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Veröffentlicht am 18.02.2025

Ein unterhaltsamer Roman über das Älter werden mit einem spannenden Anteil

Die Besucherin
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„Alt werden ist nichts für Feiglinge.“

Wart ihr schon einmal in einem Seniorenheim?

Linda Davidson, die Protagonistin dieses Romans, muss nun zumindest häufiger in die Seniorenresidenz Legacy Place, ...

„Alt werden ist nichts für Feiglinge.“

Wart ihr schon einmal in einem Seniorenheim?

Linda Davidson, die Protagonistin dieses Romans, muss nun zumindest häufiger in die Seniorenresidenz Legacy Place, weil dort ihre beste Freundin Carol untergebracht wurde, seitdem diese an Demenz leidet.
Dort lernt Linda die betagte und verrückt scheinende Bewohnerin Jenny Cooper kennen, die ihr ein Geheimnis anvertraut- sie bringt Menschen um.
Und so verrückt wie Jenny Cooper auch erscheinen mag, so fasziniert ist Linda gleichzeitig auch von ihr und neugierig, ob es sich hierbei wirklich um die Wahrheit handeln könnte.
Hinzu kommt die Sorge um die Bewohner der Seniorenresidenz und ihre Freundin Carol, sollten sich die Spinnereien der scheinbar Verrückten doch als wahr herausstellen.

Ich möchte gleich vorweg sagen, dass es sich bei diesem Buch nicht um einen typischen Thriller handelt, für die Joy Fielding sonst bekannt ist.
Dabei ist der Roman durchaus als spannend und unterhaltsam zu bezeichnen, allerdings auf eine ganz andere Art und Weise.
Denn die Protagonistin ist bereits 75 Jahre und verwitwet und hat demnach einen anderen Blick auf die Geschehnisse und das Leben um sie rum, als man es sonst gewöhnt ist.
Der Leser erhält Einblicke in den Alltag und auch die Probleme, die das Altwerden so mit sich bringen.
Der Ehemann, der bereits vor zwei Jahren verstarb, die Einsamkeit, die mit dem Älterwerden auch kommen kann, weil Freunde im Laufe der Zeit weggebrochen sind oder erkranken. Und natürlich auch den Blick, den die Gesellschaft auf jemanden in diesem Alter hat.
Gerade diese leichte Gesellschaftskritik, die mit der Story einherging hat mir sehr gut gefallen.
Hinzu kommt, dass die Protagonistin Linda ein durchaus sympathischer Charakter ist, der mit beiden Beinen im Leben steht und vielleicht das ein oder andere Mal die Contenance verliert, wenn ihre Smartwatch ihr wieder mal befiehlt, was sie zu tun hat

Ich liebe den Schreibstil der Autorin, da dieser einfach zum Verweilen im Buch einlädt und selbst die viele wörtliche Rede in dem Roman erträglich gestaltet hat!
Hinzu kommen kurze Kapitel, die mir persönlich sowieso am liebsten sind!
Spannend ist der Plot dennoch, auch wenn es kein klassischer Krimi oder Thriller ist. Denn man stellt sich schon die ganze Zeit die Frage, ob Jenny Cooper nun die Wahrheit erzählt oder nicht.
Eine Auflösung gibt es erst am Ende Hier möchte ich jedoch auch nicht Zuviel verraten.

Das Ende war tatsächlich etwas vorhersehbar, hat aber für mich dennoch gut zur gesamten Story gepasst.
Daher vergebe ich für diesen unterhaltsamen Nicht- Thriller dennoch 4 Pillen.

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Veröffentlicht am 10.02.2025

Eine gute Fortsetzung aber mit kleineren Schwächen

Windstärke 17
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„Als ich das Rauschen höre, kann ich endlich durchatmen.“


Ida jedenfalls war zuvor noch nie auf Rügen.
Und das Ziel erscheint ihr besser als Hamburg, wo ihre Schwester Tilda auf sie wartet und Ida aktuell ...

