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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.12.2024

Toll umgesetzt, ansprechend und verständlich

Schach für Kinder
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Das Buch wurde mit dem Schachspieler James Canty III geschrieben. Er hat mit 8 Jahren das Spielen begonnen und ist inzwischen weltbekannt. Das Buch stellt zunächst den Aufbau des Schachbrettes sowie die ...

Das Buch wurde mit dem Schachspieler James Canty III geschrieben. Er hat mit 8 Jahren das Spielen begonnen und ist inzwischen weltbekannt. Das Buch stellt zunächst den Aufbau des Schachbrettes sowie die einzelnen Figuren vor: Stärken, Schwächen und wie sie sich bewegen. Dies alles ist sehr gut verständlich und ansprechend aufbereitet. Im weiteren Verlauf des Buches erfährt man etwas zur Geschichte des Schachs. Es sind einzelne Eröffnungsstrategien und Spielzüge vorgestellt und erklärt mit einfachen, ansprechenden Bildern. Zudem sind Schachprobleme enthalten und eine Lösungsstrategie angegeben, die gut verständlich ist.

Ich bin von dem Buch sehr angetan. Die Sprache ist verständlich, die Aufbereitung zielgruppengerecht (es spricht aber auch mich als Erwachsene an), Darstellungen sind geschickt eingesetzt und der Aufbau ist sehr gut strukturiert. Aber so kenne ich die Bücher von DK. Für mich ein klasse Buch, um den Einstieg ins Spiel zu finden. Ich werde die Erfolgsquote nun in den anstehenden Weihnachtsferien intensiv mit meinen Kindern testen.

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Veröffentlicht am 08.12.2024

Schillernde Welt von Paris

Cartier. Der Traum von Diamanten
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Cartier steht für mich wie fast kein zweiter Name für Paris und Luxus. In „Der Traum von Diamanten“ erfahren wir die Geschichte dahinter. Die Brüder Louis, Pierre und Jacques betreiben je eine Niederlassung ...

Cartier steht für mich wie fast kein zweiter Name für Paris und Luxus. In „Der Traum von Diamanten“ erfahren wir die Geschichte dahinter. Die Brüder Louis, Pierre und Jacques betreiben je eine Niederlassung in Paris, New York und London. Der erlesene Geschmack macht den Schmuck weltbekannt und lockt ein stetig wachsendes Publikum an. In einem Pariser Nachtclub trifft Louis auf Jeanne, die sich ihr Geld mit Näharbeiten verdient und mit Coco Chanel befreundet ist. Als Louis einige schnelle Skizzen von Jeanne sieht, entdeckt er ihr Talent und beschäftigt sie als Designerin; sehr zum Missfallen seines langjährigen Designer Mureau. Doch auch privat nähern sich die beiden an. Die 3 Brüder begeben sich auf Reisen nach St. Petersburg, Indien oder Übersee und bringen das Geschäft auf Erfolgskurs. Auch die Entstehung der Armbanduhr wird eigens geschildert.

„Cartier“ ist eine Geschichte voller Erfolg und doch sind die 3 Brüder charmant, gewitzt und zuvorkommend. Das Buch entführt beim Lesen in eine andere Zeit und eine andere Welt, voller Funkeln. Gleichzeitig gibt es einen Einblick in das Pariser Leben zu jener Zeit. Am Rande spielt auch Coco immer wieder mit. Mich begeistern die Geschichten, der „alten“ Unternehmer. Es War eine andere Zeit, und diese hier hat mir ausgesprochen gut gefallen und ich freue mich auf Teil 2.

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Veröffentlicht am 06.12.2024

Ein Spiegelbild unserer Gesellschaft

Der Honigmann
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Fischbach ist eine Kleinstadt im Speckgürtel einer großen Stadt. Es ist der Ort, an den Familien ziehen, wenn die Stadt zu eng wird. Eine kleine Idylle. Hier gibt es eine Siedlung mit Doppelhäusern, die ...

