

Gute Unterhaltung

Wings and Claws
0

„Falls möglich, werden die Überreste der toten Prüflinge seinen oder ihren Angehörigen überreicht, damit diese eine Bestattung ausrichten können. Leider ist es eher selten, dass die Überreste gefunden ...

„Falls möglich, werden die Überreste der toten Prüflinge seinen oder ihren Angehörigen überreicht, damit diese eine Bestattung ausrichten können. Leider ist es eher selten, dass die Überreste gefunden werden oder es überhaupt Überreste gibt, die bestattet werden könnten.“

Ein Fluch hat aus Jägern und Drachenreitern erbitterte Feinde gemacht – doch eine uralte Prophezeiung könnte beide Seiten wieder vereinen und so das Schicksal aller retten.

Von der ersten Seite an wird man direkt in die Handlung geworfen und erlebt die Geschichte hautnah. Der detaillierte und ausdrucksstarke Schreibstil macht es leicht, sich in die Welt und ihre Gefahren hineinzuversetzen.

Jadina, die Protagonistin, hat mich anfangs etwas gespalten zurückgelassen. Sie wirkt rebellisch, dabei aber oft rückschrittlich - was ihren Lebensumständen geschuldet ist. Doch im Verlauf der Handlung zeigt sie eine beeindruckende Entwicklung, die mich letztlich überzeugt hat. Harte Prüfungen, spannende Enemies-to-Lovers-Momente, unerwartete Freundschaften, düstere Geheimnisse und zahlreiche Hindernisse formen die Geschichte zu einem fesselnden Überlebenskampf. Dabei baut sich die Spannung kontinuierlich auf, während sich die Suche nach der Auserwählten immer weiter zuspitzt.

Obwohl mich die Geschichte gut unterhalten hat, gab es ein paar vorhersehbare Szenen und eine Situation, die ich etwas fragwürdig fand: Ich meine, wer bekommt einen Orgasmus, während er den Schmerz einer Entjungferung spürt? Aber gut, über solche Details lässt sich bekanntlich streiten.

Trotz dieser kleinen Kritikpunkte kann ich das Buch nur empfehlen. Wer eine spannende und atmosphärische Geschichte über den Überlebenskampf zur Auserwählten der Drachenreiter lesen möchte, ist hier genau richtig.

„Tribute von Panem“ trifft auf „Fourth Wing“

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.10.2024

Familien und ihre Abgründe

Kingmakers – Jahr 1
0

„Macht liegt nicht nur in dem, was wir tun, sondern auch in dem, was wir nicht tun.“

Auf dem gefährlichsten College der Welt müssen die Nachkommen der Mafia sich Feinden stellen und zur Ausbildung als ...

„Macht liegt nicht nur in dem, was wir tun, sondern auch in dem, was wir nicht tun.“

Auf dem gefährlichsten College der Welt müssen die Nachkommen der Mafia sich Feinden stellen und zur Ausbildung als zukünftige „Bosse“ antreten. Kann man an einem Ort, an dem Rache kalt serviert wird, überleben – und vielleicht sogar lieben?

Die Geschichte startet gemächlich und führt uns mit Anna und Leo in die Welt der Mafia, voller Blut, Rache und Traditionen. Der Schreibstil ist packend und bildhaft, und ich fühlte mich sofort an die klassischen Mafia-Filme erinnert, was mir sehr gefiel.

Natürlich habe ich bei einem solchen Buch keine heile Welt erwartet, dennoch gibt es eine Szene, bei der ich das Gefühl hatte, dass sie zu sehr verharmlost und dann einfach übergangen wurde. Das hat meine Begeisterung für die Geschichte stark gedämpft.

Leo und Anna sind starke Charaktere, deren Zuneigung langsam aus einem familiären Gefühl heraus wächst. Die Entwicklung dieser Beziehung wird authentisch beschrieben, was ich sehr geschätzt habe. Der dritte Hauptcharakter war mir hingegen von Anfang an unangenehm, aber es war spannend, auch seine Perspektive kennenzulernen. Die Geschichte wird aus drei Blickwinkeln erzählt, was interessante Einblicke bietet. Es gefällt mir, dass sich alle Charaktere spürbar weiterentwickeln – wenn auch in unterschiedliche Richtungen.

