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Veröffentlicht am 07.04.2025

Mord im Ghan und jeder hat ein Motiv

Die mörderischen Cunninghams. Jeder im Zug ist verdächtig (Die mörderischen Cunninghams 2)
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„Die mörderischen Cunningshams“ gehen in die 2. Runde. Witzig, abgedreht und mit jeder Menge Verdächtigen nimmt uns Stevenson mit auf eine literarische Mordreise mit dem Ghan.

Um was geht es?
Ernest Cunningham ...

„Die mörderischen Cunningshams“ gehen in die 2. Runde. Witzig, abgedreht und mit jeder Menge Verdächtigen nimmt uns Stevenson mit auf eine literarische Mordreise mit dem Ghan.

Um was geht es?
Ernest Cunningham hat eine ernstzunehmende Schreibblockade. Nach seinem Debütroman will ihm trotz des großzügigen Vorschusses kein neuer Krimiplot einfallen. Da kommt ihm die Einladung zu einem Krimifestival im weltberühmten Ghan, DEM Langstreckenzug quer durch Australien, gerade recht. Mit dabei: Der weltberühmte Thrillerautor Henry McTavish, der plötzlich vor aller Augen stirbt. Ermordet. Ernest wittert seine große Chance und beginnt zu ermitteln – und zu schreiben. Wird er den Mord im Ghan als Erster aufklären und zu Papier bringen? Denn jeder im Zug ist verdächtig, auch Ernest und seine Autorenkollegen.

Protagonist ist, wie schon in Band 1 der „Mörderischen Cunningshams“, unser Ernest Cunningham. Er ist tollpatschig und wirkt wie ein leicht zu verunsichernder Mensch. Gleichzeitig ist er clever, die Leute mögen ihn und erzählen ihm Dinge, die sie eigentlich für sich behalten wollten. Mit dem Mord wittert er seine große Chance auf ein neues Buch. Aber auch die anderen Festivalteilnehmer verfolgen ihre Ziele, die sich durch das Festival und / oder den Mord ergeben haben. Die Autoren alias Nebencharaktere alias Mordverdächtige könnten kaum unterschiedlicher sein. Genau deswegen sind ihre Interaktionen mit Ernest so spannend, witzig und abwechslungsreich. Außerdem ist Ernest Freundin Juliette, ebenfalls Schriftstellerin, mit im Ghan und wir dürfen hier das eine oder andere Beziehungsdrama erleben.

Das Buch liest sich leicht und flüssig. Es ist ein Whodunit-Krimi der etwas anderen Art. Auch wenn das Buch von Hinweisen und Verhören lebt, sind diese mit so viel Witz, interessanten Charakteren und spannenden Beziehungen gespickt, dass das Lesen einfach Spaß macht und kurzweilig ist. Denn jeder Festivalteilnehmer scheint etwas zu verbergen zu haben. Dank des Schauplatzes hat das Buch einen Hauch Mord im Orientexpress, allerdings nicht im Schnee, sondern in der wüstenleeren, heißen Weite Australiens. Immer wieder gibt uns Ernest Cunningham als ermittelnder Autor selbst Hinweise, die im Nachhinein beim Leser dieses „Das hätte ich aber wirklich erkennen müssen“-Gefühl hervorrufen. Aber die Hinweise sind am Ende so geschickt miteinander verwoben und aufgelöst, dass man an früherer Stelle im Buch niemals auf diese Idee gekommen wäre. Zumindest mir ging es so. Trotzdem ist alles plausibel.

Fazit:
Bei „Jeder im Zug ist verdächtig“ handelt es sich um einen Whodunit-Krimi, der mit witzigen Dialogen und einer tollpatschig-liebenswürdigen Hauptperson gespickt ist. Das Buch ist kurzweilig und bringt viel Lesespaß. Fans von klassischen Whodunit-Krimis, die Agatha Christie mögen und gerne lachen, werden dieses Buch lieben 😊 Wer lieber ernste Ermittlungsarbeit mit vielen Details und Beweisen à la CSI sucht, sollte lieber die Finger von dem Buch lassen.

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Veröffentlicht am 30.03.2025

Pandemie oder keine Pandemie – das ist hier die Frage

Überleben ist alles
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In seinem Survival-Roman „Überleben ist alles“ entführt uns Ewan Morrison in die Einöde Schottlands, in der eine Gruppe Prepper verzweifelt Schutz vor einer vermeintlich tödlichen Pandemie sucht.

Um was ...

In seinem Survival-Roman „Überleben ist alles“ entführt uns Ewan Morrison in die Einöde Schottlands, in der eine Gruppe Prepper verzweifelt Schutz vor einer vermeintlich tödlichen Pandemie sucht.

Um was geht es?
Die 15-jährige Haley und ihr kleiner Bruder Ben verbringen das Wochenende bei ihrem Dad Ed Crowe. Wie schon so oft, weckt er sie in der früh auf, um sie auf einen seiner speziellen Ausflüge – die Vaventeuer – mitzunehmen. Was sie nicht wissen: diesmal ist es ernst. Nach mehreren Stunden Fahrt finden sich die beiden Kinder auf einmal in einem Prepper-Unterschlupf mitten in der Einöde der schottischen Berge wieder und treffen auf weitere Gleichgesinnte ihres Dads. Ed eröffnet ihnen, dass eine tödliche Pandemie auf dem Vormarsch ist und sie nur in der Abgeschiedenheit überleben können. Doch stimmt das wirklich? Und schafft es Haley, ihre Mutter zu verständigen und zu fliehen?

Protagonistin ist die 15-jährige Haley, ein Scheidungskind, dass die Trennung der Eltern – clever wie sie ist – für sich zu nutzen weiß. Ein ganz normaler Teenager, auch wenn nicht immer alles rund läuft. Sie ist immer hin- und hergerissen zwischen ihren Elternteilen und ist sich manchmal nicht sicher, ob Dad oder Mutter die Wahrheit sagen, so sehr streiten die beiden sich und nehmen grundsätzlich gegensätzliche Positionen ein. Aber auch wenn Haley traumatisiert zu sein scheint und manchmal nicht klarkommt, tut sie, was getan werden muss und ist zielstrebiger als die Erwachsenen. Viele „Nebendarsteller“ bereichern das Buch: Haleys Bruder Ben, ihre Eltern, aber auch die anderen sehr speziellen Prepper Ray, Meg, Danny und Kade. Viele Konflikte innerhalb der Beziehungen sind aufgrund der unterschiedlichen Charaktere vorprogrammiert und machen das Buch noch abwechslungsreicher.

Das Buch selbst liest sich flüssig und ist spannend geschrieben. Ich selbst würde es nicht als Thriller bezeichnen, sondern mehr als Survival-Abenteuerroman mit Horrorelementen. Letzteres ist auch ein Knackpunkt: Mir selbst machen die grafischen Darstellungen in manchen Szenen nichts aus, aber ich könnte mir vorstellen, dass diese den einen oder anderen Leser erschrecken. Auch den Stil des Buches finde ich besonders. Man hat immer das Gefühl Eds oder Haleys persönlichen Survival-Guide in einer Pandemie zu lesen und gleichzeitig beim „Praxistest“ der Tipps dabei zu sein. Das macht das Buch unglaublich kurzweilig. Und da Haley so eine freche Teenagerin ist, musste ich zwischendurch auch immer wieder lachen, was das düstere Thema aufgelockert hat. Ich mochte diese Comedy-Elemente besonders.

Fazit:
Für mich war das Buch kein Thriller, sondern ich würde es eher als Survival-Abenteuerroman bezeichnen. Wer grafische Schilderungen, zum Beispiel von Verletzungen, nicht mag, sollte besser die Finger von dem Buch lassen. Ansonsten bietet „Überleben ist alles“ viele spannende Lesestunden, gute Unterhaltung und nähert sich der Pandemie- und Prepper-Thematik mal von einer etwas anderen Seite.

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Veröffentlicht am 16.03.2025

Mysteriöse Tierwanderungen und die große Frage nach dem WARUM

Die Herde
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Thilo Winter widmet sich in seinem 3. Buch „Die Herde“ unerklärlichen, weltweiten Tierwanderungen, die die Menschen in Angst und Schrecken versetzen.

Um was geht es?
15 Elefanten verlassen unter Leitung ...

Thilo Winter widmet sich in seinem 3. Buch „Die Herde“ unerklärlichen, weltweiten Tierwanderungen, die die Menschen in Angst und Schrecken versetzen.

Um was geht es?
15 Elefanten verlassen unter Leitung ihrer Matriarchin ihr Revier und begeben sich auf Wanderung quer durch China. Dabei zerstören sie während des Mondfests ein ganzes Dorf und setzen ihren zerstörerischen Weg unaufhörlich fort. Gleichzeitig soll in China ein großer Staudamm nahe Kunming von der chinesischen Ingenieurin Dayan Sui gebaut werden. Bei der großen Präsentation des Prestige-Projektes schleicht sich Biologe und Umweltaktivist Peter Danielsson ein, um gegen die mit dem Staudammbau verbundene Zerstörung der Natur und des Lebensraums der Zwerggänse zu protestieren. Aufgrund der Medienaufmerksamkeit müssen Sui und Peter eine gemeinsame Lösung für den Staudamm finden und stecken auf einmal in einer viel größeren Sache – dem Schutz der wandernden Elefantenherde vor dem Abschuss.

Hauptpersonen des Buches sind Dayan Sui und Peter Danielsson. Sui ist eine zielstrebige Frau, die sich in der chinesischen Männerwelt ihren Platz hart erkämpft hat und sich mit dem Bau des Staudammes am Ziel ihrer Träume sieht. Peter ist ein Biologe, der für den Schutz der Umwelt auch gerne mal das eine oder andere Gesetz bricht und sich bewusst ist, dass er sich damit strafbar macht und sich einige Karrierewege verbaut. Durch ihre Zielstrebigkeit sind sich Sui und Peter sehr ähnlich, ebenso was die schwierige Beziehung zu ihren Eltern angeht. Und doch stehen sie auf unterschiedlichen Seiten – oder vielleicht doch nicht? Da sind wir auch schon bei den Nebencharakteren – Peters Vater Abel, ein zielstrebiger Archäologe, der in Mexiko forscht, sowie Bao, Suis etwas anders tickende Mutter. Zudem gibt es in den anderen Handlungssträngen noch weitere Nebencharaktere, die dem Buch eine besondere Vielseitigkeit und Würze verleihen.

Thilo Winter schafft es wieder in gewohnt guter Manier, wissenschaftliche Fakten und reale Ereignisse mit fiktionalen Elementen zu vermischen und zu einer plausiblen, spannenden Story zusammenzuführen. Dieses Mal sind wir mit ihm in sehr unterschiedlichen Orten auf der ganzen Welt unterwegs, auch wenn die Haupthandlung in China und der wichtigste Nebenschauplatz in Mexiko angesiedelt ist. Durch viele kurze Kapitel, die zwischen den unterschiedlichen Handlungssträngen hin- und herspringen, kommt eine unglaubliche Dynamik in die Geschichte, allerdings ohne zu verwirren oder den Leser zu überfordern. Ich ziehe meinen Hut, wie der Autor das schafft. Durch den so entstehenden Sog kann man das Buch kaum noch auf die Seite legen. Die „Indiana Jones“-Elemente würzen für mich persönlich das Buch noch mehr, auch wenn das vielleicht nicht jedermanns Sache ist.

Sehr gut hat mir auch dieses Mal das Nachwort von Thilo Winter gefallen. Hier ordnet der Autor noch einmal ein, welche realen Ereignisse und wissenschaftlichen Erkenntnisse er als Basis für sein Buch genommen hat, sodass der Leser gut abschätzen kann, was fiktionale Elemente sind und was nicht. Das Nachwort nimmt uns auch ein bisschen mit in die Gedankenwelt des Autors, der reale Ereignisse weiterspinnt und durchaus zeigt, dass eine solche Entwicklung, wie in der Geschichte beschrieben, nicht gänzlich abwegig ist.

Fazit:
Mir gefällt die Mischung aus wissenschaftlichen Fakten, realen Ereignissen, fiktionalen Elementen und einer Prise Action à la Indiana Jones sehr gut. Aufgrund der vielen spannenden Handlungsstränge, die sich in kurzen Kapiteln abwechseln, fliegt man förmlich durch das Buch. Ich persönlich hatte viel Spaß beim Lesen und kann das Buch nur weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 06.01.2025

Wenn eine drohende Sturmflut nicht Dein einziges Problem ist

Nachtflut
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Wasser – diese unbezähmbare Naturgewalt – spielt in diesem Buch eine zentrale Rolle und bringt die Hauptperson Elisa auf unterschiedliche Weise in psychische Ausnahmesituationen und Lebensgefahr. Atemberaubend ...

Wasser – diese unbezähmbare Naturgewalt – spielt in diesem Buch eine zentrale Rolle und bringt die Hauptperson Elisa auf unterschiedliche Weise in psychische Ausnahmesituationen und Lebensgefahr. Atemberaubend spannend.

Um was geht es?
Elisa Marbach ist seit dem Tod ihrer Schwester Lizzy ein seelisches Wrack. Bei einem gemeinsamen Segelunfall der beiden mit ihren Männern ertrinkt Lizzy und Lizzys Mann Paul, der daraufhin wegen Totschlags zu neun Jahren Gefängnis verurteilt, schwört Rache. Einige Zeit später, die Ehe von Elisa und ihrem Mann Max ist mittlerweile geschieden und Elisa schwer tablettenabhängig, droht in Elisas Wohnort Bad Seeberg durch einen Deichbruch eine Sturmflut. Viel zu spät packt Elisa im Tablettennebel ihre Sachen und will ihr Zuhause verlassen. Ein umfallender Baum zerstört ihr Haus und ihr Auto und sie kommt bei ihren Nachbarn Vera und Joachim Peters unter, die überraschenderweise ebenfalls noch in Bad Seeberg sind. Dann spitzt sich die Lage dramatisch zu. Der Deich bricht und Paul nutzt das Durcheinander, um aus der JVA Seeberg auszubrechen und endlich Rache zu nehmen. Doch auch die Peters scheinen einiges zu verbergen zu haben. Wird Elisa es schaffen, den zahlreichen ihr drohenden Gefahren zu entkommen?

Hauptperson in diesem Buch ist die schwer traumatisierte und unter Psychosen und Wahnvorstellungen leidende Elisa Marbach. Nur mit einer viel zu hohen Tablettendosis schafft sie es, irgendwie ihren Alltag zu bewältigen. Mit sich selbst kämpfend, gerät sie in einen Strudel aus Ereignissen, der für sie in mehrfacher Hinsicht lebensbedrohlich ist. Und obwohl sie eine gewisse Todessehnsucht hat, legt sie angesichts der Gefahren einen erstaunlichen Überlebenswillen an den Tag. Aber auch die Nebencharaktere sind äußert spannend. Da sind ihr hilfsbereiter Ex-Ehemann Max, der aber auch zeitweise überraschend egoistisch agiert; der nette Paul, der wegen Totschlags verurteilt wurde und eine dunkle Seite besitzt; und Elisas Nachbarn, die Peters, die etwas Großes zu verbergen scheinen. Elisa bewegt sich in einem ständigen Spannungsfeld zu den anderen, ebenso die anderen Charaktere untereinander. All das führt zu spannenden Entwicklungen, überraschenden Wendungen und macht die Geschichte unglaublich vielseitig.

Der Psychothriller ist ein echter Pageturner und liest sich flüssig. Man rast förmlich durch die Seiten, um herauszufinden, warum Paul Rache geschworen hat, was damals beim Segelunfall wirklich passiert ist, wie es zum Ehe-Aus von Elisa und Max kam und was die Peters zu verbergen haben. Die sowieso schon spannende Haupthandlung wird durch alte Tagebuchabschnitte unterbrochen, bei denen wir lange nicht wissen, wer die anonyme Verfasserin war. Auch hier verbergen sich noch dunkle Geheimnisse, die mit der Sturmflut ans Licht drängen. Die Nebenschauplätze „JVA-Ausbruch“ und „Evakuierung wegen drohendem Deichbruch“ bieten zusätzlich Spannungsmomente. Man kommt als Leser kaum zum Atemholen, ohne dass man sich aber durch die Handlung gehetzt fühlt. Es gibt ein paar kleinere logische Ungereimtheiten, diese dienen aber teilweise der Handlung und sind deswegen für mich völlig in Ordnung. Lediglich das letzte Kapitel, eine Art Epilog, hat mich etwas unbefriedigt zurückgelassen und ich habe mich gefragt, ob die Autorin sich hier die Option eines zweiten Teils offenhalten wollte.

