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Veröffentlicht am 07.12.2024

Kira Mohn für einmal ganz anders....

Die Nacht der Bärin
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Mein Leseeindruck subjektiv, aber spoilerfrei ;)

Kira Mohn kennt man ja vor allem aus der New Adult Szene, weshalb ich ganz erstaunt war als ich ihren Namen auf diesem Roman entdeckte. Nach dem Lesen ...

Mein Leseeindruck subjektiv, aber spoilerfrei ;)

Kira Mohn kennt man ja vor allem aus der New Adult Szene, weshalb ich ganz erstaunt war als ich ihren Namen auf diesem Roman entdeckte. Nach dem Lesen des Buchrückens war für mich klar, ich will es lesen....

Im Genre NW Romantik bin ich nur selten anzutreffen, habe tatsächlich einmal auch einen Versuch gemacht mit einem Buch von ihr, jedoch abgebrochen. Was aber weder am Schreibstil, noch an den Charakteren lag, sondern einfach nicht Meins war...

Ihre Schreibweise ist nämlich sehr wortgewandt, bildhaft, atmosphärisch, intensiv, flüssig, glaubhaft und fesselnd, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Erzählte wird aus zwei Sichten, wobei ich beim ersten Wechsel zuerst Mühe hatte mich zurechtzufinden, wer da jetzt gerade " spricht" und wie der Zusammenhang ist. Die eine Perspektive ist nämlich die von Jule in der Gegenwart in der ICH- Form, die Zweite der Schwestern Anna und Maja in der dritten Person aus der kindlichen Sicht der zwölfjährigen Maja in der Vergangenheit. Erst im weiteren Verlauf lichtet sich der Nebel und ich verstand die Verknüpfungen.

Die Charakterausarbeitung fand ich wirklich gelungen, sei es nun Jule, Ihre Mutter oder die beiden Schwestern Anna& Maja, alle waren sie lebendig und authentisch gestaltet. Ich konnte, Gefühle, Gedankengänge oder auch ihre Handlungen echt gut nachvollziehen. Trotz der schweren Thematik war es eine Freude sie alle auf ihrem Weg zu begleiten.

Der ganze Aufbau der Geschichte hat mir unglaublich gut gefallen, mit diesen Rückblenden in die Vergangenheit, was jedenfalls bei mir die Neugierde schürte und fast ein bisschen Thriller Vibes verursachte. Ebenfalls mochte ich den sehr emotionalen, feinfühligen, realistischen Umgang mit der Problematik. Anhand des Buchrückentextes war mir übrigens sofort klar, dass es um häusliche Gewalt geht, weswegen meiner Meinung nach auch keine Triggerwarnung nötig ist. Wie schon erwähnt fand ich auch den ausdrucksstarken, stimmungsvollen Schreibstil bemerkenswert.

Ein wirklich sehr lesenswerter Roman, den ich ans Herz legen möchte

4,5 Sterne

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Veröffentlicht am 07.12.2024

Beeindruckendes Debüt

Ein völlig anderes Leben
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Beeindruckendes Debüt
Mein Leseeindruck subjektiv, aber spoilerfrei .)

Durch eine begeisterte Rezension bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden und es durfte bei mir einziehen.

Da ich grösstenteils ...

Beeindruckendes Debüt
Mein Leseeindruck subjektiv, aber spoilerfrei .)

Durch eine begeisterte Rezension bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden und es durfte bei mir einziehen.

Da ich grösstenteils zur Hörbuchversion gegriffen habe gehe ich zuerst darauf ein. Wir haben hier zwei Sprecherinnen, Ruth Reinecke und Jodie Ahlborn, Beide für mich bisher unbekannt. Der Interpretation von Frau Reinecke habe ich etwas lieber gelauscht, da ihre Stimme eher tief, gemächlich und authentischer war. Hingegen empfand ich die Sprechweise von Jodie Ahlborn als zu gewollt und irgendwie war mir die Klangfarbe einfach nicht so sympathisch....Da aber beide Stimmen so unterschiedlich sind, war für mich immer sofort klar, wer von den Protagonistinnen hier gerade " spricht" so dass ich nie ein Durcheinander hatte .)