„Als ich das Rauschen höre, kann ich endlich durchatmen.“


Ida jedenfalls war zuvor noch nie auf Rügen.
Und das Ziel erscheint ihr besser als Hamburg, wo ihre Schwester Tilda auf sie wartet und Ida aktuell noch nicht weiß, wie sie mit der ganzen Situation umgehen soll.
Den Tod ihrer Mutter, die Kündigung der Wohnung und dieser große Wutklumpen in ihrem Bauch.
Daher beschließt Ida kurzerhand nach Rügen zu „flüchten“.
Dort trifft sie auf Knut und dessen Frau Marianne, die die beiden aufnehmen.

Und so beginnt das zweite Buch von Caroline Wahl, dass quasi eine Fortsetzung von „22 Bahnen“ darstellt.
Es sind einige Jahre in der Fröhlichstraße vergangen und Ida ist ebenfalls erwachsen geworden.
Die Mutter ist gerade verstorben und Ida schwankt zwischen Trauer, Wut und auch Schuldgefühlen, ob sie den Tod hätte verhindern können, wenn sie nur mehr da gewesen wäre.

Wie auch im ersten Buch erwartet den Leser ein toller Erzählstil, der ziemlich einprägsam war.
Die Sprecherin Maximiliane Häcke hat die Stimmung von Ida gut rüberbringen können, so dass sich der emotionale Zwiespalt sehr gut nachempfinden ließ.

Auch das Setting auf Rügen hat mir sehr gefallen und vor allem die anderen Charaktere wie Knut und Marianne.
Wobei ich mich schon frage, wie realistisch es ist, dass man einfach so eine junge Frau bei sich zuhause aufnimmt
Bei Ida als Protagonistin war ich immer etwas in einem Zwiespalt. Klar, ich konnte die Emotionen alle sehr gut nachvollziehen. Doch wirkte sie für mich wenig sozial angepasst, ganz im Gegenteil zu ihrer Schwester Tilda.
Das hat es manches Mal schwer gemacht für mich, Sympathien für diesen Charakter zu entwickeln. Dann wiederum gab es Szenen, die mir einfach so gefallen haben und wo Ida wieder Sympathiepunkte sammeln konnte.

Alles in allem hat mir „Windstärke 17“ dennoch sehr gut gefallen, wenn auch nicht ganz so gut, wie das erste Buch von Caroline Wahl.
Ich bin jetzt schon gespannt auf die nächsten Bücher und werde diese definitiv auch lesen oder hören.
Von mir gibt es auf jeden Fall eine klare Weiterempfehlung und 4 Windböen für diesen Roman.

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Veröffentlicht am 07.12.2024

Eine unterhaltsame Rockstar Romance

Under Your Spell – Dein Verstand sagt Nein. Aber dein Herz Ja.
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„Manchmal muss man ein Risiko eingehen und einem Weg folgen, den man eigentlich nicht gehen wollte, um zu wissen, wo man hingehört.“

Habt ihr schon einmal privat einen Star oder eine Berühmtheit getroffen?

Clemmie ...

„Manchmal muss man ein Risiko eingehen und einem Weg folgen, den man eigentlich nicht gehen wollte, um zu wissen, wo man hingehört.“

Habt ihr schon einmal privat einen Star oder eine Berühmtheit getroffen?

Clemmie jedenfalls hatte unwissentlich sogar einen One Night Stand mit einem sehr berühmten Sänger - Theo Eliott. Nur, dass sie es selbst nicht wusste in dieser Nacht.
Blöd, dass sie kurze Zeit später genau mit diesem Sänger 6 Wochen allein in einem Haus an der Küste verbringen soll. Denn Theo Eliott hinkt mit seinem neusten Album hinterher und soll dort die Zeit nutzen, endlich wieder neue Texte zu schreiben. Und Clemmie soll dafür sorgen, dass Theo ungestört bleibt und quasi auf ihn aufpassen.

