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Veröffentlicht am 07.02.2025

Ein richtig amüsanter Cosy-Crime!

Frau Helbing und die tödlichen Weihnachtsplätzchen
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"Frau Helbing und die tödlichen Weihnachtsplätzchen" ist mittlerweile der 6. Band der Krimireihe von Eberhard Michaely aus dem Zsolnay Verlag.

Kurz vor Weihnachten finden die Proben zu dem Theaterstück ...

"Frau Helbing und die tödlichen Weihnachtsplätzchen" ist mittlerweile der 6. Band der Krimireihe von Eberhard Michaely aus dem Zsolnay Verlag.

Kurz vor Weihnachten finden die Proben zu dem Theaterstück "Tratsch im Treppenhaus" im St. Pauli Theater statt. Auch Frau Helbing, pensionierte Fleischereifachverkäuferin aus Hamburg, spielt mit und hat wie einige andere selbstgebackene Weihnachtsplätzchen zu den Proben mitgebracht. Dann kommt es zu einem Todesfall, der Regisseur stirbt an einer Vergiftung an Zyankali, nach dem Verzehr von einem Keks. Deshalb gerät auch Frau Helbing unter Verdacht. Das hält sie jedoch nicht davon ab, eigene Nachforschungen anzustellen. Und als wäre das alles nicht aufregend genug, bekommt sie auch noch Besuch aus Amerika von Walter, dem Bruder ihres verstorbenen Mannes. Seine Vorstellungen von einem Weihnachtsfest in »good old Germany« stimmen nicht ganz mit Frau Helbings Vorstellungen überein und so wird diese Zeit sehr stressig. Immerhin kann sie sich auf ihren Freund Herrn Aydin verlassen.

"Da sie sich zwischen Himbeer-Mascarpone-Torte und Frischkäse-Quark-Schnitte mit Mandarinen nicht entscheiden konnte, bestellte sie einfach von beidem ein Stück. Es war der Gipfel der Dekadenz, aber Frau Helbing war danach. Sie musste ihre Seele baumeln lassen. Dieses Weihnachten ging ihr gehörig auf den Geist." Zitat Seite 123

Dieser Krimiband ist mein erstes Buch der Reihe, der Erzählstil ist lebendig und mit einigem Humor unterlegt und die Hobbyermittlerin Frau Helbing ist mir schnell ans Herz gewachsen. Ihre etwas altmodische Art gefällt mir gut und mit ihrer charmanten Art hat sie gleich bei mir gepunktet.

Der Krimifall ist unblutig und dennoch spannend, insgesamt überwiegt aber der cosy-Faktor. Deshalb liest sich dieses Buch auch schön flüssig und unterhaltsam. Die Handlung wird durch den Besuch von Schwager Walter samt Frau und Tochter aus Amerika zu einer amüsanten Angelegenheit, denn Frau Helbings Vorstellungen von einem ruhigen Weihnachtsfest mit Lametta-Baum decken sich nicht mit den amerikanischen Gedanken Walters. Er träumt von einem Fest mit Gänsebraten wie zu seiner Kindheit, seine protzige amerikanische Art behält er bei und so wird die Tanne zu einem funkelnden, über und über geschmückten Riesenbaum, der das Wohnzimmer von Frau Helbing fast unter sich begräbt.

Mit der Zeit bekommt Frau Helbing immer mein Einsichten in den Fall, die Charaktere werden gut erkennbar beschrieben, sodass ich mitraten konnte. Es hat mich gefreut, wie sehr der Ermittlungseifer Frau Helbing gepackt hat und dass sie am Ende dem Verbrecher auf die Schliche kommt.

Die Geschichte entwickelt einen Lesesog, die leichte Handlung liest sich gut weg und es gibt viele humorvolle Szenen, die zum Schmunzeln anregen.

