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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.01.2025

Spannend und unerwartet

Die Spur des Leidens
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Johanna zieht nachbleiben Schicksalsschlag nach Minden und lässt ihre alte Heimat Kiel hinter sich. Als Journalistin beim Mindener Tageblatt bringt sie ihr erster Artikel direkt zum Drachenflugfest, wo ...

Johanna zieht nachbleiben Schicksalsschlag nach Minden und lässt ihre alte Heimat Kiel hinter sich. Als Journalistin beim Mindener Tageblatt bringt sie ihr erster Artikel direkt zum Drachenflugfest, wo sie auf einen recht arroganten Anwalt trifft. Wenig später stirbt dessen bester Freund bei einem tragischen Unglück. Johannas bester Freund David ermittelt und damit ist auch Johanna im Blick und wird teils unfreiwillig, teils freiwillig in die Ermittlungen hineingezogen, was fatale Folgen hat.

„Die Spur des Leidens“ ist ein toller Krimi. Er enthält genau die perfekte Mischung aus Ermittlungsarbeit und privater Handlung mit 2 sehr authentischen und sympathischen Protagonisten. Toll geschrieben, flüssig zu lesen. Ich konnte richtig gut eintauchen. Und auch von Minden kann man sich bei der Darstellung ein sehr gutes Bild machen. Tolles Buch.

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Veröffentlicht am 28.01.2025

2 Frauen, gefangen zwischen Beruf und Familie

Halbe Leben
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Klara hat in ihrem Leben viel erreicht - Mann, Tochter, tollen Job, tolles Haus. Als ihre Mutter einen Schlaganfall erlitt, stellt die Familie eine polnische Pflegekraft ein. So kann das Leben der Familie ...

Klara hat in ihrem Leben viel erreicht - Mann, Tochter, tollen Job, tolles Haus. Als ihre Mutter einen Schlaganfall erlitt, stellt die Familie eine polnische Pflegekraft ein. So kann das Leben der Familie weitergehen wie bisher. Paulína aber lässt ihre Familie wochenweise zurück unser Heimat, um für die „neue“ Familie zu arbeiten. Dies birgt Probleme auf beiden Seiten, sehr unterschiedlicher Art. Am Ende bleibt die Frage, was genau hinter Klaras tödlichem Unfall steckt.

Ich habe das Buch sehr genossen. Es ist wunderbar geschrieben. Als Leserin konnte ich mich in beide Frauen sehr gut hineinversetzen. Die Gedankengänge von beiden Frauen sind auf ihre Art nachvollziehbar, wenn auch sicherlich im extremen dargestellt. Das Spannungsfeld zwischen Familie und anderen Verpflichtungen (Beruf, Selbstfürsorge, Pflege….) ist auf den Punkt leicht überspitzt gebracht. Diese innere Zerrissenheit, die manche (insb. Frauen) sicher häufig in einer Person spüren, teilt sich hier auf auf 2 Frauen. Die Leben von 2 sehr unterschiedlichen Frauen und Verhältnissen treffen aufeinander. Paulina, die durch die Arbeit in Wien eine Welt voller Konsum und Annehmlichkeiten kennenlernt, während zu Hause Einfachheit, Alltag und Sorgen warten. Karla, die alles hat, aber sich in Arbeit flüchtet und Familie nicht kann und immer mehr auslagert. Das Buch lässt sich angenehm und flüssig lesen und ich habe es kaum aus der Hand gelegt.

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Veröffentlicht am 09.01.2025

Winterlich spannende Überraschung

Eiskaltes Erzgebirge
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Kommissar Alexander Berghaus hat sich nach einem missglückten Fall in das beschauliche Crottendorf im Erzgebirge zurückgezogen. Dort kümmert er sich neben der Polizeiarbeit auch häufig um die knapp 12jahrige ...

Kommissar Alexander Berghaus hat sich nach einem missglückten Fall in das beschauliche Crottendorf im Erzgebirge zurückgezogen. Dort kümmert er sich neben der Polizeiarbeit auch häufig um die knapp 12jahrige Tochter seines besten Freundes, der beruflich oft lange unterwegs ist. Als eines Tages in der Adventszeit eine Leiche auf der Pyramide des Ortes drapiert ist, kommen alte Zweifel wieder hoch. Zu allem Überfluss muss er mit Anne Keller zusammenarbeiten, die nicht unbedingt für Teamfähigkeit und Empathie bekannt ist. Der Fall fordert ihn, die Erziehung der Tochter des Freundes auch. Bei den Ermittlungen läuft er zunächst ins Leere. Zu allem Überfluss mischt sich der ehemalige Dorfpolizist laufend ein. Ein Zufall führt ihn auf die richtige Fährte und die Lösung geht weiter tiefer als vermutet.

Der Krimi hat mich begeistert, eine tolle Region, spannend und überraschend. Toll geschrieben. Für einen Krimi genau das richtige Verhältnis aus Ermittlung und Nebenhandlung. Alexander Berghaus ist zudem ein Ermittler, der mir äußerst sympathisch war, weil er weder extrem mürrisch, noch extrem perfekt war, sondern einfach er selbst mit Macken und Kanten. Der Schreibstil ist gut zu lesen. Und m. E. Ist das Ende noch vorhersehbar. Mir hat das Buch sehr gefallen und ich werde Teil 1 sicher nachholen.

