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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.12.2024

Spannender Speed-Read

Nachtflut
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NACHTFLUT von Stina Westerkamp ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Pageturner. Der Thriller bietet sich als spannender Lese-Quickie für Zwischendurch an. Einfach aber packend geschrieben und dadurch sehr ...

NACHTFLUT von Stina Westerkamp ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Pageturner. Der Thriller bietet sich als spannender Lese-Quickie für Zwischendurch an. Einfach aber packend geschrieben und dadurch sehr schnell zu lesen.
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Darum geht’s: An der Ostsee zieht ein Orkan auf. In den Nachrichten wird vor einer Sturmflut gewarnt. Die Deiche brechen. Der Strom fällt aus. Der Pegel steigt. Elisa und ihre Nachbarn verpassen den Zeitpunkt, sich zu retten. Auch in der nahegelegenen JVA herrscht Chaos. Häftlinge sind geflohen. Einer von ihnen ist auf dem Weg zu Elisa…
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Es hört sich nicht nur so an, NACHTFLUT ist tatsächlich wie ein 90-minütiger Actionfilm in Buchform. Schon nach kürzester Zeit hatte ich das Gefühl im perfekten Endzeit- und Katastrophenszenario gelandet zu sein. Zuweilen mag ich sowas ja ganz gerne. Und hier hat es für mich auch richtig gut funktioniert. Stina Westerkamp hat eine mitreißende Geschichte geschrieben. Wir sind ständig in Bewegung. Es ist ein Kampf gegen die Naturgewalt, aber auch gegen innere Dämonen, Ängste und düstere Geheimnisse. Wem kann man überhaupt vertrauen? Die Bedrohung spitzt sich immer mehr zu. Die Handlung nimmt diverse Wendungen. Dadurch ist das Spannungslevel auf einem durchgehend hohen Niveau.
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Hey, das war überraschend gut. Temporeich. Fesselnd. Vielleicht jetzt nicht unbedingt auf allerhöchstem Niveau oder mit besonders viel Tiefgang, aber ich habe mich hier wirklich gut und kurzweilig unterhalten gefühlt. Richtige Popcorn-Lektüre, die den Puls beschleunigt und den Atem anhalten lässt. Die Story hallt vielleicht nicht lange nach, macht beim Lesen aber einfach Spaß.

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Veröffentlicht am 15.12.2024

Dieser Reihenauftakt macht Lust auf mehr

Dorn. Hotel der Angst
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Jan Beck hat sich in der Trillerwelt bereits mit seinen Büchern um die Ermittler Inga Björk und Christian Brand einen Namen gemacht. Ich war in diese Quadrologie erst mit dem dritten Band eingestiegen. ...

