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Veröffentlicht am 19.02.2025

Ein komplexer Verschwörungsthriller mit politischen Anklängen

Von Schafen und Wölfen
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Buchmeinung zu Achim Zons – »Von Schafen und Wölfen«

»Von Schafen und Wölfen« ist ein Kriminalroman von Achim Zons, der 2025 bei C.H.Beck erschienen ist.

Zum Autor:
Achim Zons studierte Jura, Politik, ...

Buchmeinung zu Achim Zons – »Von Schafen und Wölfen«

»Von Schafen und Wölfen« ist ein Kriminalroman von Achim Zons, der 2025 bei C.H.Beck erschienen ist.

Zum Autor:
Achim Zons studierte Jura, Politik, Geschichte und Philosophie in Heidelberg und München. Nach Examina und Promotion blieb er zunächst als Dozent an der Universität, bevor er dann mehr als dreißig Jahre als Redakteur für die Süddeutsche Zeitung schrieb. Er arbeitet heute als Drehbuchautor und lebt in München.

Zum Inhalt:
Das Buch beginnt wie ein klassischer Verschwörungsthriller mit der Planung des Sturms auf das Capitol in Washington und einem Auftragsmord in Bayern. Parallel werden der Deutschen Allgemeinen Zeitung brisante Informationen über den Ex-Präsidenten der Vereinigten Staaten angeboten.

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich von Beginn an gefesselt mit einer komplexen Handlung und einem hohen Spannungslevel. Es gibt reichlich Personal, von denen kaum einer mit offenen Karten spielt. Nahezu jede Figur verfolgt dazu eigene Interessen, die meist lange im Verborgenen bleiben. Die Geschichte wird aus diversen Perspektiven erzählt und der Leser hat mehr Informationen als die handelnden Figuren. Es gibt einige Erzählstränge, die wenig miteinander zu tun zu haben scheinen. Stück für Stück werden Zusammenhänge deutlich und ein düsteres Gesamtbild nimmt Gestalt an. Eine wichtige Funktion kommt einer geheimnisvollen Organisation zu, die mit fortschrittlicher Technik Daten und Videos aller Art auswertet. In den Mittelpunkt rückt eine junge Journalistin, die unerschrocken recherchiert und auch noch mit Beziehungsproblemen zu kämpfen hat. Dann spitzen sich die Dinge zu und es kommt zu einem finalen Showdown, bei dem alle Fragen beantwortet werden.
Das Erzähltempo ist meist hoch und die Sprache nüchtern, aber auch mitnehmend. Actionszenen spielen kaum eine Rolle, aber dies tut der Spannung keinen Abbruch. Der Erzählstil fordert zum Mitdenken und Miträtseln auf, aber auch das Mitfiebern kommt nicht zu kurz. Ich habe mich prächtig unterhalten und die Geschichte genossen.

Fazit:
Mich hat dieser Verschwörungsthriller mit politischen Anklängen ausgezeichnet unterhalten. Deshalb bewerte ich ihn mit fünf von fünf Sternen (95 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 10.01.2025

Was ist wirklich geschehen?

Broken Crystal
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Buchmeinung zu Tobias Miller – »Broken Crystal«

»Broken Crystal« ist ein Kriminalroman von Tobias Miller, der 2024 im Selbstverlag erschienen ist.

Zum Autor:
Tobias Miller hält nicht viel von Geschichten ...

Buchmeinung zu Tobias Miller – »Broken Crystal«

»Broken Crystal« ist ein Kriminalroman von Tobias Miller, der 2024 im Selbstverlag erschienen ist.

Zum Autor:
Tobias Miller hält nicht viel von Geschichten mit wenig Handlung, er hat ein Faible für Figuren, die ganz unten in der Nahrungskette stehen, und liebt es, wenn die Protagonisten mit ihrer Bauernschläue anderen ein wenig auf die Füße treten. Der Schauplatz seiner Texte sind die USA, in dem auch dieses Buch spielt. Der Autor lebt in seiner Wahlheimat Darmstadt.

Zum Inhalt:
Ein Ex-Soldat und Militärberater übernimmt einen lukrativen Job in den USA. Er soll eine junge Frau und Milliardenerbin aus den Fängen einer Umweltaktivistengruppe befreien. Doch die Dinge laufen aus dem Ruder.

