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Veröffentlicht am 01.01.2025

Gut recherchierter Krimi aus den 70er Jahren in der alten Bundesrepublik

Das Fräulein muss sterben
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In ihrem historischen Krimi "Das Fräulein muss sterben" legen die Autorinnen Grän und Waldenfels ein gut recherchiertes Sittenbild der frühen 70er Jahre in der alten Bundesrepublik vor. Im politischen ...

In ihrem historischen Krimi "Das Fräulein muss sterben" legen die Autorinnen Grän und Waldenfels ein gut recherchiertes Sittenbild der frühen 70er Jahre in der alten Bundesrepublik vor. Im politischen Bonn angesiedelt ereignet sich im Penthouse einer niederländischen Journalistin ein Todesfall, Mord oder Selbstmord? Clara Frings, eine Kommissarin bei der Kriminalpolizei ermittelt, wenn auch nicht an vorderster Front, denn derart aktive Frauen waren zu dieser Zeit alles andere als angesagt und üblich. Die Protagonistin hat mit allerlei Vorurteilen zu kämpfen, nicht nur an ihrem Arbeitsplatz, sondern auch in der eigenen Familie. Das Autorenduo Grän/Waldenfels hat einen spannenden abwechslungsreichen und hochinteressanten Einblick in die damalige Gesellschaft vorgelegt, es hat mir sehr gut gefallen, dass die politische Situation der damaligen Zeit rund um Kanzler Willy Brandt, Spion Guillaume und alles, was damit zusammenhing, einen großen Teil der Handlung im Hintergrund ausgemacht hat. Ich fühlte mich gut unterhalten, und vieles, was ich aus meiner Kindheit noch im Hinterkopf hatte, lebte wieder auf. Eine unbedingte Leseempfehlung für "Das Fräulein muss sterben"!

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Veröffentlicht am 09.12.2024

Liebesgeschichte mit Tiefgang

Be My Shelter (Erstauflage exklusiv mit Farbschnitt und Character Card)
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neuen New-Adult-Roman (übrigens in meiner Ausgabe mit tollem Farbschnitt) "Be my shelter" stehen die junge Kaira und Cooper, ein guter Freund ihres Bruders, im Mittelpunkt. Cooper wurde bei Kaira von deren ...

neuen New-Adult-Roman (übrigens in meiner Ausgabe mit tollem Farbschnitt) "Be my shelter" stehen die junge Kaira und Cooper, ein guter Freund ihres Bruders, im Mittelpunkt. Cooper wurde bei Kaira von deren Bruder bei ihr einquartiert, eigentlich nur vorübergehend. Mit den beiden treffen zwei völlig unterschiedliche Charaktere aufeinander: Kaira, die Perfektionistin,die es allen und jedem recht machen will und Cooper, der versucht, jede Art von Stress zu vermeiden. Als die beiden dann eine Challenge eingehen, die jeden an seine charakterlichen Grenzen bringen soll und mit den jeweiligen Schwächen konfrontiert, steuert der Plot auf seinen Höhepunkt zu. Ich fand die Autorin hat hiermit eine gelungene und stellenweise auch recht spannende Geschichte geschrieben, auch wenn es doch gerade am Anfang hin und wieder mal die eine oder andere Länge gegeben hat. Der Schreibstil hat mir aber gut gefallen, und ich war sofort in der Handlung drin. Da die Protagonisten tatsächlich eine interessante persönliche Entwicklung durchmachen, bei der wir Leser sie begleiten, war es für mich nicht nur die reine Lovestory, sondern weitaus mehr. Schade finde ich es immer, dass so viele Romane mittlerweile englische Titel haben, obwohl die Sprache des Buches deutsch ist. Von mir gibt es an dieser Stelke aber eine Leseempfehlung für Fans dieses Genres.

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Veröffentlicht am 28.11.2024

Gelungene fiktive Geschichte über den Künstler Thomas Mann

Gefährliche Betrachtungen
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Zwar ist dies kein wirklicher Krimi, trotzdem hat mich diese Geschichte, die 1930 in der Kurischen Nehrung spielt, wo sich Protagonist Thomas Mann seinerzeit ein Sommerhaus baute, sehr gut unterhalten. ...