Ihr könnt euch vorstellen, dass dieser Plan nicht unbedingt einfach umzusetzen ist unter den vorherrschenden Voraussetzungen

Ich habe tatsächlich etwas Zeit benötigt, um in den Plot und die ganzen Protagonisten reinzukommen.
Da sind zum Einen Clemmies Halbschwestern Serena und Lil, sowie die Mütter und dann noch diverse andere Personen, die namentlich erwähnt werden und teilweise eine Rolle spielen.
Wenn man sich dann aber erstmal etwas hineingelesen hat und auf das verrückte Setting eingelassen, wird man mit einer schönen slow burn Rockstar- Romance belohnt.
Auch der Schreibstil von Lara Wood war anfangs für mich gewöhnungsbedürftig, da dieser aus viel wörtlicher Rede besteht.
Dies sind dann aber auch die einzigen Punkte, die ich dem Roman absprechen kann.

Denn insgesamt hat mir der Plot sehr gut gefallen und auch das Charaktersetting der Geschwister. Man hat die innige Bindung der drei untereinander gemerkt und die Autorin hat sich in der Story hierfür auch Zeit genommen, diese Bindung darzustellen. Kleinere Anekdoten und Rückblicke aus der etwas verrückten Kindheit und Jugendzeit machen den Roman und die Handlungen authentischer.

Alles in allem handelt es sich um einen unterhaltsamen Liebesroman mit einem Hauch Glamour durch die Rockstars
Ich vergebe 4 Mikrofone für dieses unterhaltsame Buch.

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Veröffentlicht am 02.11.2024

Ein überraschend gutes Buch mit hochsensiblen Themen

The way I used to be
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„Aber ich kann nicht stehen bleiben, kann mich nicht umdrehen, kann nicht zurück. Niemals!“


Hattet ihr schonmal ein Geheimnis, dass ihr mehrere Jahre für euch behalten habt?

Eden, die Hauptprotagonistin ...

„Aber ich kann nicht stehen bleiben, kann mich nicht umdrehen, kann nicht zurück. Niemals!“


Hattet ihr schonmal ein Geheimnis, dass ihr mehrere Jahre für euch behalten habt?

Eden, die Hauptprotagonistin dieses Romans jedenfalls, hat ein sehr belastendes Geheimnis.
Sie wurde in jungen Jahren von Kevin vergewaltigt und missbraucht, dem besten Freund ihres Bruders.
Und keiner darf es erfahren, denn wer würde ihr schon glauben?
Immerhin war es bekannt, dass sie Ewigkeiten für ihn geschwärmt hat.
Und am liebsten würde Eden einfach die Zeit zu diesem Tag zurückdrehen und alles anders machen, einfach um diesen Tag zu verändern und das Ganze ungeschehen machen zu können.

Amber Smith beschreibt in ihrem Buch eine wichtige Thematik, die mich persönlich sehr aufgewühlt hat.
Wir begleiten Eden über ihre High School Zeit hinweg, wie sie mit dem einschlägigen Erlebnis umgeht.
Dabei ist der Plot aus der Ich- Perspektive von Eden beschrieben.
Mit einem tollen Schreibstil, bekommt der Leser Einblicke in die Gedankenwelt der Protagonistin. Dabei wird ihre innere Versehrtheit sehr deutlich. Doch nach außen hin zeigt Eden eine harte Schale.
Dabei ist die Entwicklung, die sie in dem Buch durchmacht, für mich völlig realistisch und vorstellbar.
Mit Gewalt versucht sie wieder eine Art Selbstbestimmung über ihren Körper und ihre Gefühle zu erreichen und geht dabei teils Selbstzerstörerisch vor.
Das Buch ist aufwühlend, erschreckend und beschönigt nichts. Aber, wenn man ehrlich ist, gibt es bei der Thematik auch nichts zu beschönigen.