Meine Meinung:
Dieses Buch nutzt einen ungewöhnlichen Ansatz für die zu erzählende Geschichte. Ein Mann, der als Terrorist in den USA gesucht wird, gibt einem Reporter eines deutschen Nachrichtenmagazins ein Interview, dass ihn von den erhobenen Vorwürfen entlasten soll. Die Geschichte wird ausschließlich aus der Perspektive dieses Mannes erzählt und die Grundfrage lautet aus meiner Sicht, wie viel Wahrheit in dieser Version steckt. Nach Beendigung es Interviews gibt es für den Leser einen Nachschlag mit einer veränderten Darstellung der Geschehnisse, aber ist dies die Wahrheit?
Die Hauptfigur wirkt kompetent und arbeitet zielorientiert, aber auch mit dem glaubhaften Ansatz, Tote zu verhindern. Er arbeitet mit den Ermittlungsbehörden zusammen, ist aber vor Ort auf sich allein gestellt. Seine Ermittlungsergebnisse werfen ein schlechtes Licht auf die Staatsorgane, einige Wirtschaftsfachleute, die Medien und die Eltern, die ihre Tochter immer wieder reinwaschen. Meine Sympathien waren bei dem Einzelkämpfer, auch weil fast alle anderen Figuren als üble Charaktere gezeichnet waren. Die Umweltaktivisten wirkten eher wie Spinner, die Unbekannte für ihre Zwecke einsetzen. Ihre Anschläge wurden gewalttätiger und die Gefahr nahm für alle Beteiligten dramatisch zu. Spannung und Tempo legten weiter zu und dann kam es zum Tod fast aller Aktivisten.
Dann der Cut und die Aufarbeitung der Ereignisse im Rahmen des Interviews Monate später. Am Ende sind ein paar Fragen geklärt, aber viele Punkte bleiben ungeklärt. So bleibt es dem Leser überlassen, zu entscheiden, was denn wirklich passiert sein mag. Mir hat die Geschichte gefallen und mein eigenes Bild entworfen. Der Schreibstil ist fesselnd und bildhaft. Die Story hat mich zum Nachdenken gebracht und insgesamt sehr gut unterhalten.

Fazit:
Dieser ungewöhnliche Kriminalroman lässt viele Fragen unbeantwortet und regt zum Mitdenken an. Ich wurde sehr gut unterhalten und bewerte den Titel deshalb mit fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 07.01.2025

Eindrucksvoller Serienauftakt

Hafenmord
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Buchmeinung zu Katharina Peters – »Hafenmord«

»Hafenmord« ist ein Kriminalroman von Katharina Peters, der 2012 bei Aufbau Taschenbuch erschienen ist.

Zum Autor:
Manuela Kuck (* 8. Juni 1960 in Wolfsburg) ...

Buchmeinung zu Katharina Peters – »Hafenmord«

»Hafenmord« ist ein Kriminalroman von Katharina Peters, der 2012 bei Aufbau Taschenbuch erschienen ist.

Zum Autor:
Manuela Kuck (* 8. Juni 1960 in Wolfsburg) ist eine deutsche Schriftstellerin, die unter ihrem eigenen Namen und unter dem Pseudonym Katharina Peters veröffentlicht.
Nach dem Abitur zog sie nach Berlin und studierte Germanistik und Kunstgeschichte. Sie lebt heute als freie Autorin im südlichen Berliner Umland und veröffentlicht Regionalkrimis, Romane, Frauenliteratur und Kurzgeschichten.

Zum Inhalt:
Kommissarin Ramona Beccare, genannt Romy, hat sich aus persönlichen Gründen nach Rügen versetzen lassen. Ein erfolgreicher Geschäftsmann und angesehener Familienvater wird ermordet in einer Halle im Hafengebiet von Sassnitz aufgefunden. Gemeinsam mit dem erfahrenen einheimischen Kollegen Kasper Schneider beginnt Romy zu ermitteln.

