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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.01.2025

Außergewöhnlich gut

Die blaue Stunde
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Vanessa Chapman, eine Künstlerin, um die sich einige Geheimnisse ranken, ist schon lange tot, jedoch sind ihre Werke berühmter denn je. Eines Tages werden in einer ihrer Skulpturen menschliche Knochen ...

Vanessa Chapman, eine Künstlerin, um die sich einige Geheimnisse ranken, ist schon lange tot, jedoch sind ihre Werke berühmter denn je. Eines Tages werden in einer ihrer Skulpturen menschliche Knochen entdeckt. James Becker, Kurator des ausstellenden Museums, will die Fragen klären, wessen Knochen es sind und wie sie in die Skulptur kamen. Dafür reist er auf die Insel Eris Island, zu deren einziger Bewohnerin und einer dunklen Wahrheit.

Paula Hawkins hat mit "Die blaue Stunde" ein kleines Meisterwerk geschrieben. Obwohl es sich hier um einen eher ruhigeren Krimi handelt, hat die Handlung eine spannende Sogwirkung, die durch Einstreuungen von Tagebucheinträgen und Zeitungsberichten noch bestärkt wird. Durch diese erfährt man immer mehr und nach und nach bekommt man wie bei einem Puzzle ein immer klareres Bild. Ihre Charaktere hat die Autorin sehr gut ausgearbeitet, als Leser bekommt man einen Bezug zu ihnen und folgt ihnen gern auf ihrem Weg durch die Handlung. Auch fängt sie die düstere Atmosphäre der Insel perfekt ein. Man spürt die Rauhheit der Natur und das geheimnisvolle der Insel hautnah. Natürlich muß man sich an die Welt der Kunst und Skulpturen erst einmal gewöhnen - mir ist dies dank Paula Hawkins einnehmender Schreibweise sehr schnell gelungen!

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Veröffentlicht am 30.12.2024

Wieder ein Highlight

Poison - Schwestern der Vergeltung
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Constanze Green hat Dr. Leng das Lebenselexier übergeben, um ihre Schwester zu retten. Doch Leng hält sich nicht an die Abmachung - und Constanze wird verraten. Doch Pendergasts Bruder Diogenes hilft ihr. ...

Constanze Green hat Dr. Leng das Lebenselexier übergeben, um ihre Schwester zu retten. Doch Leng hält sich nicht an die Abmachung - und Constanze wird verraten. Doch Pendergasts Bruder Diogenes hilft ihr. Als Kleriker getarnt versteckt er sich im New Yorker Slum, beobachtet und manipuliert die Geschehnisse. Er wartet nur auf seine Chance...

"Poison - Schwestern der Vergeltung" von Douglas Preston und Lincoln Child schließt nahtlos an den Vorgänger an, so daß man diese Bücher am besten in Reihenfolge liest, um wirklich alles gut zu verstehen. Ansonsten wäre es sehr schade, denn das Buch bietet so viel! Die Handlung besticht durch Vielseitigkeit. Man erhält hier einen wissenschaftlichen Thriller, gespickt mit Action. Man findet sich hier sowohl in der Gegenwart, als auch in der Vergangenheit wieder und erfährt einige historische Dinge. Durch die vielen plötzlichen Wendungen bleibt die Spannung stets hoch erhalten. Man trifft hier auf altbekannte Charaktere, die sich nach so vielen Fällen auf sympathische Art und Weise in das Leserherz geschlichen haben, daß man das Gefühl hat, in diesen Büchern nach Hause zu kommen. Nichts ist fremd, man kennt sich - und erlebt trotzdem noch die ein oder andere Überraschung! Das Autorenduo überzeugt auch hier wieder durch detailgetreue Beschreibungen. Die düstere Atmosphäre z. B der Vergangenheit überträgt sich beim Lesen und man bekommt das berühmte Kribbeln auf der Haut.
Mir hat dieser Fall wieder sehr viel Freude bereitet und ich warte schon sehnsüchtig auf den nächsten Fall für Pendergast!

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Veröffentlicht am 23.12.2024

Zwei Leichen in einem Grab

Es rappelt in der Kiste
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Konrad Leisegang, Friedhofsgärtner auf dem Melatenfriedhof in Köln, will ein altes Grab abräumen. Dabei macht er eine grausige Entdeckung. Unter der ersten Leiche befindet sich noch eine zweite! Zeitgleich ...

Konrad Leisegang, Friedhofsgärtner auf dem Melatenfriedhof in Köln, will ein altes Grab abräumen. Dabei macht er eine grausige Entdeckung. Unter der ersten Leiche befindet sich noch eine zweite! Zeitgleich stirbt auf dem Flug von Bogota nach Deutschland ein Passagier angeblich eines natürlichen Todes. Die Leiche wird in die an den Friedhof grenzende Rechtsmedizin gebracht. Kurz darauf wird der dortige Wachmann ermordet. Konrad Leisegang will beide Fälle lösen, gräbt dabei tief in den Friedhofsgeheimnissen und bringt sich selbst in Gefahr.

