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Veröffentlicht am 08.01.2025

Eiskalter Thriller, der tief unter die Haut geht

Minus 22 Grad
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Bei seinem Debüt legt der Autor Quentin Peck gleich einen spannenden Thriller vor, der mich auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte.

Bei einer nächtlichen Tour mit ihrem Trekkingrad wird die ...

Bei seinem Debüt legt der Autor Quentin Peck gleich einen spannenden Thriller vor, der mich auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte.

Bei einer nächtlichen Tour mit ihrem Trekkingrad wird die junge Studentin Laura Gehler in einem verschneiten Waldgebiet von einem SUV angefahren und findet sich nach ihrem Aufwachen in einem Gefängnis aus Plexiglas wieder, in dem sie in ein perfides Spiel mit verstörenden Aufgaben verstrickt wird. Mit den Ermittlungen in diesem Fall wird Kommissar Lukas Johannsen vom LKA Thüringen beauftragt, der in einer Botschaft, die an Lauras Mutter, einer Landrätin aus Bayern, geschickt wurde, die Handschrift eines nie gefassten Mörders erkennt. So wird die Suche nach Laura schnell zum Rennen gegen die Zeit.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran. Dass der Autor seit über 30 Jahren als Fernsehjournalist und -produzent unterwegs ist, merkt man seinen bildhaften Beschreibungen, die das Kopfkino permanent auf Hochtouren laufen lassen, jederzeit an. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Neben den Kapiteln aus den Perspektiven von Laura und Lukas gibt es noch einen zusätzlichen Erzählstrang, der über lange Zeit parallel zur Haupthandlung verläuft, dann aber für eine schockierende Wendung sorgt, die alles in Frage stellt. Geschickt eingesetzte Rückblenden sorgen für zusätzliche Spannung, ohne bereits zu viel über die schlüssige und äußerst konsequente Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt, zu verraten.

Wer auf spannende Thriller steht, die tief unter die Haut gehen, wird hier bestens bedient und unterhalten. Auf den nächsten Auftritt von Lukas Johannsen, der bereits angekündigt ist, bin ich schon sehr gespannt.

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Veröffentlicht am 07.01.2025

Grandioser Abschluss der Dilogie über den englischen Seehelden

Admiral Nelson – Unter Englands Flagge
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Mit diesem packenden historischen Roman legt der Autor Mac P. Lorne den zweiten Band seiner Dilogie um den englischen Seehelden Horatio Nelson vor und konnte mich dabei erneut auf ganzer Linie überzeugen ...

Mit diesem packenden historischen Roman legt der Autor Mac P. Lorne den zweiten Band seiner Dilogie um den englischen Seehelden Horatio Nelson vor und konnte mich dabei erneut auf ganzer Linie überzeugen und begeistern.

Grundsätzlich benötigt man hier keine Vorkenntnisse aus dem ersten Band, um die Geschichte lesen und nachvollziehen zu können. Allerdings verzichtet der Autor hier auf einen Rückblick auf die Geschehnisse im ersten Band, alle für das Verständnis nötigen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden aber gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Geschichte und die Entwicklung der Hauptfiguren in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die beiden Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Der zweite Band umfasst die Ereignisse in den Jahren von 1797 bis 1805 und beschreibt den Weg von Horatio Nelson zwischen seiner Ernennung zum Konteradmiral der Royal Navy und der finalen Seeschlacht gegen die Franzosen, in der sich sein Schicksal erfüllt. Neben den Ereignissen an Bord der Schiffe, die in dieser Zeit unter seinem Kommando stehen, spielt auch die Dreiecksgeschichte zwischen ihm, seiner Ehefrau Fanny und seiner großen Liebe Lady Emma Hamilton, die mit dem britischen Botschafter in Neapel verheiratet ist, eine große Rolle, zumal ihn dieser Konflikt fast seine Karriere kostet.

Mac P. Lorne legt hier wieder eine atmosphärisch dichte und ausgesprochen gut recherchierte Geschichte vor, die er mit einem packenden Schreibstil und einem hohen Erzähltempo vorantreibt. Mit einer ausgefeilten Mischung aus fiktiven und historisch verbürgten Protagonisten, die durchgehend sehr vielschichtig angelegt sind, hält er sich dabei zwar eng an die tatsächlichen Begebenheiten der damaligen Zeit, nutzt die durchaus vorhandenen Zwischenräume aber auch geschickt aus, füllt sie mit zahlreichen Spannungsmomenten und lässt dabei seiner schriftstellerischen Freiheit ziemlich freien Lauf, ohne dabei das Gesamtbild zu verfälschen.