Jan Beck hat sich in der Trillerwelt bereits mit seinen Büchern um die Ermittler Inga Björk und Christian Brand einen Namen gemacht. Ich war in diese Quadrologie erst mit dem dritten Band eingestiegen. Das hatte zur Folge, dass ich diesen sowie dann auch den abschließenden Teil nicht schlecht fand, aber zu diesem Zeitpunkt trotzdem irgendwie keine richtige Bindung mehr aufbauen konnte. Das sollte mir nicht nochmal passieren. Der Auftaktband von Jan Becks neuer Thriller-Reihe ist mir allein optisch gleich ins Auge gesprungen, hat mich angesprochen und neugierig gemacht. Und so bin ich jetzt – wie es sich eigentlich gehört – direkt mit Band 1 eingestiegen.
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Darum geht’s: Cold Case-Ermittlerin Karla Hofbauer vom Bundeskriminalamt Wien fällt einem Serientäter zum Opfer. Was hatte sie in dem Fall herausgefunden? Die junge Kriminalpsychologin Lea Wagner folgt Karlas Spuren. Und die führen nach Bad Gastein, zum rastlosen Kriminalpsychologen Simon Dorn…
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Ein Protagonist muss schon besonders stark sein, wenn sein Name titelgebend für eine ganze Reihe ist. Simon Dorn erfüllt die Anforderungen an eine tragende Hauptfigur. Er ist ein gebrochener Charakter. Nach mehreren Schicksalsschlägen hat er den Polizeidienst an den Nagel gehängt. Einige ungelöste Fälle treiben ihn aber noch im Verborgenen um. Er lebt abgeschieden im ehemaligen Familienhotel „Dornwald“. Hinter jeder Zimmertür scheint ein Geheimnis zu lauern. Der erste Fall, den Jan Beck hier präsentiert, hat es gleich in sich. Es geht brutal, geheimnisvoll und spannend zur Sache. Mit einem knackigen Schreibstil und kurzen Kapiteln treibt die Handlung voran. Aber es sind vor allem die Szenen rund um Dorn und das verlassene und zerfallende Hotel, die mich mit ihrem morbiden Charme in den Bann gezogen und für Kopfkino gesorgt haben. Das Team Dorn & Wagner lässt sich gut an. Hund Buddy ist für mich sogar der heimliche Star der Geschichte.
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Mit „DORN: Zimmer 1031“ legt Jan Beck den Grundstein seiner neuen Reihe. Der ist solide. Darauf lässt sich aufbauen. Es ist ein erstes Kennenlernen und Beschnuppern und mein erster Eindruck fällt positiv aus. Allerdings wird der Ball auch noch etwas flach gehalten und nicht gleich jegliches Potenzial rausgeballert. Ich erwarte mir, dass noch einiges kommt, um die Leser*innen in den weiteren Bänden bei der Stange zu halten und zu überraschen. Die Reihe beginnt vielversprechend und könnte Stück für Stück noch stärker werden. Der Auftakt hat mit jedenfalls schon mal gut gefallen und ich bin gespannt auf den nächsten Fall.

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Veröffentlicht am 09.12.2024

Rückkehr ins dunkle Nimmerland

Hooked – Dunkles Nimmerland (mit gestaltetem Farbschnitt)
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“Wendy, Darling” von A.C. Wise war die bisher erste und einzige Märchenadaption, die ich gelesen habe. Die düstere Interpretation der Geschichte um Peter Pan hatte mir tatsächlich gut gefallen. Jetzt bin ...

“Wendy, Darling” von A.C. Wise war die bisher erste und einzige Märchenadaption, die ich gelesen habe. Die düstere Interpretation der Geschichte um Peter Pan hatte mir tatsächlich gut gefallen. Jetzt bin ich nochmal ins dunkle Nimmerland zurückgekehrt, um endlich auch die Geschichte von Kapitän Hook kennenzulernen
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Darum geht’s: Kapitän James Hook ist der unsterbliche Pirat von Nimmerland. Jetzt hat ihn Peter Pans Bestie in London aufgespürt. Hook will das Monster ein für alle Mal auslöschen. Zufällig begegnet er dabei Wendy Darling - eine weitere Überlebende, die weiß, wie dunkel der Schatten von Nimmerland ist…
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A.C. Wise hat mich wieder mit ihrem opulenten Schreibstil begeistert. Auch ihr zweites düsteres und gruseliges Nimmerland-Märchen liest sich einfach wunderschön. Wise macht aus einer harmlosen Kindergeschichte eine bedrohliche Version für Erwachsene. In ihrer Lesart ist Nimmerland alles andere als ein fantastischer Sehnsuchtsort. Stattdessen lenkt sie den Blick der Leser*innen auf schaurige Abgründe. Was im ersten Band funktioniert hat, hat bei mir auch noch ein weiteres Mal funktioniert. Nachdem sich meine Sicht auf Peter Pan bereits verschoben hat, lerne ich jetzt auch Kapitän Hook von einer anderen Seite kennen. Wer hätte gedacht, dass hinter der Bösewicht-Fassade noch so viel mehr steckt. Hook wird in dieser Version als gebrochener Charakter dargestellt. Er ist getrieben von Schuldgefühlen und Trauer um eine verlorene Liebe.
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A.C. Wise Neuinterpretation ist faszinierend und interessant. Die eingefahrenen Perspektiven ändern sich. Das Gute wird zum Bösen und im Bösen keimt plötzlich das Gute auf. Trotz einiger Längen hat mir das, was Wise aus der Vorlage macht, wieder gut gefallen. Ich empfehle die Dilogie allen, die damit klarkommen, Peter Pan anschließend nicht mehr mit kindlicher Naivität sehen zu können. Wenn ihr Nimmerland dagegen als schönen, heiteren und unbeschwerten Ort im Herzen behalten wollt, solltet ihr diese düstere Märchen-Adaption lieber nicht lesen.

