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Veröffentlicht am 08.04.2025

Ein deutscher Spitzenkrimi mit Sylt-Atmosphäre

Höllische Küste
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Buchmeinung zu Sabine Weiß – »Höllische Küste«

»Höllische Küste« ist ein Kriminalroman von Sabine Weiß, der 2025 bei Bastei Entertainment erschienen ist. Dies ist der neunte Band der Serie um Kommissarin ...

Buchmeinung zu Sabine Weiß – »Höllische Küste«

»Höllische Küste« ist ein Kriminalroman von Sabine Weiß, der 2025 bei Bastei Entertainment erschienen ist. Dies ist der neunte Band der Serie um Kommissarin Liv Lammers.

Zum Autor:
Sabine Weiß, Jahrgang 1968, arbeitete nach ihrem Germanistik- und Geschichtsstudium als Journalistin. Seit 2007 veröffentlicht sie erfolgreich Historische Romane, seit 2016 zusätzlich Krimis um Kommissarin Liv Lammers und ihr Team. Wenn Sabine Weiß nicht auf Recherchereise für ihre Bücher ist, lebt sie mit ihrem Mann und ihrem Sohn bei Hamburg.

Zum Inhalt:
Bei einem Tandemsprung stirbt die Hochzeitsplanerin Jaline Amundsen, weil der Fallschirm manipuliert wurde. Liv Lammers und ihre Kollegen von der Flensburger Mordkommission nehmen die Ermittlungen auf.

Meine Meinung:
Mich hat dieser Roman von Anfang an gefesselt mit seiner lebhaften und atmosphärischen Darstellung. Man spürt die Lebenslust vieler Figuren. Doch auch Probleme bleiben nicht unerwähnt, seien es der fehlende Wohnraum für Einheimische, Beziehungsprobleme oder wie arbeite ich mit konkurrierenden Kollegen zusammen. Viele Figuren sind mit Grautönen gezeichnet, die Raum für Motive und Überraschungen bieten. Die Sylter Polizei wird zudem durch perfide Anschläge wie mit manipulierten Bremsen von E-Bikes und mit Glassplittern verunreinigten Mehlpackungen gefordert. Livs privates Umfeld ist kaum ein Thema, auch wenn sie ein Heiratsantrag beschäftigt. Zum üblichen Personal stößt diesmal ein Kollege, der es mit Vorschriften sehr genau mit und dadurch seine Kollegen nervt. Wie gewohnt wird die Geschichte aus wechselnden Perspektiven erzählt und dadurch werden die Gefühle vieler Handelnden deutlich. Wie gewohnt gibt es humorvolle Einlagen, die die dunkle Thematik erfolgreich auflockern. Das Tempo ist anfänglich durch etliche Nebenhandlungen relativ ruhig, zieht dann aber kräftig an. Dir Spannung erreicht im spektakulären Showdown ihren Höhepunkt. Der Plot ist verwickelt und bieten einige überraschende Wendungen. Die Auflösung ist vollständig und nachvollziehbar. Mich hat es gefreut, weniger von problematischen Themen zu lesen, denn der Vorgänger war für mich überladen. Diesmal habe ich mich sehr gut unterhalten und werde sicherlich auch den nächsten Band lesen.

Fazit:
Ein Kriminalroman, der mich weitgehend überzeugen konnte. Insbesondere der atmosphärische Schreibstil, die komplexe Handlung und das sympathische Ermittlerteam machen Lust auf mehr. Deshalb bewerte ich den Titel mit fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten), spreche eine Leseempfehlung aus und freue mich auf den Folgeband.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 07.04.2025

Ein wunderbarer historischer Krimi

Verräterische Gebeine
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Buchmeinung zu Mel Starr – »Verräterische Gebeine«

»Verräterische Gebeine« ist ein Kriminalroman von Mel Starr, der 2015 bei Brunnen in der Übersetzung von Dorothee Dziewas erschienen ist. Der Titel der ...

Buchmeinung zu Mel Starr – »Verräterische Gebeine«

»Verräterische Gebeine« ist ein Kriminalroman von Mel Starr, der 2015 bei Brunnen in der Übersetzung von Dorothee Dziewas erschienen ist. Der Titel der englischen Originalausgabe lautet »The Unquiet Bones« und ist 2008 erschienen.

Zum Autor:
Mel Starr hat viele Jahre Geschichte unterrichtet. Er ist Experte für die Geschichte der Chirurgie und für Sprache und Kultur Englands im Mittelalter. Mel Starr lebt mit seiner Frau Susan in Michigan, USA.

Zum Inhalt:
Herbst 1363 in Bampton bei Oxford: Beim Reinigen der Senkgrube werden menschliche Knochen gefunden und der Chirurg Hugh de Singleton beginnt im Auftrag von Lord Gilbert zu ermitteln.

Meine Meinung:
Dieses Buch war von Beginn an meins.Der Protagonist Hugh de Singleton hat als Chirurg Lord Gilbert nach einem Reitunfall zu dessen voller Zufriedenheit behandelt. Als Dank wird er der Hausarzt des Burgherrn. Meist wird die Geschichte aus der Sicht des Chirurgen erzählt. So erhält man neben den Gedanken des Arztes auch einen Blick auf seine Patienten und den Stand der ärztlichen Wissenschaft. Hugh macht sich viele Gedanken und versucht sein Bestes zu geben. Er weiß viel über das Leben der Bewohner und sucht auch abseits der Krankenpdlege nach Hilfsmöglichkeiten. Als menschliche Knochen gefunden werden, ist sich Hugh sicher, dass eine Gewalttat vorliegt. Mit Ausdauer und Hartnäckigkeit nimmt er ideenreich die Ermittlungen auf. Als er den Fall gelöst hat, werden wir Zeugen der damaligen Gerichtbarkeit. Eher zufällig merkt Hugh, dass er falsch gelegen hat und legt erneut los. Die atmosphärische Erzählung haucht den Figuren Leben ein und erzeugt einen interessanten Blick auf die unterschiedlichen Lebenssituationen der verschiedenen Menschen. Viele Figuren sind sympathisch gezeichnet und erzeugen trotz der harten Bedingungen ein Wärmegefühl beim Leser. Die Geschichte entwickelt sich langsam und so bleibt Zeit für etliche Nebenhandlungen. Der Fokus bleibt aber bei der Arbeit des Chirurgen und Ermittlers. Am Ende ist er den Erwartungen gerecht geworden und hat den überraschend komplexen Fall überzeugend geklärt.

Fazit:
Ein überaus gelungener Einstieg in die Serie um den Chirurgen und Ermittler Hugh de Pendleton. Atmosphäre, Handlung und Figurenzeichnung konnten mich begeistern. Deshalb vergebe ich die Höchstwertung von fünf Sternen (100 Punkte). Selbstverständlich spreche ich auch eine Leseempfehlung aus. Es lohnt sich!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.02.2025

Ein komplexer Verschwörungsthriller mit politischen Anklängen

Von Schafen und Wölfen
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Buchmeinung zu Achim Zons – »Von Schafen und Wölfen«

»Von Schafen und Wölfen« ist ein Kriminalroman von Achim Zons, der 2025 bei C.H.Beck erschienen ist.

Zum Autor:
Achim Zons studierte Jura, Politik, ...

Buchmeinung zu Achim Zons – »Von Schafen und Wölfen«

»Von Schafen und Wölfen« ist ein Kriminalroman von Achim Zons, der 2025 bei C.H.Beck erschienen ist.

Zum Autor:
Achim Zons studierte Jura, Politik, Geschichte und Philosophie in Heidelberg und München. Nach Examina und Promotion blieb er zunächst als Dozent an der Universität, bevor er dann mehr als dreißig Jahre als Redakteur für die Süddeutsche Zeitung schrieb. Er arbeitet heute als Drehbuchautor und lebt in München.

Zum Inhalt:
Das Buch beginnt wie ein klassischer Verschwörungsthriller mit der Planung des Sturms auf das Capitol in Washington und einem Auftragsmord in Bayern. Parallel werden der Deutschen Allgemeinen Zeitung brisante Informationen über den Ex-Präsidenten der Vereinigten Staaten angeboten.

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich von Beginn an gefesselt mit einer komplexen Handlung und einem hohen Spannungslevel. Es gibt reichlich Personal, von denen kaum einer mit offenen Karten spielt. Nahezu jede Figur verfolgt dazu eigene Interessen, die meist lange im Verborgenen bleiben. Die Geschichte wird aus diversen Perspektiven erzählt und der Leser hat mehr Informationen als die handelnden Figuren. Es gibt einige Erzählstränge, die wenig miteinander zu tun zu haben scheinen. Stück für Stück werden Zusammenhänge deutlich und ein düsteres Gesamtbild nimmt Gestalt an. Eine wichtige Funktion kommt einer geheimnisvollen Organisation zu, die mit fortschrittlicher Technik Daten und Videos aller Art auswertet. In den Mittelpunkt rückt eine junge Journalistin, die unerschrocken recherchiert und auch noch mit Beziehungsproblemen zu kämpfen hat. Dann spitzen sich die Dinge zu und es kommt zu einem finalen Showdown, bei dem alle Fragen beantwortet werden.
Das Erzähltempo ist meist hoch und die Sprache nüchtern, aber auch mitnehmend. Actionszenen spielen kaum eine Rolle, aber dies tut der Spannung keinen Abbruch. Der Erzählstil fordert zum Mitdenken und Miträtseln auf, aber auch das Mitfiebern kommt nicht zu kurz. Ich habe mich prächtig unterhalten und die Geschichte genossen.

Fazit:
Mich hat dieser Verschwörungsthriller mit politischen Anklängen ausgezeichnet unterhalten. Deshalb bewerte ich ihn mit fünf von fünf Sternen (95 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 10.01.2025

Was ist wirklich geschehen?

Broken Crystal
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Buchmeinung zu Tobias Miller – »Broken Crystal«

»Broken Crystal« ist ein Kriminalroman von Tobias Miller, der 2024 im Selbstverlag erschienen ist.

Zum Autor:
Tobias Miller hält nicht viel von Geschichten ...

Buchmeinung zu Tobias Miller – »Broken Crystal«

»Broken Crystal« ist ein Kriminalroman von Tobias Miller, der 2024 im Selbstverlag erschienen ist.

Zum Autor:
Tobias Miller hält nicht viel von Geschichten mit wenig Handlung, er hat ein Faible für Figuren, die ganz unten in der Nahrungskette stehen, und liebt es, wenn die Protagonisten mit ihrer Bauernschläue anderen ein wenig auf die Füße treten. Der Schauplatz seiner Texte sind die USA, in dem auch dieses Buch spielt. Der Autor lebt in seiner Wahlheimat Darmstadt.

Zum Inhalt:
Ein Ex-Soldat und Militärberater übernimmt einen lukrativen Job in den USA. Er soll eine junge Frau und Milliardenerbin aus den Fängen einer Umweltaktivistengruppe befreien. Doch die Dinge laufen aus dem Ruder.

Meine Meinung:
Dieses Buch nutzt einen ungewöhnlichen Ansatz für die zu erzählende Geschichte. Ein Mann, der als Terrorist in den USA gesucht wird, gibt einem Reporter eines deutschen Nachrichtenmagazins ein Interview, dass ihn von den erhobenen Vorwürfen entlasten soll. Die Geschichte wird ausschließlich aus der Perspektive dieses Mannes erzählt und die Grundfrage lautet aus meiner Sicht, wie viel Wahrheit in dieser Version steckt. Nach Beendigung es Interviews gibt es für den Leser einen Nachschlag mit einer veränderten Darstellung der Geschehnisse, aber ist dies die Wahrheit?
Die Hauptfigur wirkt kompetent und arbeitet zielorientiert, aber auch mit dem glaubhaften Ansatz, Tote zu verhindern. Er arbeitet mit den Ermittlungsbehörden zusammen, ist aber vor Ort auf sich allein gestellt. Seine Ermittlungsergebnisse werfen ein schlechtes Licht auf die Staatsorgane, einige Wirtschaftsfachleute, die Medien und die Eltern, die ihre Tochter immer wieder reinwaschen. Meine Sympathien waren bei dem Einzelkämpfer, auch weil fast alle anderen Figuren als üble Charaktere gezeichnet waren. Die Umweltaktivisten wirkten eher wie Spinner, die Unbekannte für ihre Zwecke einsetzen. Ihre Anschläge wurden gewalttätiger und die Gefahr nahm für alle Beteiligten dramatisch zu. Spannung und Tempo legten weiter zu und dann kam es zum Tod fast aller Aktivisten.
Dann der Cut und die Aufarbeitung der Ereignisse im Rahmen des Interviews Monate später. Am Ende sind ein paar Fragen geklärt, aber viele Punkte bleiben ungeklärt. So bleibt es dem Leser überlassen, zu entscheiden, was denn wirklich passiert sein mag. Mir hat die Geschichte gefallen und mein eigenes Bild entworfen. Der Schreibstil ist fesselnd und bildhaft. Die Story hat mich zum Nachdenken gebracht und insgesamt sehr gut unterhalten.