Insgesamt fand ich das Buch sehr spannend. Die Illustrationen, die Gestaltung der Academy und die Darstellung der Mafiawelt sind grandios. Zwischendurch gab es einige Längen, und ich wartete auf den großen Knall. Zudem hätte ich mir gewünscht, dass Anna durchsetzungsfähiger und aktiver auftritt und nicht nur als Sidekick erscheint.

Alles in allem wird dies sicherlich eine spannende Reihe, und ich bin gespannt, ob sich am Ende alle Handlungsstränge zusammenfügen.

3,5 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.09.2024

Halbgötter meets Bridgerton

Goddess of Fury 1: Dein Herz so steinern
0


„Diese Rache war persönlich – und sie schmeckte so gut!“

Um eine Furie zu werden, muss Euryale einen letzten Auftrag erfüllen. Unter dem Vorwand, einen Ehemann zu finden, taucht sie in die Londoner Gesellschaft ...


„Diese Rache war persönlich – und sie schmeckte so gut!“

Um eine Furie zu werden, muss Euryale einen letzten Auftrag erfüllen. Unter dem Vorwand, einen Ehemann zu finden, taucht sie in die Londoner Gesellschaft ein. Doch am Ende stehen nicht nur der Tod, sondern auch ihr eigenes Herz im Weg.

Über Teresa Sporrers Schreibstil muss man nicht viel sagen: flüssig, bildhaft und humorvoll. Die Dialoge, geprägt von Sarkasmus und Biss, haben mich sofort begeistert.

Euryale ist eine toughe, emanzipierte Frau in einer Welt voller Regeln und Vorurteile – allerdings nur für Frauen. In dieser spannenden Geschichte begegnen wir Halbgöttern in einer Bridgerton-ähnlichen Ära. Auf ihrem Weg durch Bälle, Kleider und unter den strengen Augen von Anstandsdamen findet sie einen Partner, der mehr ist, als er zunächst scheint.

Sowohl Haupt- als auch Nebencharaktere sind sympathisch, gut ausgearbeitet und machen die Geschichte unglaublich fesselnd. Die Beziehung, die sich im Verlauf der Handlung entwickelt, beginnt mit hitzigen Wortgefechten und steigert sich zu tiefen Gefühlen und großen Opfern. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass diese emotionalen Momente etwas am Rande stattfanden und die Beziehung dadurch nicht ganz greifbar wurde.

Die Geschichte baut sich langsam auf, und die Charaktere durchlaufen eine bemerkenswerte Entwicklung. Spannung und Handlung waren für mich absolut großartig und voller Überraschungen. Allerdings empfand ich das Ende als etwas zu schnell abgehandelt und unnötig dramatisiert.

Wer also in ein Bridgerton-artiges London eintauchen möchte, mit starken Protagonisten, einem Hauch von “Spice” und auf der Suche nach dem Riss in die Unterwelt, der sollte unbedingt „Goddess of Fury“ lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.09.2024

Auf den Spuren des Todes

Wen die Nacht berührt
0

„Wie kann sich ein Leben durch eine einzige Entscheidung so grundlegend verändern?“

Ein Ort, an dem sich die dunklen Gestalten der Nacht versammeln: unerklärliche Morde, verschwundene Studenten und drei ...

„Wie kann sich ein Leben durch eine einzige Entscheidung so grundlegend verändern?“

Ein Ort, an dem sich die dunklen Gestalten der Nacht versammeln: unerklärliche Morde, verschwundene Studenten und drei Schicksale, die unweigerlich miteinander verbunden sind. Willkommen an der Ashville Academy.