Ein Personenregister sowie die historischen Anmerkungen incl. einer Zeittafel und einem Glossar am Ende des Buches runden das Ganze überzeugend ab und sind auch äußerst hilfreich, um sich im ab und an doch etwas unübersichtlichen Geschehen und dem doch recht großen Personenaufgebot zurechtzufinden.

Wer auf spannende und atmosphärisch dichte historische Romane mit einer satten Portion Seeabenteuer steht, wird hier erneut bestens bedient und unterhalten.

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Veröffentlicht am 16.12.2024

Spannender und atmosphärisch dichter Krimi aus dem hohen Norden

NordOstAngst (Flensburg-Krimi)
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In ihrem sechsten Küstenkrimi schickt die Autorin Nele Bruun ihre gut aufeinander abgestimmten Ermittler Anne Anders und Hendryk Larsson von der Kriminalpolizei Flensburg in ihren zweiten Fall, der mich ...

In ihrem sechsten Küstenkrimi schickt die Autorin Nele Bruun ihre gut aufeinander abgestimmten Ermittler Anne Anders und Hendryk Larsson von der Kriminalpolizei Flensburg in ihren zweiten Fall, der mich diesmal auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte.

Man kann dieses Buch grundsätzlich auch ohne Vorkenntnisse aus dem ersten Band lesen und verstehen. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen und nachvollziehen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Diesmal bekommen es Anne und Hendryk mit einem Cold Case zu tun. Im Zuge von Renovierungsarbeiten im Flensburger Stadttheater wird die eingemauerte Leiche einer Frau gefunden, die sich schnell als Bjarka Nielsen entpuppt und seit 39 Jahren vermisst wird. Ist die Suche nach Zeugen und Hinweisen nach der langen Zeit eh schon schwierig, werden die Ermittlungen durch den Tod einiger Personen aus dem Umfeld der Dänin noch deutlich erschwert. Versucht der Täter von damals mit allen Mitteln seine Spuren zu verwischen ?

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und bestückt sie mit einer ganzen Riege gut gezeichneter und vielschichtig angelegter Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Besonders das gelungene Zusammenspiel der beiden unterschiedlichen Hauptermittler ist sehr gelungen. Nachdem die Figuren im ersten Band erfolgreich eingeführt wurden, bekommen sie diesmal wesentlich mehr Raum zur Entfaltung, den sie auch überzeugend nutzen. Und an der schlüssigen Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt, gibt es ebenfalls nichts zu meckern.

Wer auf spannende Kriminalromane mit reichlich Lokalkolorit aus dem hohen Norden steht, wird hier sehr gut bedient und unterhalten.

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Veröffentlicht am 26.11.2024

Auch der zweite Band der Unvermächtnis-Trilogie bietet eine überzeugende Mischung aus Horror und Fantasy

Das Unvermächtnis
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Auch mit dem zweiten Band der als Trilogie angelegten Reihe „Das Unvermächtnis“ legt die Autorin Isabell Gubenko wieder einen ungemein packenden und eher düsteren Fantasyroman mit einer ordentlichen Portion ...

Auch mit dem zweiten Band der als Trilogie angelegten Reihe „Das Unvermächtnis“ legt die Autorin Isabell Gubenko wieder einen ungemein packenden und eher düsteren Fantasyroman mit einer ordentlichen Portion Horror vor, der mich auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte.

Man braucht hier zwar grundsätzlich keine Vorkenntnisse aus dem ersten Band, um die Geschichte lesen und nachvollziehen zu können. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die doch recht komplexe Geschichte in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber auf jeden Fall, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Ein kurzer Rückblick zu Beginn des Buches erleichtert zudem nicht nur Neueinsteigern den Einstieg in den Serienkosmos, auch die Leser des ersten Bandes werden hier kurz und knapp wieder auf Stand gebracht und können so direkt in das wilde Geschehen eintauchen.