Fazit:
Stina Westerkamp hat mit „Nachtflut“ einen wahnsinnig spannenden Psychothriller geschaffen, bei dem man förmlich durch die Handlung fliegt und der ein überraschendes Ende bereithält, das aber in sich logisch ist und nicht konstruiert wirkt. Die Protagonistin Elisa und ihre psychischen Probleme machen so manche Entwicklung noch unberechenbarer, die vielen Geheimnisse der Charaktere die Reaktionen unvorhersehbar. Spannende Lesestunden sind garantiert.

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Veröffentlicht am 12.12.2024

Phyllida Bright – Klappe die Dritte

Der Krimidinnermord
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Sie ist wieder da und sie kann es nicht lassen! Auch dieses Mal gerät Agatha Christies Haushälterin Phyllida Bright in einen mysteriösen Mordfall und muss ihre kleinen grauen Zellen ganz schön anstrengen, ...

Sie ist wieder da und sie kann es nicht lassen! Auch dieses Mal gerät Agatha Christies Haushälterin Phyllida Bright in einen mysteriösen Mordfall und muss ihre kleinen grauen Zellen ganz schön anstrengen, um den Täter zu überführen. Klassische, britische Spannung.

Um was geht es?
Eine Einladung zu einem Krimidinner bei den neuen Nachbarn von Mrs Agatha und Mr Max, den Wokesleys. Und ausgerechnet jetzt weilen die beiden in London. Dann muss eben Phyllida als Vertretung an der Abendgesellschaft teilnehmen. Doch was als harmloses Krimischauspiel beginnt, wird schnell bitterer ernst. Denn Clifton Wokesley spielt nicht nur die Leiche im Krimistück, sondern ist tatsächlich plötzlich tot. Erstochen. Und Inspector Cork hängt aufgrund eines Unwetters in London fest. Also MUSS Phyllida ermitteln und schon bald erkennt sie, dass jeder der Mitwirkenden am Krimispiel, allesamt Bekannte der Wokesleys, ein Geheimnis haben.

Protagonistin ist wie immer unsere liebe Phyllida Bright, perfektionistisch veranlagt, ihren Haushalt fest im Griff, nie eine Schwäche zeigend, immer eine passende Antwort parat und natürlich clever. Doch in diesem Buch lernen wir auch mal eine etwas weichere Seite von ihr kennen, zumindest Bradford und Myrtle gegenüber. Neben unserer legendären Hauptperson treffen wir auch viele in den letzten beiden Bänden liebgewonnenen Nebencharaktere wieder: Bradford, Mr. Dobble, Ginny, Molly, Constable Greensticks, Stanley und noch mehr.

In diesem dritten Band ist die Haupthandlung, die Ermittlung im Mordfall, in meinen Augen nicht so stark im Vordergrund als in den Vorgängerbänden. Auch ist der Verlauf der Handlung mit weniger Plot-Twists gespickt und war für mich persönlich etwas zu vorhersehbar. Dafür besticht dieser Phyllida Bright aber mit witzigen Nebenhandlungen. Da sorgen eifersüchtiges Personal, ein monströses neues Gerät – nennen wir es Staubsauger – und die geliebten Kabbeleien zwischen Phyllida und Bradford für Lacher und besonderes Lesevergnügen. Das Buch selbst liest sich gewohnt flüssig und sorgt für entspannte Lesestunden.

Fazit:
Wer klassische Who-Done-It-Krimis mag, wird auch bei Band 3 der Phyllida-Bright-Reihe auf seine Kosten kommen. Für mich war der Krimi dieses Mal etwas zu vorhersehbar, hat mir aber aufgrund des Gesamtpakets trotzdem viele schöne und cosy Krimi-Lesestunden bereitet. Ich denke, dass das Buch Standalone gelesen werden kann. Doch mit etwas „Vorwissen“, macht es sicherlich mehr Spaß. Für mich ist „Der Krimidinnermord“ bis jetzt der schwächste Band der Phyllida-Bright-Reihe, aber trotzdem noch gut und ich freue mich schon auf Band 4 😊

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