Aus den Perspektiven von Hannah und Nora, den beiden Hauptfiguren, wird man direkt in die Geschichte hineingezogen, die sich nach und nach mit jedem Kapitel entfaltet. Anfangs fiel es mir etwas schwer, in die Handlung hineinzufinden, aber nach ein paar Seiten konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Hannah und Nora sind zwei völlig unterschiedliche Charaktere, die der Geschichte jeweils auf ihre eigene Weise eine besondere Tiefe verleihen. Während Hannah zu Beginn unsicher und leicht beeinflussbar wirkt, ist Nora taff und zurückgezogen. Doch bald erkennen die beiden, dass sie mehr gemeinsam haben, als sie zunächst dachten. Die Love Interests könnten nicht unterschiedlicher sein: Der eine hat mich so wütend gemacht, dass ich kaum atmen konnte, während der andere so liebenswürdig war, dass ich die ganze Zeit auf den bevorstehenden Horror gewartet habe. Ich habe es geliebt – so viele Emotionen für den Leser, auch wenn sie nicht für alle Charaktere gleichermaßen gedacht sind.

Ich fand die Geschichte um die verschwundenen Schüler und die Morde unglaublich spannend und es hat mir großen Spaß gemacht, die Verbindungen zu entdecken. Der Spannungsbogen wurde langsam aufgebaut und endete großartig. Einige Szenen haben mich jedoch nicht ganz überzeugt, da zum Beispiel Misskommunikation einfach nicht mein Ding ist und manches für mich schwer nachzuvollziehen war. Zudem fand ich es schade, dass man keinerlei Einblicke in die Academy selbst erhalten hat.

Alles in allem ist es ein absolut spannendes Fantasybuch mit einem Fokus auf Selbstfindung und Freundschaft – und einer Menge Mord und Nervenkitzel.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.09.2024

Auf und Ab

Fate of the Sun King
0


„Meine Narben werden nie ganz verschwinden, aber ich hoffe, dass sie nicht für immer die Grenzen meiner Gegenwart oder meiner Beziehung bestimmen.“

Zurück an ihrem Ausgangspunkt muss sich Lor sowohl ...


„Meine Narben werden nie ganz verschwinden, aber ich hoffe, dass sie nicht für immer die Grenzen meiner Gegenwart oder meiner Beziehung bestimmen.“

Zurück an ihrem Ausgangspunkt muss sich Lor sowohl ihrer Vergangenheit als auch ihrer Zukunft stellen und um das kämpfen, was ihr bestimmt ist.

Zu Beginn konnte ich mich schnell in die Welt von Ouranos einfinden und bin förmlich durch die Seiten geflogen – bis ich zur Mitte des Buches kam und das Tempo stark nachließ. Am Ende war ich unsicher, was ich von der Reihe noch erwarten soll.

Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, wobei Vergangenheit und Gegenwart ineinandergreifen. In den Rückblicken werden viele neue Charaktere eingeführt, die zunächst schwer einzuordnen sind. Das Geschehen in der Vergangenheit wirkt für mich oft unübersichtlich und oberflächlich. Dennoch fügen sich einige der offenen Fragen im Verlauf zusammen und schaffen ein komplexes Bild, das die bisherigen Bände stärker miteinander verknüpft.

Spannung und Lesefluss waren durchgehend vorhanden, und die Spannungsspitzen sowie die Twists empfand ich als gut platziert. Gleichzeitig wirkte das Geschehen an manchen Stellen jedoch oberflächlich und überdramatisiert.

Lor durchläuft eine gelungene Charakterentwicklung und findet weiter zu sich selbst. Die Nebenfiguren hingegen bleiben dieses Mal recht blass und spielen nur eine Nebenrolle. Auch die Beziehung zwischen Nadir und Lor entwickelte sich für meinen Geschmack zu schnell und harmonisch, was mir etwas die Sympathie für die beiden nahm.

Ihr merkt, ich bin unsicher, wie ich das Buch einordnen soll. Es gab starke, aber auch schwächere Momente. Die Spannung bleibt hoch, und der Cliffhanger am Ende war wirklich dramatisch – auch wenn der Verlauf der Geschichte „vermutlich“ vorhersehbar ist.

3,5 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere