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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.12.2024

Der Ruf der Freiheit

Aufbruch ins Freie
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Das perfekte Buch für alle, die gerne mal raus in die Natur möchten, aber (momentan) nicht die Möglichkeiten für ein Abenteuer haben.
Francie nimmt den Leser mit auf ihre Touren quer durch die Berge und ...

Das perfekte Buch für alle, die gerne mal raus in die Natur möchten, aber (momentan) nicht die Möglichkeiten für ein Abenteuer haben.
Francie nimmt den Leser mit auf ihre Touren quer durch die Berge und die Wildnis, ob alleine, mit Partner, Freunden oder auch mit ihrem Hund.
Das Buch ist ansprechend gestaltet, kurze Abschnitte erleichtern den Lesefluss, wunderschöne Fotos nehmen einen mit auf Reisen.
Zwischendurch hätte ich mir jedoch öfters noch kleine Kartenausschnitte gewünscht, um die Touren besser gedanklich verfolgen und einordnen zu können.

Schön fand ich, dass sich persönliche Erzählungen aus Francies Leben mit den Tourberichten abwechseln. Sie öffnet sich komplett und erzählt von ihrer Vergangenheit, Problemen, Ängsten und Beziehungen. So fühlt es sich schnell an, als würde man einer Freundin lauschen, statt nur eine simple Reisereportage zu schauen.
Auch die nicht so schönen Teile der Touren werden erzählt, denn es läuft halt nicht alles glatt im Leben: Unfälle, Schlechtwetter, Pannen, verfrühte Heimkehr, aufdringliche Fremde...
Dies fand ich sehr wichtig, denn so schön ihre Erlebnisse größtenteils auch klingen, man muss trotzdem vorsichtig bleiben. Die Erzählungen werden dadurch auch nochmal authentischer und bereiten den Leser gleichzeitig besser vor, wenn man sich von der Lektüre selbst zu einem Trip inspirieren lässt.
Zwischendurch gibt es auch immer wieder interessante Hintergrundinfos über Land und Leute, die die Erzählungen nochmal gekonnt abrunden.
Mein Highlight waren die Touren mit Hund Mexx, so etwas hab ich bisher auch noch nie gehört, wirklich unglaublich was Frauchen und Hund hier leisten!

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Veröffentlicht am 09.12.2024

Ergreifendes und ungeschöntes Buch über den Tierschutz und die Personen dahinter

Der traurigste Himmel auf Erden
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Dieses Buch gewährt sowohl Einblicke in die Arbeit und Realität eines Tierschützers als auch in die Geschichte und Gefühlswelt des Autors. Dieser scheint auf Social Media bereits wohlbekannt zu sein, mir ...

Dieses Buch gewährt sowohl Einblicke in die Arbeit und Realität eines Tierschützers als auch in die Geschichte und Gefühlswelt des Autors. Dieser scheint auf Social Media bereits wohlbekannt zu sein, mir ist er jedoch zuerst in diesem Buch begegnet.
Daher fand ich es auch schön und hilfreich, dass man auch seine Vorgeschichte erfährt: Wer ist er, wie ist er zum Tierschutz gekommen? Immer wieder berichtet er auch von seinen persönlichen Ängsten und Unsicherheiten, was ihn sehr menschlich und authentisch wirken lässt und ihn auch "Neulingen" näherbringt.

Die Erlebnisse im Tierschutz selbst fangen klein an in Form einer Taube im Wohnungsfenster, führen innerhalb weniger Jahre jedoch bis hinein in Kriegs- und Katastrophengebiete. Die Schilderungen gehen extrem unter die Haut, die Berichte sind ungeschönt und erschreckend. Man spürt beim Lesen die Gefahr und fiebert gleichzeitig mit, man wünscht sich, dass die Rettung der Tiere gelingt.
Dass dies nicht immer ein gutes Ende nimmt ist leider traurige Realität, vor der weder Malte noch der Leser geschützt werden: Nicht jedes Tier kann gerettet werden, nicht jede Krankheit ist heilbar.
Die guten Geschichten sind dabei genauso wichtig wie die Schlechten und verdeutlichen nochmal die Situation.
Besonders gut gefallen haben mir die zahlreichen Bilder, so konnte man alle Tiere und Malte selbst nochmal besser kennenlernen, und generell sein Schreibstil. Oft benutzt er auch Videospielmetaphern, was ich als geschickte Erzählmethode empfunden habe.
Ein wichtiges Buch, das aufzeigt, dass Tierschutz schon klein anfängt: Man muss nicht in Kriegsgebiete reisen, ein Tier adoptieren oder auch nur die Nachbarstauben füttern kann für diese Seelen schon einen großen Unterschied machen.