Fazit:
Dieser ungewöhnliche Kriminalroman lässt viele Fragen unbeantwortet und regt zum Mitdenken an. Ich wurde sehr gut unterhalten und bewerte den Titel deshalb mit fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 07.01.2025

Eindrucksvoller Serienauftakt

Hafenmord
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Buchmeinung zu Katharina Peters – »Hafenmord«

»Hafenmord« ist ein Kriminalroman von Katharina Peters, der 2012 bei Aufbau Taschenbuch erschienen ist.

Zum Autor:
Manuela Kuck (* 8. Juni 1960 in Wolfsburg) ...

Buchmeinung zu Katharina Peters – »Hafenmord«

»Hafenmord« ist ein Kriminalroman von Katharina Peters, der 2012 bei Aufbau Taschenbuch erschienen ist.

Zum Autor:
Manuela Kuck (* 8. Juni 1960 in Wolfsburg) ist eine deutsche Schriftstellerin, die unter ihrem eigenen Namen und unter dem Pseudonym Katharina Peters veröffentlicht.
Nach dem Abitur zog sie nach Berlin und studierte Germanistik und Kunstgeschichte. Sie lebt heute als freie Autorin im südlichen Berliner Umland und veröffentlicht Regionalkrimis, Romane, Frauenliteratur und Kurzgeschichten.

Zum Inhalt:
Kommissarin Ramona Beccare, genannt Romy, hat sich aus persönlichen Gründen nach Rügen versetzen lassen. Ein erfolgreicher Geschäftsmann und angesehener Familienvater wird ermordet in einer Halle im Hafengebiet von Sassnitz aufgefunden. Gemeinsam mit dem erfahrenen einheimischen Kollegen Kasper Schneider beginnt Romy zu ermitteln.

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich von Anfang an gefangen genommen. Die Kommissare Romy Beccare und Kasper Schneider sind wohltuend normal und wirken sympathisch. Fine Rohlbart ist die gute Seele im Präsidium und gibt den Ermittlern den nötigen Freiraum und Maximilian Breder ist der Datenspezialist des Teams. Sie ergänzen sich gut mit ihren Fähigkeiten und bilden bald ein eingespieltes Team. Die Geschichte entwickelt sich langsam und der Leser lernt Land und Leute kennen. Bei näherer Betrachtung bröckelt die Fassade des strahlend wirkenden Opfers. Am Ende führt die Hartnäckigkeit der Ermittler zu einem vollständig und nachvollziehbar gelösten Fall. Die Spannung resultiert eher aus den Geheimnissen, deren Spuren gefunden werden. Gemeinsam mit den Ermittlern habe ich gerätselt, wie es denn gewesen ist. Einige überraschende Wendungen mussten berücksichtigt werden.
Der Schreibstil ist nordisch prägnant, ohne auf eine gefühlsbetonte Komponente zu verzichten. Die Ermittlern haben ihre Eigenheiten, unterstützen sich aber nach Kräften. Während Romy eher forsch und gefühlsgetrieben agiert, bildet die ruhige und nachdenkliche Art Kaspers die passende Ergänzung dazu. Ein bisschen Inselatmosphäre vervollständigt den Wohlfühleindruck, der einen Ausgleich zum harten Fallgeschehen darstellt.
Mich hat der Fall und das Team überzeugt und Lust auf weitere Fälle gemacht.

Fazit:
Ein eher ruhiger Krimi, der mich voll und ganz überzeugt hat. Deshalb bewerte ich den Titel mit fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung aus.

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