Thomas Krüger hat seinem Krimi den treffenden Titel "Es rappelt in der Kiste" gegeben. Denn hier ermittelt der Friedhofsgärtner Konrad Leisegang auf dem Kölner Melatenfriedhof. Man taucht ein in die stille Friedhofswelt und unweigerlich spürt man die dortige Ruhe. Denn der Autor schafft es vortrefflich, diese kleine Welt für sich dem Leser nahe zu bringen. Man trifft hier auf geschichtlich wichtige Plätze und Gräber, so daß dieses Buch tatsächlich nur auf diesem Friedhof spielen kann. Gern hätte ich hier einen Lageplan zur besseren Orientierung im Buch gefunden! Der Schreibstil ist hier einfach herrlich. Leicht lesbar und mit einer angenehmenen Portion Humor, liest man dieses Buch sehr gern. Seine Charaktere hat Thomas Krüger sehr vielseitig dargestellt. Jeder hat seine Eigenarten, ist liebenswert und sympathisch. Irgendwie mag man sie alle. Die Handlung ist trotz alles Leichtigkeit fesselnd und spannend. Immer wieder landet man auf der falschen Spur, muß seine eigenen Überlegungen neu ordnen, um am Ende doch eine Überraschung zu erleben.

Mich hat dieses Buch begeistert - bitte mehr Ermittlungen von Konrad Leisegang!

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Veröffentlicht am 18.12.2024

Man sieht die Tiere danach mit anderen Augen

Von Spinnen und Menschen
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Spinnen - entweder man mag sie oder nicht. Einen Mittelweg scheint es bei ihnen nicht zu geben. Und genau darum geht es in dem Buch "Von Spinnen und Menschen" von Jan Mohnhaupt. Er beleuchtet hier die ...

Spinnen - entweder man mag sie oder nicht. Einen Mittelweg scheint es bei ihnen nicht zu geben. Und genau darum geht es in dem Buch "Von Spinnen und Menschen" von Jan Mohnhaupt. Er beleuchtet hier die Beziehung von Mensch und Spinne aus allen Blickwinkeln. Er zeigt, wie die Vogelspinne ihren Siegeszug als Haustier beschritt, aber auch die Facetten der Arachnophobie, die bereits beim Anblick eines Spinnennetzes beginnen kann. Aber auch der Einfluß von Spinnen in Kunst und Handwerk sowie ihre Zoologie werden hier erläutert, ebenso wie ihr Einfluss auf Sprache, Träume, Forschung (denn Spinnen waren sogar schon zur Erforschung im Weltall) und ihre Rolle in der Geschichte der Menschheit. Jan Mohnhaupt bringt dem Leser die Themen auf einfache und lockere Art näher, bleibt dabei jedoch auf sachlicher Ebene, so daß man hier ein Fachbuch in den Händen hält, welches Wissen für jedermann vermittelt. Jedem Kapitel ist eine schwarz-weiß-Zeichnung vorangestellt, die einen Bezug zu dem im Kapitel behandelten Thema hat.

Dieses Buch ist etwas besonderes - nicht nur, weil es eine Tierart behandelt, die in der Gesellschaft zwiespältig betrachtet wird!

Veröffentlicht am 08.12.2024

Erfrischend anders

Wie Jesus das Lübecker Marzipan erfand
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Mit seinem Buch "Wie Jesus das Lübecker Marzipan erfand" beschreitet Lorenz Meyer einen ganz neuen Weg der Weihnachts-Kurzgeschichten. Denn hier geht es weder mörderisch noch humorvoll zu. Vielmehr werden ...

Mit seinem Buch "Wie Jesus das Lübecker Marzipan erfand" beschreitet Lorenz Meyer einen ganz neuen Weg der Weihnachts-Kurzgeschichten. Denn hier geht es weder mörderisch noch humorvoll zu. Vielmehr werden hier Geschichten bekannter Autoren wie Thomas Mann, Mark Twain, Paulo Coelho, Kurt Tucholsky, Julis Verne, Agatha Christi, Wilhelm Busch, Sophie Kinsella, Astrid Lindgren und vielen mehr so umgeschrieben, daß es jeweils eine neue Fassung der Weihnachtsgeschichte ergibt. Und dies genau 24mal. Wer jetzt denkt, dies wäre langweilig - falsch gedacht. Jede Geschichte ist einzigartig und verliert, trotz der Änderung, nicht den Bezug zum Ursprung. Lorenz Meyer hat auch gut darauf geachtet, den Schreibstil der jeweiligen Urgeschichte beizubehalten. Dies stelle ich mir gar nicht so einfach vor! Dieses Buch ist eine gelungene Abwechslung. Der Autor hat für seinen Mut, dieses gelungene Experiment zu wagen, ein großes Lob verdient!

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