Geschrieben ist das Ganze also aus zwei Perspektiven, nämlich der von Jule im personalen Stil und der ihrer leiblichen Mutter in der ICH- Form. Der Wechsel ist willkürlich und auch nicht am Anfang des Kapitels deklariert, sondern man bemerkt es einfach anhand der unterschiedlichen Sichtweisen. Die Geschichte besteht aus zwei Teilen, betitelt mir Davor und Danach, ebenfalls gibt es einen Prolog und einen Epilog. Die Schrift ist angenehm gross und die Kapitel kurz, so dass sich das Buch schnell lesen lässt. Der Schreibstil selber ist flüssig und irgendwie eine Mixtur aus nüchternen, kurzen Sätzen und bildhaften Beschreibungen oder klugen Formulierungen wie zum Beispiel " Sie hatte versucht, in diesen letzten Stunden zu vergessen, was nicht gut gewesen war, und die Lücken mit schönen Erinnerungen zu füllen" ( S.16)

Die Charaktere waren meiner Meinung nach sehr gut ausgearbeitet, egal um welche Figur es geht sie wirkten auf mich lebendig. Natürlich konnte ich nicht alle Handlungen der Protagonisten nachvollziehen, vieles war schwierig auszuhalten, dennoch schaffte die Autorin es mir glaubhaft zu veranschaulichen, wieso oder warum die Person nun so handelt, fühlt oder denkt. Gerade Jule war nämlich nicht gerade eine sympathische Protagonistin mit ihrer distanzierten, abgebrühten Art, obwohl es mich auch wieder sehr berührt hat, mehr aus ihrer Kindheit zu erfahren und dies sicher auch erklärt wieso sie eben Heute ist wie sie ist.....

Ich gebe es offen und ehrlich zu ich habe noch nie etwas von der Hauptthematik, die hier eine Rolle spielt gehört und war entsprechend schockiert, vor allem wenn ich daran denke, dass es noch gar nicht so lange her ist!!! Von daher hat mich auch das Nachwort sehr bewegt und man merkt während dem Lesen der Geschichte, dass die Autorin gründlich recherchiert hat. Trotz der nicht wirklich leichten Kost hat mich das Buch wirklich gefesselt und ich mochte den Aufbau und die Umsetzung ausgesprochen gerne.

Ich vergebe 4,5 Sterne

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Veröffentlicht am 02.04.2026

Eine aussergewöhnliche Hausgemeinschaft

Pina fällt aus
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Mein Leseeindruck, subjektiv, aber spoilerfrei ;)

Erst vor einem Monat habe ich den Debütroman " Ava liebt noch" gelesen und obwohl mich Umsetzung und Message nicht überzeugen konnten war ich doch sehr ...

Mein Leseeindruck, subjektiv, aber spoilerfrei ;)

Erst vor einem Monat habe ich den Debütroman " Ava liebt noch" gelesen und obwohl mich Umsetzung und Message nicht überzeugen konnten war ich doch sehr angetan von der Schreibweise. Deshalb habe ich mich über diese Neuerscheinung hier dann doch sehr gefreut.

Ich mag den Schreibstil nämlich total gerne, denn dieser ist wortgewandt, prägnant, flüssig und lässt sich angenehm lesen. Auch hier habe ich mir wieder viele Sätze markiert, da sie einfach so wahr und klar formuliert sind. Die Geschichte wird übrigens nicht nur aus einer Sicht erzählt, sondern die Kapitel wechseln zwischen den verschiedenen Protagonisten.

Dadurch hatte ich zu Beginn etwas Mühe mich zu orientieren und ich benötigte eine gewisse Zeit bis ich die verschiedenen Personen zuordnen konnte. Wir haben Pina die alleinerziehende Mutter mit Leo ihrem zwanzigjährigen autistischen Sohn, Inge mit ihren 87 Jahren die Älteste im Bunde, die sechzehnjährige Zola und der einsiedlerische Wojtek. Alle Charaktere sind gut ausgearbeitet, erhalten durch die personale Erzählweise genügend Raum so dass die Gedanken und Gefühlswelt transparent wird. ich mochte soweit eigentlich alle Protagonisten, besonders berührt haben mich jedoch die Einblicke in Inges Innenleben

Die Autorin ist übrigens selber eine pflegende Mutter und hat ihre eigenen Erfahrungen glaubhaft und authentisch in die fiktive Geschichte eingewebt. Ich habe diese ungewöhnliche, warmherzige Schicksalsgemeinschaft gerne begleitet, musste oft schmunzeln, aber auch leer schlucken und wurde immer wieder auch zum nachdenken angeregt. Der Roman verläuft ruhig, leise, kommt ohne Effekthascherei aus, ist jedoch nie langweilig oder ermüdend und wird mir sicher noch eine Weile in Erinnerung bleiben.