Fischbach ist eine Kleinstadt im Speckgürtel einer großen Stadt. Es ist der Ort, an den Familien ziehen, wenn die Stadt zu eng wird. Eine kleine Idylle. Hier gibt es eine Siedlung mit Doppelhäusern, die Nachbarn verstehen sich, machen Späße, grillen zusammen, die Kinder sind befreundet. So auch bei Tim und Fine, Louisa und Albert und Katja und Robert. Doch auch das Idyll hat im Hintergrund kleine Risse: Robert wird arbeitslos, Tim kann sich als Programmierer im HomeOffice nicht immer aufrappeln, Louisa nimmt als Künstlerin keiner ernst usw. In diesem Örtchen eröffnet ein neuer Laden für Honig und Geschenke. Ein Anziehungspunkt für die Mütter, da direkt neben der Schule. Alle sprechen vom „Honigmann“ und sind befreundet. Die Kinder sind gern dort. Doch eines Tages wendet sich das Idyll, ein Brief taucht auf und plötzlich entwickelt alles ein Eigenleben und danach wird nichts mehr so sein wie vorher.

„Der Honigmann“ ist ein Spiegel unserer Zeit. In einer kleinen Geschichte wird geschickt eine ganze Reihe Themen verbaut. Ein kleiner unüberlegter Schritt tritt plötzlich eine Welle los, die nicht ehr zu kontrollieren ist. Vorurteile, Hochjubeln und Fallenlassen, Hass, Neid, blinder Aktionismus, eine kleine Gruppe, die plötzlich als „alle“ wahrgenommen wird… derer Themen gibt es viele und sie alle sind auf viele weitere Themen aus unserem Alltag übertragbar. Wie schnell durch die Vernetzung eine kleine Aktion zu einem Riesenthema werden kann, ist bekannt durch Shitstorms aller Art oder Partys, die plötzlich aus dem Ruder laufen. Ein jeder kommt in der Geschichte zu Wort, wie in einer Art Interview. Aber auch die Handlung an sich geht auf jeden einzelnen ein. Und jeden Einzelnen kann man beim Lesen verstehen. Und in Summe werden hier Leben zerstört. Weil man lieber schreibt und nicht spricht. Und weil man lieber nicht DIREKT spricht, sondern sich anschließt, statt selbst seine Meinung zu vertreten. Das Ergebnis hat weitreichende Konsequenzen.

Die Geschichte ist wunderbar aufgearbeitet. Sie ist leise erzählt, keine große Action oder große Gefühle, aber auch nicht sachlich. Ich konnte mich als Leserin wunderbar hineinversetzen, weil es wahr sein könnte. Es ist erschreckend. Eine absolute Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 06.12.2024

Gefühlvoll, spannend

Die Halbwertszeit von Glück
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Mylène steht kurz vor ihrer Hochzeit. Dazu hat sie ihr eigenes Unternehmen in Paris erfolgreich aufgebaut und es floriert. Ihr Glück hält bis zu dem Moment, an dem sie etwas erfährt, was ihr Leben verändert.

Johanna ...

Mylène steht kurz vor ihrer Hochzeit. Dazu hat sie ihr eigenes Unternehmen in Paris erfolgreich aufgebaut und es floriert. Ihr Glück hält bis zu dem Moment, an dem sie etwas erfährt, was ihr Leben verändert.

Johanna lebt auf ihre Art glücklich und zurückgezogenen in einer Datsche im Wald im Grenzgebiet der DDR. Ihr Glück hatte bereits einen herben Dämpfer erfahren, welcher sie zu dem zurück gezogenen Leben geführt hatte. Und dann stolpert plötzlich ein junges Mädchen in ihr Leben, welches alles auf den Kopf stellt.

Holly möchte als Drehbuchautorin erfolgreich durchstarten in LA. Die Freude über einen vielversprechenden Termin hält nur kurz, denn ihre Kollegin Jay kommt durch einen tragischen Unglücksfall, für den Holly sich die Schuld gibt, ums Leben.