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Veröffentlicht am 07.12.2024

Humorvolles Märchen mit Wohlfühlgarantie

Feenstaub und Enterhaken
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Feenstaub und Enterhaken war mein erstes Buch der Autorin und hat mich direkt zum Fan gemacht.
Seira hat so gar keine Lust auf ein Leben als Tierfee und würde am liebsten die Welt erkunden und Abenteuer ...

Feenstaub und Enterhaken war mein erstes Buch der Autorin und hat mich direkt zum Fan gemacht.
Seira hat so gar keine Lust auf ein Leben als Tierfee und würde am liebsten die Welt erkunden und Abenteuer erleben. Durch ein paar (un)günstige Zufälle landet sie schließlich auf Ravens Piratenschiff und ist plötzlich mittendrin in einer aufregenden Reise.
Diese führt die Mannschaft auf total verschiedene Inseln, wobei die Kreativität der Autorin richtig glänzen kann: Jede Insel hat andere geographische Eigenschaften, gefährliche Herausforderungen und eigenwillige Bewohner.
Doch bei all den Gefahren geht die Leichtigkeit nie verloren: Man verfolgt gespannt, wie Seira die Probleme löst, ohne dabei ständig Angst um die Charaktere haben zu müssen. Dadurch entstehen unzählige witzige Situationen, die man sich super bildlich vorstellen kann. Zu leicht wird es den Charakteren aber auch nicht gemacht, sodass immer Spannung vorhanden ist.

Besonders gut gefallen hat mir auch die Strukturierung der Geschichte: Die Abenteuer auf den Inseln wechseln sich mit Szenen aus dem Schiffsleben ab, nach viel Spannung gibt es ruhigere Abschnitte, in denen wichtige Botschaften vermittelt werden und die Emotionen und Verbindungen der Mannschaftsmitglieder im Vordergrund stehen.
Diese habe ich auch echt schnell ins Herz geschlossen, bei den Nebencharakteren ist hier vom Klaubautermann über den Schiffskater bis zum untalentierten Koch alles dabei. Durch sie wird die Crew richtig lebendig und als Leser fühlt man sich schnell, als stände man selbst auf dem Schiffsdeck. Was ich hierbei besonders schön fand: Keiner der Nebencharaktere wird im Laufe der Handlung vergessen.

Im Vordergrund stehen aber verdient Seira und Raven, ein ungewöhnliches Paar, das jedoch ein überraschend gutes Team abgibt. Ihre zarte Liebesgeschichte zu beobachten fand ich wirklich extrem süß, auch wenn es ihnen nicht leicht gemacht wird. Eine Rolle spielt hierbei auch Ravens Rivale, der herrlich viel Chaos und Stimmung aufs Schiff bringt. Bei all dem Witz bleibt allerdings auch Zeit für Sorgen, Ängste und Probleme der Charaktere, die sie zusammen überwinden müssen und ihnen Tiefe verleihen.
Ein wunderbares Märchen, das mich zum Lachen, (vor Rührung) Weinen und Träumen gebracht hat!

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Veröffentlicht am 03.12.2024

Raumfahrt spannend und kindgerecht erzählt

WAS IST WAS Mission im Weltraum
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Wie ist das Leben auf der ISS? Matthias Maurer hat dort ein halbes Jahr verbracht und berichtet hier von seinen Erfahrungen.
Sowohl die Zeichnungen als auch die Sprache sind gleichzeitig informativ und ...