Ich vergebe sehr gute vier Sterne

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Veröffentlicht am 13.02.2026

Typisch Zoran Drvenkar

Asa
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Mein Leseeindruck, subjektiv, aber spoilerfrei ;)



Vor über zehn Jahre habe ich mehrere Bücher des Autors gelesen und war sehr begeistert, umso mehr freute ich mich über diese Thriller Neuerscheinung ...

Mein Leseeindruck, subjektiv, aber spoilerfrei ;)



Vor über zehn Jahre habe ich mehrere Bücher des Autors gelesen und war sehr begeistert, umso mehr freute ich mich über diese Thriller Neuerscheinung von ihm.

Da ich immer wieder auch zum Hörbuch gegriffen habe, teile ich zuerst meine Hörerlebnisse.

Ich finde die Stimme von Uve Teschner passte perfekt zur Geschichte. Die Klangfarbe ist tief, irgendwie dunkel, ruhig, jedoch überhaupt nicht langweilig sondern sehr fesselnd und stimmungsvoll. Durch die vielen Personen, Zeitsprünge und teilweise auch wechselnden Perspektiven ist es allerdings eine Herausforderung der Hörbuchversion zu folgen...

Der Schreibstil von Zoran D. ist aussergewöhnlich und hat definitiv Wiedererkennungswert. Wie auch schon in seinen früheren Werken bedient er sich hier unter anderem auch wieder der DU- Form. Ebenfalls fehlen bei den Dialogen die sogenannten Gänsefüsschen, was schon auch gewöhnungsbedürftig ist. Erzählt wird, wie oben schon erwähnt aus verschiedenen Sichtwinkeln, immer am Anfang des Kapitels mit dem jeweiligen Namen notiert zusätzlich gibt es mehreren Erzählsträngen. Der Stil ist direkt, knapp, nüchtern, dennoch auch poetisch angehaucht, sehr intensiv, atmosphärisch und soghaft. Ich denke entweder man mag seine Erzählweise oder eben nicht.

Asa unsere Protagonistin habe ich jetzt nicht unbedingt in mein Herz geschlossen... sie ist von Rache geradezu besessen, handelt kaltblütig, jedoch nie unüberlegt sondern konsequent, sie wirkt kalt, hart und hält einem als Leser auf Distanz. Trotzdem verspürte ich, irgendwie auch Mitleid und eine Art von Verständnis. Jedenfalls ist sie ein komplizierter Charakter und die Ausarbeitung ist äusserst gelungen.

Da es sich hier übrigens um eine Familiensaga handelt, lernen wir etliche Personen kennen, weshalb ich mir manchmal schon fast einen Stammbaum gewünscht hätte. Mir ist es wirklich oft schwer gefallen, ( was allerdings auch mit der Hörbuchversion zusammenhängen könnte) die Familienkonstellation zu greifen und immer genau zu wissen wer ist jetzt wer und mit wem verwandt...

Dieser Thriller liest sich wie ein Puzzle, denn die Geschichte verläuft nicht linear, sondern setzt sich aus verschiedenen Generationen, Orten und Zeitebenen zusammen, was überaus faszinierend jedoch auch komplex ist. Ebenfalls handelt es sich hier um keine 08/15 Geschichte, wie übrigens alle Werke des Autoren, da sein Stil einfach unverwechselbar ist. Desweiteren ist die Darstellung von Gewalt sehr brutal, finster und die Atmosphäre allgemein, beklemmend und tragisch. Ich persönlich fand die Generationen- Handlungsstränge manchmal als etwas zu wiederholend/ ähnlich, da wäre weniger vielleicht mehr gewesen. Auch erinnert die Story gerade in Bezug auf „Jäger und Gejagte“ doch stark an " Still" , obwohl der Plot hier natürlich noch vielschichtiger ist.