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich von Anfang an gefangen genommen. Die Kommissare Romy Beccare und Kasper Schneider sind wohltuend normal und wirken sympathisch. Fine Rohlbart ist die gute Seele im Präsidium und gibt den Ermittlern den nötigen Freiraum und Maximilian Breder ist der Datenspezialist des Teams. Sie ergänzen sich gut mit ihren Fähigkeiten und bilden bald ein eingespieltes Team. Die Geschichte entwickelt sich langsam und der Leser lernt Land und Leute kennen. Bei näherer Betrachtung bröckelt die Fassade des strahlend wirkenden Opfers. Am Ende führt die Hartnäckigkeit der Ermittler zu einem vollständig und nachvollziehbar gelösten Fall. Die Spannung resultiert eher aus den Geheimnissen, deren Spuren gefunden werden. Gemeinsam mit den Ermittlern habe ich gerätselt, wie es denn gewesen ist. Einige überraschende Wendungen mussten berücksichtigt werden.
Der Schreibstil ist nordisch prägnant, ohne auf eine gefühlsbetonte Komponente zu verzichten. Die Ermittlern haben ihre Eigenheiten, unterstützen sich aber nach Kräften. Während Romy eher forsch und gefühlsgetrieben agiert, bildet die ruhige und nachdenkliche Art Kaspers die passende Ergänzung dazu. Ein bisschen Inselatmosphäre vervollständigt den Wohlfühleindruck, der einen Ausgleich zum harten Fallgeschehen darstellt.
Mich hat der Fall und das Team überzeugt und Lust auf weitere Fälle gemacht.

Fazit:
Ein eher ruhiger Krimi, der mich voll und ganz überzeugt hat. Deshalb bewerte ich den Titel mit fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 10.12.2024

Atmosphärischer Kriminalroman mit herausregender Figurenzeichnung

Der echte Krampus
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Buchmeinung zu Uta Seeburg – »Der echte Krampus«

»Der echte Krampus« ist ein historischer Kriminalroman von Uta Seeburg, der 2024 bei Harper Collins erschienen ist. Dies ist der vierte Band der Gryszinski-Reihe.

Zum ...

Buchmeinung zu Uta Seeburg – »Der echte Krampus«

»Der echte Krampus« ist ein historischer Kriminalroman von Uta Seeburg, der 2024 bei Harper Collins erschienen ist. Dies ist der vierte Band der Gryszinski-Reihe.

Zum Autor:
Uta Seeburg ist Berlinerin und lebt in München. Sie arbeitete bereits als Werbetexterin, Drehbuchautorin und Redakteurin, widmet sich aber heute ausschließlich der Schriftstellerei. Die promovierte Literaturwissenschaftlerin wohnt mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter in Haidhausen.

Zum Inhalt:
Gryszinski verbringt mit seiner Familie samt Köchin die Weihnachtszeit in einem Dorf auf dem oberbayerischen Land. Während des traditionellen Krampuslaufs kommt es zu einer Messerstecherei und am Folgetag wird eine Leiche aufgefunden.

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich durch die atmosphärische Schilderung der Region und der vorweihnachtlichen Gebräuche im Voralpenland überzeugt. Major Gryszinski ist ein Familien- und gleichzeitig ein Genussmensch. Er ist Vorreiter bei modernen Ermittlungsmethoden bei der Münchener Polizei. Seine aufgeschlossene Art macht ihn zu einer außergewöhnlichen Sympathiefigur. Seine beiden Assistenten werden nach dem Leichenfund zur Hilfe gerufen und sind ein eingespieltes Team. Die Geschichte entwickelt sich langsam und bietet anfänglich reichlich Raum für Nebenhandlungen. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, auch weil die Dorfbewohner gegenüber der Staatsmacht lieber schweigen. Etliche falsche Spuren und unerwartete Wendungen machen es Gryszinski schwer, den Fall zu lösen. Das liebevoll gezeichnete Beziehungsgeflecht zwischen den Dorfbewohner muss entwirrt werden. Einige Male zieht das Tempo deutlich an und man muss um das Leben des Majors bangen. Nach einem passenden Showdown ist der Fall nachvollziehbar gelöst. Passend zur Weihnachtszeit gibt es ein schönes Happy-End.
Der Schreibstil ist empathisch, ruhig, humorvoll und leicht verdaulich. Die Figurenzeichnung gefällt mir mit ihren vielen Grautönen ausgezeichnet. Trotz der umfangreichen Nebenhandlungen liegt der Fokus auf dem Kriminalfall und die Spannung ist jederzeit gegeben. Gerade dank der fesselnden Nebenhandlungen habe ich mich prächtig unterhalten.