Eberhard Michaely hat mit Frau Helbing eine Hamburger Variante zu Miss Marple geschaffen, die ich auf ihrer Mordermittlung gerne begleitet habe. Man kann sich bei diesem Krimi angenehm zurücklehnen und Frau Helbing einfach mal machen lassen. Dieser Krimi macht richtig Spaß und gute Laune!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.01.2025

Kunterbunter Bilderbuchspaß zum Anfassen!

Weck die Bauernhoftiere – Ein Fühl-Mitmachbuch
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Im Penguin Verlag erscheint das Hartpappen-Bilderbuch "Weck die Bauernhoftiere", es ist ein Fühl-Mitmachbuch für Kinder ab 18 Monate von Nico Sternbaum.

Auf dem Bauernhof fehlt heute der Weckruft von ...

Im Penguin Verlag erscheint das Hartpappen-Bilderbuch "Weck die Bauernhoftiere", es ist ein Fühl-Mitmachbuch für Kinder ab 18 Monate von Nico Sternbaum.

Auf dem Bauernhof fehlt heute der Weckruft von Hahn Gustav, der liegt krank im Bett. Kommt Kinder und helft mal mit, die Bauernhoftiere mit Kitzeln, Streicheln, Kraulen und Klopfen zu wecken, damit sie die Fütterung auf der Weide nicht verpassen! Vielleicht geht es dem Hahn dann auch bald wieder besser!

Die dicken Hartpappenseiten sind ideal für kleine Kinderhände. Die Geschichte vom kranken Gustav wird mit einfachen Worten kindgerecht erzählt und die farbigen Illustrationen der Tiere sind einfach allerliebst anzusehen.

In diesem Buch werden Kleinkinder spielerisch mit eingebunden, indem sie mit Berührungen die Tiere wecken sollen. Sie fühlen das weiche Fell oder die harten Hörner der Kuh unter ihren Fingerspitzen. Damit wird die Motorik geschult, Kinder lernen spielerisch die Bauernhoftiere kennen und freuen sich, wenn die Tiere dank ihrer Mithilfe geweckt wurden. Und darüber sprechen sie natürlich gerne und tauschen sich mit dem Vorlesenden aus.

Ein großer, bunter Bilderbuchspaß mit vielen Tieren, weichem Fell zum Anfassen und einer lustigen Geschichte, die Kinder zum Erzählen animiert.

Veröffentlicht am 28.12.2024

Großartiges Buch über Dürer, den Popstar seiner Zeit!

Große Meister der Kunst: Dürer
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Als 19. Band der Prestel-Reihe "Große Meister der Kunst" erscheint das Sachbuch Dürer von Florian Heine.

Albrecht Dürer (1471–1521) war Maler, Grafiker, Mathematiker und Kunsttheoretiker und gilt als ...

Als 19. Band der Prestel-Reihe "Große Meister der Kunst" erscheint das Sachbuch Dürer von Florian Heine.

Albrecht Dürer (1471–1521) war Maler, Grafiker, Mathematiker und Kunsttheoretiker und gilt als der wichtigste deutsche Maler der Renaissancezeit. Er wurde schon zu Lebzeiten in ganz Europa bekannt für seine zahlreichen Selbstporträts, seine imposanten Altarbilder und seine detaillierten Kupferstiche. Die Qualität und Innovationskraft seiner Werke ist bis heute wegweisend für alle Kunstschaffenden.

In einer interessanten Einleitung erläutert uns Florian Heine die besonderen gesellschaftlichen und politischen Bedingungen und den zeitlichen Hintergrund zu Dürers Lebzeiten. Dann folgt die Biographie Dürers mit anschaulichen Illustrationen und im nachfolgenden Abschnitt "Werke" werden viele berühmte Bilder vorgestellt und anschaulich erklärt.

Dürer war ein Visionär, dem es bereits zu Lebzeiten gelang, sich in Selbstbildnissen erfolgreich zu vermarkten. Seine Werke signierte er konsequent und schuf mit seinem Monogramm als Erster in der Geschichte ein eigenes Logo.

Die Bandbreite seiner Werke ist groß, neben Zeichnungen mit Tusche oder Kohlestift, Kupferstichen und Gemälden, sowie Porträts in Öl, malte er auch Altarbilder, sowie Aquarelle mit Landschaften und erschuf Holzschnitte. Es ist erstaunlich, dass er sich in seinen Werken mit Themen von Religion über Kunsttheorie bis hin zu Philosophie beschäftigte.

Ich kann die Bände der Reihe "Große Meister der Kunst" jedem Kunstliebhaber empfehlen. Das Format ist klein und kompakt, trotzdem liefert das Buch umfassend und mit viel Hintergrundwissen gespickt, einen guten Überblick über das Leben Albrecht Dürers und über seine vielseitigen Werke.

Eine umfassende Einführung in das Leben und Wirken Dürers, dem berühmtesten Künstler der Renaissance. Ein tolles Geschenk für Kunstbegeisterte!

Veröffentlicht am 14.12.2024

Fachlich versierter Begleitkatalog zur Ausstellung in Leipzig

Impuls Rembrandt
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Dieses Buch ist der Begleitkatalog zur Ausstellung "Impuls Rembrandt", der im Auftrag der Stadt Leipzig herausgegeben wurde und im Hirmer Verlag erscheint. Die Ausstellung läuft vom 3.10.2024 bis zum 26.1.2025 ...

Dieses Buch ist der Begleitkatalog zur Ausstellung "Impuls Rembrandt", der im Auftrag der Stadt Leipzig herausgegeben wurde und im Hirmer Verlag erscheint. Die Ausstellung läuft vom 3.10.2024 bis zum 26.1.2025 und präsentiert um die sechzig Original-Rembrandt-Werke und etliche Schülerarbeiten.

Farbe und Gefühl – Rembrandt als Inspiration in der holländischen Malerei 1620–1670

Rembrandt van Rijn (1606-1669) war einer der berühmtesten Künstler des Goldenen Zeitalters der Niederlande und in der Barockmalerei. Sein Gesamtkunstwerk umfasst neben der Ölmalerei auch Zeichnungen und Radierungen. Rembrandts Werkstatt war eine Ausbildungsstätte für junge Künstler und es zeichnete Rembrandt aus, die Individualität dieser Künstler zu fördern. Dazu gehörten Talente wie Aert de Gelder, Ferdinand Bol, Samuel van Hoogstraten u.a., die die Marke Rembrandt und die Holländische Schule mit ihren Werken ruhmreich weiter trugen.


Im vorliegenden Buch geben renommierte Kunsthistoriker:innen in vier Essays Auskunft über Rembrandts Schaffen. So widmet sich Jan Nicolaisen Rembrandts Unterricht mit seiner "Schule des Sehens". Dagmar Hirschfelder informiert über die Tronien im Atelierbetrieb Rembrandts und über das Frühwerk seiner Schüler. Stefan Weppelmann behandelt das Thema "Rembrandt als Inszenierung" und Sven Pabstmann stellt in "Rembrandt sammeln" einen Überblick über die Werke des Meisters in sächsischen Sammlungen des 18. und 19. Jahrhunderts vor.

Im anschließenden Katalogteil werden die in der Ausstellung gezeigten Werke abgebildet, die jeweils mit hintergründigen Informationen versehen sind. Dazu gehören Selbstbildnisse, Landschaften und Auftragsarbeiten.


Die Texte und Inhalte im Buch machen Rembrandts Arbeits- und Sichtweisen deutlich und sie zeigen, dass er Wert darauf legte, in seinen Werken wahres Aussehen, sowie Emotionen und Gefühle im Alltagsleben abzubilden. Damit wurden seine Figuren nahbar und menschlich, was mich als Betrachterin absolut berührt. Das ist sicher ein Grund für die Beliebtheit von Rembrandts Werken.

Dieses Buch enthält viele spezifische Informationen rund um Rembrandts Werke, die besonders das Fachpublikum ansprechen und vielleicht manchen Laien doch inhaltlich überfordern. Doch es können sich alle Kunstfreunde auf jeden Fall an den vielseitigen Gemälden, Skizzen und Abbildungen erfreuen, die die Schaffenskraft, den künstlerischen Ausdruck und das Talent dieses Ausnahmekünstlers sichtbar machen.