Abgesehen davon, war es für mich aber wieder ein total typisches Zoran Drvenkar- Leseerlebnis und das meine ich im positiven Sinn.

Vier Sterne

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Veröffentlicht am 18.10.2025

Vielversprechender Auftakt mit noch Luft nach oben

Immortal Consequences – Die Blackwood Academy Trials
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Mein Leseeindruck, subjektiv, aber spoilerfrei ;)



Ich gebe es gerne zu, die ganze Gestaltung des Buches hat mich sehr angesprochen ;) jedoch weckte vor allem der Klappentext meine Neugierde und irgendwie ...

Mein Leseeindruck, subjektiv, aber spoilerfrei ;)



Ich gebe es gerne zu, die ganze Gestaltung des Buches hat mich sehr angesprochen ;) jedoch weckte vor allem der Klappentext meine Neugierde und irgendwie hatte ich auch wieder mal Lust auf eine hoffentlich spicefreie Fantasy.....

Zwischendurch habe ich immer wieder auch zum Hörbuch gegriffen. Der Sprecher und die Sprecherin, haben ihren Job soweit gut gemacht, denn die Stimmen passten zu den jugendlichen Protagonisten. Mir persönlich war die Umsetzung manchmal aber fast ein bisschen zu gewollt, dramatisch und liess mich die Augen verdrehen ;) Den Schreibstil fand ich für ein Debut wirklich gelungen, der Text liess sich angenehm, flüssig lesen und die Beschreibungen waren soweit ganz in Ordnung. Erzählt wird übrigens aus sechs Perspektiven im personalen Stil, am Anfang des Kapitels steht immer der jeweilige Namen. Ich kann zwar die Intention der Autorin nachvollziehen, allerdings waren es mir persönlich zu viele Sichtwechsel, da ich immer wieder aus dem Lesefluss gerissen wurde.

Die Charaktere sind grundsätzlich solide ausgearbeitet, jeder hat seine eigenen Wesenszüge, somit konnte ich sie gut auseinanderhalten, Äusserlichkeiten wurden beschrieben, allerdings hatte ich trotzdem keine Bilder im Kopf und verspürte auch keine Bindung. Wobei mir Wren und August irgendwie noch am nächsten waren und ich mir gut hätte vorstellen können nur aus ihrer Sicht zu lesen. Ich denke es ist kein Spoiler ( da im Buchrückentext angeteasert), wenn ich verrate, dass sich zwischen den Beiden etwas entwickelt, obwohl eigentlich kann man nicht von Entwicklung sprechen. Jedenfalls für mich waren da viel zu schnell riesige, dramatische Gefühle da, die ich noch jetzt nach beenden des Buches nicht richtig einordnen kann. Vielleicht wird aber ja in der Fortsetzung noch irgend ein Aspekt enthüllt, der dieses Verhalten erklären wird??? Als etwas zu gewollt, konstruiert, wirkten auf mich auch die eingeflochtenen, gleichgeschlechtlichen Paarkonstellationen.

Die Idee finde ich wirklich originell, obwohl ich zu Beginn echt Mühe hatte alles zu verstehen und noch immer der Meinung bin, dass sich der ein oder andere Logikfehler eingeschlichen hat. Auch das Worldbuilding wirkt teilweise etwas vage und abstrakt, weshalb ich mir nicht immer alles vollends vorstellen konnte. Dennoch mochte ich das Setting und diese düstere, unheimliche, geheimnisvolle Atmosphäre, ich verspürte während des Lesens eine Mischung aus Harry Potter& Silber- Vibes, obwohl es natürlich total verschiedene Geschichten sind! Sehr faszinierend auch die einzelnen Schicksale der Charaktere, wobei, hier noch viele Fragen offen bleiben. Obwohl das Buch also seine Schwächen hat, konnte ich es allerdings gerade im letzten Drittel fast nicht mehr aus der Hand legen, da wir mit einigen spannenden Enthüllungen konfrontiert werden. Am Ende folgt dann noch ein fieser Cliffhanger, was bedeutet, der Folgeband, auf den wir nun warten müssen wird sicher bei mir einziehen dürfen .

Ich vergebe hiermit 4 Sterne

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