Zwar ist dies kein wirklicher Krimi, trotzdem hat mich diese Geschichte, die 1930 in der Kurischen Nehrung spielt, wo sich Protagonist Thomas Mann seinerzeit ein Sommerhaus baute, sehr gut unterhalten. Ich habe dazu parallel zur Lektüre recherchiert, da ich über diese Fakten wenig wusste, und es sind tatsächlich dokumentierte Grundlagen, die hier verwendet werden. Daraus macht Tilo Eckardt eine in wunderbarer Sprache verfasste Geschichte mit historischem Hintergrund, die durchaus ansatzweise kriminalistische Elemente aufweist. Nachdem dem Künstler die Abschrift einer wichtigen Rede zur politischen Situation in Deutschland abhanden kommt, ermittelt er in dieser Causa gemeinsam mit einem jungen litauischen Übersetzer, den er scheinbar zufällig kennenlernt. Auch wenn der Roman einige Längen aufweist, fand ich den Plot ungewöhnlich und originell. Man erfährt interessante Details aus der damaligen Zeit, der Autor hat die Stimmung großartig eingefangen. Alle handelnden Personen sind authentisch skizziert, man kann sich sehr gut in die Atmosphäre hineinversetzen. Ein interessantes Stück Leseunterhaltung!

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Veröffentlicht am 28.11.2024

Unfassbar

Mein Mann
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Hätte dieser Roman nicht unter befreundeten Viellesern derart polarisiert, hätte ich mich vielleicht gar nicht dazu entschieden, mir selbst ein Urteil zu bilden. Doch so war ich extrem neugierig geworden. ...

Hätte dieser Roman nicht unter befreundeten Viellesern derart polarisiert, hätte ich mich vielleicht gar nicht dazu entschieden, mir selbst ein Urteil zu bilden. Doch so war ich extrem neugierig geworden. Das Titelbild ist ein echter Hingucker, die gezeigte Frau ist attraktiv, aber auch vom Blick her etwas seltsam, was zum Inhalt passt. Wir erfahren die Geschichte hier aus der Sicht der namenlosen Protagonistin als Ich-Erzählerin. Ich war als Leser hin und her gerissen, weil ich eine derart obsessive Person selten im Mittelpunkt eines Romans erlebt habe. Das machte mir die Bewertung tatsächlich nicht einfach. Ich war einerseits fasziniert, gefangen genommen, andererseits aber auch abgestoßen. Die Ich-Erzählerin berichtet von der Beziehung zu ihrem über alles geliebten Ehemann, die Paarbeziehung steht im Zentrum ihrer Wahrnehmung und schließt sogar die gemeinsamen Kinder aus, was mich besonders befremdet hat. Dabei manipuliert die Protagonistin alle anderen Familienmitglieder, vor allem natürlich ihren Mann. Sie verhält sich toxisch, und ihr Verständnis von Liebe ist ein sehr seltsames, eher ist es ein Besitzdenken. Extrem überraschend ist dabei tatsächlich nochmal der Epilog, mehr möchte ich dazu gar nicht schreiben, um nicht zu spoilern. Auf jeden Fall möchte ich für dieses Buch eine Leseempfehlung aussprechen, weil es einfach ein origineller Plot ist und dadurch etwas ganz Besonderes! Besonderes Augenmerk liegt hier für mich auch auf der großartigen Sprecherin, da ich mich für das Hörbuch entschieden hatte.

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Veröffentlicht am 11.11.2024

Freundschaft im Ruhrgebiet zwischen drei Jugendlichen in den 80er Jahren

Ich komme nicht zurück
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Zeyna, Hanna und Cem lernen sich in einem Dorf im Ruhrgebiet in den 80er Jahren kennen und werden aufgrund ihrer Außenseiter Rollen schnell zu engen Freunden. Diese Freundschaft beinhaltet auch ihre Eltern ...

Zeyna, Hanna und Cem lernen sich in einem Dorf im Ruhrgebiet in den 80er Jahren kennen und werden aufgrund ihrer Außenseiter Rollen schnell zu engen Freunden. Diese Freundschaft beinhaltet auch ihre Eltern bzw. Großeltern, es entsteht quasi eine Wahlfamilie, die Mütter haben zwei der Kinder verloren. Alle Protagonisten genießen diese Beziehungen und finden hier im Alltag Zuhause und Geborgenheit. Leider gerät all das durch unterschiedliche Vorkommnisse, die auch mit den Ereignissen am 11. September 2001 zusammen hängen, ins Wanken. Rasha Khayat erzählt diese Geschichte in einem ihr ganz eigenen Schreibstil, der mir einerseits stellenweise abgehackt vorkommt, andererseits sogar poetisch wirkt. Die Handlung besticht durch Tiefgang, Themen wie Rassismus, aber auch Freundschaft und Zwischenmenschlichkeit finden hier Einfluss, das hat mir gut gefallen. Trotzdem blieben mir die Charaktere auf eine gewisse Art seltsam distanziert, und ich fühlte mich von der Autorin nicht zu 100% abgeholt,ohne wirklich benennen zu können woran das lag. Auch das Ende hat mich nicht gänzlich überzeugt, ich fand hier hätte es noch etwas Luft nach oben gegeben, was zum Teil auch an der immensen Kürze des Buches lag. Trotzdem fand ich die Lektüre auf jeden Fall lohnenswert!

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