Der Spannungsbogen im Plot ist für mich zwar vorhanden, jedoch anders, als man es gewohnt ist, da ja das schreckliche Ereignis bereits geschehen ist und man auch weiß, wer der Schuldige ist.
Doch man fragt sich bei der Entwicklung über die Jahre schon, ob sie jemals das Geheimnis lüften wird und wie es mit ihr weitergehen soll.

Die Sprecherin Henriette Richter-Röhl ist für das Hörbuch darüberhinaus perfekt gewählt und hat für mich einfach Eden in Perfektion vermitteln können.
Leider hat sich das Ende für mich etwas in die Länge gezogen, weshalb ich einen Stern abziehen muss.
Alles in allem aber ist für mich der TikTok Hype in diesem Fall gerechtfertigt und ich vergebe 4 Pusteblumen für diesen erschreckende Buch aus dem Young Adult Genre.

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Veröffentlicht am 19.10.2024

Ein wunderschöner Roman über den Umgang mit Trauer und Liebe

Ich warte auf dich, Haru
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„Aber wenn man etwas nicht probiert, kann man es nie erreichen.“


Wie geht ihr mit Trauer um?

Der Hauptprotagonist Eric Ly jedenfalls, zieht sich nach dem Tod seines besten Freundes Daniel in seine eigene ...

„Aber wenn man etwas nicht probiert, kann man es nie erreichen.“


Wie geht ihr mit Trauer um?

Der Hauptprotagonist Eric Ly jedenfalls, zieht sich nach dem Tod seines besten Freundes Daniel in seine eigene Traumwelt zurück. Er hat sich nicht um seine College Bewerbungen gekümmert und lebt in der Vergangenheit.
Bis plötzlich Haru in sein Leben tritt, ein Junge, den er letzten Sommer kurzzeitig in Japan kennenlernen durfte, aber die Chance verpasst hat, diesen näher kennenzulernen oder Kontaktdaten mit ihm auszutauschen.
Haru und er verbringen immer mehr Zeit miteinander, doch nur Eric kann ihn eigentlich sehen.

Dieser Roman hat mich emotional mitgerissen. Ich habe mit Eric gelitten, getrauert und konnte die Einsamkeit regelrecht spüren, mit der dieser sich konfrontiert sah.
Die Story wird dabei aus Sicht des Hauptprotagonisten Eric Ly erzählt. Dabei wird in Form von Rückblicken die Geschichte von Daniel und Eric erzählt und wie unglücklich Eric in seinen besten Freund verliebt war.
Recht schnell erfährt der Leser dann auch, wie dieser in Japan Haru kennenlernte und wie die beiden leider nicht mehr dazu gekommen sind ihre Kontaktdaten auszutauschen.

Dustin Thao schafft es sehr gut die traurige und einsame Grundstimmung des Protagonisten zu transportieren. Dabei findet auch sehr viel in Erics Kopf statt und zwischendurch muss man immer wieder darauf achten, was jetzt eigentlich Traum bzw. Vorstellung ist und welche Gegebenheiten eigentlich wirklich der Realität entsprechen.
Eric muss im Plot nicht nur lernen, mit seiner Trauer umzugehen, sondern gleichzeitig auch wieder einen Weg zurück ins Leben finden. Und dabei trifft er Entscheidungen, die nicht immer direkt zu seinem besten sind.
Ab und an hätte ich ihn gern mal geschüttelt und gefragt, was er sich eigentlich dabei denkt
Doch man spürt auch die Entwicklung, die der Protagonist im Laufe des Buches erfährt und das hat mir persönlich sehr gut gefallen.
Hinzu kommt dann noch ein Ende, mit dem ich so gar nicht gerechnet hatte und dass mich etwas sprachlos zurückgelassen hat.

Ich kann daher das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen, auch wenn mich beim Lesen doch des Öfteren die Schwermut erfasst hat
Ich vergebe 4 Filmkameras

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