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Veröffentlicht am 04.01.2025

Spannend, passend zur Winterzeit

Die Schanze
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Ellen möchte zurück in ihr Heimatdorf ziehen und dort die Praxis des Hausarztes übernehmen. Ihr Vater und ihre Schwester leben weiterhin dort. Doch Ellen hatte es Jahre zuvor in die Großstadt verschlagen. ...

Ellen möchte zurück in ihr Heimatdorf ziehen und dort die Praxis des Hausarztes übernehmen. Ihr Vater und ihre Schwester leben weiterhin dort. Doch Ellen hatte es Jahre zuvor in die Großstadt verschlagen. Die Rückkehr sieht sie mit gemischten Gefühlen, denn schlimme Erinnerungen hängen an ihrer Heimat. Nahezu zeitgleich mit ihrer Rückkehr geschieht ein Mord. An der Schanze hängend wird der Sohn des Bürgermeisters gefunden. Schnell kommen die alten Geschichten Stück für Stück wieder hoch. Als ein weiterer Mord geschieht, rückt auch Ellen in den Fokus der Ermittlungen. Ein Motiv hätte sie…

Ein spannender Thriller, der kleinere Überraschungen bereit hält. Es ist kein Gänsehaut-Thriller, aber spannend auf jeden Fall, gut zu lesen, man möchte unbedingt die gesamte Geschichte erfahren. Und auch wenn man diese ansatzweise erahnen kann, offenbart sicherst zum Schluss der ganze Schrecken. Tolles Buch.

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Veröffentlicht am 10.12.2024

Eine tolle Zeitreise

Die Sehnsucht, die bleibt
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Reni wächst mit ihrer Oma, ihrer Mutter und ihren beiden Brüdern in Wien auf. Der Krieg ist vorbei, doch der Hunger und die Armut bleibt. Renis Mutter ist ständig krank, sie ist nicht in der Lage, sich ...

Reni wächst mit ihrer Oma, ihrer Mutter und ihren beiden Brüdern in Wien auf. Der Krieg ist vorbei, doch der Hunger und die Armut bleibt. Renis Mutter ist ständig krank, sie ist nicht in der Lage, sich um die Kinder zu kümmern. Das übernimmt die Oma. Als sich die Chance bietet, Kindern mit Mangelerscheinungen über ein Programm der Caritas nach Portugal zu senden, landet Reni bei Familie Figuera. Völlig allein tritt sie die lange Reise an und erlebt auf dieser fürchterliches. Doch angekommen, könnte der Empfang nicht herzlicher sein. Ihre Gastfamilie schließt sie ins Herz und Marissa wird eine geliebte Gastschwester. Das Leben in Portfugal könnte sich von dem in Wien kaum mehr unterscheiden. Ein eigenes Bett, ein eigenes Zimmer, ausreichend Essen und eigene Kleidung
- und dazu Herzlichkeit, Wärme und Liebe. Reni fühlt sich bald mehr zu Hause als in Wien und verbringt viele Jahre dort. Sie soll sogar adoptiert werden. Reni lebt diesen Traum so lange bis ihre Mutter einen Weg findet, sie zurückzuholen. Da Reni noch minderjährig ist, hat sie keine Wahl. Sie vermisst ihre Gastfamilie schmerzlich. Inzwischen ist ihre Oma gestorben, ihre Brüder mehr oder weniger ausgezogen und ihre Mutter vereinnahmt sie völlig und manipuliert. So flüchtet sich Reni in Arbeit und beginnt als Aushilfe in einem Blumengeschäft zu arbeiten. Ihre Chefin wird zur Vertrauten und ein Stammkunde später ihr Mann und ihre Fahrkarte in die Freiheit. Doch bereits vor dem Ja-Wort schleichen sich heimlich leichte Zweifel ein. Reni vermisst Portugal schmerzlichst. Sie verfolgt die politischen Entwicklungen über den Briefwechsel mit ihrer Familie. Und dann kommt plötzlich eine Möglichkeit, in das Land zu reisen...

Beim Lesen begleiten wir Reni von einer 10jährigen zur erwachsenen Frau. Bereits in Portugal kommt sie mit politischen Themen in Berührung. Diese ziehen sich ab dem zweiten Drittel immer mal wieder durch das Buch und unterstützen die Handlung. Sehr interessant, denn vieles war zumindest mir nicht bewusst. Zwei Welten, die aufeinander prallen für Reni. Die bittere Armut in Wien und das reiche Leben in Portugal. Und dennoch bleibt Reni absolut sympathisch, ein Sonnenschein. Das Buch ist wunderbar geschrieben und ich konnte es nicht aus der Hand legen. Reni wird mehrfach aus ihrem Leben gerissen und findet in ihrer eigentlichen Familie keinerlei Halt, vor allem nachdem die Oma gestorben ist. Ich kann es mir kaum vorstellen, so lieblos aufzuwachsen. Nur ein Beispiel aus dem Buch: Nach knapp 2 Jahren tritt Reni ihre erste Heimreise an, bepackt mit neuer Kleidung und einer Orange, die die Mutter gesund machen soll. Sie hat den Koffer noch nicht mal selbst ausgepackt, das hat ihr Bruder bereist die Orange gegessen und zu der Kleidung hieß es nur, dass sie bei Verkauf gut Geld bringen würde.

Es ist ein wirklich tolles Buch, eine klare Empfehlung und für mich ein Highlight zum Jahresende.

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