Wie ist das Leben auf der ISS? Matthias Maurer hat dort ein halbes Jahr verbracht und berichtet hier von seinen Erfahrungen.
Sowohl die Zeichnungen als auch die Sprache sind gleichzeitig informativ und kindgerecht, man lernt unglaublich viel, ohne dass es sich wie eine langweilige Schulstunde anfühlt.
Los geht's mit Maurers Vorgeschichte, man erfährt ein wenig über seinen Hintergrund und wie er zum Astronauten geworden ist. Dies macht ihn direkt menschlicher und zeigt den Kindern, dass auch er mal genau wie sie war.
Die Reise zur ISS und das dortige Leben wird mit schönen Infobildern dargestellt, dazu kommen zahlreiche Fun Facts und Anekdoten, sodass sich die Aha-Momente mit Lachern abwechseln.
Aber auch auf eher negative Dinge wird eingegangen: Wie verhält man sich dort in Problemsituationen? Woher kommt der Müll im Weltraum? Wie können wir besser auf unsere Erde achten?
Zwischendurch gab es auch einen Abschnitt, in dem er die Fragen von Schulkindern beantwortet. Dies fanden wir besonders gelungen, da wir uns diese Fragen beim Lesen vorher selbst gestellt haben und Unterricht aus dem All schon sehr cool ist.
Am Ende gibt es dann auch noch richtige Fotos der Besatzung und der ISS, sodass man die Comicbilder auch noch schön in die Realität übertragen kann.
Ein super Buch für alle interessierten Kinder aber auch richtig spannend für Erwachsene!

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Veröffentlicht am 01.12.2024

Wichtiges Buch über die dunklen Seiten des Internets

Was wir nicht kommen sahen
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Das Internet verbindet mittlerweile Menschen aus der ganzen Welt miteinander, man findet Freunde, die tausende Kilometer entfernt wohnen. Problematisch wird es nur, wenn die Anonymität dazu ausgenutzt ...

Das Internet verbindet mittlerweile Menschen aus der ganzen Welt miteinander, man findet Freunde, die tausende Kilometer entfernt wohnen. Problematisch wird es nur, wenn die Anonymität dazu ausgenutzt wird, seine eigenen dunklen Seiten dort auszuleben.
"Was wir nicht kommen sahen" beschäftigt sich auf eindrückliche und zutiefst berührende Art mit eben diesen Schattenseiten und den Konsequenzen, die daraus entstehen können.

Ada ist gerade einmal 18 Jahre alt, aber schon eine recht erfolgreiche Streamerin auf Twitch. Dies lockt nur leider zahlreiche Menschen an, die ihre eigenen Missstände im Leben dadurch kompensieren wollen, indem sie anderen das Leben zur Hölle machen. Der Leser begleitet einerseits Ada auf ihrer Reise in die Abgründe unserer (Internet-)Gesellschaft, andererseits ihre Mutter Jenny auf ihrer Suche nach Antworten nach Adas Suizid. Es entsteht ein geschicktes Spiel mit verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen: Für Ada entwickelt sich das Grauen in diesem Moment, für Jenny ist all dies schon Vergangenheit, die sie nicht mitbekommen hat. Ebenso gibt es immer wieder Kapitel aus der Sicht der "Anonymität", also den Menschen, die sich hinter den Nutzernamen verbergen, die oft ohne Hemmungen Hasskommentare etc. verbreiten. Dies ist teilweise unangenehm zu lesen, aber doch auch sehr wichtig: Warum werden Menschen zu Tätern? Vielleicht kennt man als Leser ja auch solche Personen und kann so möglicherweise auch helfen oder Schlimmeres verhindern.

Generell hat mir der Schreibstil auch sehr gut gefallen, die Gefühle wirken extrem authentisch und viele Beschreibungen und Metaphern sind einfach sehr passend. Vor allem die Charakterisierung von Ada finde ich sehr gelungen, sie ist eine Streamerin/Gamerin frei von diesen Vorurteilen, die man so oft liest. Auch Jennys Erfahrungen als Mutter und die ihres Mannes haben echt auf mich gewirkt, man konnte ihre Verzweiflung, Trauer und Besessenheit wirklich gut spüren.
Die geschilderten Arten des Cybermobbings sowie die Arten von "Menschen im Internet" fand ich auch überzeugend, wenn man viel online unterwegs ist wird man zwangsläufig selbst damit konfrontiert.

Auch wenn man von Beginn an weiß, wie Adas Schicksal aussieht, so war es doch auch spannend herauszufinden, was sie an diesen Punkt geführt hat. Bei Nebencharakteren fragt man sich, was sie verschweigen mögen, bei Adas Erlebnissen fürchtet man sich vor dem nächsten Angriff.
Insgesamt halte ich dieses Buch für echt wichtig: Ich bezweifle zwar, dass die Leser*innen hiervon selber Mobber sind und durch die Lektüre geläutert werden, aber es spendet Betroffenen ein wenig Hoffnung (niemand ist alleine!) und informiert vor allem Eltern nochmal mehr über mögliche Gefahren und das, was wirklich so abgeht.

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