3 Orte, 3 Zeiten und 3 Frauen – was haben alle gemeinsam? Was verbindet diese 3 Schicksale? Was bedeutet Glück? Kann man es auch wiederfinden?

Louise Pelt erzählt die Geschichten der 3 Frauen auf gefühlvolle und spannende Weise. Man schließt jede der 3 in sein Herz beim Lesen und bis kurz vor Schluss habe ich mich gefragt, was alle 3 verbindet. Es ist ein tolles Buch, wunderbar geschrieben. Für mich ein klarer Fall von Empfehlung.

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Veröffentlicht am 18.11.2024

Zwei Frauen, zwei Geschichten

Zwei Leben
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Ein Mädchen, welches auf dem Dorf aufwächst und welches es in die Stadt zieht und eine gestandene Frau, die in der Stadt aufwächst und durch die Liebe in einem Dorf ankommt.
Roberta wächst in einem kleinen ...

Ein Mädchen, welches auf dem Dorf aufwächst und welches es in die Stadt zieht und eine gestandene Frau, die in der Stadt aufwächst und durch die Liebe in einem Dorf ankommt.
Roberta wächst in einem kleinen Dorf in den 70er Jahren auf und macht nach ihrem Schulabschluss eine Schneiderlehre in der Stadt. Anschließend kehrt sie auf den Hof ihrer Eltern zurück als einzige Tochter. Sie packt mit an und unterstützt wo sie kann. Auch um den Opa kümmert sie sich und erfährt dabei seine Geschichte. Die Beziehung zwischen Opa und Enkelin wird so immer tiefer. Als sie auf ihren Freund aus Kindertagen, Wilhelm trifft, entspinnt sich ein zartes Band einer jungen Liebe. Wilhelm, Sohn des Pfarrers und Sohn einer Frau, die in der Großstadt im gesellschaftlichen Leben groß geworden ist, sieht die Welt leichter. „Er liebt alles, was lebt“. Doch der für ihr vorgesehene Weg des Studiums wird ihn aus dem Dorf wegführen. Robertas Verantwortungs- und Pflichtgefühl hält sie am Hof. Dies führt letztlich zu einem Zerwürfnis mit einem tragischen Ende.
Zeitgleich bekommen wir einen Einblick in Gertruds Gedankenwelt. Als die Frau Pfarrer führt sie ein Leben im Dorf ohne wirklich Teil des Dorfes zu sein. Sehnsucht, Leere und Fernweh prägen ihr Leben. Nach einer Tragödie kreuzen sich die Wege Robertas und Gertruds intensiver und lässt beide Frauen erkennen, was sie mit ihrem Leben wirklich anstellen mögen.

Mein Eindruck:
„Zwei Leben“ ist das erste Buch, welches ich von Ewald Arenz gelesen habe und es hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Die Sprache ist so treffend, so bildhaft, jeder Satz passt genau und keiner ist zu viel. Die Geschichte ist voller Gefühl; von der zarten Verliebtheit bis hin zu bodenloser Trauer. Die Protagonisten sind wunderbar tiefgründig und einzigartig. Ich konnte sowohl mit Roberta mitfühlen als auch mit Gertrud und Wilhelm. Roberta verkörpert für mich nahezu die perfekte Tochter, die es letztlich sogar schafft, sich zu befreien und ihren eigenen Weg zu gehen. Auch die Atmosphäre, die der Alltag auf einem Bauernhof bzw. in einem Dorf mit sich bringt, kam für mich richtig echt heraus. Die harte Arbeit, die Abhängigkeit von unbeeinflussbaren Faktoren wie Wetter, die Einfachheit aber auch der schroffe Ton, die Wortkargheit. Einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen hat deshalb der Opa eingenommen. 😊
Für mich ist dieses Buch ein absolutes Highlight und so richtig finde ich gerade keine passenden Worte, die dem gerecht werden.

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