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Veröffentlicht am 29.11.2024

Vielschichtiger Reihenauftakt

STARCK und der erste Tag
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Mit „Starck und der erste Tag“ beginnt eine neue Thriller-Trilogie von Christian Jaschinski. Der Titel ist Programm. Dreh- und Angelpunkt ist Protagonist Andreas Starck, ein ehemaliger Oberstaatsanwalt, ...

Mit „Starck und der erste Tag“ beginnt eine neue Thriller-Trilogie von Christian Jaschinski. Der Titel ist Programm. Dreh- und Angelpunkt ist Protagonist Andreas Starck, ein ehemaliger Oberstaatsanwalt, der fünf Jahre unschuldig im Gefängnis gesessen hat. Wir starten mit ihm an Tag 1 wieder in Freiheit. Starck rollt seinen eigenen Fall nochmal neu auf. Schnell wird deutlich: Die Sache ist komplex und weit verzweigt. Und so reicht ein Buch wahrlich nicht aus, um die Geschichte vollständig zu erzählen. Teil 1 ist also erst der Appetizer, der Lust auf mehr macht.
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Jaschinski ist es sofort gelungen, mich in die Geschichte hineinzuziehen. Der Schreibstil ist leicht zu lesen. Kurze Kapitel treiben die Handlung sehr dynamisch voran und es geht gleich gut zur Sache. Es gibt auch etliche interessante Charaktere. Protagonist Starck ist ein tragischer Held, dem ich dabei zur Seite stehe, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen und die Wahrheit aufzudecken. Hinzu kommt eine Fülle weiterer Figuren, die allesamt toll gezeichnet sind. Ganz besonders mochte ich Starcks Knastkumpan Duncan. Auch die Szenen aus der Sicht der neugierigen Frau Nachbarin Moira St. John-Smythe (was für ein Name!) habe ich sehr gerne gelesen. Ihr Sohn, der Kommissar Jobst Stukenbröker, ist auch ne ganz spezielle Type. Dann gibt es den mysteriösen Auftragsmörder sowie diverse Groß- und Kleinkriminelle. Und jeder trägt einen wichtigen Teil zur Geschichte bei. Die ist ebenso vielfältig wie die Charaktere. Es werden viele Fässer aufgemacht. Die unterschiedlichen Thematiken haben mich mal mehr, mal weniger angesprochen. Das, was ganz nah und persönlich an Starck dran ist, ist für mich der bisher interessanteste Part der Handlung. Wie Starck wieder bei seiner Mutter einzieht, die Eltern seiner verstorbenen Frau aufsucht und seine Tochter wiedersehen will – diesen Teil der Geschichte habe ich als besonders intensiv empfunden und mit Begeisterung gelesen. Andere Aspekte rund um das Bankenwesen, Wirtschaftskriminalität und Korruption mit vielen suspekten Gestalten war für mich auf Anhieb weniger leichtgängig. Ich habe mich hier in einer für mich undurchschaubaren und komplizierten Welt bewegt, die ihre Geheimnisse, wenn überhaupt, nur sehr langsam preisgibt. Da musste ich mich erst mal drauf einlassen und die verschiedenen Ansatzpunkte zwischendurch teilweise in Ruhe sortieren. Daraus ergibt sich dann ein großes Ganzes, von dem ich in Band 1 vermutlich gerade mal die Spitze des Eisberges gesehen habe.
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Der Thriller ist temporeich und intensiv. Der Reihenauftakt macht neugierig auf mehr. Noch ist nicht ansatzweise irgendwas geklärt. Entsprechend gespannt bin ich, wie die Starck-Reihe noch weitergeht.

