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Veröffentlicht am 12.12.2024

Manchmal muss man die Richtung ändern, um den eigenen Weg zu finden

Offene See
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Der 16jährige Robert will, nach Abschluss der Schule und mit der Aussicht wie seine Vorfahren und Nachbarn im Nordwesten Englands bald Bergmann werden zu müssen, etwas von der Welt sehen. Er begibt sich ...

Der 16jährige Robert will, nach Abschluss der Schule und mit der Aussicht wie seine Vorfahren und Nachbarn im Nordwesten Englands bald Bergmann werden zu müssen, etwas von der Welt sehen. Er begibt sich auf die Wanderung nach Süden. Sein Kopf ist voll von Sehnsucht nach dem (sauberen) Meer und den Überlegungen, was aus ihm ein Jahr nach Kriegsende werden soll. Auf seiner Wanderung trifft er Dulci, ein reiche, sarkastische, einsame Frau auf einem abgelegenen Cottage. Zwischen Arbeit auf dem Cottagelände, Brennnesseltee, Wein, gutem Essen und den Gesprächen mit Dulci lernt Robert viel über Lyrik, zwischenmenschliche Beziehungen und Glauben an sich selbst. Dulci schubst ihn immer wieder ``Entschuldige Dich nicht immer``, ``Robert, glaub an dich``. Myers versteht es ausgezeichnet, den Lernprozess zu beschreiben, den das Bergmannskind in einer ihm offenen und fremden Welt mit Dulcis Hilfe durchläuft. Robert lernt in und mit der Natur, öffnet seinen Blick, lässt sich zum Studium überzeugen und wird selbst Schriftsteller. Er setzt sich gegen seine Eltern und gegen das Bergmannsleben durch. Eine imposante Geschichte, die mich ungeheuer gefesselt hat. Und ich verrate noch nicht, welche Rolle Romy Landauer spielt. Vielen Dank.

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Veröffentlicht am 11.12.2024

Es sollt' ein Freund des Freundes Schwächen tragen (W. Shakespeare)

Auerhaus
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Ein schrecklicher Gedanke, wenn man nicht weiß warum man leben möchte, diese Frage stellt sich Frieder und um Frieder aufzufangen und zu schützen gründen die Freunde eine ungewöhnliche WG das Auerhaus. ...

Ein schrecklicher Gedanke, wenn man nicht weiß warum man leben möchte, diese Frage stellt sich Frieder und um Frieder aufzufangen und zu schützen gründen die Freunde eine ungewöhnliche WG das Auerhaus. Das Buch spielt in den 90iger Jahren und man fühlt sich in diese Zeit zurückversetzt, mit Wiedererkennungswert. Es entsteht eine WG in die jeder der sechs seine Verschiedenartigkeit und Lebensabschnitte mit einbringt, und sie nehmen den Leser mit in schräge, schöne, traurige und erschreckende Momente. Allerdings fehlt mir bei einigen Dinge der Tiefgang, einige Sachen fand ich übertrieben und einiges lässt des Leser mit Fragen zurück. Aber, werden die Freunde einen Weg in das Erwachsenenleben finden? Ist einen Weihnachtsbaum fällen eine Form von Befreiungsschlag? Ich fand es ist ein Roman voller Idealismus und Leichtigkeit, auf den man sich einlassen kann und jeder wird seinen Eindruck finden. Ich glaube auch wer Tschick gelesen hat wird auch dieses Buch lieben. Vielen Dank.

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Veröffentlicht am 11.12.2024

Nicht mehr leise sein wollen! Werdet laut!

Empathie und Widerstand
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Kristina Lunz Kristina Lunz, Autorin des Bestsellers „Die Zukunft der Außenpolitik ist Feministin und Aktivistin und hat hier ein zweites Buch auf den Weg gebracht, und schreibt beeindruckend darüber ...

Kristina Lunz Kristina Lunz, Autorin des Bestsellers „Die Zukunft der Außenpolitik ist Feministin und Aktivistin und hat hier ein zweites Buch auf den Weg gebracht, und schreibt beeindruckend darüber wie wir durch Empathie und Widerstand einen auf Menschlichkeit basierenden Wandel vorantreiben können, und wie wir klare Haltung trotz Gegenwind zeigen können. Nein heißt Nein, es ist höchste Zeit, ein richtiger und wichtiger Satz. Immer noch sind die meisten Ämter von Männern besetzt Männern galten all die Hochachtung und der Respekt, während Frauen zu Hause unbezahlte Care-Arbeit leisteten, indem sie sich um die Kinder kümmerten und den Haushalt schmissen, aber die Zukunft ist feministisch und wie sie selber schreibt Wie können wir uns an die Arbeit machen, um die Welt zu verändern? Gut das es Menschen gibt die nicht mehr leise sein wollen, werdet laut! Vielen Dank.

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Veröffentlicht am 09.12.2024

Was, wenn nicht diese Geschichte, sollte uns eine Lehre für unsere Zeit sein

Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte
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Ein historisches Sachbuch, welches aktueller nicht sein könnte. Gerade nach dem Terrorüberfall der Hamas auf Israel und den auch in Deutschland lauter werdenden Stimmen gegen Juden ist es notwendig, sich ...

