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Veröffentlicht am 21.01.2025

hat einige Zeit gedauert ehe Spannung aufkam

Die Villa
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Es sollte ein hochkarätiges, unvergessliches Junggesellinnenabschiedswochenende unter der Sonne Andalusiens werden. Alles hat Tess, die die Organisation übernommen hat, minutiös geplant. Auch wenn die ...

Es sollte ein hochkarätiges, unvergessliches Junggesellinnenabschiedswochenende unter der Sonne Andalusiens werden. Alles hat Tess, die die Organisation übernommen hat, minutiös geplant. Auch wenn die Chemie zwischen den fünf Frauen absolut nicht stimmte, versuchten sie Fröhlichkeit vorzutäuschen, was mit steigendem Alkoholpegel immer besser zu gelingen schien. Doch die Ausschweifungen die sich Aoife, die künftige Braut, auslebt, schockieren die anderen jungen Frauen schon. Einzig ihre Studienfreundin Dani lässt sich mitreißen. Das Ende des Wochenendes gleicht einem Alptraum. Bis heute hat Dani das Geschehen nicht verarbeitet und bittet die damaligen Teilnehmer zum 3. Todestag Aoife vor Ort an einer würdigen Gedenkfeier teilzunehmen. Sie will sich erinnern.
Noch einmal werden die jungen Frauen, Freundinnen kann man sie nicht nennen, mit den damaligen Ereignissen konfrontiert. Der Leser lernt die unterschiedlichen Sichtweisen in Rückblenden zu den Erinnerungen von Dani, Beth, Tiff und Celine. Dies nimmt einen großen Teil der Kapitel ein. So richtig Spannung kam bei mir erst ab der Mitte des Buchs auf. Denn ab da waren Zusammenhänge und Hintergründe zum unterschiedlichen Verhalten zu erkennen. Vorher war mehr die Rede wie alle um Aoifes Freundschaft buhlen. Dabei werden die unterschiedlichen Charaktere und persönlichen Ziele der Brautjungfern sehr gut herausgearbeitet. So kam ab der Mitte des Buchs auch bei mir Spannung auf. Es hat mich gut unterhalten mitzuerleben wie manipulativ und beherrschend manche Figuren sich enttarnen. Eins steht fest, solche Freunde muss man nicht haben. Insgesamt gebe ich 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 19.01.2025

Ermittlerteam mit Ecken und Kannten

Schmerz
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Ellidor, Kripochef in Reykjavik, hat Probleme. Nicht nur mit der Razzia gegen das polnische Drogennetzwerk, sondern in den eigenen Reihen. Da gibt es in seinem Team Rago, ein unbescholtener, erfolgreicher ...

Ellidor, Kripochef in Reykjavik, hat Probleme. Nicht nur mit der Razzia gegen das polnische Drogennetzwerk, sondern in den eigenen Reihen. Da gibt es in seinem Team Rago, ein unbescholtener, erfolgreicher Ermittler, der aber der Schwiegersohn des polnischen Clanchefs ist gegen den nun eine großangelegte Razzia stattfinden soll. Ihm bleibt keine andere Wahl als Rago auszuschließen. Dann ist da auch noch Dora, die damals als Neuling bei der Polizei mit ihm auf Streife war. Bei einem gemeinsamen Einsatz wurde sie schwer am Kopf verletzt und Ellidor fühlt sich mitschuldig. Seit ihrer schweren Kopfverletzung hat sich Doras Wesen massiv verändert. Sie ist mitunter aufbrausend, wütend, unkontrolliert und doch ist sie es, die in den Fallakten der Kollegen den entscheidenden Hinweis für die Lösung des Falls findet. Die etwas andere Art von Dora im Umgang mit den Kollegen und auch mit den Fällen bringt der Autor sehr gut rüber. Voll einsetzbar ist sie nicht, nimmt ständig verschreibungspflichtige Schmerzmittel, da ihre Kopfschmerzen sonst nicht zu ertragen sind. Tablettenabhängig ist sie in jedem Fall. Und doch habe ich beim Lesen immer wieder den Eindruck gehabt, dass Dora eine Kämpferin ist, die sich davon nicht unterkriegen lässt. Vielleicht ist das auch Rados Eindruck und er erkennt ihre Stärken oder es ist die Außenseiterrolle, die beide im Revier einnehmen, die sie verbindet. Aber eines ist sicher: wie gut die beiden beim Ermitteln sind, sich in die Fälle verbeißen und keinesfalls als korrupt zu bezeichnen sind, das weiß auch Ellidor, ihr Chef. Die beiden zu begleiten hat mich sehr gut und spannend unterhalten. Nur am Anfang des Krimis hatte ich etwas Schwierigkeiten die vielen neu auf mich einströmenden Personen zuzuordnen und mir ein Bild über die Zusammenhänge zu machen. Von mir gibt’s 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 22.12.2024