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Veröffentlicht am 29.11.2024

Vom Schneesturm in den Nachtwald

Nachtwald
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Triona Walsh kann Atmosphäre. Das hat sie vor einem Jahr bereits mit SCHNEESTURM unter Beweis gestellt. Jetzt legt sie mit ihrem neuen Thriller NACHTWALD nach.
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Ein Herrenhaus mitten im Wald. Ein unerwarteter ...

Triona Walsh kann Atmosphäre. Das hat sie vor einem Jahr bereits mit SCHNEESTURM unter Beweis gestellt. Jetzt legt sie mit ihrem neuen Thriller NACHTWALD nach.
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Ein Herrenhaus mitten im Wald. Ein unerwarteter Gast. Ein Wochenende, das zum Albtraum wird… Der Beginn des Klappentextes sagt schon das Wichtigste. Und ja, das hat man so oder so ähnlich schon x-mal gelesen. Aber wenn es gut gemacht und geschrieben ist, lese ich so etwas eben gerne auch noch x weitere Male. Und Triona Walsh macht es hier definitiv gut.
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Was mir positiv aufgefallen ist: Die Autorin hat sich weiterentwickelt und an entscheidenden Stellen nachgebessert. Im Vergleich zum Vorgänger kommt die Geschichte in NACHTWALD deutlich schneller zur Sache. Sie hat auch insgesamt etwas mehr Drive, wie ich finde. Außerdem gibt es diesmal keine ungewöhnlichen irischen Begriffe und Namen, die einen beim Lesen unnötig aufhalten. Das geht einerseits zu Lasten der irischen Atmosphäre, ist aber andererseits gut für den Lesefluss.
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In anderer Hinsicht bleibt Walsh ihrem Stil treu. Sie arbeitet auch in NACHTWALD mit einem überschaubaren Personenkreis. Wir haben sieben Charaktere, die in einem atmosphärisch inszenierten Setting platziert sind. Das hat mich auch diesmal wieder an Agatha Christie erinnert. Obwohl NACHTWALD ein Thriller und kein Krimi ist, erinnert die Machart schon irgendwie an einen klassischen Locked Room-Mystery – nur eben in die Moderne transportiert. Der Handlungsverlauf macht entsprechend großen Spaß. Die Autorin hat Spuren gelegt, denen ich folgen konnte. Teilweise haben sie mich in die Irre geführt. Aber es gibt auch zahlreiche scheinbar lapidar eingestreute Hinweise, durch die man tatsächlich auf die Lösung kommen kann. Man hat also eine reelle Chance zum Mitraten.
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Mit NACHTWALD hat Triona Walsh einen gelungenen zweiten Thriller veröffentlicht. Ich mag den Schreibstil der Autorin und die Art, wie sie ihre Geschichten aufbaut. Die Handlung verläuft insgesamt eher ruhig. Dabei wird aber durchweg ein gewisses Spannungslevel gehalten. Und die Wendungen, die der Plot nimmt, sind für meinen Geschmack auch gelungen.
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NACHTWALD ist ein lesenswerter Thriller und hat mir gut gefallen. Ich glaube, dass Triona Walsh aus dem Setting und den Charakteren sogar spielend noch mehr hätte rausholen können. Vielleicht gelingt es ihr beim nächsten Mal, da noch eins draufzusetzen.

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