Ein historisches Sachbuch, welches aktueller nicht sein könnte. Gerade nach dem Terrorüberfall der Hamas auf Israel und den auch in Deutschland lauter werdenden Stimmen gegen Juden ist es notwendig, sich auf unsere Geschichte zu besinnen. Ohne Kenntnis der Vergangenheit gibt es keinen Weg in die Zukunft. Ein jüdischer Polsterer und sein Sohn werden nach dem Anschluss Österreichs an Hitlerdeutschland aus Wien verschleppt und auf den Weg in deutsche Konzentrationslager gebracht. Erschreckend ist bereits das Handeln ihrer österreichischen Nachbarn, die beim Schlagen, Herabwürdigen und Verschleppen der Wiener Juden danebenstehen und sogar mitmachen. Im KZ Buchenwald er- und überleben beide die Brutalität und Menschenverachtung der SS-Aufseher und ihrer willigen Helfer, der Kapos. Sie sehen die Gleichgültigkeit der Weimarer Bürger. Aber sie erleben auch die Solidarität der Mitgefangenen. Als Vater Gustav auf die Transportliste nach Auschwitz kommt, will Sohn Fritz ihn nicht allein lassen und lässt sich auch auf die Transportliste schreiben, obwohl beide ahnen müssen, was sie in Auschwitz erwartet. Parallel wird die Geschichte der Mutter Tini und Schwester Hertha erzählt, die beide in einem Massengrab bei Minsk ermordet werden. Schwester Edith schafft es nach England, heiratet und überlebt. Bruder Kurt überlebt in den USA, in die er es als eines der letzten jüdischen Kinder schafft. Ein eindringliches, faktenreiches und berührendes Buch, welches ich zur Schullektüre machen würde. Besonders bewegt hat mich das Verhalten der Wiener Nachbarn, der Bürger in Weimar und die antijüdischen Haltungen in den USA, Großbritannien und anderen nicht vom Krieg betroffenen Länder. Mitmenschlichkeit gab es wenig, selbst in Regierungen nicht und so wurden wieder Juden zu Verlierern gemacht und starben millionenfach. Was, wenn nicht diese Geschichte, sollte uns eine Lehre für unsere Zeit sein?“ Vielen Dank

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Veröffentlicht am 09.12.2024

Spannendes Porträt eines Wiedertäufers

Kristus
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„Kristus. Das unerhörte Leben des Jan Beukels“ von Robert Schneider.
„Dort, wo Idee und Konzept an der Wirklichkeit versagen...“
Schon das Vorwort des historischen Romans „Kristus“ ist lesenswert.
Robert ...

„Kristus. Das unerhörte Leben des Jan Beukels“ von Robert Schneider.
„Dort, wo Idee und Konzept an der Wirklichkeit versagen...“
Schon das Vorwort des historischen Romans „Kristus“ ist lesenswert.
Robert Schneider bringt den Lesern nicht nur das kurze Leben der historischen Persönlichkeit Jan Beukels (auch bekannt als Jan van Leyden) näher. Auch die Denkweisen und religiösen Verwerfungen Anfang des 16. Jahrhunderts werden
deutlich und spannend dargelegt. Der Protagonist wächst als eines der Kinder einer münsterländischen Dienstmagd in der Nähe von Leiden, Südholland, auf. Nach einer Handwerkslehre und Stationen in einigen europäischen Großstädten kommt er als junger Mann in Münster mit der religiösen Bewegung der Täufer
in engen Kontakt. Die Täuferbewegung war im gesamten Nordwesten des Reiches eine präsente christliche Variante. Später wird Jan van Leyden aus Südholland als „Apostel“ nach Münster entsandt. Dort gelingt es den Wiedertäufern unter einer kollektiven Führung von mehreren Männern, die Mehrheit des Rates der Stadt zu erlangen. Nach Umsetzung zumindest eines Teils der religiösen und weltlichen Vorstellungen der Wiedertäufer wandelt
sich die neue Gemeinschaft in eine Alleinherrschaft und Despotie des Jan van
Leyden. Doch nach dem Bündnis des Bischofs mit dem vormaligen weltlichen Herrscher wird das radikalisierte Münster eingeschlossen und militärisch erobert. Der Autor verfolgt die Entwicklung des zuletzt als Wiedertäufer
hingerichteten Jan van Leyden präzise und bettet diese Persönlichkeit sprachlich und stilistisch ansprechend in sein zeitliches und regionales Umfeld ein. Robert Schneider füllt das 600 Seiten starke Werk nicht nur mit fast plastischen Beschreibungen von der Enge, den Gerüchen und Entbehrungen wie auch
Schmerzen innerhalb der Stadtmauern. Auch werden die allgegenwärtigen religiösen Diskussionen und auch teils düstere Schilderungen sowie schließlich die Ausweglosigkeit des Protagonisten sowie seiner Mitmenschen detailliert aufgeführt. Im Anschluss an die Lektüre sind dem Leser sowohl die Wiedertäufer, die gerade in und um Münster eine kurze, aber prägende Zeit bestimmend waren, als auch die drei Käfige am Lambertikirchturm vertraut. Vielen Dank.

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