gelungener Auftakt

Wer aus dem Schatten tritt
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Renate Schwarz tritt nach Studium und Promotion ihre erste Stelle in der Psychiatrie in Ochsenzoll an. Sie ist sehr motiviert und freut sich auf die Arbeit. Nur leider sieht Oberarzt Dr. Kleinschmidt, ...

Renate Schwarz tritt nach Studium und Promotion ihre erste Stelle in der Psychiatrie in Ochsenzoll an. Sie ist sehr motiviert und freut sich auf die Arbeit. Nur leider sieht Oberarzt Dr. Kleinschmidt, seit Jahrzehnten im Beruf tätig, in ihr nur die Frau und die Frau gehört seiner Meinung nach hinter den Herd und hat sich um die Kinder zu kümmern. Ein Bild der Frau, das auch noch 13 Jahre nach dem Krieg in vielen Köpfen verankert ist. Ich fand es sehr anschaulich beschrieben, wie 1958 Frauen mit der Eheschließung noch immer entrechtet wurden. Arbeitsverträge bedurften der Zustimmung des Ehemannes und bei Erbschaften fiel ihm die Verwaltung des Erbes zu. Kein Wunder, dass Renate da ausbrechen und ihren eigenen Weg gehen will.
Mir hat es Spaß gemacht mitzuerleben, wie Renate ohne Berufserfahrung, jedoch mit viel neuem Fachwissen und großer Motivation an ihre Aufgabe als Stationsärztin auf der Männerstation herangeht. Sich bei den Schikanen der „alten Hasen“ Unterstützung und Bestätigung von anderer Seite holt. Manchmal waren mir ihre Rückversicherungen etwas zu viel, zumal sie gegenüber fast Fremden erfolgten und mich an Renates Selbstbewusstsein zweifeln ließ. Dabei gibt es im Buch so viele Situationen und Konflikte in denen diese junge Ärztin die richtigen Worte findet und ihren Widersachern Paroli bietet.
Als Fels in der Brandung habe ich ihren Onkel Heinrich empfunden. Ein so herzlicher Mann, der nicht am ewigen gestrigen hängt und der Renate in allem unterstützt und berät. Ich habe mit diesem ersten Teil gut unterhalten gefühlt und gebe 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 18.12.2024

spannend erzählt und wendungsreich

Stumme Knochen
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Showreview Six, das ist der Name der sechs Jugendlichen, die damals in den 70er Jahren gerade in der Pubertät waren und ihre Grenzen austesten wollen. Die erste Liebe erleben und Zukunftspläne schmieden. ...