Fazit:
Ein wunderbarer weihnachtlicher Kriminalroman, der mich in allen Bereichen überzeugt hat. Deshalb bewerte ich den Titel mit fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung für die Freunde eher leiser, aber atmosphärischer Krimis aus.

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Veröffentlicht am 05.12.2024

Eine Zeitreise durch die Welt der Glasmacher

Das Geheimnis der Glasmacherin
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Buchmeinung zu Tracy Chevalier – »Das Geheimnis der Glasmacherin«

»Das Geheimnis der Glasmacherin« ist ein Roman von Tracy Chevalier, der 2024 bei Atlantik in der Übersetzung von Claudia Feldmann erschienen ...

Buchmeinung zu Tracy Chevalier – »Das Geheimnis der Glasmacherin«

»Das Geheimnis der Glasmacherin« ist ein Roman von Tracy Chevalier, der 2024 bei Atlantik in der Übersetzung von Claudia Feldmann erschienen ist. Der Titel der englischen Originalausgabe lautet »The Glassmaker« und ist 2024 erschienen.

Zum Autor:
Tracy Chevalier, geboren 1962, ist Autorin von elf Romanen. Ihr internationaler Bestseller Das Mädchen mit dem Perlenohrring wurde über fünf Millionen mal verkauft, in fünfundvierzig Sprachen übersetzt und als Film, Theaterstück und Oper adaptiert. Aufgewachsen in Washington DC, zog sie 1986 ins Vereinigte Königreich und lebt dort heute mit ihrem Ehemann in London.

Zum Inhalt:
Auf der Insel Murano vor den Kanälen Venedigs liegt die Wiege der Glaskunst. Wir begleiten Orsola Rosso und ihre Familie durch die Zeit und erfahren, wie es ihr, ihrer Familie, Murano und Venedig durch die Jahrhunderte von 1468 bis heute ergangen ist. Während in der umgebenden Welt Jahrhunderte vergehen, sind es für Orsola und die sie begleitenden Figuren nur Jahrzehnte.

Meine Meinung:
Die Hauptfigur Orsola Rosso ist ein Mensch mit Ecken und Kanten, aber sie ist auch eine Kämpfernatur und wirkt sympathisch. Sie geniest keine gute Schulbildung, lernt aber die Herstellung von Glasperlen. Diese Fähigkeit wird von den Glaskünstlern als geringwertig eingestuft, aber Orsola sichert in schwierigen Zeiten damit das Überleben der Familie.
Während des Romans erfahren wir viel über die Glaskunst und die Glasperlenherstellung und über das Leben in einer kleinen abgeschotteten Gemeinschaft. Der Leser erlebt den langsamen Wandel der Frauenrolle und die gravierenden Änderungen der Umwelt und der politischen Verhältnisse. Katastrophen wie Pest, Überschwemmungen, Corona und feindliche Herrscher in Venedig beeinflussen das Leben der Glasmacher massiv. Auch Orsolas Beziehungen sind von Komplikationen geprägt, aber sie geht ihren Weg, wenn auch nicht immer mit Freuden. Der Niedergang der Wirtschaftsmacht Venedig macht es auch für die Glasmacher schwieriger. All dies und noch einiges mehr zeigt die Autorin am Beispiel der Rossos. Man spürt die Liebe der Autorin zur Stadt und zur Glasmacherei. Einfühlsam und atmosphärisch sind die Beschreibungen der Stadt und ihrer Bewohner. Oft habe ich die Schönheit des alten Venedigs gesehen und mit Orsola gelitten, wenn sie wieder eine Krise meistern musste.

Fazit:
Der Zeitreiseroman über Murano, Venedig und die Glasmacherkunst hat mich sehr gut unterhalten. Die Hauptfigur Orsola Rosso ist ein Meisterstück und ein Symbol für die wachsende Rolle von Frauen in der Gesellschaft. Den Titel bewerte ich mit mit knappen fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und gebe eine Leseempfehlung.

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