Ein umfassender Begleitkatalog mit informativen Aspekten und reichlich Bildmaterial zum Bewundern, Staunen und Genießen. Fachlich versierte Informationen zum vielfachen Bildmaterial von Rembrandts Hand und aus seiner Werkstatt!

Veröffentlicht am 06.12.2024

Fesselnder Blick hinter die glitzernde Fassade der Schmuckdynastie!

Cartier. Der Traum von Diamanten
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Im Penguin Verlag erscheint Sophie Villards Roman Der Traum der Diamanten, der erste Band der Cartier-Dilogie.

Paris, 1910: Jeanne Toussaint arbeitet als Näherin im Montmartre und lernt in einem Nachtclub ...

Im Penguin Verlag erscheint Sophie Villards Roman Der Traum der Diamanten, der erste Band der Cartier-Dilogie.

Paris, 1910: Jeanne Toussaint arbeitet als Näherin im Montmartre und lernt in einem Nachtclub den Juwelier Louis Cartier kennen. Louis führt ein Juweliergeschäft in Paris, sein Bruder Jacques in London und Pierre in New York. Die Welt steht kurz vor dem ersten Weltkrieg und die Geschäfte der Brüder hängen maßgeblich von der Marktwirtschaft und ihrer illustren Kundschaft ab.

Sophie Villard taucht mit ihrem Roman in die Welt der Reichen ein und lässt die politischen Verhältnisse sichtbar werden. Mit der Figur der Jeanne, deren Verlobung mit einem Adligen aufgelöst wurde, erleben wir eine willensstarke Frau, die aus der ihr verordneten Rolle als Hausfrau und Mutter ausbricht und ihre Kreativität auslebt, um Geld zu verdienen. Als sich Louis Cartier in sie verliebt, muss er gegen den Widerstand seiner Brüder ankämpfen.

Dort wo die Cartiers verkehren, ist die High Society mit den berühmtesten Menschen der damaligen Zeit zu finden. Denn die prunkvollen Schmuckstücke der Cartiers sind sündhaft teuer und sie zählen auf ihre reiche Kundschaft. So treffen wir in dem Roman auf Marlene Dietrich, auf Ernest Hemingway, die Fitzgeralds und Wallis Simpson und erhaschen einen Eindruck von diesen Menschen.

Interessant finde ich die gezeigten Geschäftseinblicke und die Entstehung der Schmuckstücke, die den Namen Cartier wesentlich prägten wie die Santos-Uhr oder die ausgefallene exklusive Panthere-Reihe, die noch heute als weiter geführte Kollektion bei Cartier zu finden ist.

Durch die kurzen Kapitel und häufigen Perspektivwechsel aus der Sicht der Hauptfiguren kommt man den Figuren sehr nahe und die Eindrücke der gezeigten Schauplätzen wie New York oder London wirken sehr authentisch. Ich habe diesen Auftaktband schon allein vom eingängigen und bildhaften Erzählstil her gerne gelesen und konnte mich gut in die vielseitig skizzierten Charaktere einfühlen. Am meisten war ich von Jeanne eingenommen, die für ihre Zeit recht emanzipiert zu sein schien und erst als Näherin ihr Brot verdiente und dann mit ihrer Kreativität sehr speziellen Schmuck entwarf. Die Tatsache, dass sie mit Coco Chanel befreundet war, hat der Geschichte auch ein besonderes Flair verliehen, das ich interessiert verfolgt habe. Sophie Villard hat auch die Stimmung vor dem drohenden ersten Weltkrieg gut eingefangen. Am Ende des Romans hätte ich am liebsten sofort mit dem Folgeband angefangen, darauf warte ich nun sehnsüchtig.
Für mich 4,5 Sterne, die ich gerne aufrunde!


Ein fesselnder Roman, der hinter die glitzernde Fassade der Schmuckdynastie blicken lässt.

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