Showreview Six, das ist der Name der sechs Jugendlichen, die damals in den 70er Jahren gerade in der Pubertät waren und ihre Grenzen austesten wollen. Die erste Liebe erleben und Zukunftspläne schmieden. Wer zu ihnen gehört, der hat es geschafft. So denkt Mary jedenfalls, die sich ihrer Gefühle nicht sicher ist und sich selbst in der Gruppe als Außenseiterin fühlt. Doch alles ändert sich am 03.09.1976 als Annelise und Darryl nach einer Partynacht spurlos verschwinden. Jetzt, 47 Jahre später, werden bei Abrissarbeiten unter einer alten Kapelle im Skigebiet menschliche Knochen gefunden.
Für den Leser beginnt damit eine spannende Geschichte. Denn die Knochen sind sehr alt und ein Zusammenhang zu den Vermisstenfällen von damals nicht ausgeschlossen. Unter Leitung von Jane Munroe beginnt die Suche nach der Wahrheit was 1976 wirklich geschah. Jane, schwanger und wegen des Verschwindens ihres Freundes vor einigen Monaten psychisch angeschlagen fand ich sehr überzeugend. Wie schwer es den Angehörigen fällt mit dem ungeklärten Verschwinden umzugehen, kann sie aus eigener Erfahrung verstehen. Darum setzt sie und ihr Team alles daran die Leiche zu identifizieren und den Hinterbliebenen Gewissheit zu bringen. Die Tote hat einige Geheimnisse bis heute bewahrt. Das Ganze hat mich sehr spannend unterhalten. Insbesondere das panisch anberaumte Treffen der ehemaligen Shoreview Six-Mitglieder, so viele Jahrzehnte nach der alles verändernden Septembernacht fand ich sehr gelungen beschrieben. Jeder der sechs hat seine Bedenken ob das Geheimnis weiter gehütet bleibt. Das Zusammengehörigkeitsgefühl von damals gibt es nicht mehr, aber alle haben viel zu verlieren. Jeder geht mit dem Geheimnis anders um.
Ich finde diesen Thriller sehr unterhaltsam und kann ihn uneingeschränkt empfehlen. Von mir gibt’s 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 02.12.2024

spannend und kurzweilig mit interessanten Charakteren

Bluttanz
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Annalena, jung, hübsch und voller Hoffnung auf eine Karriere als Model und Influencerin, wird von ihrer Freundin brutal erstochen und zerfetzt gefunden. Am ganzen Körper sind die Einstiche zu sehen. Nur ...

Annalena, jung, hübsch und voller Hoffnung auf eine Karriere als Model und Influencerin, wird von ihrer Freundin brutal erstochen und zerfetzt gefunden. Am ganzen Körper sind die Einstiche zu sehen. Nur das Gesicht wurde verschont. Hier sind auch keine Blutspritzer zu finden, während der gesamte Raum um sie davon gesprenkelt ist. Die Tat selbst kann diese weitflächige Verteilung des Bluts nicht begründen. Es sieht eher danach aus als hätte der Täter das Opfer in Szene gesetzt.
Es ist der 4. Teil um die leitende Oberstaatsanwältin Lina Saint-George, die es trotz negativer Erfahrungen nicht lassen kann, sich direkt in die Ermittlungen mit einzubringen. Auch wenn ich die ersten Fälle nicht gelesen habe, ist es mir nicht schwergefallen mich hier einzufinden. Die Charaktere im Buch sind sehr sympathisch. Auch wenn einige davon nach außen hin eher grantig wirken, so verbergen sie dahinter doch nur ihr weiches Herz. Es war spannend mitzuerleben, wie aus den gleichen Arrangements am Tatort recht schnell weitere Opfer diesem Täter zugeordnet werden können. Nur bleibt das Motiv des Täters lange verborgen, sind doch zwischen den Opfern anfangs keine Verbindungen zu finden.
Wie jeder, Manfred Neuer und Leo Teichgräber von der Koblenzer Kripo und Lina mit ihrer quirligen Praktikantin auf Seiten der Staatsanwaltschaft, versucht zur Ermittlung des Täters beizutragen, fand ich sehr unterhaltsam und spannend beschrieben. Staatsanwaltschaft und Kripo erschienen mir als eingeschworenes Team, auch wenn ich hier eines Besseren belehrt wurde. Von mir gibt’s 4 Lese-Sterne.

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