Während der ehemalige Dämonenjäger Cartan in Begleitung der Empathikerin Relia versucht, ins benachbarte Königreich Sulon zu fliehen, weil er bei der Kirche in Ungnade gefallen ist und erbarmungslos gejagt wird, wartet auf den Attentäter Eros in Noaka bereits der nächste gefährliche Auftrag. Zudem will er noch seine ganz persönliche Rache befriedigen und hat der Eismagierin Ava versprochen, sie anschließend nach Sulon zu begleiten. Doch die ehemaligen Gefährten ahnen noch nicht einmal, welch unfassbares Grauen sie an ihrem Zielort erwartet.

Nachdem die Autorin ihr mehr als gelungenes Setting, das deutlich an das Mittelalter angelehnt ist, im ersten Band erfolgreich eingeführt hat, kann sie sich nun noch stärker den Figuren und der Geschichte widmen. Mit einem packenden Schreibstil und bildhaften Beschreibungen, die das Kopfkino beim Lesen permanent auf Hochtouren laufen lassen, treibt sie die gut aufgebaute Geschichte voran und steuert sie zielsicher auf einen fulminanten Showdown zu, nach dem nichts mehr so ist, wie es einmal war. Getragen wird das Ganze von einer ganzen Riege gut gezeichneter und vielschichtig angelegter Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, die immer wieder für Überraschungen gut sind.

Besonders hervorheben muss man auch diesmal wieder die absolut gelungenen und perfekt auf den Inhalt abgestimmten Innenillustrationen zu Beginn eines jeden Kapitels. Diese stammen aus der Feder von Wasilij Gubenko, dem Ehemann der Autorin, der auch an der Erschaffung des Settings mitgewirkt hat.

Wer auf düstere Fantasygeschichten steht, wird hier bestens bedient und unterhalten. Meine Neugierde auf den Abschlussband der Trilogie ist jedenfalls noch einmal deutlich gestiegen.

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Veröffentlicht am 26.11.2024

Düsterer Auftakt einer neuen Fantasy-Reihe mit gut gezeichneten Figuren in einem gelungenen Mittelalter-Setting

Das Unvermächtnis
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Bei ihrem Debüt legt die Autorin Isabell Gubenko gleich einen ungemein packenden und eher düsteren Fantasyroman mit einer ordentlichen Portion Horror vor, der zugleich den Start einer Reihe bildet.

Der ...

Bei ihrem Debüt legt die Autorin Isabell Gubenko gleich einen ungemein packenden und eher düsteren Fantasyroman mit einer ordentlichen Portion Horror vor, der zugleich den Start einer Reihe bildet.

Der Attentäter Eros und der Priester Castus sind beide im Auftrag der Kirche unterwegs. Während sich Eros eher um die weltlichen Gegner kümmert, bekommt es Castus mit den Dämonen zu tun. Ihr erster gemeinsamer Auftrag führt sie in ein Dorf, das nahe der Grenze zwischen den beiden Königreichen Noaka und Sulon liegt und dessen Bewohner nachts von einem Dämon angegriffen werden. Dort treffen sie auf die Magierin Ava, die keine Erinnerung an ihre Vergangenheit hat. Obwohl sich die drei ungleichen Gefährten gegenseitig nicht wirklich über den Weg trauen, nehmen sie den Kampf gegen die Bedrohung auf.

Mit einem packenden Schreibstil entwirft die Autorin hier ein mehr als gelungenes Setting, das deutlich an das Mittelalter angelehnt ist und ausreichend Potential besitzt, die Geschichte auch noch über weitere Bände zu tragen. Bestückt ist diese Welt mit einer ganzen Riege gut gezeichneter und vielschichtig angelegter Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, die immer wieder für Überraschungen gut sind. Die Geschichte ist zwar grundsätzlich in sich abgeschlossen, es verbleiben aber schlußendlich noch einige lose Enden, die dann in den weiteren Bänden weitergesponnen werden.

Besonders hervorheben muss man hier auch die absolut gelungenen und perfekt auf den Inhalt abgestimmten Innenillustrationen zu Beginn einen jeden Kapitels. Diese stammen aus der Feder von Wasilij Gubenko, dem Ehemann der Autorin, der auch an der Erschaffung des Settings mitgewirkt hat.

Wer auf düstere Fantasygeschichten steht, wird hier bestens bedient und unterhalten. Meine Neugierde auf die weiteren Bände ist jedenfalls geweckt.

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